In vielen sozialen Bereichen, wie unter anderem der Altenhilfe, stehen sich Kostenträger und Leistungserbringer in Kampfhaltung gegenüber. Die eine Seite fordert höhere Pflegesätze und bessere Personalschlüssel, die andere Seite kann oder will diesen Forderungen nicht entsprechen. Hier müssen zwar Lösungen gefunden werden, wie ein Kompromiss zustande kommen kann und die Arbeitsbedingungen human bleiben oder werden, aber trotzdem müssen die Einrichtungen sich auch selbst um ihre Konkurrenzfähigkeit kümmern. So ist die Personalentwicklung eines der möglichen Mittel, um die Qualität der Arbeit unter Berücksichtigung der Mitarbeiter zu steigern. Innerhalb der Personalentwicklung und der Corporate Identity soll in dieser Arbeit der Blick dezidiert auf den Kommunikationsprozess gerichtet werden. Dabei soll eine Auswahl an Mitteln vorgestellt werden. Anhand eines Beispiels - das des Luise-Schleppe-Hauses, einer Altenhilfeeinrichtung in Stuttgart - soll praktisch untersucht werden, wie ein Einsetzen von Maßnahmen im Praktischen aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Kommunikation als Bestandteil der Corporate Identity
1.1 Das Unternehmenserscheinungsbild
1.2. Das Unternehmensverhalten
1.3 Die Unternehmenskommunikation
2. Unternehmenskommunikation – Die Theorie
2.1 Die innere Kommunikation
2.2 Die äußeren Kommunikation
3. Kommunikation in der Praxis – Luise-Schleppe-Haus
3.1 Portrait der Einrichtung
3.2 Kommunikation zwischen den Kollegen
3.3 Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern
3.4 Mitarbeitergespräche
3.5 Veranstaltungen mit und für Mitarbeiter
4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Kommunikationsprozess als zentralen Bestandteil der Personalentwicklung und Corporate Identity in sozialen Einrichtungen. Anhand des Luise-Schleppe-Hauses in Stuttgart wird analysiert, wie spezifische Kommunikationsmaßnahmen praktisch umgesetzt werden können, um die Einrichtungsqualität zu steigern.
- Corporate Identity (CI) in sozialen Organisationen
- Theoretische Grundlagen innerer und äußerer Kommunikation
- Praxisbeispiel: Luise-Schleppe-Haus
- Methoden der Mitarbeiterführung und -pflege
- Verbesserung der internen Kommunikation und Teamkultur
Auszug aus dem Buch
3.1 Portrait der Einrichtung
Das Luise-Schleppe-Haus und Schloss, dessen Träger die Evangelische Altenheimat (gegründet 1874 als Dienstbotenheimat) ist, sind zusammen eine Altenwohnanlage, eingebettet in den Stadtkern von Stuttgart-Stammheim. Die „Stiftung Evangelische Altenheimat“ kümmert sich ambulant und stationär um pflegebedürftige Menschen. Im Luise-Schleppe-Haus wohnen 85 Frauen und Männer in drei Wohneinheiten. 37 betreute Wohnungen im Luise-Schleppe-Haus und weitere 40 Wohneinheiten im Stadtteil sind der Wohnanlage angeschlossen. Insgesamt sind 85 Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit den Bewohnerinnen tätig. Vor einigen Jahren war das Heim das letzte im Ranking der Altenhilfe in Stuttgart. Nun haben die Mitarbeiter den deutschlandweiten Preis „Pflege den Pflegenden“ gewonnen, was bedeutet, dass ihre Personalentwicklung (und damit der Kommunikationsprozess) vorbildlich ist. Die Stiftung Evangelische Altenheimat ist nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert, es ist also ein lernendes Unternehmen. Das heißt, dieses Unternehmen befindet sich im ständigen Wandel, sucht kontinuierlich nach Verbesserungsmöglichkeiten und setzt dies in die Tat um, um konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben.
So ist sich die Leitung dessen sehr bewusst, wenn sie in Bezug auf die innere Kommunikation betont: „Die Basis einer guten Atmosphäre: gute Kommunikation. (...) So stehen für unsere MitarbeiterInnen Teampflege, Selbstmanagement und das Wohlbefinden für sie selbst und unsere BewohnerInnen im Vordergrund“ (Altenpflegepreis-Broschüre).
Für diesen Praxisteil wurden der Heimleiter Cornelius Kraus und die Altenpflegehelferin Antonella Micolani interviewt.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Spannungsfelder zwischen Kostenträgern und sozialen Einrichtungen und begründet die Notwendigkeit einer strategischen Personalentwicklung und Kommunikation.
1. Kommunikation als Bestandteil der Corporate Identity: Dieses Kapitel definiert Corporate Identity und unterteilt sie in Erscheinungsbild, Verhalten und Kommunikation.
2. Unternehmenskommunikation – Die Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der internen und externen Kommunikation mit Fokus auf Instrumente wie Mitarbeitergespräche erläutert.
3. Kommunikation in der Praxis – Luise-Schleppe-Haus: Dieses Kapitel untersucht die praktische Anwendung von Kommunikationsmaßnahmen in einem konkreten Altenpflegeheim in Stuttgart.
4. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass ein strukturierter Kommunikationsprozess die Arbeitsqualität verbessert, jedoch an die Möglichkeiten der Einrichtung angepasst werden sollte.
Schlüsselwörter
Sozialmanagement, Kommunikation, Corporate Identity, Personalentwicklung, Altenhilfe, Mitarbeiterführung, Unternehmenskommunikation, Mitarbeitergespräche, Teampflege, Organisationskultur, Qualitätsmanagement, Luise-Schleppe-Haus, Führungskultur, Feedbackkultur, interne Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung systematischer Kommunikationsprozesse innerhalb sozialer Einrichtungen, um sowohl die Arbeitsqualität als auch die interne Unternehmenskultur nachhaltig zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Corporate Identity, Personalentwicklung, Mitarbeiterführung und der praktische Kommunikationsaustausch innerhalb einer Altenpflegeeinrichtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Kommunikationsprozess als Steuerungsinstrument für ein lernendes Unternehmen zu identifizieren und dessen praktische Umsetzung beispielhaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse zum Thema Corporate Communications und einer praxisorientierten Fallstudie (Luise-Schleppe-Haus) inklusive Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der internen/externen Kommunikation und die detaillierte Analyse der Kommunikationspraxis im Luise-Schleppe-Haus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Sozialmanagement, Personalentwicklung, Corporate Identity und interne Kommunikation geprägt.
Warum ist das "Eisbergmodell" für das Luise-Schleppe-Haus relevant?
Das Modell wird genutzt, um die kulturellen Hintergründe der Mitarbeiterschaft besser zu verstehen und Vorurteile in der internen Kommunikation abzubauen.
Wie trägt die "Führungspyramide auf dem Kopf" zur Kommunikation bei?
Durch die Umkehrung der Hierarchie stehen die Mitarbeiter in der direkten Arbeit am Kunden im Fokus, was die Kommunikation flacher gestaltet und die Eigenverantwortung stärkt.
- Quote paper
- Heidi Christina Kohlstock (Author), 2003, Der Kommunikationsprozess in sozialen Einrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68230