In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen, die Entwicklung des bäuerlich-indigenen Widerstandes im zentralamerikanischen Staat Mexiko von den Anfängen bis hin zur aktuellen Situation der Widerstandsbewegung der Organisation EZLN, der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung1, aufzuzeigen. Dabei werde ich auf verschiedene für das Verständnis wichtige Aspekte eingehen.
Im ersten Kapitel werde ich auf die mexikanische Revolution näher eingehen, den Begriff der Indígenas im historischen Kontext erläutern und aufzeigen, inwiefern diese ′Ur-Einwohner′ bis heute unter der Diskriminierung der Reichen und Weißen leiden.
Im zweiten Kapitel werde ich mich dem mexikanischen Staat widmen und ihn auf seine politischen Ausrichtungen im 20. Jahrhundert hin untersuchen. Des weiteren wird die Entwicklung der mexikanischen Gesellschaft und Wirtschaft in den Mittelpunkt gestellt und Verbindungen mit dem immer stärker werdenden Aufkommen der Widerstandsbewegungen aufgezeigt.
Im dritten Kapitel dreht sich die Analyse um die Entwicklung der EZLN2, die ihren vorläufigen Höhepunkt im Aufstand von Chiapas 1994 finden sollte.
Das vierte Kapitel behandelt die soziale Bewegung im heutigen Mexiko, wobei ich auf die Strukturen der EZLN eingehen und dabei die Ideologie der Organisation und deren Guerillakampf darstellen werde.
Im fünften Kapitel werde ich das aktuelle Mexiko hinsichtlich der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beleuchten.
Im letzten Kapitel werde ich einen kurzen Kommentar zur EZLN halten und die heutige Organisation der EZLN auf der Grundlage des Demokratiebegriffs hin untersuchen und zeigen, inwiefern diese sich selbst als »basisdemokratisch« (Vgl. 4) ansehende Formation demokratische Strukturen aufweist oder nicht.
Bei der Arbeit stütze ich mich vorwiegend auf die Bücher von Luz Kerkeling und John Ross.3
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Der Ursprung des zapatistischen Gedankens
2 Das politisch dominierte und wirtschaftlich orientierte Mexiko
2.1 Der politische Staat
2.2 Die Zeit der Gegensätze
3 El Ejército Zapatista de Liberación Nacional
3.1 Von der radikalen Befreiungsarmee zur neuen Guerilla EZLN
3.2 Die Rolle der Frau
3.3 Der Aufstand in Chiapas
3.3.1 Hintergründe
3.3.2 Folgen
4 Die soziale Bewegung heute
4.1 Die Struktur der EZLN
4.1.1 »Mandar obdeciendo«
4.1.2 Die Ideologie der Zapatisten
4.1.3 Die Organisation
4.1.4 Subcomandante Marcos
4.2 Der postmoderne Guerillakampf
4.3 Mobilisierung von Oppositionsbündnissen
5 Aktuelle Protestbewegungen in Mexiko
5.1 Die mexikanischen Wahlen 2006
5.2 Staatliche Repressionen
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des bäuerlich-indigenen Widerstands in Mexiko, ausgehend von historischen Wurzeln hin zum modernen Guerillakampf der EZLN, um die Organisationsstruktur der Bewegung kritisch auf ihre demokratische Basis hin zu hinterfragen.
- Historische Ursprünge des zapatistischen Denkens und die mexikanische Revolution
- Politische und sozioökonomische Rahmenbedingungen im 20. Jahrhundert
- Struktur, Ideologie und Organisationsformen der EZLN sowie die Rolle von Subcomandante Marcos
- Rolle der Frauen innerhalb der Bewegung
- Aktuelle Protestbewegungen, politische Wahlen und staatliche Repressionen
Auszug aus dem Buch
3.1 Von der radikalen Befreiungsarmee zur neuen Guerilla EZLN
Die EZLN als Gruppierung gründete sich zum 17. November des Jahres 1983, doch die Wurzeln dieser radikalen politischen Strömung reichen (vereinzelt) bis in das Jahr 1968 zurück, in dem die Studentenbewegung durch eine gewaltige von staatlicher Seite organisierten Repression brutal zerschlagen wurde, wobei mehrere tausend Demonstranten, zumeist Studenten, an einem einzigen Tag ums Leben kamen.
Die Indigena- und Campesino-Organisationen der 70er und 80er Jahre stellen weitere wichtige Eckpfeiler für die Entstehung der zapatistische Befreiungsarmee der jüngeren Vergangenheit dar. Innerhalb weniger Jahre verdoppelte sich die Anzahl »der von bäuerlichen Bewegungen artikulierten sozialen Konflikte« Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Deren Forderungen konzentrierten sich zu 60 Prozent auf den Zugang zu Land und zu 20 Prozent auf die Repressionsproblematik. Diesen Forderungen gegen die staatliche Gewalt wurden vor allem im von staatlicher Gewalt unterdrückten und allgemein sehr armen Süden Mexikos, in Oaxaca, Hidalgo und Chiapas mit sozialen Bewegungen Ausdruck verliehen.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands und der methodischen Vorgehensweise zur Analyse der zapatistischen Bewegung.
1 Der Ursprung des zapatistischen Gedankens: Erläuterung der historischen Kontexte, insbesondere der mexikanischen Revolution und der Marginalisierung der indigenen Bevölkerung.
2 Das politisch dominierte und wirtschaftlich orientierte Mexiko: Analyse des mexikanischen Einparteiensystems und der wirtschaftlichen Krisen, die die Entstehung sozialer Bewegungen begünstigten.
3 El Ejército Zapatista de Liberación Nacional: Darstellung der Genese der EZLN, der Rolle der Frauen und der Hintergründe sowie Folgen des Aufstands in Chiapas.
4 Die soziale Bewegung heute: Untersuchung der internen Strukturen, der Ideologie, der Rolle von Marcos sowie des modernen Medienkampfes der EZLN.
5 Aktuelle Protestbewegungen in Mexiko: Beleuchtung der politischen Situation um die Wahlen 2006 und der zunehmenden staatlichen Repressionen.
6 Schlussbetrachtung: Kritische Reflexion der EZLN als demokratisches Gebilde im Vergleich zu staatlichen Institutionen.
Schlüsselwörter
EZLN, Zapatisten, Mexiko, Chiapas, indigene Bevölkerung, Widerstand, Subcomandante Marcos, Demokratie, soziale Bewegung, Campesinos, Guerilla, politische Repression, Landreform, Autonomie, zapatistischer Gedanke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der zapatistischen Bewegung EZLN in Mexiko von ihren historischen Anfängen bis hin zur gegenwärtigen Situation im 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Geschichte des bäuerlich-indigenen Widerstands, die sozioökonomischen Bedingungen in Mexiko, die Organisationsstruktur der EZLN und deren Kampf um Demokratie und Landrechte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Entwicklung der EZLN darzustellen und kritisch zu prüfen, inwieweit deren interne Strukturen tatsächlich als "basisdemokratisch" im Sinne der Zapatisten bezeichnet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf Fachliteratur (u.a. von Luz Kerkeling und John Ross) sowie zeitgenössische Quellen aus dem Internet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entwicklung Mexikos, die Entstehung der EZLN, die Rolle der Frauen innerhalb der Bewegung und eine Analyse der internen Organisationsinstanzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind EZLN, Zapatismus, Chiapas, soziale Bewegungen, indigene Rechte, basisdemokratische Strukturen und staatliche Repression.
Welche Rolle spielt Subcomandante Marcos in dieser Analyse?
Marcos wird als Aushängeschild und "Spiegelbild" der EZLN beschrieben, wobei der Autor verdeutlicht, dass er nicht als absoluter Anführer, sondern als Sprecher innerhalb der Bewegung zu verstehen ist.
Wie bewertet der Autor die demokratische Struktur der EZLN?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die EZLN zwar ein "demokratisches Grundgerüst" besitzt, jedoch bei genauerer Betrachtung der Gewaltenteilung und der tatsächlichen Teilhabe aller Gemeindemitglieder Inkonsistenzen aufweist.
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- Rico Moyon (Author), 2006, Ejército Zapatista de Liberación Nacional - Eine Darstellung von der Entwicklung des bäuerlich-indigenen Widerstandes hin zum postmodernen Guerillakampf des 21. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68118