1. Einleitung
Die schon im Arbeitstitel erwähnte Popularität sowie die globale Verbreitung von Pfingstkirchen 1 , soll innerhalb dieser Arbeit, regional auf Afrika begrenzt, untersucht und deren Gründe dafür aufgezeigt werden. Im Vorfeld der Auseinandersetzung mit den Gründen der Popularität und raschen regionalen Verbreitung, soll versucht werden, den historischen Entstehungsprozeß von Pfingstgemeinden, von den ersten Pfingstbewegungen in Nordamerika ausgehend, bis zur Verbreitung in Afrika, kurz zu skizzieren. Desweiteren soll auf die Theologie und Praxis der Pfingstkirchen eingegangen werden, ohne den Versuch zu unternehmen, jede der vielen und verschiedenen Denominationen zu beschreiben. Dabei will ich versuchen eine theologische Grundstruktur zu erstellen. Bei der Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation der Gemeinden, sollen auch neue Mittel der Missionierung und Werbung, welche direkt in Verbindung mit der Nutzung neuer Medien stehen, aufgezeigt werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung und Geschichte der Pfingstbewegung
2.1. Die Geschichte der Pfingstbewegungen in Afrika
3. Gründe für die Popularität von Pfingstbewegungen
3.1. Praxis der Pfingstgemeinden
3.2. Die Nutzung neuer Medien
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die hohe Popularität und die rasche regionale Verbreitung pfingstlicher sowie charismatischer Kirchen in Afrika. Dabei wird der historische Entstehungsprozess nachgezeichnet und analysiert, wie diese Gemeinschaften durch soziale Identitätsstiftung, Heilungsversprechen und die innovative Nutzung moderner Medien auf gesellschaftliche Krisen reagieren und wachsen.
- Historische Entwicklung der Pfingstbewegung von Nordamerika bis Afrika
- Soziale und kulturelle Faktoren für das Gemeindewachstum
- Die Bedeutung von Heilung und spiritueller Befreiung (Deliverance)
- Strategische Nutzung von Massenmedien zur Missionierung und Imagebildung
- Die Rolle der Kirchen als identitätsstiftende Gemeinschaft in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Instabilität
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Nutzung neuer Medien
Mit dem Aufkommen moderner Massenmedien und deren Träger- und Abspielgeräte, haben sich auch Pfingstkirchen diesem Trend angenommen und nutzen die audiovisuellen Medien zur Kommunikation und Werbung neuer Mitglieder. Durch diesen Trend ist ein geistlicher Markt entstanden, auf dem jede religiöse Gruppierung, wenn sie dies finanzieren kann, ihre Waren, Güter und Dienstleistungen verkaufen kann. Grundvoraussetzung dafür ist eine freie Medienlandschaft, freies Unternehmertum und der freie Wettbewerb (Ukah, 2002: 148).
Bei den Medien handelt es sich um Filme auf DVD und Video, Radio- und Fernsehsendungen, Bilder, Texte und das Internet. Obwohl die moderne Technologie mit dem traditionellen Priestertum nicht mehr viel gemein hat, verstehen es die Produzenten und Auftraggeber durch verschiedene Stilrichtungen und Genres ein verschieden interessiertes Publikum zu erreichen, ohne daß sich diese in einer Kirche oder Gemeinde zusammenfinden (vgl. Meyer, 2006).
Durch das Stattfinden von Massenzeremonien oder auch deren Übertragung im Fernsehen und Radio, sowie durch die Heilungserfolge der charismatischen Pastoren, wurden selbige zu gefeierten Medienstars. Sie sind neben der eigentlichen Kirche die Hauptverdiener an den Gläubigen. Sie spiegeln das Wohlstandsideal wieder, nachdem sich ihre Anhänger sehnen. Durch die Präsenz materieller Werte und Symbole, wird ihnen gezeigt, daß auch sie es allein durch den Glauben zu Wohlstand und Reichtum, als weiteres Zeichen Gottes, bringen können. Der christliche Glaube im charismatisch-pfingstlerischen Kontext ist durch den gesellschaftlichen Wunsch nach materiellen Realitäten automatisch mit Reichtum, Wohlstand und Gesundheit gleichgesetzt worden (Gerloff, 2005: 541).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel umreißt das Ziel der Arbeit, die Gründe für die Popularität afrikanischer Pfingstkirchen zu untersuchen und deren historische Entstehung sowie heutige Missionierungspraktiken zu skizzieren.
2. Entstehung und Geschichte der Pfingstbewegung: Hier wird der Ursprung der Bewegung in nordamerikanischen Heilungsbewegungen des 19. Jahrhunderts und deren Ausbreitung bis nach Afrika dargelegt.
2.1. Die Geschichte der Pfingstbewegungen in Afrika: Dieser Unterpunkt analysiert die drei Wellen der Verbreitung pfingstlerischen Glaubens in Afrika, von den frühen unabhängigen Kirchen bis hin zu zeitgenössischen neo-charismatischen Strömungen.
3. Gründe für die Popularität von Pfingstbewegungen: Das Kapitel beleuchtet soziologische Faktoren wie das Bedürfnis nach Sicherheit, Identitätsstiftung und Gemeinschaft in instabilen gesellschaftlichen Kontexten.
3.1. Praxis der Pfingstgemeinden: Hier werden die Schwerpunkte auf biblische Unfehlbarkeit, Heilung von Krankheiten und die Befreiung von als dämonisch wahrgenommenen Mächten (Deliverance) fokussiert.
3.2. Die Nutzung neuer Medien: Dieses Kapitel thematisiert, wie durch moderne Medientechnologien ein „geistlicher Markt“ entsteht und charismatische Pastoren als Medienstars Wohlstandsideale vermitteln.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Popularität primär durch die Verbindung von Gemeinschaftsgefühl und die Erfüllung existentieller Bedürfnisse sowie durch eine mediale Anpassung an moderne Lebenswelten entsteht.
Schlüsselwörter
Pfingstbewegung, Afrika, Charismatik, Neo-Charismatisch, Missionierung, Heilung, Globalisierung, Massenmedien, Identität, Deliverance, Wohlstandsideal, Christentum, African Independent Churches, Gemeinschaft, Diaspora.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Gründe für den außergewöhnlichen Erfolg und das Wachstum pfingstlicher und charismatischer Kirchen auf dem afrikanischen Kontinent.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Untersuchung umfasst die historische Herkunft der Pfingstbewegung, ihre soziopolitische Relevanz in Afrika und die moderne Praxis inklusive der medialen Strategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, warum diese spezifischen christlichen Strömungen in Afrika eine derartige Popularität erreichen konnten und welche Faktoren (sozial, religiös, medial) diesen Aufstieg begünstigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine historische und soziologische Analyse, um die Entstehungsprozesse und die gegenwärtige Praxis der Gemeinden im Kontext afrikanischer Lebenswirklichkeiten zu deuten.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der drei „Wellen“ der Verbreitung sowie die Analyse der Erfolgsfaktoren, wie etwa die Bedeutung von Heilungszeremonien und der Nutzung moderner Medien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind: Pfingstbewegung, Charismatik, Heilung, Mediennutzung, Identität, afrikanisches Christentum und soziale Sicherheit.
Was versteht man in diesem Kontext unter „Deliverance“?
Deliverance ist der Befreiungsgedanke in der Pfingstbewegung, der über die spirituelle Befreiung hinaus auch die Lösung von persönlichen, körperlichen oder sozialen Problemen durch Gebet und ekstatische Erfahrung anstrebt.
Welche Rolle spielen neue Medien für die Pfingstkirchen?
Die Kirchen nutzen moderne audiovisuelle Medien wie Fernsehen, Radio und das Internet, um ihre Botschaft zu verbreiten, ihre Pastoren als Medienstars zu etablieren und den Gläubigen Wohlstand als Zeichen Gottes zu demonstrieren.
Warum ist das Gemeinschaftsgefühl der entscheidende Faktor?
In Zeiten von Migration, Armut und Korruption bietet die Kirchengemeinschaft ein stabiles soziales Dach, das über ethnische und nationale Grenzen hinweg Identität stiftet und Sicherheit in einer als chaotisch empfundenen modernen Welt verspricht.
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- Thorsten Doß (Author), 2007, Pfingstkirchen in Afrika - über Geschichte und die Gründe ihrer Popularität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68082