Robert Dahls Konzept von Demokratisierung


Essay, 2006

3 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Robert Dahls Konzept von Demokratisierung

Dieser Essay fasst Robert Dahls Konzept von Demokratisierung, wie er es im ersten Kapitel von “Polyarchie – Participation and Opposition“[1] sowie im 15. Kapitel von “Democracy and its Critics“[2] beschrieben hat, zusammen und analy­siert sein Konzept von Demokratisierung.

Als das wichtigste Charakteristikum einer idealen Demokratie fordert Dahl von der Regierung, sich auf verändernde Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung einstellen zu können, also ständig ein hohes Ausmaß an Überein­stimmung zwi­schen den Interessen der Wähler und der Gewählten zu gewähr­leisten. Damit ein solches System langfristig bestehen kann, müssen jedem einzelnen Bürger drei Grundrechte zugesichert werden. Diese sind die Möglich­keit, Präferenzen zu artikulieren, die Gelegenheit, durch individuelle oder kol­lektive Maßnahmen diesen Präferenzen Ausdruck zu verleihen sowie die objek­tive Gleichgewichtung dieser Präferenzen durch die Regierung.

Aus diesen lassen sich acht Bedingungen, gleichsam prozedurale Elemente wie z.B. Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit oder allgemeines Wahlrecht, ab­leiten. Sie können als Klassifikationsmerkmale für Demokratien, als theoreti­scher Gradmesser in Form einer Skala dienen.

Diese acht Bedingungen oder auch Garantien oder Rechte können zwei Dimen­sionen von Demokratisierung zugeordnet werden, freier oder öffentlicher Wett­bewerb zwischen Regierung und Opposition sowie Beteiligung der Bevölkerung am politischen Leben. Die verschiedenen Arten von Systemen, die sich daraus ergeben, sind a) geschlossene Hegemonien die weder einer breiten Mehrheit das Recht zur Teilnahme am politischen Prozess ermöglichen noch sich einer gewissen Konkurrenz zu erwehren brauchen, b) offene Hegemonien, die zumin­dest einer breiten Zivilgesellschaft gegenüberstehen, aber einen politischen Wettbewerb verhindern, c) konkurrierende Oligarchien, in denen sich kleine elitäre Minderheiten um die Macht streiten, die breite Masse des Volkes aber davon ausgeschlossen bleibt, sowie d) Polyarchien, in denen alle Rechte ver­wirklicht sind und jeder sie wahrnehmen kann. Je nachdem wie viele und wel­che Bedingungen in einem Staat gewährleistet sind lässt sich seine Position zwischen diesen vier Polen bestimmen und auf einem Koordinatensystem ab­tragen.

[...]


[1] Robert Dahl, Polyarchy – Participation and Opposition, New Haven and London, Yale University Press 1971

[2] Ders., Democracy and its Critics, New Haven and London, Yale University Press 1989

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Robert Dahls Konzept von Demokratisierung
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Defekte Demokratien
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
3
Katalognummer
V68090
ISBN (eBook)
9783638608756
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieser Essay fasst Robert Dahls Konzept von Demokratisierung, wie er es im ersten Kapitel von 'Polyarchie - Participation and Opposition' sowie im 15. Kapitel von 'Democracy and its Critics' beschrieben hat, zusammen und analy¬siert sein Konzept von Demokratisierung.
Schlagworte
Robert, Dahls, Konzept, Demokratisierung, Defekte, Demokratien
Arbeit zitieren
Kevin Francke (Autor), 2006, Robert Dahls Konzept von Demokratisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68090

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