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Verwaltungsmodernisierung aus der Machtperspektive

Title: Verwaltungsmodernisierung aus der Machtperspektive

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christian Vögtlin (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Verkrustete bürokratische Strukturen und der ineffiziente Aufbau der öffentlichen Verwaltung machten eine Reform in vielen Industriestaaten nötig. Die Verwaltungsmodernisierung ist mittlerweile in den meisten Ländern weit fortgeschritten und nun folgen wissenschaftliche Analysen, die die Reformen und ihre Umsetzung bewerten und theoretische Modelle zur Erklärung bereitstellen. Vor dem Hintergrund des Seminarthemas: „Mikropolitik - Machtprozesse in Organisationen“ wurde die Verwaltungsreform aus mikropolitischer Perspektive betrachtet. Mithilfe der strategischen Organisationsanalyse sind in einer Studie von Bogumil und Kißler 1 die Machtprozesse während des Modernisierungsprozesses dargestellt worden. Von dieser Studie ausgehend versucht der vorliegende Bericht zu zeigen, welche Implikationen sich aus der Vernachlässigung mikropolitischer Machtprozesse für die Umsetzung der New Public Management-Reformen ergeben haben. An die Analyse der Umsetzungsprobleme schließt sich eine Handlungsempfehlung für zukünftige Reformen und der Hinweis auf die Beachtung der strategischen Organisationsanalyse bei supra-organisationalen Reformen an. Der Bericht ist wie folgt gegliedert: zu Beginn wird das Konzept des New Public Management erläutert und auf seine spezifische Ausgestaltung in Deutschland, in Form des Neuen Steuerungsmodells, eingegangen (Kapitel 2). Anschließend wird die Verwaltungsreform unter machtpolitischen Aspekten betrachtet und dabei die Grundbegriffe der strategischen Organisationsanalyse dargestellt (Kapitel 3). Im Mittelpunkt des 4. Kapitels steht die Studie von Bogumil und Kißler. Dabei werden die verwendeten Begriffe definiert, der Reformprozess aus der Sicht der Autoren analysiert und ihre Ergebnisse dargestellt. Im letzten Abschnitt (Kapitel 5) wird auf die Vernachlässigung der strategischen Organisationsanalyse bei der Einführung des New Public Management eingegangen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. New Public Management und das Neue Steuerungsmodell

2.1. Managerialisums

2.2 Public Choice-Ansatz

2.3 Reform in Deutschland

3. Verwaltungsreform aus der Machtperspektive

3.1 Mikropolitik und Macht – die strategische Organisationsanalyse

4. Rekonstruktion der Verwaltungsmodernisierung als Machtspiel nach Bogumil und Kißler

4.1 Analyse des Reformprozesses

4.2 Ergebnisse der Studie in drei Kommunalverwaltungen

4.2.1 Routinespiele

4.2.2 Innovationsspiele

4.3 Kritische Betrachtung der Studie von Bogumil/ Kißler

5. Vernachlässigung der strategischen Organisationsanalyse bei der Einführung des NPM

5.1 Berücksichtung mikropolitischer Prozesse bei zukünftigen Reformen

5.2 Übertragen der Handlungslogiken auf die supra- organisationale Ebene

5.3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verwaltungsmodernisierung im Rahmen des New Public Management aus einer mikropolitischen Machtperspektive, um zu analysieren, warum Reformen in der Praxis häufig auf Umsetzungsschwierigkeiten stoßen.

  • Analyse mikropolitischer Machtprozesse in Organisationen
  • Grundlagen des New Public Management und Neuen Steuerungsmodells
  • Anwendung der strategischen Organisationsanalyse auf Reformprozesse
  • Untersuchung von Machtspielen (Routinespiele vs. Innovationsspiele)
  • Identifikation von Faktoren für das Gelingen oder Scheitern von Reformen

Auszug aus dem Buch

3.1 Mikropolitik und Macht – die strategische Organisationsanalyse

Im folgenden Abschnitt werden die Grundbegriffe der strategischen Organisationsanalyse vorgestellt. Diese Begriffe sind für das Verständnis der später zu betrachtenden Studie nötig. Die Definitionen von Mikropolitik, Macht und Spiel ermöglichen den Zugang zur kritischen Betrachtung des NPM-Konzeptes.

Mikropolitik wird nach Ortmann und Küpper als „organisationale Innenpolitik“ (Ortmann 1992:18) verstanden. Es geht um politisches Handeln in Organisationen. Untersucht wird, wie nichtökonomische Entscheidungen um Macht und Ressourcen getroffen werden. Die strategische Organisationsanalyse rekonstruiert dabei die Entscheidungen aus der mikropolitischen Perspektive. Der Akteur bestimmt das organisationale Handeln. Überlegungen zur Strategie des Akteurs bilden die Grundlage zur Analyse von Organisationsphänomenen und sind Ausgangspunkt dieser theoretischen Sichtweise (Crozier/ Friedberg 1993:39).

Aus der Sicht der strategischen Organisationsanalyse ist die Kommunalverwaltung als Organisation das „Spielfeld“, in dem die verschiedenen Akteure im Zuge des Modernisierungsprozesses ihre Interessen mit Hilfe der ihnen zur Verfügung stehenden Machtpotentiale durchzusetzen versuchen (Bogumil/ Schmid 2001:112). Macht definiert sich nach Crozier und Friedberg über die Kontrolle von Unsicherheitszonen, durch die ein Akteur den Handlungsspielraum eines anderen Individuums einschränken kann und sich so einen Vorteil in der Verhandlungsbeziehung verschafft. Die Unsicherheitszone muss dabei einen Bezug zum Verhandlungsproblem, bzw. zur Tauschbeziehung haben um Relevanz zu erlangen. Macht ist keine auf eine Person festgeschriebene Eigenschaft, sondern soziales Handeln, da eine Beziehung zwischen zwei Parteien immer Austausch und gegenseitige Anpassung voraussetzt (Crozier/ Friedberg 1993:39ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Verwaltungsreform aus mikropolitischer Sicht und untersucht, welche Folgen die Vernachlässigung dieser Machtprozesse für die Umsetzung des New Public Management hat.

2. New Public Management und das Neue Steuerungsmodell: Es werden die theoretischen Grundlagen des NPM, insbesondere der Managerialismus und der Public Choice-Ansatz, sowie die spezifische Ausgestaltung als Neues Steuerungsmodell in Deutschland erläutert.

3. Verwaltungsreform aus der Machtperspektive: Dieses Kapitel führt in die strategische Organisationsanalyse ein und definiert zentrale Begriffe wie Mikropolitik, Macht und das Spielkonzept.

4. Rekonstruktion der Verwaltungsmodernisierung als Machtspiel nach Bogumil und Kißler: Auf Basis einer Studie in drei Kommunen werden die verschiedenen Machtspiele (Routinespiele und Innovationsspiele) während des Reformprozesses analysiert.

5. Vernachlässigung der strategischen Organisationsanalyse bei der Einführung des NPM: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Ignoranz gegenüber Machtaspekten bei Reformen und gibt Handlungsempfehlungen für zukünftige Prozesse.

Schlüsselwörter

Verwaltungsmodernisierung, New Public Management, Neues Steuerungsmodell, Mikropolitik, Machtprozesse, Strategische Organisationsanalyse, Routinespiele, Innovationsspiele, Kommunalverwaltung, Reformprozess, Akteursstatus, Regelungskompetenz, Machtbeziehungen, Change Management, Organisationswandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Verwaltungsmodernisierung im Zuge des New Public Management und untersucht diese aus einer mikropolitischen Perspektive, insbesondere durch die Analyse von Machtprozessen innerhalb von Organisationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Ansätze des NPM, die strategische Organisationsanalyse nach Crozier und Friedberg sowie die Rekonstruktion von Verwaltungsreformen als Machtspiele zwischen verschiedenen Akteuren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Implikationen die Vernachlässigung mikropolitischer Machtprozesse für die Umsetzung von Reformen hat und Handlungsempfehlungen für künftige Reformvorhaben zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die strategische Organisationsanalyse und nutzt als empirische Grundlage die Ergebnisse der Studie von Bogumil und Kißler über Reformen in drei Kommunalverwaltungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des NPM-Konzepts, die Einführung der mikropolitischen Theorie, die Analyse von Reformprozessen als „Spiele“ (Routinespiele vs. Innovationsspiele) und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Befunden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Verwaltungsmodernisierung, Mikropolitik, Machtspiele, strategische Organisationsanalyse, Routinelogik und Innovationslogik.

Wie unterscheiden sich Routinespiele von Innovationsspielen?

Routinespiele dienen der Aufrechterhaltung des Status quo und der Prozessbeherrschung, während Innovationsspiele auf eine Neuverteilung von Ressourcen und die Etablierung neuer Regeln abzielen, um organisationalen Wandel zu ermöglichen.

Warum scheitern viele Reformen laut der Arbeit?

Reformen scheitern häufig, weil sie zwar strukturelle Änderungen anstreben, aber das mikropolitische Handeln der Akteure – also den Kampf um Macht, Ressourcen und Aufstieg – ignorieren und somit den Widerstand gegen den Wandel unterschätzen.

Welche Bedeutung haben „Unsicherheitszonen“ in diesem Kontext?

Unsicherheitszonen sind Bereiche, die ein Akteur kontrolliert und durch die er den Handlungsspielraum anderer einschränken kann, was ihm in einer Verhandlungsbeziehung einen machtpolitischen Vorteil verschafft.

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Details

Title
Verwaltungsmodernisierung aus der Machtperspektive
College
University of Constance
Course
Mikropolitik - Machtprozesse in Organisationen
Grade
2,3
Author
Christian Vögtlin (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V68228
ISBN (eBook)
9783638606950
Language
German
Tags
Verwaltungsmodernisierung Machtperspektive Mikropolitik Machtprozesse Organisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Vögtlin (Author), 2005, Verwaltungsmodernisierung aus der Machtperspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68228
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