Robert Owen und der britische Frühsozialismus


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben Robert Owens und der historische Hintergrund
2.1. Biographie:
2.2. Historischer Hintergrund

3. Die wichtigsten Siedlungsprojekte Owens
3.1. New Lanark, Modell der gerechteren Arbeitsbedingungen
3.2. New Harmony – Entwurf einer geplanten Genossenschaftssiedlung

4. Der „utopische“ Entwurf
4.1. Owens Vorstellungen der „Rational Society“
4.2. Eigentum und Ehe
4.3. Stellenwert der Erziehung in seiner Utopie

5. Kritik und Würdigung

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: New Lanark

Abb. 2 : New Harmony

Abb. 3: Verfassung von New Harmony

Abb. 4: Modell einer Genossenschaftssiedlung

Abb. Titelseite: Robert Owen; aus Beke-Bramkamp, 1989:iii

1. Einleitung:

Robert Owen – Utopist, Sozialreformer oder Industrieller? Robert Owen hat als einer der Ersten Versucht die Situation der Arbeiter im England zur Zeit der industriellen Revolution zu verbessern. Er hatte die „utopische“ Vorstellung, die Gesellschaft umzugestalten und in kleinen, autarken „Communities“ zu organisieren. Nach seinen Vorstellungen wäre es möglich den Charakter eines jeden Menschen durch die richtige Erziehung zu formen. Er war ein erfolgreicher Unternehmer und leitete seine Theorien aus seinen Erlebnissen und Beobachtungen her. Owen hatte nicht das Bild einer weit entfernten Insel im Sinn, wenn er von seinen Entwürfen sprach, er war praktisch veranlagt und hat in verschiedenen Experimenten versucht, seine umzusetzen.

Zu Beginn dieses Artikels wird das Leben Robert Owens und das geschichtliche Umfeld seiner Zeit dargestellt. Anschließend werden exemplarisch seine zwei bekanntesten Projekte vorgestellt, mit denen er versucht hat, seine Ideen und Theorien umzusetzen. New Lanark als Beispiel einer funktionierenden Fabriksiedlung unter verbesserten Arbeitsbedingungen und New Harmony als Umsetzung einer „Community“ im Sinne von Owens „Rational Society“. Im Anschluss wurde Versucht einen Gesamtüberblick über Owens utopische Vorstellung herauszuarbeiten und ein Grundriss seiner Idee einer neuen, „rationalen“ Gesellschaft zu liefern. Zum Abschluss wird sein Wirken kritisch gewürdigt.

2. Das Leben Robert Owens und der historische Hintergrund:

Das Entstehen von Owens Utopie hängt eng mit seinem Leben und seinen Beobachtungen im England zur Zeit der industriellen Revolution zusammen. Die Entwicklung seiner Theorien ist ein Prozess, der sich über sein gesamtes Leben hinzieht. Im Anschluss werden seine Biographie und das Leben der Arbeiter in England während der industriellen Revolution dargestellt.

2.1. Biographie:

Robert Owen wurde am 14.7.1771 in dem kleinen Ort Newton in Wales als Sohn einfacher Leute geboren. Er war das sechste von sieben Kindern, sein Vater war Eisenhändler und Postmeister des Ortes. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, wurde aber dank seiner Intelligenz schon mit sieben Jahren zum Hilfslehrer an der örtlichen Schule und entdeckte seinen Hang zum Lesen. Schon früh lernte er, durch Beobachtungen und erlebte Ereignisse eigene Überlegungen über den Charakter und die Entwicklung der Menschen anzustellen, was später zu seiner Milieutheorie der Erziehung heranreifte.

Er verließ schon mit 10 Jahren den Heimatort und war bis zu seinem 18. Lebensjahr Verkäufer in drei verschiedenen Städten Englands. Da jedes Geschäft eine andere Käuferschicht bediente, lernte er das ganze Spektrum der Bevölkerung mit ihren verschiedenen Wünschen kennen, von der höchsten Nobilität des Königreichs über die gehobene Mittelschicht bis hin zur arbeitenden Klasse.

Schon im Jahre 1789 versuchte sich Owen, beeindruckt von den neu entwickelten Baumwollmaschinen, als selbständiger Unternehmer im Baumwollgeschäft. Nach zwei kurzlebigen Projekten wurde Owen von einem Großunternehmer als Manager einer Baumwollfabrik eingestellt. Er profilierte sich dort als tüchtiger Geschäftsmann, die Fabrik blühte unter seiner Leitung auf und warf hohe Gewinne ab. Als erster führte er dort Baumwolle als Rohstoff aus Amerika, und nicht wie bisher üblich aus den französischen Kolonien, ein. Sein geschäftlicher Erfolg brachte ihm eine höhere gesellschaftliche Position ein und ermöglichte ihm die Aufnahme in verschieden Diskussionsrunden, in denen er erste Vorträge hielt.

Owen wurde Teilhaber der Chorlton Twist Company und lernte auf einer seiner Geschäftsreisen den schottischen Unternehmer David Dale kennen, von dem er 1800 die Fabriksiedlung New Lanark kaufte[1]. Er heiratete 1799 die Tochter von Dale, Caroline Dale.

Zusammen bekommen sie sieben Kinder, darunter Robert Dale Owen und William Owen (Bollerey,1977,28), die später teilweise die Geschäfte des Vaters übernahmen.

1824 reiste Robert Owen nach Amerika auf der Suche nach einer Möglichkeit seine Utopie zu verwirklichen. Er kaufte 1825 die Rappistensiedlung New Harmony im Bundesstaat Indiana und führte dort sein wichtigstes und größtes genossenschaftliches Siedlungsprojekt durch (Simon,1925,167).

Nach dem Scheitern des Projektes kehrte er 1829 wieder in nach England zurück und schloss sich dort der Arbeiterbewegung an. Er beteiligte sich an dem Versuch eine Dachorganisation für alle Gewerkschaften zu bilden. Mit dem Niedergang der Gewerkschaftsbewegung 1834 endete jedoch Owens kurzes Engagement als Gewerkschaftsaktivist schon wieder.

Danach wurde der „Owenismus“ immer mehr zur Sekte. Owen organisierte seine Anhänger, die „Oweniten“, in einem sektenähnlichen Aufbau mit ihm als Führungspersönlichkeit. Nach 1844 zog er sich endgültig aus allen organisatorischen Tätigkeiten zurück, blieb jedoch publizistisch aktiv und hielt noch Vorträge (vgl. Beke-Bramkamp,1989,5-6; Steinacker,1997,34-39). Er starb am 17.11. 1858 (Bollerey,1977,28).

2.2. Historischer Hintergrund:

Um die Beweggründe Robert Owens zu verstehen ist eine Einordnung in den historischen Hintergrund seiner Zeit nötig. Owens Versuch die Arbeitsbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und eine neue Gesellschaftsordnung aufzustellen muss immer im Hinblick auf das Elend der Arbeiter während der 30 Jahre dauernden Industriellen Revolution gesehen werden. Viele Bauern und Handwerker verloren zu dieser Zeit ihre Existenzgrundlage und zogen als billige Fabrikarbeiter in die neu entstandenen Industriestädte.

[...]


[1] vgl. bis hier Steinacker,1997,20-23

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Robert Owen und der britische Frühsozialismus
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Staats- und Gesellschaftsutopien
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V68333
ISBN (eBook)
9783638609555
Dateigröße
1246 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Robert, Owen, Frühsozialismus, Seminar, Staats-, Gesellschaftsutopien
Arbeit zitieren
Christian Vögtlin (Autor), 2004, Robert Owen und der britische Frühsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68333

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