Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt hat sich gravierend verschärft. Seit Beginn der 90er Jahre klettern die Arbeitslosenquoten von einem historischen Höchststand zum nächsten. Arbeitslosigkeit ist in der heutigen Zeit für das Bewusstsein des Menschen eine unangenehme Zeiterscheinung, die eng mit der viel gepriesenen besseren Lebensqualität verbunden ist.
Ausgerechnet in der Bundesrepublik, in der bis in die 1970er Jahre hineinVollbeschäftigungherrschte, werden Monat für Monat Arbeitslosenzahlen gemeldet, die in dieser Höhe seit Ende des Krieges nicht mehr registriert wurden. Sogar die Vormachtstellung als wirtschaftliche Lokomotive Europas hat Deutschland abgeben müssen und erreicht indessen lediglich einen der letzten Plätze im EU-Vergleich der Arbeitslosenquoten. Dies gefährdet nicht nur die Gesellschaftsordnung, sondern führt mitunter auch zu sozialen Spannungen. Die daraus resultierende Belastung für den Staat sowie das ungenutzte „human ressources“ und die negativen Folgen für die betreffenden Personen zwingen zu praktikablen Lösungen, die Abhilfe schaffen.
Inhaltsverzeichnis
0 EINLEITUNG
1 ERKLÄRUNGEN UND DEFINITION
2 TYPISIERUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT
2.1 Friktionelle Arbeitslosigkeit
2.2 Saisonale Arbeitslosigkeit
2.3 Strukturelle Arbeitslosigkeit
2.4 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
3 ANGEBOT UND NACHFRAGE AUF DEM ARBEITSMARKT
4 RÜCKBLICK AUF DIE ENTWICKLUNG DER ERWERBSTÄTIGKEIT UND DER ARBEITSLOSIGKEIT
4.1 Die Phasen der Arbeitslosigkeit
4.2 Die Arbeitslosigkeit nach der Wiedervereinigung
5 DAS PROFIL DER ARBEITSLOSIGKEIT
5.1 Regionen
5.1.1 Arbeitslosenstruktur in Westdeutschland
5.1.2 Arbeitslosenstruktur in Ostdeutschland
5.1.3 Ursachen der regionalen Unterschiede
5.2 Jüngere und Ältere
5.3 Qualifikation
5.4 Frauen und Männer
5.5 Ausländer
5.6 Behinderte
6 BESCHÄFTIGUNGSSICHERUNG UND MEHRBESCHÄFTIGUNG DURCH ARBEITSZEITPOLITIK - ZWISCHENSTUFEN ZWISCHEN ARBEITSLOSIGKEIT UND ERWERBSTÄTIGKEIT
6.1 Teilzeitarbeit
6.2 Atypische Beschäftigungsformen
6.2.1 Geringfügig Beschäftigte
6.2.2 Befristet Beschäftigte
6.2.3 Leiharbeit
6.2.4 Scheinselbstständigkeit
7 URSACHEN VON ARBEITSLOSIGKEIT UND UNGLEICHEN ERWERBSCHANCEN - ARBEITSMARKT- UND BESCHÄFTIGUNGSTHEORIEN
7.1 Der ökonomische Ansatz – zwischen Balance, Politik und Marktstrategien
7.1.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
7.1.2 Keynes´sche Arbeitsmarkttheorie
7.1.3 Humankapitaltheorie
7.2 Segmentationstheorien
8 FOLGEN DER ARBEITSLOSIGKEIT
8.1 Finanzielle Folgen
8.2 Soziale und psychische Folgen
8.3 Gesundheitliche Einschränkung
9 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Arbeitslosigkeit in Deutschland mit einem Fokus auf deren theoretische Hintergründe, die vielfältigen Ursachen sowie die gravierenden sozialen und gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen. Dabei wird analysiert, wie sich der deutsche Arbeitsmarkt über die Jahrzehnte entwickelt hat und welche Personengruppen besonders von Arbeitslosigkeit bedroht sind.
- Typisierung der verschiedenen Formen von Arbeitslosigkeit
- Entwicklungsphasen der Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit in Deutschland
- Analyse spezifischer Problemgruppen und regionaler Disparitäten
- Theoretische Ansätze zur Erklärung von Arbeitslosigkeit und Beschäftigungschancen
- Soziale, psychische und gesundheitliche Konsequenzen der Erwerbslosigkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Strukturelle Arbeitslosigkeit
Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist auf Veränderungen in der Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur zurückzuführen. Sie entsteht unabhängig von konjunkturellen Schwankungen, vielmehr durch Schrumpfungsprozesse in einzelnen Wirtschaftszweigen, die Auswirkungen auf das Stellenangebot haben, zu Entlassungen und damit auch zu Unterbeschäftigung führen. Davon können unter Umständen ganze Regionen betroffen sein (Ungleiche Entwicklung einzelner Wirtschaftsräume). Strukturelle Arbeitslosigkeit kann aber auch durch Disproportionen zwischen dem Stellenangebot des Arbeitsmarktes und der Berufsstruktur des vorhandenen Arbeitspotentials sein. Da die Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen nicht schnell wirksam sind, ist diese Art meist längerfristig. Eng verbunden mit dem Begriff der strukturellen Arbeitslosigkeit ist die sog. „Mismatch-Problematik“. Obwohl rein rechnerisch viele offene Stellen für Arbeitslose vorhanden wären, können diese nicht besetzt werden, da bei „einem erfolgreichen Zusammentreffen“ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer „Profildiskrepanzen“ hinsichtlich regionaler oder qualifikatorischer Komponenten auftreten. Das heißt, dass Arbeitslose falsche bzw. zu geringe Qualifikationen aufweisen als es die offenen Stellen erfordern bzw. die Arbeitnehmer in anderen Regionen wohnen und nicht mobil sind. Diese Art der Arbeitslosigkeit wird stets problematischer, da der „Wandel der Arbeitswelt im Zuge des technischen Fortschritts und der Globalisierung“ weiter voranschreitet.
Zusammenfassung der Kapitel
0 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Verschärfung der Lage am deutschen Arbeitsmarkt seit den 90er Jahren und führt in die zentralen Dimensionen der Arbeit sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
1 ERKLÄRUNGEN UND DEFINITION: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Erwerbslosigkeit und Arbeitslosigkeit und erläutert statistische Abgrenzungen sowie die Bedeutung von Vollbeschäftigung.
2 TYPISIERUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT: Hier werden die verschiedenen Formen der Arbeitslosigkeit, insbesondere die friktionelle, saisonale, strukturelle und konjunkturelle Arbeitslosigkeit, systematisch klassifiziert.
3 ANGEBOT UND NACHFRAGE AUF DEM ARBEITSMARKT: Das Kapitel behandelt die Bestimmungsfaktoren der Beschäftigungsnachfrage und des Arbeitskräfteangebots im gesamtwirtschaftlichen Kontext.
4 RÜCKBLICK AUF DIE ENTWICKLUNG DER ERWERBSTÄTIGKEIT UND DER ARBEITSLOSIGKEIT: Es erfolgt eine historische Einordnung der Beschäftigungsentwicklung in der Bundesrepublik, unterteilt in verschiedene Phasen seit 1949 sowie nach der Wiedervereinigung.
5 DAS PROFIL DER ARBEITSLOSIGKEIT: Dieses Kapitel analysiert spezifische Risikogruppen (Regionen, Jüngere/Ältere, Qualifikation, Frauen/Männer, Ausländer, Behinderte) hinsichtlich ihres Arbeitslosigkeitsrisikos.
6 BESCHÄFTIGUNGSSICHERUNG UND MEHRBESCHÄFTIGUNG DURCH ARBEITSZEITPOLITIK - ZWISCHENSTUFEN ZWISCHEN ARBEITSLOSIGKEIT UND ERWERBSTÄTIGKEIT: Das Kapitel untersucht den Wandel weg vom Normalarbeitsverhältnis hin zu atypischen Beschäftigungsformen wie Teilzeitarbeit, Leiharbeit und geringfügiger Beschäftigung.
7 URSACHEN VON ARBEITSLOSIGKEIT UND UNGLEICHEN ERWERBSCHANCEN - ARBEITSMARKT- UND BESCHÄFTIGUNGSTHEORIEN: Es werden ökonomische Theorien (Neoklassik, Keynes) und Segmentationstheorien gegenübergestellt, um die tieferliegenden Ursachen von Arbeitslosigkeit zu erklären.
8 FOLGEN DER ARBEITSLOSIGKEIT: Die Analyse konzentriert sich auf die finanziellen Folgen für Betroffene sowie die sozialen, psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen des Arbeitsplatzverlustes.
9 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen des deutschen Arbeitsmarktes unter demographischen Gesichtspunkten.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Erwerbslosigkeit, Arbeitsmarkt, Vollbeschäftigung, Arbeitslosenquote, Langzeitarbeitslosigkeit, Strukturwandel, Humankapitaltheorie, Segmentationstheorien, prekäre Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, Teilzeitarbeit, soziale Ungleichheit, Armutsrisiko, Qualifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende soziologische und ökonomische Analyse des Phänomens Arbeitslosigkeit in Deutschland, inklusive ihrer Theorien, Ursachen und Folgen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Typisierung von Arbeitslosigkeit, die historische Entwicklung am Arbeitsmarkt, die Analyse von Risikogruppen, atypische Beschäftigungsformen sowie theoretische Erklärungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Mechanismen der Arbeitslosigkeit zu schaffen, die Disparitäten zwischen verschiedenen sozialen Gruppen aufzuzeigen und die Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und ökonomischer Theorien sowie die Auswertung statistischer Datenmaterialien, um die Thematik problemorientiert aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Arbeitsmarktsituation, die detaillierte Untersuchung spezifischer Problemgruppen (wie Ausländer, Behinderte, Qualifizierte) und die Erörterung theoretischer Ansätze zur Ursachenforschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Arbeitslosenquote, Strukturwandel, prekäre Beschäftigung, Humankapital, Segmentationstheorien und soziale Disparitäten aus.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Qualifikation?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Qualifikation als entscheidendes Humankapital fungiert; eine geringe Qualifikation erhöht das Risiko marginalisiert zu werden und langfristig arbeitslos zu bleiben erheblich.
Welche Rolle spielt die Wiedervereinigung für die aktuelle Situation?
Die Wiedervereinigung wird als Zäsur betrachtet, die durch den Zusammenbruch ostdeutscher Produktionsstrukturen und den daraus resultierenden Beschäftigungsabbau zu einer dauerhaften regionalen Disparität geführt hat.
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- Markus Schlupf (Author), 2006, Soziale Ungleichheiten durch Arbeitslosigkeit - Theorien - Ursachen - Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68239