Inmitten der Bergischen Landschaft findet sich in einem etwas weiteren Talgrund eine große,
gotische Kirche: der Altenberger Dom, der einem Kloster angegliedert ist. Einst war er das
Gotteshaus der Zisterzienser-Abtei Altenberg.
Die dreischiffige Basilika mit einem Querschiff weist eine stattliche Länge von rund 80
Metern auf. Der fünfschiffige Chor hat sieben polygonal zum Altar angeordnete
Chorkapellen und einen Chorumgang (s. Abb. 1). Die Scheitelhöhe der
Hochschiffgewölbe, die aus Kreuzrippen bestehen, beträgt 28 Meter. Alle drei Kirchenschiffe
sind zusammen 19,3 Meter breit. Weder Äußeres noch Inneres der Kirche sind aufwändig mit
Verzierungen geschmückt, entsprechend dem Lebensstil der Zisterzienser. Obwohl Licht
durch fast 70 Fenster in das Gotteshaus dringt, entsteht nicht der Eindruck eines
„Glashauses“ , wie es z.B. beim Aachener Münster der Fall ist. Die Helligkeit verkörpert viel
eher ein „inneres Drängen [der Zisterzienser-Mönche] nach der Klarheit Gottes“.
An die Kirche schlossen sich früher südlich das Kloster, Dormitorium, romanische Kapellen
und der Kreuzgang an. Heute werden die südlich des Domes noch bestehenden
Klostergebäude als Schulungsstätte des Bundes der katholischen Jugend genutzt; so wird die
geistige Tradition der früheren Abtei fortgesetzt. [...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Exkurs: Die Zisterzienser
III. Die Baugeschichte des Altenberger Doms
IV. Aussenansicht des Doms
V. Das Innere das Altenberger Doms
VI. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit widmet sich der historischen Bauentwicklung sowie der architektonischen und künstlerischen Ausgestaltung des Altenberger Doms. Ziel ist es, die spezifische Identität dieser gotischen Kirche im Kontext der zisterziensischen Ordensregeln und ihrer bewegten Baugeschichte zu beleuchten.
- Geschichte und Spiritualität des Zisterzienserordens
- Die chronologische Baugeschichte und bauliche Herausforderungen
- Architektonische Analyse der Außen- und Innenansicht
- Die Bedeutung der zisterziensischen Schlichtheit in der Architektur
- Kunsthistorische Einordnung der Fenster und Innenausstattung
Auszug aus dem Buch
Das Innere des Altenberger Doms
Geht man nun durch das schöne Westportal ins Innere des Doms, so erwartet einen ein prachtvoller Anblick. Man kann auch hier wieder am Gesamteindruck deutlich die Eigenständigkeit des zisterziensischen Baustils erkennen, obwohl einige Anregungen und Formen, wie einzelnes Stab- oder Maßwerk oder das Blattwerk um die Chorkapitelle, aus der Kölner Dombauhütte ent“liehen“ sind. Grundsätzlich ist der Altenberger Dom typisch für eine gotische Kirche: Er besitzt eine Arkadenzone, einen Obergaden mit Hochfenstern und ein Triforium (Laufgang), der rein architektonische Bedeutung hat und im Querschiff zweimal, an der Westseite einmal unterbrochen wird. Das Kreuzrippengewölbe ruht auf Pfeilern, die bis auf die der Vierung alle in Arkaden enden und die außerdem vorgestellte Dienste aufweisen.
Beim Eintreten fällt dem Betrachter die farbige Schlichtheit der Wände auf. Von den glattweißen, mit Kalkmilch übergestrichenen Wandflächen heben sich die Architekturgliederungen wie Pfeiler, Arkaden, Gurte und Rippen in hellem Grau hervor. In der Zeit von 1908 bis 1910 wurden viele Überreste der alten Bemalung aus dem 14./ 15. Jahrhundert gefunden, deren Charakteristik man heute aufgreift: sie war mehr Tönung als Malerei.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Eine erste Einführung in die Lage, die gotische Architektur und die ursprüngliche Nutzung als Zisterzienser-Abtei.
II. Exkurs: Die Zisterzienser: Erläuterung der Ordensgeschichte, der Bedeutung der Regula Benedicti und der Lebensweise der Mönche.
III. Die Baugeschichte des Altenberger Doms: Detaillierte Darstellung der Entstehung, der Zerstörungen durch Erdbeben und Kriege sowie der anschließenden Restaurierungsprozesse.
IV. Aussenansicht des Doms: Analyse der architektonischen Besonderheiten wie des fehlenden Westturms und der speziellen Fenster- und Strebegestaltung.
V. Das Innere das Altenberger Doms: Betrachtung der Innenarchitektur, der speziellen Säulen- und Kapitellgestaltung sowie der historischen Glasmalerei.
VI. Fazit: Zusammenfassende Würdigung des Doms als bedeutendes christliches Kulturerbe und Erläuterung aktueller Erhaltungsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Altenberger Dom, Zisterzienser, Gotik, Baugeschichte, Klosterkirche, Architektur, Grisaillemalerei, Westfenster, Marienverehrung, Ordensregeln, Sakralbau, Bergisches Land, Restaurierung, Kreuzrippengewölbe, Baudenkmal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche und architektonische Bedeutung des Altenberger Doms im Bergischen Land.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Geschichte des Zisterzienserordens, die Bauphasen des Doms und die kunsthistorische Analyse der baulichen Elemente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der Entwicklung des Doms unter Berücksichtigung der zisterziensischen Ordensideale.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptiv-historische Methode angewandt, die sich auf Literaturrecherchen und eine architekturgeschichtliche Analyse stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Baugeschichte, die Außenbetrachtung sowie die detaillierte Beschreibung des Innenraums und dessen Ausstattung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Begriffe wie Zisterzienser, Gotik, Sakralarchitektur, Grisaillemalerei und Denkmalpflege.
Warum besitzt der Altenberger Dom keinen Westturm?
Dies entspricht den strengen Ordensvorschriften der Zisterzienser, die auf repräsentative Glockentürme verzichteten, um ein Leben in Bescheidenheit zu führen.
Was zeichnet die Fenstergestaltung des Doms besonders aus?
Besonders hervorzuheben ist die 700 Jahre alte Grisaillemalerei, die strengen geometrischen Mustern folgt und weitgehend auf farbige Pracht verzichtet.
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- Anne Katrin Kaiser (Author), 2001, Der Altenberger Dom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6820