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Betriebssport als betriebliche Sozialleistung: Eine interessenpluralistische Analyse

Titre: Betriebssport als betriebliche Sozialleistung: Eine interessenpluralistische Analyse

Epreuve d'examen , 2000 , 79 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Simone Pefferkofen (Auteur)

Gestion des ressources humaines - Divers
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Unter dem Begriff Betriebssport wird eine besondere Erscheinungsform des Sports verstanden, die durch charakteristische Beziehungen zu Unternehmungen gekennzeichnet ist. Seit mehr als 100 Jahren wird der Betriebssport noch immer gefördert, vor allem von industriellen Großunternehmen.
Während der Breiten- und Leistungssport in all seinen komplexen Zusammenhängen und in seiner Vielfalt weitreichend erforscht ist, wurde dem Betriebsport in Deutschland als Bestandteil betrieblicher Sozialpolitik dagegen nur in geringem Maß Beachtung geschenkt. So existiert zu diesem Thema wenig Literatur, die überwiegend aus den 70er und 80er Jahren stammt, einer Zeit, in der die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung um den Betriebsport sich auf ihrem Höhepunkt befand. Eine besondere Funktion als immaterielle Sozialleistung wird dem Betriebsport nach wie vor zugeschrieben, was auf seine Bedeutung hinsichtlich gesundheitspräventiver Maßnahmen zurückzuführen ist: In der Absicht, krankheitsbedingte Personalkosten senken zu können, versucht man einen sportlichen Ausgleich für berufliche Tätigkeiten zu bieten und der zunehmenden Bewegungsarmut am Arbeitsplatz sowie im Freizeitbereich entgegenzuwirken.
In dieser Arbeit wird das Thema Betriebssport unter dem Gesichtspunkt der Verflechtung von sportlich-gesundheitlichen und betrieblichen Zielen aus interessenpluraristischer Perspektive betrachtet.
Im Rahmen der interessenpluralistischen Analyse werde ich unter anderem der Frage nachgehen, ob mit der Unterstützung betrieblicher Sportaktivitäten wirtschaftliche Erwägungen im Zentrum stehen und somit Bestrebungen zur Humanisierung des Arbeitslebens bzw. zur Gesundheitsförderung der MitarbeiterInnen in den Hintergrund treten. Dem Betriebssport - diese Annahme sei bereits zu Beginn der Arbeit vertreten - kommt dabei die Funktion eines Mittels zur ′Vergemeinschaftung des Personals′ zu. Des Weiteren möchte ich mögliche Gründe für die Teilnahme der ArbeitnehmerInnen am betrieblich organisierten Sport aufzeigen. Dies beinhaltet die Frage, welche ihm eigenen Möglichkeiten, die im öffentlichen Sport nicht vorhanden sind, der Betriebssport bietet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Betriebliche Sozialpolitik als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik

2.1 Organisation aus politischer Perspektive

2.2 Betriebliche Personalpolitik

2.3 Betriebliche Sozialpolitik

2.3.1 Begriffsbestimmung

2.3.2 Wurzeln der betrieblichen Sozialpolitik: ein Überblick über die historische Entwicklung

2.3.3 Betriebliche Sozial- bzw. Zusatzleistungen

3 Betriebssport

3.1 Vom Sport zum Betriebssport

3.2 Geschichtliche Entwicklung des Betriebssports

3.3 Gegenwärtige Situation des Betriebssports

3.3.1 Erscheinungsformen

3.3.2 Organisationsgrad und Umfang

3.3.3 Ausgewählte Beispiele für betriebssportliche Angebote

3.4 Funktionen des Betriebssports

4 Positionen ausgewählter Interessengruppen zum Betriebssport

4.1 Gewerkschaften

4.2 ArbeitnehmerInnen

4.3 ArbeitgeberInnen-Verbände

4.4 Deutscher Sportbund

4.5 Unternehmensleitungen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Betriebssport als Bestandteil der betrieblichen Sozialpolitik unter einer interessenpluralistischen Perspektive. Das primäre Ziel ist es, die Verflechtung sportlich-gesundheitlicher sowie betrieblicher Interessen aufzuzeigen und zu analysieren, ob der Sport als Instrument der Vergemeinschaftung und Kontrolle eingesetzt wird.

  • Historische Entwicklung der betrieblichen Sozialpolitik und des Betriebssports
  • Analyse der verschiedenen Erscheinungsformen und Organisationsstrukturen des Betriebssports
  • Untersuchung der Positionen und Interessen verschiedener Akteure (Gewerkschaften, Unternehmensleitungen, Sportverbände)
  • Diskussion über Funktionen des Betriebssports (Gesundheitsförderung, Mitarbeiterbindung, Leistungssteigerung)
  • Kritische Reflexion über das Spannungsfeld zwischen Freizeitbedürfnissen und unternehmerischer Verwertung

Auszug aus dem Buch

2.1 Organisation aus politischer Perspektive

Grundsätzlich geht eine politikorientierte Sichtweise auf Organisationen davon aus, dass diese kontextabhängig sind. Dieser Kontext wird zum einen durch Individuen und zum anderen durch die Gesamtgesellschaft gebildet. Politikorientierte Ansätze begreifen eine Organisation als „‘Arena’ interessegeleiteter Interventionen, Aushandlungen, Konflikte mit jeweils nur temporären Problemlösungen.“ Die Strukturen und Regeln innerhalb einer Organisation werden nicht als gegeben und starr angesehen, sondern als „Ressourcen, Bedingungen und Objekte von politischen Prozessen“.

Entscheidend ist hierbei der Hinweis darauf, dass "jede geschichtliche Epoche ihr eigenes Politikverständnis selbst produziert" und die daraus notwendig folgende Frage ist die nach der politischen Konzeption der jeweils zu untersuchenden historischen Epoche. Türk betont die Bedeutung der Abhängigkeit der Organisation von ihrem jeweils relevanten historischen Bezugsrahmen. Ein politikorientierter Ansatz beinhalte "keine ahistorische, gesellschaftsindifferente Konzeption von Organisation". Stattdessen würden die von der jeweiligen Zeit abhängigen "typischen Konflikt- und Problemlagen" beschrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Einordnung des Betriebssports als bisher wenig beachteter Teil der betrieblichen Sozialpolitik.

2 Betriebliche Sozialpolitik als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik: Theoretische Herleitung betrieblicher Sozialpolitik als Aushandlungsprozess in einem politischen System und Überblick über deren historische Entwicklung.

3 Betriebssport: Analyse der Erscheinungsformen, Organisationsstrukturen sowie der geschichtlichen Entwicklung des Sports im betrieblichen Kontext.

4 Positionen ausgewählter Interessengruppen zum Betriebssport: Detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Standpunkte von Gewerkschaften, Arbeitnehmern, Arbeitgeberverbänden, dem Deutschen Sportbund und Unternehmensleitungen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Zielsetzungen und Funktionen des Betriebssports und kritische Schlussfolgerung bezüglich dessen Einbindung in die Personalpolitik.

Schlüsselwörter

Betriebssport, betriebliche Sozialpolitik, Personalpolitik, Vergemeinschaftung, Leistungsfähigkeit, Interessenpluralismus, Arbeitswelt, Gesundheit, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Betriebsgemeinschaft, Sport, Organisation, Kontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Interessen und Motive Unternehmen und verschiedene Akteure mit der Förderung von Betriebssport verbinden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die historische Einbettung des Betriebssports, seine verschiedenen Organisationsformen, die Interessen der Beteiligten sowie die funktionalen Zuschreibungen durch die Unternehmensleitungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuklären, ob Betriebssport tatsächlich zur Humanisierung der Arbeitswelt beiträgt oder primär als Mittel der Mitarbeiterkontrolle und Leistungssteigerung fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interessenpluralistische Analyse, um Organisationen als mikropolitische Systeme zu betrachten, in denen verschiedene Akteure ihre Ziele verfolgen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung betrieblicher Sozialpolitik, die deskriptive Darstellung des Betriebssports und eine detaillierte Analyse der Interessengruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Betriebssport, Sozialpolitik, Personalführung, Vergemeinschaftung, Unternehmenskultur und Interessenpluralismus beschreiben.

Wie unterscheidet sich die "direkte Kontrolle" von der "verantwortlichen Autonomie"?

Bei der direkten Kontrolle werden Handlungsspielräume durch Überwachung minimiert, während bei der verantwortlichen Autonomie den Mitarbeitern Eigenverantwortung zugestanden wird, um sie stärker an das Unternehmen zu binden.

Warum wird der Betriebssport im Kontext von "Vergemeinschaftung" diskutiert?

Der Betriebssport wird als Strategie verstanden, eine "Betriebsgemeinschaft" zu erzeugen, um den Arbeitsfrieden zu sichern und Mitarbeiter emotional an das Unternehmen zu binden.

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Résumé des informations

Titre
Betriebssport als betriebliche Sozialleistung: Eine interessenpluralistische Analyse
Université
Free University of Berlin  (Personalwesen)
Note
2,3
Auteur
Simone Pefferkofen (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
79
N° de catalogue
V6801
ISBN (ebook)
9783638142939
ISBN (Livre)
9783638713108
Langue
allemand
mots-clé
Betriebssport Sozialleistung Eine Analyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Simone Pefferkofen (Auteur), 2000, Betriebssport als betriebliche Sozialleistung: Eine interessenpluralistische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6801
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Extrait de  79  pages
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