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Persuasion und Streitgespräch. Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in fünf "face à face" des französischen Fernsehsenders France 2

Title: Persuasion und Streitgespräch. Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in fünf "face à face" des französischen Fernsehsenders France 2

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jens Olschewski (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in französischen Fernsehdiskussionsrunden. Die Frage lautet insbesondere, ob in den untersuchten kompetitiven Streitgesprächen Gemeinsamkeiten der Darstellung gegnerischer Meinung aufzufinden sind, und im Falle ihres Auffindens, inwieweit sie die Meinungen des Gegners, den Gegner selbst und die Öffentlichkeit anbetreffen. Eine theoretische Grundlage bildet hierbei Jacques Moeschlers Buch „Dire et contredire“, in dem insbesondere die Refutatio untersucht wird, die als polemische Negation entscheidend für Konversationen ist, in denen gegenerische Meinung dargestellt und widerlegt werden soll. Wichtig sind hierbei auch die von Moeschler aufgestellten „Bedrohungsgrade“, die als Bewertung des Erfolgs einer Refutatio benutzt werden. Die Arbeit analysiert die fünf face à face sprachlich genau und bewertet die sprachlichen Strukturen pragmatisch in Bezug auf die Quaestio. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass a) die Präsuppositionsrefutation die bevorzugte Art der Refutation der Diskutanten ist und b) bestimmte Isotopien offenbar von großer Wichtigkeit in der Darstellung gegnerischer Meinung sind und unabhängig vom Streitgegenstand und den Streitgegnern vorkommen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Stand der Forschung

1.2 Quæstio

2 Zu dem Korpus

3 Analyse des Korpus

3.1 Kompetitives Streitgespräch FF I

3.1.1 Rationale Darstellungsweisen und ihre Isotopien

3.1.2 Emotionale Darstellungsweisen und ihre Isotopien

3.1.3 Aufnahme und Durchschauen der gegnerischen Meinung

3.2 Weitere Streitgespräche (FF II-FF V)

3.2.1 FF II

3.2.1.1 Isotopien

3.2.1.2 Aufgreifen der gegnerischen Meinung

3.2.2 FF III

3.2.2.1 Isotopien

3.2.2.2 Aufgreifen der gegnerischen Meinung

3.2.3 FF IV

3.2.3.1 Isotopien

3.2.3.2 Aufgreifen der gegnerischen Meinung

3.2.4 FF V

3.2.4.1 Isotopien

3.2.4.2 Aufgreifen der gegnerischen Meinung

4 Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in französischen Fernsehdiskussionsrunden des Typs "face à face". Dabei wird analysiert, ob und welche Gemeinsamkeiten in der Argumentationsstrategie bei der Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Positionen in kompetitiven Streitgesprächen vorliegen.

  • Analyse persuasiver Sprachverwendung in Medientexten
  • Untersuchung von Isotopien und Refutationsstrategien
  • Einfluss der Rolle des Moderators auf die Diskursdynamik
  • Rolle von Statistiken und emotional aufgeladenen Themen als Argumentationsmittel
  • Gegenüberstellung von rationalen und emotionalen Darstellungsweisen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Rationale Darstellungsweisen und ihre Isotopien

Die Nennung von Zahlen und Daten zur Widerlegung des Gegners ist ein durchgängiges Mittel in diesem Streitgespräch. Diese Isotopie wird eröffnet durch MAR, der davon spricht, die Steuerzahler müßten letztlich die Kampagne bezahlen. (Cf. FF I/20s/MAR) Aufgrund der Prinzipien der Selbstdarstellung und Trivialisierung der gegnerischen Meinung ist bereits diese Aussage von MAR auf BAT bezogen, ohne daß dieser sich schon geäußert hätte. Zahlen können einerseits als schlagkräftiges Argument gegen den Gegner angesehen werden, weil eine scheinbar unanfechtbare, auf Vernunft gegründete Tatsache dargestellt wird; andererseits gibt der Sprecher zu verstehen, er habe sich besonders sorgfältig und eingehend vorbereitet, was ihm Sympathiewerte seitens der Öffentlichkeit einbringen wird.

So führt MAR auch schnell Zahlen an: „La consommation en France de vin, c’était cent litre dans les années soixante, aujourd’hui nous sommes à cinquante-huit litre par personne et en moyenne. Si on divise ça par le nombre de personnes, ça correspond, en moyenne encore une fois, des Français qui boivent deux verres par jour.“ (FF I/27-30/MAR)

Warum diese ausführliche Herleitung? MAR hätte auch einfach sagen können, daß sich nach Statistiken der Weinverbrauch in Frankreich seit den Sechziger Jahren auf zwei Gläser pro Tag und pro Person reduziert habe. Durch die Ausführlichkeit der Berechnung kann MAR einerseits viele Zahlen anbringen, die seine Authentizität bestärken und somit die gegnerische Meinung implizit abwerten. Andererseits ist es ihm so möglich, die Isotopie Statistik zu bedienen, aus der die folgenden Wörter stammen: cent litre, cinquante-huit litre, par personne, en moyenne (2x), divise, nombre, correspond, deux verres par jour. Die Zahlenstrategie und die Statistikisotopie scheinen besonders wirksam zu sein, weil sie im Verlaufe des Streitgesprächs bis zum Schluß weiterverfolgt werden, entweder einzeln oder zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage zur Darstellung gegnerischer Meinung und Verortung im theoretischen Kontext von Jacques Moeschler.

2 Zu dem Korpus: Vorstellung der fünf untersuchten "face à face"-Sendungen des französischen Fernsehsenders France 2 aus dem Jahr 2004.

3 Analyse des Korpus: Detaillierte Untersuchung der sprachlichen Strategien, Isotopien und Refutationsformen in den fünf ausgewählten Streitgesprächen.

4 Ergebnis: Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Nutzung spezifischer Isotopien und die Dominanz der Präsuppositionsrefutation als rhetorisches Mittel.

Schlüsselwörter

Persuasion, Kompetitives Streitgespräch, France 2, face à face, Isotopie, Refutatio, Argumentation, Medientext, Fernsehdiskussion, Präsuppositionsrefutation, Rhetorik, Diskursanalyse, Meinungsaustausch, sprachliche Strategien, Frankreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Vertreter gegensätzlicher Meinungen in französischen Fernsehdiskussionen sprachlich miteinander streiten und versuchen, die Position ihres Gegenübers zu schwächen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Analyse von Diskursen, die Rolle der Öffentlichkeit, persuasive Kommunikation und die Art und Weise, wie Argumente im Fernsehen präsentiert werden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob es in "kompetitiven Streitgesprächen" Gemeinsamkeiten in der Art und Weise gibt, wie gegnerische Meinungen dargestellt und widerlegt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine pragmatische Diskursanalyse, wobei besonders der Isotopiebegriff nach A. J. Greimas und die Refutationstheorie von Jacques Moeschler angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert fünf konkrete Fernsehdiskussionen ("face à face") zu Themen wie Alkoholprävention, anonyme Bewerbungsverfahren, Napoleon-Feierlichkeiten, Bildungsreformen und Strafrechtsänderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Persuasion, Isotopie, Refutatio, kompetitives Streitgespräch und Präsuppositionsrefutation.

Warum spielt die Isotopie "Frankreich" eine so zentrale Rolle?

Die Analyse zeigt, dass Sprecher sich oft auf nationale Symbole, das kulturelle Erbe oder die französische Identität berufen, um ihre Argumente mit einem autoritären und emotionalen Fundament zu stärken.

Was bedeutet "Präsuppositionsrefutation im weiteren Sinne"?

Dies ist eine besondere Form des Angriffs, bei der nicht nur eine spezifische Aussage des Gegners widerlegt wird, sondern die allgemeine Glaubwürdigkeit des Kontrahenten durch den Verweis auf Widersprüche außerhalb des aktuellen Gesprächs angegriffen wird.

Warum wird der Moderator in die Analyse einbezogen?

Der Moderator agiert in diesen Sendungen nicht nur als Vermittler, sondern greift aktiv in den Diskurs ein, was die Machtverhältnisse und die Dynamik der Streitgespräche maßgeblich beeinflusst.

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Details

Title
Persuasion und Streitgespräch. Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in fünf "face à face" des französischen Fernsehsenders France 2
College
University of Bonn  (Romanisches Seminar)
Course
„Die persuasive Sprachverwendung in französischen Medientexten der Gegenwart“
Grade
1,7
Author
Jens Olschewski (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V68339
ISBN (eBook)
9783638609593
ISBN (Book)
9783638681148
Language
German
Tags
Persuasion Streitgespräch Formen Darstellung Meinung Fernsehsenders France Sprachverwendung Medientexten Gegenwart“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Olschewski (Author), 2005, Persuasion und Streitgespräch. Formen der Darstellung gegnerischer Meinung in fünf "face à face" des französischen Fernsehsenders France 2, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68339
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