Das Thema meiner Seminararbeit ist der Gerechtigkeitsbegriff im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Mein Interesse an diesem Thema wurde durch zahlreiche Diskussionen und unterschiedliche Meinungen geweckt, weshalb ich mich nun tiefgreifender damit auseinandersetzen möchte. Beginnen werde ich mit einer allgemeinen Definition von Gerechtigkeit. Im anschließendem Teil stelle ich kurz den Inhalt der Bibelstelle dar. Für den darauf folgenden Punkt habe ich im Vorfeld einige Schüler meiner Praktikumsklasse zum Thema Gerechtigkeit, sowie zu dem Gleichnis befragt und deren Aussagen ausgewertet. Zum Abchluss führe ich eine Diskussion über den Gerechtigkeitsbegriff im Gleichnis durch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von „Gerechtigkeit“
3. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg - Inhaltsangabe
4. Befragung von Schülern zum Thema
4.1 Kevin
4.2 Alexandra
4.3. Auswertung der Befragung
5. Diskussion über den Gerechtigkeitsbegriff im Gleichnis
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Gerechtigkeitsbegriff anhand des biblischen „Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg“ (Mt 20, 1-16), um die Diskrepanz zwischen menschlichen Vorstellungen von leistungsorientierter Gerechtigkeit und dem göttlichen Prinzip der Gnade aufzuzeigen.
- Allgemeine Definition und soziologische Funktion von Gerechtigkeit.
- Biblische Inhaltsangabe des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg.
- Empirische Untersuchung der Gerechtigkeitsvorstellungen durch Schülerbefragungen.
- Diskussion der Diskrepanz zwischen irdischem Lohndenken und göttlicher Güte.
- Analyse des Begriffs der Gnade im Kontext des ewigen Lebens.
Auszug aus dem Buch
5. Diskussion über den Gerechtigkeitsbegriff im Gleichnis
Zuerst habe ich mich genauer mit dem Anfang des Gleichnisses beschäftigt. Der Weinbergbesitzer geht zum Markt und sucht Arbeiter für seine Weinlese. Er vereinbart mit den Arbeitern aus der ersten Stunde ein Gehalt von einem Denar (durchschnittlicher Tagesverdienst). Er geht aber nicht nur einmal zum Markt, sondern mehrmals. Das ist noch verständlich wenn man an die Arbeit denkt, die eine Weinlese macht. Seltsam ist es nur, dass er auch noch in der neunten und in der elften Stunde auf Arbeitersuche geht. Vor allem ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass so spät am Tag noch immer die Arbeitsuchenden auf dem Markt stehen. Dies soll für die Diskussion aber nicht weiter von Bedeutung sein, da der ganze erste Abschnitt bis zur Einstellung der Arbeiter aus der elften Stunde nur eine Art Einleitung darstellt.
Die ausführliche Erzählung dient also als „Vorbereitung für die Hauptsache“, dessen Ziel die Abrechnung am Abend ist. Der Weinbergbesitzer holt seinen Verwalter zu sich und beauftragt ihn, den Arbeitern ihren Lohn zu geben. Allerdings soll dieser zuerst die Arbeiter aus der elften Stunde bezahlen, damit die Arbeiter aus der ersten Stunde sehen, wie die Letzten bezahlt werden. Das darauf folgende Murren der ersten Arbeiter ist verständlich. Sie haben den ganzen Tag hart gearbeitet und die letzten hatten nur eine kurze Arbeitszeit. Dementsprechend erhoffen sie sich nun einen höheren Gehalt. Doch alle bekommen den gleichen Lohn. „Das Verhalten des Weinbergbesitzers kann man launische Willkür, großzügige Unbesorgtheit oder direkt soziale Ungerechtigkeit nennen.“ Diese Aussage ist meiner Ansicht nach die wichtigste für die Diskussion, denn hier geht es um die Frage der Gerechtigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt ihr Interesse am Gerechtigkeitsbegriff dar und erläutert den Aufbau der Arbeit, welcher Definition, Inhaltsangabe, Befragung und Diskussion umfasst.
2. Definition von „Gerechtigkeit“: Es erfolgt eine Herleitung des Begriffs sowie eine Erläuterung der soziologischen Funktion, die zwischen leistungsorientiertem Handeln und moralischer Fairness unterscheidet.
3. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg - Inhaltsangabe: Zusammenfassung der biblischen Erzählung, in der der Weinbergbesitzer allen Arbeitern trotz unterschiedlicher Arbeitszeiten denselben Lohn zahlt.
4. Befragung von Schülern zum Thema: Qualitative Darstellung der Ansichten zweier Schüler zu Gerechtigkeit, Taschengeld und der Bewertung des Gleichnisses, gefolgt von einer vergleichenden Auswertung.
5. Diskussion über den Gerechtigkeitsbegriff im Gleichnis: Kritische Auseinandersetzung mit der Erzählung, die das menschliche Lohndenken der Gerechtigkeit dem göttlichen Prinzip der Gnade gegenüberstellt.
Schlüsselwörter
Gerechtigkeit, Gleichnis, Arbeiter im Weinberg, Matthäusevangelium, Gnade, Lohndenken, Soziale Ungerechtigkeit, Güte Gottes, Gerechtigkeitssinn, Leistungsprinzip, Bibelkunde, Schülerbefragung, Moral, christliche Ethik, ewiges Leben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Gerechtigkeitsbegriffs, reflektiert durch das biblische Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Begriffsdefinitionen, eine biblische Textanalyse sowie empirische Erkenntnisse aus einer Schülerbefragung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gleichnis das in unserer Welt vorherrschende, leistungsorientierte Lohndenken durch eine göttliche Ordnung der Gnade aufhebt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literarische Analyse mit einem qualitativen empirischen Ansatz verknüpft, indem die Ansichten von Schülern zum Gerechtigkeitsbegriff erhoben und ausgewertet werden.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die inhaltliche Darstellung des Gleichnisses, eine empirische Schülerbefragung und eine abschließende ethisch-theologische Diskussion.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Gerechtigkeit, Gnade, biblische Exegese, leistungsorientierte Gesellschaft und christliches Weltbild.
Wie bewerten die befragten Schüler das Verhalten des Weinbergbesitzers?
Beide Schüler empfinden das Verhalten zunächst als ungerecht, da es ihrem Verständnis von leistungsgerechter Entlohnung widerspricht.
Warum wird im Fazit von „göttlicher Gnade“ gesprochen?
Weil der Weinbergbesitzer im Sinne Gottes nicht nach menschlichen Leistungsmaßstäben handelt, sondern aus reiner Güte und Liebe, was den „Lohn“ für alle gleich macht.
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- Sarah Pakulat (Author), 2006, 'Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg- gerecht oder ungerecht?', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68169