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Parteien in der demokratischen Konsolidierung Griechenlands

Title: Parteien in der demokratischen Konsolidierung Griechenlands

Seminar Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Nannette Remmel (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

Die griechische Demokratie gehört zu den Wenigen der dritten
Demokratisierungswellen, die sich nach dem Systemwechsel auch erfolgreich
konsolidiert hat. Dies geschah innerhalb von sieben Jahren, wobei der Abschluss mit
dem ersten großen politischen Machtwechsel 1981 zusammenfiel. Seitdem ist die
griechische Demokratie gut gegen mögliche Destabilisierungstendenzen und
autoritäre Versuchungen immunisiert.1 Dabei führten verschiedene Faktoren zum
Ziel.
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Tatsache, dass Demokratien zum „Überleben“
mehr als die meisten anderen Systeme auf Legitimität angewiesen sind. „Denn auf
die Dauer läßt sich Demokratie nicht einer Gruppe von Menschen aufzwingen; ja
Demokratie dürfte sich kaum halten, wenn eine große Minderheit gegen sie ist, denn
demokratische Institutionen bekämen Sand ins Getriebe, wenn eine Mehrheit
immerzu ihre Herrschaft über eine große Minderheit geltend machen müßte.“2 Junge
Demokratien müssen vor allem effizient sein, um sich diese notwendige
Unterstützung aus der Bevölkerung und den Eliten zu sichern, die der Stabilisierung
der Demokratie dient.
Parteien sind als territorial organisierte Repräsentationsagenturen wichtige Akteure,
wenn es darum geht die notwendige Legitimität in Form von „diffuser Unterstützung“
für die junge Demokratie zu schaffen, weil sie eine Vermittlungsaufgabe zwischen
Gesellschaft und staatlichen Entscheidungsinstanzen wahrnehmen. Indem sie den
intermediären Raum zwischen staatlichen Entscheidungsinstanzen (Parlament,
Regierung, Verwaltung) besetzen und strukturieren und so die Leistungsfähigkeit
(noch nicht) konsolidierter Demokratien erheblich steigern können, leisten sie
unverzichtbare Funktionen für die Konsolidierung der Demokratie. Sie können somit
zur Sicherung der Stabilität des demokratischen Systems insgesamt beitragen. Inwiefern dies in Griechenland geschehen ist, soll die entscheidende Fragestellung
dieser Arbeit sein. (Die ebenfalls wichtigen Vermittlungsinstanzen auf funktionaler
Ebene, wie Verbände oder Interessenorganisation, werden in dieser Analyse aus
Platzgründen nicht betrachtet). Kapitel 2, 3, 4 und 5 stellen den notwendigen theoretischen Rahmen der Analyse
dar, hier werden die Begriffe Demokratie, Legitimität, Stabilität, demokratische
Konsolidierung und Parteienkonsolidierung definiert und in ihre Beziehungen und
Wechselwirkungen ausführlich erklärt. Daraus wird auch deutlich, [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Demokratiebegriff

3) Die demokratische Konsolidierung

4) Das Vier-Ebenen-Modell der Konsolidierung

5) Parteiensystem in der demokratischen Konsolidierung

6) Strukturierung und Konsolidierung des griechischen Parteiensystems

6.1) Art und Verlaufsform des Transformationskonflikts

6.2) (Historische) Parteiensysteme

6.3) Typus des Wahlsystems und Entscheidung der Wähler

6.4) Klientelistische Verteilungstraditionen

6.5) Der Einfluss der Konfliktlinien-Struktur

6.6) Auswertung

7) Wirkung des Parteiensystems auf die demokratische Konsolidierung

7.1) Fragmentierung

7.2) Polarisierung und Antisystemparteien

7.3) Ausmaß der Wählerfluktuation

7.4) Kritische Wahlen als Zäsur

8) Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des griechischen Parteiensystems bei der erfolgreichen demokratischen Konsolidierung des Landes nach dem Systemwechsel. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern die Strukturierung des Parteiensystems und dessen Interaktion mit anderen politischen Ebenen zur Stabilität der jungen Demokratie beigetragen haben.

  • Konsolidierungsprozesse und das Vier-Ebenen-Modell
  • Strukturbildung des griechischen Parteiensystems
  • Einfluss von Klientelismus und gesellschaftlichen Konfliktlinien
  • Wirkung des Wahlsystems auf Parteienwettbewerb und Wählerverhalten
  • Stabilität und Legitimität durch Parteien

Auszug aus dem Buch

6.3) Typus des Wahlsystems und Entscheidung der Wähler

„Wahlsysteme strukturieren keineswegs allein die Parteienlandschaften, aber sie können in erheblichem Maße mit dazu beitragen, diese so zu „rationalisieren“, daß sowohl das Gebot der Integration der politischen und gesellschaftlichen Kräfte nicht grob verletzt als auch die Formierung stabiler Regierungsmehrheiten gefördert wird. Aus dem erstgenannten Grund gefährden relative und absolute Mehrheitswahlsysteme, aus zweitem Grund reine Verhältniswahlsysteme (ohne Sperrklauseln) die demokratische Konsolidierung.“ Problematisch bei Mehrheitswahlsystemen ist die Tatsache, dass hier häufig großen sozialen und politischen Gruppen der Zugang zu politischer Macht erschwert wird. Dies kann dazu führen, dass diese Gruppen zu entschiedenen Gegnern der Demokratie werden und somit ein Destabilisierungspotential für die junge Demokratie entsteht.

Die griechische Verfassung von 1975 sieht in Artikel 51 III lediglich die drei Grundbedingungen (unmittelbar, allgemein, geheim) für die Abhaltung von Wahlen vor und bestimmt durch Artikel 54, dass Wahlsystem und Wahlkreise durch Gesetz zu bestimmen sind. Fast jede Regierung nach 1974 hat Änderungen an dem seit 1951 bestehenden „verstärkten (gewogenen) Verhältniswahlsystem“ vorgenommen, bevor sie die Wahlen ausriefen. Das Wahlsystem hatte jedoch immer einen sehr starken Verstärkungsfaktor für die großen Parteien. Die besondere Ausprägung des Wahlmodus in bewirkt zum einen, dass nach jedem Wahlgang eine stabile Einparteien-Mehrheit ins Parlament ziehen kann, auch wenn die führende Partei nur einen relativ niedrigen Anteil von Wählerstimmen errungen hat. Zum anderen bewirkt das Wahlsystem, dass ein geregelter parlamentarischer Wechsel der Regierungsverantwortung zwischen den beiden großen Parteien, PASOK und ND, möglich ist, ohne dass es zu politischen Absprachen oder Mehrparteienkoalitionen kommen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Einführung in die Thematik der griechischen Demokratisierung und die zentrale Rolle der Parteien als Vermittlungsinstanzen für politische Legitimität.

2) Demokratiebegriff: Definition der Grundlagen einer konsolidierten Demokratie basierend auf prozeduralen Mindeststandards.

3) Die demokratische Konsolidierung: Theoretische Herleitung des Konsolidierungsbegriffs als Prozess der Verfestigung demokratischer Normen und Institutionen.

4) Das Vier-Ebenen-Modell der Konsolidierung: Vorstellung eines Modells zur differenzierten Analyse verschiedener Konsolidierungsebenen, von Institutionen bis zur Bürgergesellschaft.

5) Parteiensystem in der demokratischen Konsolidierung: Untersuchung der Vermittlungsfunktion von Parteien zwischen staatlichen Institutionen und Gesellschaft.

6) Strukturierung und Konsolidierung des griechischen Parteiensystems: Analyse der Genese und Wettbewerbsdynamik des griechischen Parteiensystems anhand verschiedener Einflussfaktoren.

7) Wirkung des Parteiensystems auf die demokratische Konsolidierung: Überprüfung der Auswirkungen von Fragmentierung, Polarisierung und Wählerverhalten auf die Systemstabilität.

8) Fazit: Zusammenfassende Bewertung des griechischen Parteiensystems als positiver Faktor für die demokratische Konsolidierung und Stabilität.

Schlüsselwörter

Demokratische Konsolidierung, Griechenland, Parteiensystem, Transformationsforschung, Legitimität, Wahlsystem, Klientelismus, Parteienwettbewerb, Wählerfluktuation, politische Stabilität, Nea Demokratia, PASOK, Transformationskonflikt, Systemwechsel, Repräsentationsfunktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des griechischen Parteiensystems bei der Konsolidierung der jungen griechischen Demokratie nach dem Ende der Militärdiktatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie der demokratischen Konsolidierung, das Vier-Ebenen-Modell, die historische Genese der griechischen Parteien sowie die Auswirkungen von Wahlsystem und Klientelismus auf die politische Stabilität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie das Parteiensystem Griechenlands die demokratische Konsolidierung beeinflusst hat und ob es erfolgreich zur dauerhaften Systemstabilität beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Analyseansatz der Systemwechselforschung, um Kriterien wie Fragmentierung, Polarisierung und Wählerfluktuation empirisch auf das griechische Beispiel anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung, die Analyse der Strukturfaktoren des griechischen Parteiensystems (wie Klientelismus und Wahlsystem) sowie die Untersuchung der konkreten Wirkungen auf die Konsolidierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind demokratische Konsolidierung, Griechenland, Parteiensystem, Transformationsforschung, Legitimität, Wahlsystem und Klientelismus.

Welche Rolle spielte das Wahlsystem für die griechische Stabilität?

Das Wahlsystem mit seinem starken Verstärkungsfaktor für große Parteien ermöglichte stabile Einparteien-Regierungen und einen geregelten Regierungswechsel, was zur Konsolidierung beigetragen hat.

Warum wird Griechenland als positive Ausnahme in der Konsolidierung betrachtet?

Griechenland konnte trotz anfänglicher hoher Wählerfluktuation innerhalb weniger Jahre ein stabiles Zweiparteiensystem etablieren, das die Demokratie alternativlos legitimierte und krisenresistent machte.

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Details

Title
Parteien in der demokratischen Konsolidierung Griechenlands
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar: Analyse und Vergleich politischer Systeme
Grade
1.0
Author
Nannette Remmel (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V6818
ISBN (eBook)
9783638143066
Language
German
Tags
Parteien Parteiensystem Konsolidierung Legitimität Griechenland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nannette Remmel (Author), 2002, Parteien in der demokratischen Konsolidierung Griechenlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6818
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