Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Miscellaneous

Über die Bestimmung des Gelehrten

Title: Über die Bestimmung des Gelehrten

Presentation (Elaboration) , 2003 , 5 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kevin Francke (Author)

Philosophy - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Ich habe heute über die Bestimmung des Gelehrten zu reden.“ Mit diesen Worten begrüßt Fichte seine Zuhörer in seiner Vierten Vorlesung „Ueber die Bestimmung des Gelehrten“.
Auf die Bestimmung des Gelehrten in der Gesellschaft läuft seine gesamte Vorlesungsreihe hinaus. Gleich zu Beginn der Ersten Vorlesung nennt er seine Absicht: „Ich möchte beantworten, oder vielmehr, ich möchte Sie, meine Herren, veranlassen, sich zu beantworten folgende Frage: Welches ist die Bestimmung des Gelehrten? Welches sein Verhältnis zu der gesamten Menschheit sowohl, als zu den einzelnen Ständen in derselben? Durch welche Mittel kann er seine erhabene Bestimmung am sichersten erreichen?“
Das soll das Ziel sein, das Ergebnis seiner Untersuchung nach der Vierten Vorlesung. Anhand dieser Vorlesung möchte ich Schritt für Schritt entwickeln, wie Fichte den Gelehrten und dessen Bestimmung in der Gesellschaft sieht.
Zu Beginn stellt Fichte die Schwierigkeit, gegenüber den anderen Ständen bescheiden zu bleiben, dar. Ziel eines jeden Standes sei, nach der Erfüllung seiner Aufgabe zu streben. Für den Gelehrten scheint die Erreichung seines Ziels unmöglich, höchstens nähere er sich diesem Ziel an.
Im nächsten Teil stellt Fichte die in der Vorlesungsreihe erarbeiteten Resultate dar.
„Im Menschen sind mancherlei Triebe und Anlagen, und es ist die Bestimmung jedes Einzelnen, alle seine Anlagen, so weit er nur irgend kann, auszubilden. Unter andern ist in ihm der Trieb zur Gesellschaft; diese bietet ihm eine neue, besondere Bildung dar, - die für die Gesellschaft - und eine ungemeine Leichtigkeit der Bildung überhaupt. Es ist dem Menschen darüber nichts vorgeschrieben - ob er alle seine Anlagen insgesamt unmittelbar an der Natur, oder ob er sie mittelbar durch die Gesellschaft ausbilden wolle. Das erstere ist schwer, und bringt die Gesellschaft nicht weiter; daher erwählt mit Recht jedes Individuum in der Gesellschaft sich seinen bestimmten Zweig von der allgemeinen Ausbildung, überlässt die übrigen den Mitgliedern der Gesellschaft und erwartet, dass sie an dem Vorteil ihrer Bildung ihn werden Antheil nehmen lassen, so wie er an der seinigen sie Antheil nehmen lässt; und das ist der Ursprung und der Rechtsgrund der Verschiedenheit der Stände in der Gesellschaft.“ Diesen Absatz hält Fichte für wichtig, um noch einmal aufzuzeigen, was die Bestimmung des einzelnen Individuums in der Gesellschaft ist. Im folgenden entwickelt Fichte nun die Bestimmung des Gelehrten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ursprung und Rechtsgrund der Verschiedenheit der Stände

3. Die Bestimmung des Gelehrten als Erkenntnis der menschlichen Bedürfnisse

4. Der Gelehrte als Lehrer und Erzieher der Menschheit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die von Johann Gottlieb Fichte in seinen Vorlesungen definierte Bestimmung des Gelehrten und dessen spezifische Rolle innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Verhältnis des Gelehrten zur Menschheit sowie mit den Mitteln, durch die er seine erhabene Bestimmung am sichersten erreichen kann.

  • Die systematische Herleitung der verschiedenen Stände in der Gesellschaft.
  • Die wissenschaftstheoretische Unterteilung der Erkenntnisarten (philosophisch bis historisch).
  • Die Doppelfunktion des Gelehrten als Wissensvermittler und moralisches Vorbild.
  • Die notwendige Korrelation zwischen individueller Entwicklung und gesellschaftlichem Fortschritt.

Auszug aus dem Buch

Über die Bestimmung des Gelehrten

„Im Menschen sind mancherlei Triebe und Anlagen, und es ist die Bestimmung jedes Einzelnen, alle seine Anlagen, so weit er nur irgend kann, auszubilden. Unter andern ist in ihm der Trieb zur Gesellschaft; diese bietet ihm eine neue, besondere Bildung dar, – die für die Gesellschaft – und eine ungemeine Leichtigkeit der Bildung überhaupt. Es ist dem Menschen darüber nichts vorgeschrieben – ob er alle seine Anlagen insgesamt unmittelbar an der Natur, oder ob er sie mittelbar durch die Gesellschaft ausbilden wolle. Das erstere ist schwer, und bringt die Gesellschaft nicht weiter; daher erwählt mit Recht jedes Individuum in der Gesellschaft sich seinen bestimmten Zweig von der allgemeinen Ausbildung, überlässt die übrigen den Mitgliedern der Gesellschaft und erwartet, dass sie an dem Vorteil ihrer Bildung ihn werden Antheil nehmen lassen, so wie er an der seinigen sie Antheil nehmen lässt; und das ist der Ursprung und der Rechtsgrund der Verschiedenheit der Stände in der Gesellschaft.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Bestimmung des Gelehrten vor und erläutert das Ziel der Untersuchung, Fichtes Ansatz in der vierten Vorlesung schrittweise zu entwickeln.

2. Der Ursprung und Rechtsgrund der Verschiedenheit der Stände: Dieser Abschnitt analysiert Fichtes Theorie über die menschlichen Triebe und erklärt die Notwendigkeit der Arbeitsteilung sowie der Entstehung unterschiedlicher Stände für die gesellschaftliche Entwicklung.

3. Die Bestimmung des Gelehrten als Erkenntnis der menschlichen Bedürfnisse: Hier wird dargelegt, wie der Gelehrte durch drei Arten der Erkenntnis – philosophisch, philosophisch-historisch und historisch – die Anlagen und Bedürfnisse der Menschen identifizieren und zur Befriedigung führen soll.

4. Der Gelehrte als Lehrer und Erzieher der Menschheit: Das abschließende Kapitel beschreibt die Rolle des Gelehrten als moralisches Vorbild, der durch Wissensvermittlung und sittliches Handeln die Gesellschaft voranbringen soll.

Schlüsselwörter

Johann Gottlieb Fichte, Bestimmung des Gelehrten, Gesellschaft, Menschenbildung, Erkenntnis, Anlage, Bedürfnis, Stände, Lehrer, Erzieher, Vorbild, Sittlichkeit, Wissenschaft, Fortschritt, Menschheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert philosophisch Fichtes Vorlesungsreihe über die Bestimmung des Gelehrten und dessen Funktion im gesellschaftlichen Gefüge.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, der wissenschaftlichen Methodik der Erkenntnis und der ethischen Verantwortung des Gelehrten als Erzieher.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Status und die Pflichten des Gelehrten innerhalb der Menschheit anhand von Fichtes theoretischen Ausführungen präzise herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf der exakten Interpretation von Fichtes Primärquelle basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Herleitung der Stände, den spezifischen Erkenntnisformen des Gelehrten und seiner moralischen Vorbildfunktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Erkenntnis, Sittlichkeit, gesellschaftliche Bestimmung und den Bildungsauftrag des Gelehrten definieren.

Warum benötigt der Gelehrte laut Fichte das Zutrauen der Gesellschaft?

Ohne dieses Vertrauen könnte die Gesellschaft nicht bestehen, da der Gelehrte als Lehrer die Richtung vorgibt, in der wahre Erkenntnis zu finden ist.

Welche drei Arten der Erkenntnis sind für den Gelehrten notwendig?

Fichte unterscheidet zwischen philosophischer Erkenntnis (Vernunft), philosophisch-historischer Erkenntnis (Erfahrung und Deutung) sowie der historisch-faktischen Erkenntnis.

Excerpt out of 5 pages  - scroll top

Details

Title
Über die Bestimmung des Gelehrten
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Philosophie)
Course
Fichte: Über die Bestimmung des Menschen und des Gelehrten
Grade
2,0
Author
Kevin Francke (Author)
Publication Year
2003
Pages
5
Catalog Number
V68096
ISBN (eBook)
9783638608800
Language
German
Tags
Bestimmung Gelehrten Fichte Bestimmung Menschen Gelehrten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Francke (Author), 2003, Über die Bestimmung des Gelehrten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68096
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  5  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint