Der Altenberger Dom


Hausarbeit, 2001

12 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Exkurs: Die Zisterzienser

III. Die Baugeschichte des Altenberger Doms

IV. Aussenansicht des Doms

V. Das Innere das Altenberger Doms

VI. Fazit

VII. Literaturnachweis

I. Einleitung

Inmitten der Bergischen Landschaft findet sich in einem etwas weiteren Talgrund eine große, gotische Kirche: der Altenberger Dom, der einem Kloster angegliedert ist. Einst war er das Gotteshaus der Zisterzienser-Abtei Altenberg.

Die dreischiffige Basilika mit einem Querschiff weist eine stattliche Länge von rund 80 Metern auf[1]. Der fünfschiffige Chor hat sieben polygonal zum Altar angeordnete Chorkapellen und einen Chorumgang (s. Abb. 1). Die Scheitelhöhe der Hochschiffgewölbe, die aus Kreuzrippen bestehen, beträgt 28 Meter. Alle drei Kirchenschiffe sind zusammen 19,3 Meter breit. Weder Äußeres noch Inneres der Kirche sind aufwändig mit Verzierungen geschmückt, entsprechend dem Lebensstil der Zisterzienser. Obwohl Licht durch fast 70 Fenster in das Gotteshaus dringt, entsteht nicht der Eindruck eines „Glashauses“[2], wie es z.B. beim Aachener Münster der Fall ist. Die Helligkeit verkörpert viel eher ein „inneres Drängen [der Zisterzienser-Mönche] nach der Klarheit Gottes“.[3]

An die Kirche schlossen sich früher südlich das Kloster, Dormitorium, romanische Kapellen und der Kreuzgang an. Heute werden die südlich des Domes noch bestehenden Klostergebäude als Schulungsstätte des Bundes der katholischen Jugend genutzt; so wird die geistige Tradition der früheren Abtei fortgesetzt.

II. Exkurs: Die Zisterzienser

Der Orden der Zisterzienser gilt als der erste der mittelalterlichen Klosterverbände. Er richtet sich nach der „Regula Benedicti“, die ein ideales Mönchtum beschreibt.[4]

Als Primarabteien gelten neben Cîteaux (1075) die Klöster von La Ferté-sur-Grosne (1113), Pontigny(1114), Clairvaux(1115) und Morimond (1115).

Robert von Molesme gründete 1075 die nach ihm benannte Abtei in Molesme. Mit reformbereiten Klosterbrüdern begann er 1098 in Cîteaux ein von der Welt abgeschiedenes Leben nach den Regeln der Zisterzienser-Mönche. Robert kehrte 1099 nach Molesme zurück. Die neue Abtei übernahmen Prior Alberich und Stephan Harding und verfassten dort die Prinzipien eines mönchischen Lebens in der „Instituta monachorum cisterciensium de Molismo venientum“ (Prior Alberich) und die Grundlagen sowie Verfassung des neuen Ordens („Ecclesiastica officia“, „Usus conversorum“ und die „Charta cariatis“ von Harding)[5]. Besonders wichtig für die Geschichte des Zisterzienserordens wurde der Nachfolger Hardings, der Heilige Bernard von Clairvaux, der das gleichnamige Kloster gründete. Schon 21 Jahre nach seinem Tode 1153 erfolgte seine Heiligsprechung.

Bernard von Clairvaux wurde 1091 geboren. Seine Familie gehörte dem burgundischen Hochadel an. Bernard von Clairvaux entschied sich für ein Leben im Kloster. Neben der Gründung von Clairvaux schaffte er es, zahlreiche Länder für den zweiten Kreuzzug zu gewinnen, musste allerdings auch dessen Scheitern miterleben.[6]

In seinen Anfängen verzichtete der Orden der Zisterzienser auf jegliche Einkünfte und Privilegien. Mit der Zeit jedoch entwickelte sich eine Selbstversorgergemeinschaft; Ödland und Grenzwertböden wurden erschlossen und Handwerks-, Gewerbe- und Handelstätigkeit führten zu einem Wohlstand, der auch Kunstmäzenatentum möglich machte.[7]

Erste Verfallserscheinungen des Ordens zeigten sich Ende des 13. Jahrhunderts und hielten bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts an, da keine allgemeine Reform wie bei anderen Orden durchgeführt wurde. Erst nach dem Konzil von Trient retteten eine Reform und dauerhafte Kongregationsbildungen den Orden.[8]

III. Die Baugeschichte des Altenberger Doms

Die Zisterzienser-Abtei Altenberg wurde ursprünglich auf der Burg Berge unter dem Grafen Adolf III. und seinem Bruder Everhard gegründet. Nachdem Everhard in einer Schlacht erst als verschollen galt, sich dann aber dem Orden der Zisterzienser in Morimund angeschlossen hatte, machte Adolf seine Burg dem Orden von Cîteaux zum Geschenk. So hoffte er, den Bruder wieder in die Heimat zurückholen zu können. Adolf und sein Bruder wurden nach ihrem Tode in Steinsärgen unter der Markuskapelle bestattet. Im 14. Jahrhundert wurden ihre Gebeine in den heutigen Dom übertragen[9].

1133 zog der neue Abt Berno, ein Freund des heiligen Bernard von Clairvaux, mit zwölf Mönchen in die alte Burg Berge ein.[10]

Schon bald verlegte man das Kloster in das Tal unterhalb der Burg, da die Mönche vom Ordensgesetz her das Gebot hatten, weder auf Bergen, noch in Burgen oder Städten ihre Klöster einzurichten.[11]

Der Baubeginn der Klosterkirche, einer romanischen, dreischiffigen Basilika mit Vorhalle und einem flachgedeckten Mittelschiff, das über das Querschiff hinausragte, wird auf 1135 datiert .[12] Zehn Jahre später fand die Chorsteinlegung statt[13] ; 1160 war der Bau des Gotteshauses vollendet[14].

Das Leben der Möche in der Abtei wurde 1222 jäh durch ein Erdbeben gestört, welches an der Kirche einen erheblichen Schaden anrichtete. Das Herrscherhaus des Bergischen Landes sah hier seine Chance auf eine eigene Grabeskirche gekommen und stimmte dem Abriss der alten Basilika und einem Neubau zu. Auch Erzbischof Engelbert, unter dem zu dieser Zeit der Neubau des Kölner Doms geplant wurde, förderte den Entschluss[15].

[...]


[1] Pottgießer, Alexander: Die Kirche der Zisterzienser-Abtei Altenberg. 2. veränd. Aufl., bearb. v. Heinz Peters, A. Henn-Verlag, Ratingen bei Düsseldorf 1955; S. 40

[2] Pottgießer, Alexander: Die Kirche der Zisterzienser-Abtei Altenberg; a.a.O., S. 40

[3] Heinen, Eugen: Dom und Kloster Altenberg. 9. Aufl., Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1976; S. 28

[4] Lexikon des Mittelalters; Hrsg. Norbert Angermann, LexMA Verlag GmbH, München 1998, S. 632

[5] Lexikon des Mittelalters; a.a.O., S. 632

[6] Pottgießer, Alexander: Die Kirche der Zisterzienser-Abtei Altenberg; a.a.O., S. 15

[7] Lexikon des Mittelalters; a.a.O., S. 633

[8] Lexikon des Mittelalters; a.a.O., S. 634

[9] Pottgießer, Alexander: Die Kirche der Zisterzienser-Abtei Altenberg; a.a.O., S. 59

[10] Heinen, Eugen: Dom und Kloster Altenberg; a.a.O., S. 7,8

[11] Heinen, Eugen: Der Altenberger Dom. Hrsg. Altenberger Dom-Laden, Type Art Satz und Grafik, Dortmund, S. 4

[12] Heinen, Eugen: Dom und Kloster Altenberg; a.a.O., S. 12

[13] Pottgießer, Alexander: Die Kirche der Zisterzienser-Abtei Altenberg; a.a.O., S. 25

[14] Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, NRW. 1. Band Rheinland, Deutscher Kunstverlag 1967; S. 526

[15] Heinen, Eugen: Dom und Kloster Altenberg; a.a.O., S. 15

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Altenberger Dom
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Kunstgeschichtliches Institut)
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V6820
ISBN (eBook)
9783638143080
ISBN (Buch)
9783656619413
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Altenberger
Arbeit zitieren
Anne Katrin Kaiser (Autor), 2001, Der Altenberger Dom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6820

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