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Die archaische Gesellschaft Spartas in den Quellen

Título: Die archaische Gesellschaft Spartas in den Quellen

Trabajo de Seminario , 2005 , 31 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Robert Conrad (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Beschäftigt man sich mit der Geschichte Spartas, so stößt man ziemlich schnell auf das Quellenproblem. Selbst der langjährige Sparta-Forscher Paul Cartledge gibt in „Spartan Reflections“ zu: „I cannot prove that any of the events and processes I write about below actually happened […]“1. Besonders über die frühe Zeit ist wenig bekannt. Und selbst das Bekannte ist nicht sonderlich stichhaltig, weil es mithin Jahrhunderte nach den Geschehnissen festgehalten wurde und deshalb aufgrund der menschlichen Tradierungsprozesse einer Typisierung sowie Überzeichnung unterworfen ist2 oder wie Manfred Clauss diese Tatsache paraphrasiert: „Sparta hat eine zweifache Geschichte gehabt: seine eigene und die seines Bildes – im Ausland und in der Überlieferung.“3
Das heutige Forschungsbild von Sparta basiert auf – archäologische Quellen ausgenommen – einigen, teilweise fragmentarisch überlieferten literarischen Werken der Antike. Berechtigter Weise stößt Clauss wieder in die Wunde: „Heldentaten, bei denen in der Regel Ströme von Blut fließen müssen, werden weitaus eher tradiert als das Alltägliche, das Einerlei, die für alle zugänglichen Erfahrungen jedweder menschlicher Existenz.“4
Diese Arbeit will auf Spurensuche gehen und zusammentragen, was bei
ausgewählten Geschichtsschreibern über die Gesellschaft Spartas in archaischer Zeit zu finden ist bzw. was darüber ausgesagt werden kann. Dabei gibt es allerdings einen großen Mangel, der angesprochen werden muss: Jede Übersetzung ist Interpretation.
Also sollte man folglich besser die textkritischen Ausgaben zur Hand nehmen und selbst übersetzen. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber lediglich das Latinum vorweisen kann und das Graecum fehlt, ist diese Arbeit dennoch auf Übersetzungen/Interpretationen angewiesen.5
[...]
1 Cartledge, Paul: Spartan Reflections, London 2001, S. 5.
2 Vgl. Thommen, Lukas: Sparta. Verfassungs- und Sozialgeschichte einer griechischen Polis, Stuttgart/Weimar 2003, S. 7.
3 Clauss, Manfred: Sparta. Eine Einführung in seine Geschichte und Zivilisation, München 1983, S.8.
4 Ebd.
5 Deshalb wird versucht zwei unterschiedliche Übersetzungen heranzuziehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spartas Anfänge

3. Spartas Sozialstruktur

3.1 Spartiaten

3.2 Perioiken

3.3 Heloten

4. Die politische Verfassung

5. Die Quellen

5.1 Herodots 9 Bücher zur Geschichte

5.2 Thukydides’ Peloponnesischer Krieg

5.3 Xenophons Lakedaimonion politeia

5.4 Aristoteles’ Politik

5.5 Plutarchs Lykurg Vita

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das überlieferte Bild der archaischen Gesellschaft Spartas in ausgewählten antiken Geschichtswerken und stellt dabei die Frage, inwieweit diese Quellen von gängigen modernen Forschungsmeinungen abweichen oder diese stützen können.

  • Analyse der sozialen Dreigliederung (Spartiaten, Perioiken, Heloten)
  • Untersuchung der politischen Institutionen (Ephoren, Gerusia, Doppelkönigtum)
  • Kritische Quellenbewertung von Herodot, Thukydides, Xenophon, Aristoteles und Plutarch
  • Hinterfragung der historischen Authentizität lykurgischer Reformen
  • Diskussion über den Machtaufstieg einer spartanischen Oberschicht

Auszug aus dem Buch

5.1 Herodots 9 Bücher zur Geschichte

Herodot ist wahrscheinlich um 485 v. Chr. in Halikarnassos (Kleinasien) geboren. Nach einem missglückten Versuch einen Tyrann zu stürzen, musste er seine Heimat verlassen und unternahm zahlreiche Reisen. Am Ende seines Lebens (wahrscheinlich um 424 v. Chr.) hatte er sein Werk vervollständigt.

Sein gänzlich erhaltenes Werk verfolgt das Ziel große Taten festzuhalten, damit sie nicht verblassen. Dabei werden die Angriffe von fremden Mächten auf die Griechen zur zentralen Verlaufslinie. Vielleicht noch wichtiger sind die mehrfachen Exkurse, bei denen Herodot ethnographische, geographische und historische Erklärungen anfügt. Die geschieht für jedes Volk dann, wenn es erstmals mit den Persern in Konflikt gerät. Im eigentlichen Mittelpunkt stehen die Perserkriege, denen Herodot ein Zeitgenosse war.

Zum Umgang mit Quellen ergibt sich ein gespaltenes Bild. Für die geographischen und ethnographischen Exkurse kann Herodot auf die Auswertung eigener Beobachtungen zurückgreifen. Bei den historischen sieht dies anders aus. Hier arbeitet Herodot im Sinne der oral history – er befragt kundige Leute. Die Frage stellt sich natürlich, wie kundig diese gewesen sein können, wenn sie von Jahrhunderte entfernten Gegebenheiten berichten. Herodot scheint dabei keine weiteren Kriterien angesetzt zu haben, sondern berichtete alles, selbst wenn er es für unglaubwürdig hielt: „Ich aber muss das, was erzählt wird, hier anführen; zu glauben freilich brauche ich es durchaus nicht.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert das zentrale Quellenproblem bei der Erforschung des antiken Spartas, da historische Aufzeichnungen oft spät und unter dem Einfluss von Mythen entstanden.

2. Spartas Anfänge: Es wird die geografische und historische Entwicklung Spartas als Siedlung dorischer Einwanderer sowie die Entstehung des Doppelkönigtums unter Berücksichtigung mythischer Überlieferungen betrachtet.

3. Spartas Sozialstruktur: Die Dreigliederung in Spartiaten, Perioiken und Heloten bildet das soziale Fundament, welches eng mit der militaristischen Hoplitenpoliteia verknüpft war.

4. Die politische Verfassung: Die Analyse der zentralen Institutionen, insbesondere des Ephorats, der Gerusia und der Volksversammlung (Apella), zeigt deren komplexe Machtverhältnisse auf.

5. Die Quellen: Eine eingehende Untersuchung der Geschichtsschreiber Herodot, Thukydides, Xenophon, Aristoteles und Plutarch wird durchgeführt, um deren Aussagen über das archaische Sparta zu bewerten.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Quellenmaterial keine neuen gesicherten Fakten liefert, sondern als Spiegel zeitgenössischer politischer Interessen und Mythenbildung zu deuten ist.

Schlüsselwörter

Sparta, archaische Gesellschaft, Quellenkritik, Lykurg, Ephoren, Gerusia, Hoplitenpoliteia, Herodot, Thukydides, Xenophon, Aristoteles, Plutarch, Doppelkönigtum, soziale Schichtung, Griechische Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und politischen Struktur des archaischen Spartas, basierend auf einer kritischen Auswertung antiker Quellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Gesellschaftsstruktur, das Verfassungssystem mit seinen Institutionen sowie die Rolle der Geschichtsschreibung bei der Konstruktion des spartanischen Geschichtsbildes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Erkenntniswert ausgewählter antiker Autoren über das frühe Sparta zu prüfen und zu hinterfragen, was diese Quellen tatsächlich über die Realität des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. aussagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse vorgenommen, bei der antike Berichte mit dem modernen Forschungsstand abgeglichen werden, um Diskrepanzen und Mythenbildung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der sozialen Gruppen, die Analyse der politischen Institutionen sowie eine detaillierte Quellenstudie der Werke von Herodot, Thukydides, Xenophon, Aristoteles und Plutarch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sparta, archaische Gesellschaft, Quellenkritik, Ephoren, Gerusia, Lykurg und Hoplitenpoliteia.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Ephoren?

Die Arbeit hinterfragt das Bild der Ephoren als ursprüngliche Überwachungsinstanz durch Lykurg und schlägt vor, sie als historisch gewachsene, mächtige Institution zu sehen, deren Bedeutung erst später mythologisiert wurde.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der lykurgischen Reformen?

Der Autor vermutet, dass die Reformen eher eine Form der Adelserhebung waren, die zur Etablierung einer Oberschicht und zur faktischen Entmachtung des Volkes beitrugen, statt eine harmonische Konsenslösung darzustellen.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Die archaische Gesellschaft Spartas in den Quellen
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Altertumswissenschaften)
Curso
Griechische Politiker in den Quellen
Calificación
1,0
Autor
Robert Conrad (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
31
No. de catálogo
V68288
ISBN (Ebook)
9783638609364
ISBN (Libro)
9783656133919
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gesellschaft Spartas Quellen Griechische Politiker Perioiken Heloten Spartiaten Verfassung Herodot Thukydides Xenophon Aristoteles Plutarch
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robert Conrad (Autor), 2005, Die archaische Gesellschaft Spartas in den Quellen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68288
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