Seit Menschen zusammen leben, handeln und verhandeln sie miteinander. Wirtschaftliches Handeln ist demzufolge auch immer soziales Handeln. Doch Skandale überschatten immer wieder unsere Wirtschaft und werfen die Frage auf, ob Ethik und Ökonomie überhaupt miteinander zu vermitteln sind. Beispiele, die weiteren Zündstoff liefern gibt es zu Genüge. Schwarzgeldaffären, Kapitalismusdebatte oder steigende Börsenkurse im Zusammenhang mit Arbeitsplatzrationalisierung. Diese Beispiele machen immer wieder eines deutlich. Die Menschen in unserer Gesellschaft haben das Bedürfnis ethische und moralische Inhalte bei wirtschaftlichen Entscheidungen mit zu berücksichtigen und nicht auf Kosten der Gewinnmaximierung ausgeblendet werden. Diese Ängste werden verstärkt durch den sozialen Wandel indem wir uns gerade befinden: Globalisierung, neoliberales Gedankengut und demografischer Wandel. Das sind die Schlagworte , die den Problemdunst dieses Diskurses noch schwerer auf uns drücken lässt. Ist die Vermittlung von Ökonomie und Ethik nur humanistische Träumerei oder gibt es Konzepte die einen Beitrag dazu leisten diese Systeme miteinander zu verbinden? Dieser Fragestellung sehen sich in zunehmenden Maße die Unternehmen ausgesetzt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
2. Begriffe
2.1. Moral
2.2. Ethik
2.2.1. Wirtschaftsethik
2.2.2. Unternehmensethik
3. Unternehmensethik als integriertes Managementkonzept
3.1. Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
3.2. Corporate Citizenship – Ethik in der Unternehmenspraxis
4. Die unternehmenspraktische Implementierung vom CC-Konzept
4.1. Traditionelle externe Engagements
4.2. Instrumente des CC-Konzeptes
4.2.1. Corporate Volunteering
4.2.2. Cause-Relates-Marketing
4.3. Das Potential der Instrumente
5. Schluß
5.1. Forschungsstand und Forschungsperspektive
5.2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen Ethikkonzepte durch das Modell des Corporate Citizenship (CC) erfolgreich in ihre Führungspraxis integrieren können, um den Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft zu begegnen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Verantwortung und ökonomische Interessen synergetisch miteinander verbunden werden können.
- Theoretische Grundlagen von Moral, Ethik und Unternehmensethik
- Abgrenzung und Definition von Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
- Kritische Analyse traditioneller versus moderner Engagement-Instrumente
- Diskussion von Instrumenten wie Corporate Volunteering und Cause-Related Marketing
- Bedeutung von Stakeholder-Beziehungen für die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3.2. Corporate Citizenship – Ethik in der Unternehmenspraxis
Wie ich oben bereits angedeutet habe wird CC konkreter. Andre Habisch sieht auch in der Verschiebung der Leitbegriffe von „Philanthropie Business Ethics, Social Responsibility, und Corporate Citizenship“ eine Entmoralisierung und stärkere Durchdringung der Sache (vgl. Habisch; a.a.O., S.44). Bei dem Wort Entmoralisierung wird der „homo moralis“ bestimmt aufspringen, weil es doch ein Indiz für das Scheitern der Integration von Ethik in ein ökonomisches Umfeld zu sein scheint. Aber dem ist; zumindest konzeptionell, nicht so. Im CC-Konzept stehen sich Ökonomie und Ethik nicht als zwei ausdifferenzierte Systeme gegenüber sondern vielmehr herrscht eine Zielharmonie. Der Diskurs im CC-Konzept wird unter dem Aspekt des „Business Case“ geführt. Also der Manager im Unternehmen ist sich durchaus der beträchtlichen Vorteile seines (moralischen) Handelns auf die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens bewusst und betrachtet das als selbstverständlich (ebd.). Ein weiterer Aspekt im CC-Konzept ist, das ethische Motive z. B. in der US-Kultur wie selbstverständlich moralisch begründet sind (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz ethischen Handelns in einer globalisierten Wirtschaft und Formulierung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffe: Theoretische Definition und Einordnung von Moral, Ethik, Wirtschaftsethik und Unternehmensethik.
3. Unternehmensethik als integriertes Managementkonzept: Untersuchung der Verbindung zwischen Unternehmensethik und Managementkonzepten wie Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship.
4. Die unternehmenspraktische Implementierung vom CC-Konzept: Analyse von Implementierungsmöglichkeiten, von traditionellen Spenden bis hin zu modernen Instrumenten wie Corporate Volunteering und Cause-Related Marketing.
5. Schluß: Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands sowie ein Fazit zur Zukunftsfähigkeit des Konzepts für die Unternehmenspraxis.
Schlüsselwörter
Unternehmensethik, Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility, Wirtschaftsethik, Stakeholder, Moral, Managementkonzept, Corporate Volunteering, Cause-Related Marketing, Globalisierung, soziale Verantwortung, unternehmerisches Bürgerengagement, Win-Win-Situation, Wettbewerbsfähigkeit, Betriebsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von Ethikkonzepten in die moderne Unternehmensführung unter besonderer Berücksichtigung des Corporate-Citizenship-Ansatzes.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Ethik, die praktische Umsetzung von gesellschaftlichem Engagement durch Unternehmen und die damit verbundenen ökonomischen Vorteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Potenziale und Instrumente aufzuzeigen, wie Unternehmen soziale Verantwortung effektiv implementieren und als Wettbewerbsfaktor nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor wählt einen unternehmenspraktischen Ansatz, der auf einer fundierten Literaturanalyse und der Diskussion aktueller Konzepte beruht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung von CC als Managementkonzept sowie die Analyse konkreter Instrumente wie Corporate Volunteering und Cause-Related Marketing.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Corporate Citizenship, Unternehmensethik, Stakeholder, soziale Verantwortung und der Business Case für ethisches Handeln.
Warum wird im CC-Konzept der Begriff des "Business Case" verwendet?
Der Begriff signalisiert, dass ethisches Handeln von Unternehmen nicht als bloße philanthropische Wohltätigkeit verstanden wird, sondern als strategische Entscheidung, die zur Wettbewerbsfähigkeit und Zielharmonie beiträgt.
Welchen Vorteil bietet das Instrument "Corporate Volunteering" konkret?
Es fördert soziale Kompetenzen bei Führungskräften und Mitarbeitern, verbessert die Unternehmenskultur und stärkt die Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber.
- Quote paper
- Burak Öztoprak (Author), 2006, Corporate Citizenship als Integrationskonzept zwischen Management und Unternehmensethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68205