Christentum und römische Staatsmacht in den ersten zwei Jahrhunderten - Von der Regierungszeit Neros bis zur Regierungszeit Hadrians -


Hausarbeit, 2001

14 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religion im Römischen Reich
2.1. Römisches Religionsverständnis
2.2. Römische Religionspolitik

3. Ursachen für den Widerstand gegen das Christentum

4. Auseinandersetzung zwischen Christentum und römischer Staatsmacht in vorkonstantinischer Zeit
4.1. Der Brand Roms unter Nero
4.2. Verfolgungen unter Domitian
4.3. Christenprozess unter Trajan
4.4. Das Reskript Hadrians

5. Zusammenfassung

6. Literatur

1. Einleitung

Die Etablierung der Christen innerhalb des römischen Staates war langwierig und schwierig. Besonders in den ersten zwei Jahrhunderten hatte man sich mit dem Unmut und der Ablehnung innerhalb der Bevölkerung auseinander zusetzen. Aufgrund dieses Faktes begann auf der Seite der Staatsgewalt eine immer intensivere Auseinandersetzung mit dem Problem und man wurde auf die vermeintlich staatsgefährdenden Eigenschaften der Religion und ihrer Anhänger aufmerksam.

Innerhalb dieser Hausarbeit sollen Ursachen für die Verfolgung der Christen und die negative Stellung dieser Personen in der römischen Gesellschaft des ersten und zweiten Jahrhunderts dargelegt werden.

Des weiteren werden die Reaktionen der Kaiser Nero, Domitian, Trajan und Hadrian, aufgezeigt. Ich stütze mich dabei auf Schriften zeitgenössischer Autoren, wie Tacitus, Plinius, Sueton und Eusebius.

Von Vorteil bei der Bearbeitung dieses Themas ist, dass sich die Religionsgeschichte zu einer weitgehenden eigenständigen Disziplin entwickelte und dass in den letzten Jahren, innerhalb der Beschäftigung mit der römischen Kaiserzeit, das Christentum wieder näher in das Zentrum historischer Forschung rückte.[1]

Bei der Betrachtung der Quellenlage, muss leider festgestellt werden, dass die meisten Quellen über die Christenverfolgung aus dem Schriftgut christlicher Autoren stammen und somit eine Beurteilung des Verhaltens der Obersten des römischen Reiches oftmals schwer zu bewerkstelligen ist.

Dennoch soll innerhalb dieser Hausarbeit eine objektive Auseinandersetzung mit den Anliegen und Handlungsweisen dieser vier Kaiser stattfinden.

2.Religion im Römischen Reich

2.1. Römisches Religionsverständnis

Das Bild der römischen Religion, wie es sich zum Zeitpunkt der Entstehung des Christentums und der Verfolgung deren Anhänger darstellte, wurde maßgebend von dem römischen Kaiser Augustus (31 v.Chr. bis 23 v. Chr. Konsul) beeinflusst.[2] Die römische Kultur konnte sich weitestgehend überall durchsetzen, da die lokalen Götter, der verschiedenen eroberten Regionen, mit den römischen Göttern identifiziert wurden. Durch Augustus wurde der Herrscherkult in der römischen Religion eingeführt und erhielt einen bedeutenden Platz in der offiziellen Religion. Nachdem der Kaiser gestorben war, wurde er vom Senat für göttlich erklärt (14 n. Chr.).[3]

Dies galt natürlich ebenfalls für die nachfolgenden Kaiser und seit Kaiser Trajan (98 n.Chr. bis 117 n. Chr.) werden die Kaiser als die Person dargestellt, welche vom römischen Hauptgott Jupiter erwählt wurden, um die Welt zu regieren. Das Bedeutende an diesem Sachverhalt war, dass er als Akt der Loyalitätsbekundung gegenüber Rom galt. Der Kaiserkult erstreckte sich nicht ausschließlich auf römische Bürger, sondern war für alle Bewohner des imperium romanum geltend.[4] Göttliche Kraft sollte gesichert werden durch den Vollzug von festgelegten Kultriten. Jene galten den Göttern, nicht dem Kaiser selbst. Dieser sollte dadurch die notwendigen Fähigkeiten erhalten, um den Wohlstand und den Fortschritt des Reiches zu sichern. Somit verstand man unter „Gottlosigkeit“, dass man an den Kultriten nicht teilnahm.

Ein weiteres Merkmal der römischen Religion ist die bedingungslose Diesseitigkeit. Es war kein Gegensatz zwischen Staat und Religion, Magistratur und Priesteramt vorhanden. Die Aufgabe von Priestern und Magistraten, welche aus der gleichen Schicht der Aristokratie stammten, war die Erhaltung des Gemeinwesens in seiner politischen und sozialen Struktur. Dies geschah mit der Hilfe der Kultriten, welche von Staat und Familie täglich verlangt wurden. Die Rolle der Priester bestand nicht darin geistigen Rat zu erteilen, sondern für den jeweiligen Anlass einen brauchbaren Ritus zu erläutern, um sich somit das Wohlwollen der Götter zu sichern. Die Priester waren auf bestimmte Sachverhalte spezialisiert und nahmen im römischen Religionsverständnis ausschließlich die Position von Beratergruppen ein. Die Magistrate waren dafür verantwortlich, dass alles unternommen wurde, um das Einvernehmen mit den Göttern zu sichern.[5]

2.2. Römische Religionspolitik

Die Ausprägungen der Religionen im römischen Herrschaftsgebiet waren vielfältig. Aufgrund der Aneignung verschiedener Gebiete und deren kulturellen Gegebenheiten entstand eine kosmopolitische Struktur. In den Städten lebten Menschen von unterschiedlicher nationaler und religiöser Herkunft.

Es gab jedoch keine Anlässe für Konflikte, da es in diesem polytheistischen System keinen Exklusivitätsanspruch gab. Die einzige Verpflichtung, die für alle galt, war die Teilnahme am Kult der Götter, die für den Schutz des Staates zuständig waren. Auch die Kritik an jenen Göttern war nicht zulässig. Man wollte Anhänger eines anderen Glaubens weder bekehren noch ausrotten. Wenn man im Laufe der Eroberungen mit anderen Göttern konfrontiert wurde, so wurden diese in das römische System integriert und der fremde Gott akzeptierte die hier gegebene Ordnung und schützte sie. Zu einer staatlichen Intervention sah man sich nur dann genötigt, wenn die neue Religion durch Kulte und ihrer bestimmten Art der Lebensführung den Staat beziehungsweise die Gemeinschaft oder die Moralauffassung bedrohte. Selbst dann war man nicht durch die bloße Zugehörigkeit zu dieser religiösen Gruppe Strafen ausgesetzt, sondern nur wenn man einer Personengruppe angehörte, welche unter dem Deckmantel der Religion, im Sinne des Staatsschutzes, Verbrechen beging.[6]

Es wurden also sämtliche Kulte oder Religionen akzeptiert, solange man in ihnen keine Gefährdung für die Autorität des Kaisers für Frieden, Gesetz oder Ordnung sah.

Während im ersten Jahrhundert der Schwerpunkt des Imperiums noch in Rom und Italien angesiedelt war, so verschob sich dieser im zweiten Jahrhundert auf die Provinzen. Aufgrund dieser Tatsache sahen sich die Staatsoberhäupter viel stärker als vorher gezwungen, sich mit neuen Religionen auseinander zusetzen und Rücksicht auf diese zu nehmen. Dies hatte zur Folge, dass deren Religionspolitik wesentlich kosmopolitischer wurde, wobei der Kaiserkult als Selbstverständlichkeit und als Grundlage der Macht des imperium romanum erhalten blieb.

Die neue Religionspolitik förderte die Verschmelzung der verschiedenen Glaubensarten, wodurch die Einheit des Reiches gewahrt werden sollte.

[...]


[1] vgl. Werner Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit, Oldenburg Grundriß der Geschichte, Bd. 3, 2.Aufl., München, 1989, S.147

[2] vgl. Torben Christensen, Christus oder Jupiter: der Kampf um die geistigen Grundlagen des Römischen Reiches, Göttingen, 1981, S.22

[3] vgl. Marion Giebel (Hrsg.), Tatenbericht des Augustus, Stuttgart, 1999, S.70

[4] vgl. Werner Dahlheim, 1989, S.127

[5] vgl. Werner Dahlheim, 1989, S.126

[6] ebd. S.127

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Christentum und römische Staatsmacht in den ersten zwei Jahrhunderten - Von der Regierungszeit Neros bis zur Regierungszeit Hadrians -
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V6816
ISBN (eBook)
9783638143059
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christentum, Staatsmacht, Jahrhunderten, Regierungszeit, Neros, Hadrians
Arbeit zitieren
Franziska Grüner (Autor), 2001, Christentum und römische Staatsmacht in den ersten zwei Jahrhunderten - Von der Regierungszeit Neros bis zur Regierungszeit Hadrians -, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6816

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