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Die Anwendung des Lösungsansatzes der Konfrontativen Pädagogik auf die prekäre Situation der türkischen Jungen

Title: Die Anwendung des Lösungsansatzes der Konfrontativen Pädagogik auf die prekäre Situation der türkischen Jungen

Term Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Vivien Neugebauer (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Aktuelle Veröffentlichungen beweisen, dass das Interesse an „unseren“ Jungen in der Öffentlichkeit groß geworden ist. Autoren fragen, ob die „armen Jungen“ nun „die neuen Verlierer“ sind und stellen fest, dass die „kleinen Helden in Not“ sind.
Was aber passiert dann erst mit Jungen, deren Eltern ihre Heimat verlassen haben, um in Deutschland zu leben? Dies sind Jungen, die eine andere Sprache und im Fall der türkischen Migranten auch eine andere Religion mit bringen/besitzen.
Die PISA – Studien zeigen es ganz deutlich: Kinder, deren Eltern nicht in Deutschland geboren sind/wurden, schneiden signifikant schlechter ab als Kinder mit mindestens einem in Deutschland geborenen Elternteil.
Im Jahr 2000 wies die Förderschule in Deutschland mit 19,9% den höchsten Anteil an Ausländern auf. 10,3% der Hauptschule waren Kinder mit Migrationsgeschichte.
48% der ausländischen Schülerpopulation haben türkische Eltern, Großeltern oder stammen selbst aus der Türkei.
Da aus meiner Sicht die Kluft zwischen der deutschen und der türkischen Kultur im Vergleich zu den anderen in Deutschland vorherrschenden Migrantengruppen am größten ist und sie? den Großteil der gesamt ausländischen Bevölkerung ausmachen, soll in dieser Hausarbeit die Situation der türkischen Jungen in Deutschland thematisiert werden.
Dr. Ahmet Toprak, Diplom – Pädagoge und Referent für Gewaltprävention, spricht in der Einleitung zu seinem Buch „Jungen und Gewalt“ von einer Hilflosigkeit und Verunsicherung seitens der Pädagogen gegenüber den türkischen Jugendlichen. Mehrfachauffällige, auch gerade mit türkischer Herkunft, erscheinen erziehungsresistent. Für die Jugendlichen besteht keine primäre Veränderungsmotivation.
Es lässt vermuten, dass das Problem aus den unterschiedlichen Sprachen resultiert – jedoch sei es ebenso oder auch gerade das kulturelle Missverständnis, welches zu Konflikten führt. Worin liegt das Dilemma der türkischen Jungen wirklich?
Da unserer Gesellschaft das Dilemma der ausländischen Jugendlichen, insbesondere der türkischen Jungen, bewusst ist, soll in dieser Arbeit nicht allein die Schilderung der Situation sondern auch ein Lösungsansatz mit Hilfe der derzeit vieldiskutierte Konfrontative Pädagogik angeboten und hinterleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ausgangspunkt: Die Situation türkischer Jungen

2.1 Die Erziehungsziele der türkischen Eltern

2.1.1 Primäre Erziehungsziele

2.1.1.1 Respekt vor Autoritäten

2.1.1.2 Erziehung zur Ehrenhaftigkeit

2.1.1.3 Erziehung zur Zusammengehörigkeit

2.1.1.4 Erziehung zum Lernen und Leistungsstreben

2.1.2 Sekundäre Erziehungsziele

2.1.2.1 Erziehung zur türkischen Identität

2.1.2.2 Erziehung zur religiösen Identität

2.1.3 Tertiäre Erziehungsziele

2.2 Konträre Werterziehung

2.3 Gewaltfördernde Indikatoren

3. Die Konfrontative Pädagogik

3.1 Das Konzept der Konfrontativen Pädagogik

3.2 Die Anwendung der Konfrontativen Pädagogik bei türkischen Jugendlichen

3.3.1 Die Konfrontative Gesprächsführung

3.3.2 Die Konfliktlösung

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die prekäre Lebenssituation türkischer Jungen in Deutschland und analysiert, inwieweit der Lösungsansatz der Konfrontativen Pädagogik dazu beitragen kann, den spezifischen Problemlagen dieser Zielgruppe effektiv zu begegnen.

  • Analyse der primären, sekundären und tertiären Erziehungsziele türkischer Familien.
  • Gegenüberstellung konträrer Werte zwischen dem familiären Umfeld und deutschen Institutionen.
  • Identifikation gewaltfördernder Indikatoren und Männlichkeitskonzepte bei türkischen Jugendlichen.
  • Untersuchung der theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendung der Konfrontativen Pädagogik.
  • Reflexion über die Notwendigkeit von „Grenzziehungen mit Herz“ in der sozialpädagogischen Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.3 Gewaltfördernde Indikatoren

Der folgende Absatz stellt Indikatoren vor, welche zu Frustration und einem Gefühl von Ausweglosigkeit führen können – ein Zustand, der die Bereitschaft zur Konfliktlösung mindert und eine Reaktion in Form von Gewalt fördert.

Die Anwendung von Gewalt ist in vielen türkischen Familien eine gängige Methode, um die Erziehungsziele durchzusetzen und die Gehorsamkeit zu wahren. Das Austeilen von Ohrfeigen wird nicht als schädlich angesehen. Die Androhung von Schlägen werde häufig gebraucht, um die Kinder dazu zu bringen, ihr Verhalten zu korrigieren. Falls das Fehlverhalten von größerem Ausmaß sei, drohten die Eltern damit, das Kind in die Türkei zu bringen, damit es dort lerne, wie es sich zu verhalten hat. Dies könne tatsächlich eintreten, wenn das Kind zum Beispiel straffällig geworden ist. Jedoch bliebe es im Normalfall eine leere Drohung, die möglicherweise beim Kind Angst auslöst, sodass es sein Verhalten nicht wiederholt.

Beleidigen, anschreien und beschimpfen seien gängige Mittel, um das Kind einzuschüchtern und das erwartete Verhalten herbeizuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Situation türkischer Jungen in Deutschland und die Hilflosigkeit vieler Pädagogen im Umgang mit dieser Gruppe.

2. Der Ausgangspunkt: Die Situation türkischer Jungen: Hier werden die Erziehungsstile und Werterziehung im familiären Kontext sowie gewaltfördernde Faktoren und Männlichkeitskonzepte detailliert dargestellt.

3. Die Konfrontative Pädagogik: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Konzept der Konfrontativen Pädagogik und deren spezifische Anwendungsmöglichkeit bei türkischen Jugendlichen.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die konfrontative Methode als sinnvolle Ergänzung zu verstehen ist, sofern sie mit professioneller Reflexion und „Herz“ eingesetzt wird.

5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Literatur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Konfrontative Pädagogik, Türkische Jungen, Erziehungsziele, Migrationshintergrund, Gewaltprävention, Identitätsentwicklung, Familienehre, Männlichkeitskonzepte, Sozialarbeit, Interkulturelle Kompetenz, Aggression, Autoritativer Erziehungsstil, Delinquenz, Grenzziehung, Soziale Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Konfrontativen Pädagogik als Lösungsansatz für die oft als schwierig wahrgenommene Situation und das aggressive Verhalten türkischer Jungen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Erziehungstraditionen türkischer Migrantenfamilien, die Diskrepanz zwischen familiären Werten und der deutschen Gesellschaft, Männlichkeitsbilder sowie die Methodik der Konfrontativen Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Nutzen der Konfrontativen Pädagogik für die Arbeit mit mehrfachauffälligen türkischen Jugendlichen zu untersuchen und Möglichkeiten einer professionellen Grenzziehung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse, insbesondere auf die Werke von Dr. Ahmet Toprak und Jens Weidner, ergänzt durch erziehungswissenschaftliche Reflexionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebenswelt der Jungen, die Kontraste zwischen den Kulturen, die Hintergründe für gewaltvolles Verhalten sowie die konkreten Techniken wie die „Konfrontative Gesprächsführung“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Konfrontative Pädagogik, Familienehre, Identität, Diskriminierung, Autorität und interkulturelle Arbeit.

Wie gehen türkische Eltern mit schulischem Versagen um?

Oftmals fühlen sich die Eltern überfordert und verfügen nicht über die verbalen Fähigkeiten, ihre Kinder gezielt zu unterstützen, was die Situation der Jungen weiter erschwert.

Warum ist das Verständnis der „Familienehre“ für Pädagogen so wichtig?

Die Ehre ist ein zentraler Identitätsanker für türkische Jungen. Versteht der Pädagoge dieses Konzept, kann er effektiver intervenieren, ohne die Jugendlichen durch vorschnelle kulturelle Missverständnisse zu verprellen.

Ist die Konfrontative Pädagogik ein Allheilmittel?

Nein, die Autorin betont explizit, dass sie nicht als alleiniges Mittel, sondern als sinnvolle, kontextbezogene Ergänzung zu bestehenden pädagogischen Ansätzen zu verstehen ist.

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Details

Title
Die Anwendung des Lösungsansatzes der Konfrontativen Pädagogik auf die prekäre Situation der türkischen Jungen
College
University of Osnabrück
Grade
1,7
Author
Vivien Neugebauer (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V68190
ISBN (eBook)
9783638608954
ISBN (Book)
9783638768375
Language
German
Tags
Anwendung Lösungsansatzes Konfrontativen Pädagogik Situation Jungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vivien Neugebauer (Author), 2006, Die Anwendung des Lösungsansatzes der Konfrontativen Pädagogik auf die prekäre Situation der türkischen Jungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68190
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