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'Handle frei nach deiner Bestimmung' oder 'Die Philosophie als Trösterin' - Eine Arbeit zu Boethius' Schrift "Trost der Philosophie"

Titre: 'Handle frei nach deiner Bestimmung' oder 'Die Philosophie als Trösterin' - Eine Arbeit zu Boethius' Schrift "Trost der Philosophie"

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: David Völker (Auteur)

Philosophie - Philosophie médiévale (env. 500-1350)
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Résumé Extrait Résumé des informations

Boethius hegt große Selbstzweifel und geht dem nahenden Tod nicht mit Freude entgegen. Er ist noch nicht bereit zu sterben. Um in Erfahrung zu bringen, was mit ihm passiert und warum er eigentlich in diese ausweglose Lage geraten ist, beginnt er ein Zwiegespräch mit seiner inneren Stimme und schreibt dieses als Dialog zwischen sich und der Philosophie nieder.
Boethius befindet sich in einer vergleichbaren Situation wie Sokrates kurz vor seinem Tod. Sokrates erzählt seinen Schülern von einem in der Vergangenheit stets wieder gekehrten Traum und seiner womöglich falschen Deutung. Hat Sokrates als Philosoph seine eigentliche Bestimmung verfehlt? Dieses ist wohl möglich, denn wie Sokrates betont, kann der Mensch nicht zu absoluter Gewissheit gelangen. Irren ist menschlich! Im Falle des Sokrates führt der vermeintliche Irrtum über die eigene Bestimmung in den Tod. Er geht diesen Irrweg jedoch konsequent bis zum „bitteren“ Ende und leert den Schierlingsbecher, als wäre es sein unabwendbares Schicksal. Zuvor hatte er sich mit der keineswegs überzeugenden Begründung, dass die Menschen gewissermaßen Eigentum der Götter seien und deren Entscheidungen nicht vorgreifen sollten, gegen eine Flucht entschieden. Schließlich hätten die Philosophen kein anderes Lebensziel als den Tod, weil dieser die Seele endgültig vom Leib und von dessen niederen Bedürfnissen trenne. Auf deren Befriedigung lege ein solcher Philosoph ja schon im Leben nur geringen Wert.
Auch Boethius ist einen Irrweg gegangen, jedoch unterscheidet sich sein Verhalten von dem des Sokrates. Im Gegensatz zu Sokrates stellt sich Boethius seiner inneren Stimme, die auch Sokrates hörte und die er sein daimonion nannte. Dabei erkennt Boethius zwar, was es bedeutet, ein wahrer Philosoph und gerechter Mensch zu sein, allerdings bleibt zu klären, ob und wenn ja, inwiefern er diese Erkenntnisse kurz vor seinem Tod in die (Lebens-)Praxis umzusetzen kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entstehungsbedingungen der Schrift Trost der Philosophie

2.1 Boethius´ Klage über das Übel der erfahrenen Ungerechtigkeit

2.2 Die Philosophie als sokratische Therapeutin im platonischen Dialog

2.3 Geistige Übungen in den Philosophenschulen der Antike

2.3.1 Die Schule der Stoiker

2.3.2 Die Schule der Epikureer

2.3.3 Das sokratische Gespräch im platonischen Dialog

2.3.4 Philosophie als Übung im Sterben

3 Die heilenden Argumente der Philosophie

3.1 Die Voraussetzung Gottes als höchste Glückseligkeit

3.2 Die Entscheidung zwischen wahrem und falschem Glück

3.3 Das Prinzip des Handelns

3.4 Willensfreiheit im Verhältnis zwischen Vorsehung und Schicksal

3.4.1 Die Unterscheidung von Vorsehung und Schicksal

3.4.2 Eine freie Entscheidung besteht in der relativen Unabhängigkeit vom zeitlich ausgedehnten Schicksal

4 Abschließende Bemerkung: Die Philosophie als ehrliche Trösterin

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schrift "Trost der Philosophie" von Boethius vor dem Hintergrund seiner persönlichen Lebenskrise im Gefängnis. Das Hauptziel der Arbeit ist es, die philosophische Methode der Selbsterkenntnis und der geistigen Übungen zu analysieren, um zu zeigen, wie Boethius durch einen platonisch inspirierten Dialog mit der personifizierten Philosophie versucht, Trost zu finden und eine neue Ausrichtung seiner Persönlichkeit vor seinem nahenden Tod zu erlangen.

  • Die literarische Form des platonischen Dialogs als Medium der Selbsterkenntnis.
  • Geistige Übungen der stoischen und epikureischen Tradition als therapeutische Mittel.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten der Philosophie bezüglich Gottes und der Glückseligkeit.
  • Das Spannungsverhältnis zwischen göttlicher Vorsehung und menschlicher Willensfreiheit.

Auszug aus dem Buch

2.3 Geistige Übungen in den Philosophenschulen der Antike

„Vor allem ist zu bedenken, daß nichts in diesem Buche als ´bloßer Gedanke´ gemeint ist, als leeres Erzeugnis eines Hirns. Jeder Gedanke ist vielmehr für Boethius an ein bestimmtes Sein im Denkenden gebunden, er setzt den Denkenden in ein Seinsverhältnis zu Wirklichkeiten und wirkt auf den Denkenden zurück, versetzt ihn auf höhere oder niedere Stufen des Seins. Und alles, was zwischen der Philosophie und ihrem Schüler vor sich geht, ist ein wirklicher Vorgang, worin Boethius, der sich am Anfang darstellt, verwandelt wird.“

Nach Friedrich Klingners Urteil hat Boethius keine an die Außenwelt gerichtete wissenschaftliche Arbeit verfasst. Es geht Boethius nicht darum, einzelne Gedanken wie ein Außenstehender als für ihn leere Erzeugnisse festzuhalten. Vielmehr versucht er, seinen Denkvorgang als beweglichen und dialektischen Denkprozess unter Einbezug seiner Gefühlswelt zu gestalten, indem er ihn in Form einer philosophischen Therapie auslebt und diese als Dialog unter stoisch-platonischem Einfluss niederschreibt. Der Sinn dieser geistigen Übung in Schriftform ist die Verwandlung, die ihn aus dem Zustand eines unechten, von Unbewusstheit verdunkelten und von Sorgen aufgezehrten Lebens zum Zustand eines echten Lebens führt, in dem er das Bewusstsein seiner selbst, die wahre Sicht der Welt, den Frieden und die innere Freiheit erlangt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die These auf, dass Boethius durch den platonischen Dialog Selbsterkenntnis sucht, und zieht Parallelen zwischen seiner Situation und der des Sokrates.

2 Die Entstehungsbedingungen der Schrift Trost der Philosophie: Dieses Kapitel erläutert die äußeren Umstände der Gefangenschaft und das Leiden des Boethius unter der erlebten Ungerechtigkeit, eingebettet in die Tradition geistiger Übungen.

3 Die heilenden Argumente der Philosophie: Dieses Kapitel analysiert den Hauptteil, in dem die Philosophie mittels logischer Argumente über Gott, Glück und Willensfreiheit eine Heilung des seelischen Zustands anstrebt.

4 Abschließende Bemerkung: Die Philosophie als ehrliche Trösterin: Dieses Fazit bewertet Boethius’ Weg zur Selbsterkenntnis und stellt fest, dass die Philosophie ihm zwar keine materielle Hoffnung, aber einen ehrlichen Trost bietet.

Schlüsselwörter

Boethius, Trost der Philosophie, Platonischer Dialog, Geistige Übungen, Selbsterkenntnis, Stoa, Epikureismus, Vorsehung, Schicksal, Willensfreiheit, Glückseligkeit, Sokratik, Therapeutische Philosophie, Gerechtigkeit, Lebenskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Boethius' Werk "Trost der Philosophie" als einen Prozess der therapeutischen Selbsterkenntnis, den er in einer persönlichen Lebenskrise während seiner Gefangenschaft durchläuft.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt Themen wie die philosophische Lebensform, die antiken geistigen Übungen, das Verhältnis zwischen göttlicher Vorsehung und menschlicher Freiheit sowie den Unterschied zwischen wahrem und falschem Glück.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Boethius die literarische Form des platonischen Dialogs nutzt, um sich mit seiner Lebenssituation auseinanderzusetzen und eine philosophische Transformation zu vollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, die die argumentativen Strukturen der "Trost der Philosophie" auf Basis antiker stoischer und platonischer Traditionen kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsbedingungen (biografischer Kontext) sowie eine eingehende Analyse der heilenden Argumente der Philosophie, insbesondere in Bezug auf Gottesbild, Schicksal und Willensfreiheit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören Boethius, Selbsterkenntnis, geistige Übungen, Willensfreiheit, Vorsehung und philosophische Therapie.

Inwiefern unterscheidet die Arbeit zwischen Sokrates und Boethius im Umgang mit dem Tod?

Die Arbeit stellt heraus, dass Sokrates den Schierlingsbecher als logische Konsequenz seines Lebens wählte, während Boethius die Angst vor dem Tod aktiv nutzt, um seine Persönlichkeit in einer letzten Entwicklungsphase neu auszurichten.

Wie definiert Boethius laut dieser Arbeit das "wahre Glück"?

Das wahre Glück wird als göttlich, unvergänglich, ganzheitlich und selbstgenügend definiert; es ist kein äußeres Gut wie Macht oder Reichtum, sondern ein innerer Zustand, der aus dem Einklang mit der göttlichen Vernunft resultiert.

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Résumé des informations

Titre
'Handle frei nach deiner Bestimmung' oder 'Die Philosophie als Trösterin' - Eine Arbeit zu Boethius' Schrift "Trost der Philosophie"
Université
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Cours
Aurelius Augustinus - Die Frage nach der Zeit
Note
1,3
Auteur
David Völker (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
26
N° de catalogue
V68211
ISBN (ebook)
9783638606851
ISBN (Livre)
9783638774000
Langue
allemand
mots-clé
Handle Bestimmung Philosophie Trösterin Eine Arbeit Boethius Schrift Trost Philosophie Aurelius Augustinus Frage Zeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
David Völker (Auteur), 2004, 'Handle frei nach deiner Bestimmung' oder 'Die Philosophie als Trösterin' - Eine Arbeit zu Boethius' Schrift "Trost der Philosophie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68211
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Extrait de  26  pages
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