Nach einer Erläuterung des Begriffs Aikido und einem Exkurs zur Geschichte, schreibt Christian Drollmann sehr persönlich über seine Erfahrung mit der Selbstverteidigungskunst Aikido. Dabei zieht er Parallelen zur Lerntheorie und Individualpsychologie Adlers. Im zweiten Teil der Arbeit steht der wechselseitige Zusammenhang zwischen motorischer und psychischer Entwicklung des Menschen im Mittelpunkt. Erfahrungen mit martial arts in der Sonderpädagogik und im Konfliktmanagement können ohne weiteres auf die soziale Arbeit übertragen werden.
Sein Schlusswort wirkt auf den Leser eventuell befremdlich, zeugt aber von Drollmanns tiefer Überzeugung mit Harmonie (Ai) und Energie (Ki) den richtigen Weg (Do) gehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
ÜBERBLICK
1. WAS IST AIKIDO?
1.1. Annäherung
1.2. „Ai“, „Ki“ und „Do“
1.3. Exkurs: Geschichte des Aikido
2. PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN, ERKENNTNISSE UND REFLEKTIONEN
3. BEWEGUNGSPÄDAGOGIK, JUDO, AIKIDO
3.1. Bewegungspädagogik
3.2. Judo
3.3. Aikido
3.3.1. Aikido im Konfliktmanagement
3.3.2. Andere hochmoderne Aikido-Anwendungen
4. RESÜMME
5. SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, ob und inwiefern Aikido als Methode in der sozialen Arbeit, insbesondere im pädagogischen Kontext, Anwendung finden kann oder bereits genutzt wird. Dabei steht nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund, sondern das Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung, Gewaltprävention und zur Förderung sozialer Kompetenzen durch das Training.
- Grundlagen und Philosophie des Aikido
- Verknüpfung von Bewegungspädagogik und Kampfkunst
- Aikido als Methode im Konfliktmanagement
- Förderung von Empathie und sozialem Verhalten durch Rollenwechsel
- Übertragbarkeit von Trainingserfahrungen auf den Alltag
Auszug aus dem Buch
1.1. Annäherung
Aikido ist eine moderne Kampfkunst, in der Selbstverteidigungs techniken geübt werden. Körperliche Kraft spielt eine absolut untergeordnete Rolle. Trainiert wird meist paarweise, wobei die Partner bei jeder neuen Übung gewechselt werden. Die Gruppen lassen sich gut heterogen aus älteren und jüngeren Teilnehmern, Frauen, Männern, Anfängern und Fortgeschrittenen zusammensetzen. Ein Großteil besteht aus Techniken mit leerer Hand, also ohne Waffen. Ein weiterer Teil beinhaltet Schwert-, Stock- und Messertechniken, wobei es auch verschiedene Kombinationen gibt. Nicht zuletzt wird –meist in der Aufwärmphase- einige Zeit mit allgemeiner und spezieller Gymnastik so wie mit Atemübungen und Übungen zur Konzentration verbracht.
Jeweils zu Beginn und Ende des Trainings wird kollektiv ein kleines Verbeugungs-Ritual durchgeführt. Während der ganzen Zeit, die auf der Matte verbracht wird, ist eine gewisse Etikette zu beachten. Diese war in Japan wesentlich strenger einzuhalten, als dies hier und heute der Fall ist. Eine Besonderheit die das Aikido von den meisten anderen Kampf-Künsten unterscheidet ist, dass keine Wettkämpfe durchgeführt werden. Wohl schon alleine dadurch entwickelt sich eine weniger konkurrierende Situation zwischen den Einzelnen als bei anderen (Wett-)kampfsportarten. Auch gibt es für die unterschiedlichen Graduierungen keine farbigen Gürtel, was gut zu dem Selbstverständnis passt, dass im Zweifelsfall alle Anfänger sind.
Andererseits gibt es im Aikido aber auch eine den Graduierungen folgende Hierarchie, die dazu führt, dass jeder weiß, wo er steht. Ein anderer Unterschied ist, dass die meisten Aikidotechniken im Vergleich zu „abgehackten“ Techniken anderer Kampfstile „rund“ sind und viele Hebel statt gegen die mit der natürlichen Bewegungsrichtung der Körpergelenke ausgeführt werden. Die Angriffe werden nicht abgeblockt, sondern die Angriffsenergie wird umgelenkt bzw. ins Leere laufen gelassen.
Zusammenfassung der Kapitel
ÜBERBLICK: Einführung in die Fragestellung und den strukturellen Aufbau der Hausarbeit.
1. WAS IST AIKIDO?: Definition der Kampfkunst, Erläuterung der Begriffe „Ai“, „Ki“, „Do“ sowie eine historische Einordnung durch den Begründer Morihei Ueshiba.
2. PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN, ERKENNTNISSE UND REFLEKTIONEN: Reflexion über die eigene Aikido-Praxis, die Wirkungen auf das Körperbewusstsein und die Bedeutung von Kooperation statt Konkurrenz.
3. BEWEGUNGSPÄDAGOGIK, JUDO, AIKIDO: Theoretische Fundierung des Nutzens von Bewegung für die pädagogische Arbeit und Analyse von Aikido sowie Judo als Mittel zur Verhaltensänderung.
4. RESÜMME: Zusammenfassende Bewertung der pädagogischen Effektivität von Aikido als handlungsorientiertes System.
5. SCHLUSSWORT: Abschließende Gedanken zur Notwendigkeit der Integration von Aikido in soziale Arbeitsfelder und dem Wunsch nach mehr Harmonie.
Schlüsselwörter
Aikido, Soziale Arbeit, Pädagogik, Kampfkunst, Konfliktmanagement, Psychomotorik, Bewegungspädagogik, Persönlichkeitsentwicklung, Gewaltprävention, Kooperation, Selbstverteidigung, Empathie, Körperbewusstsein, Morihei Ueshiba, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Aikido als pädagogische Methode und Werkzeug in der sozialen Arbeit zur Persönlichkeits- und Sozialkompetenzentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Aikido-Grundlagen, die Verknüpfung von körperlicher Bewegung mit psychischer Reifung sowie praktische Anwendungsbereiche wie Konfliktmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll analysiert werden, ob und wie Aikido in der sozialen Arbeit eingesetzt werden kann, um gewaltpräventiv und bildend zu wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Literaturanalyse in Verbindung mit persönlichen Reflexionen und Erfahrungen aus seiner eigenen fünfjährigen Aikido-Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Verankerung (Bewegungspädagogik), einem Vergleich mit Judo sowie konkreten Ansätzen zur Gewaltprävention und Führungskräfteentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Aikido, Soziale Arbeit, Pädagogik, Konfliktmanagement, Gewaltprävention und Kooperation.
Warum betont der Autor die Bedeutung des Rollenwechsels im Training?
Der ständige Rollenwechsel zwischen Angreifer und Verteidiger fördert die Empathie, da man die Perspektive und die Wirkung der eigenen Handlungen am Partner unmittelbar erlebt.
Welchen Stellenwert hat die Hierarchie im Aikido laut dem Text?
Die Hierarchie dient der Supervision und Verantwortung, schützt den Schüler und stellt sicher, dass Fortgeschrittene ihr Wissen weitergeben, während sie selbst weiter lernen.
Warum wird Aikido als "dynamische Meditation" bezeichnet?
Das Training erfordert volle Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, was eine meditative Qualität hat, die oft leichter zu erreichen ist als durch statische Sitzmeditation.
- Arbeit zitieren
- Christian Drollmann (Autor:in), 2007, Aikido in der sozialen Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68257