Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Intercultural Pedagogy

Interkulturelles Lernen in der Sozialen Arbeit

Title: Interkulturelles Lernen in der Sozialen Arbeit

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Beck (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Globalisierung, Multikulturalismus und Risikogesellschaft sind wohl die Schlagworte des 21. Jahrhunderts. Migration ist zu einem alltäglichen Phänomen in der heutigen Zeit geworden. Der Wandel von einer nationalen hin zu einer multikulturellen Gesellschaft erfordert tief greifende Reformen im gesamten deutschen System. Sowohl für Politik und Staat, als auch für das Bildungssystem und die Soziale Arbeit ergeben sich daraus neue Herausforderungen.
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Gemäß der Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge betrug der Wanderungssaldo von Ausländern im Jahr 2004+ 55.217 Personen. Aufgrund der strengeren Einreisevoraussetzungen für Ausländer nach Deutschland sind die Zahlen der Asylerstanträge stark gesunken. Waren es 1995 rund 128.000 Antragsteller, registrierte die Statistik von 2005 noch rund 29.000 Asylbewerber. Als die sechs häufigsten Herkunftsländer der ausländischen Zuwanderer wurden erfasst: Polen, die Russische Förderation, Kasachstan, die Türkei, Serbien, Montenegro und Italien. Bei den Zuwanderern der Russischen Förderation und Kasachstan handelt es sich besonders um Spätaussiedler. Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer beträgt ca. 6,7 Mio. (Stand 2004). Ein Drittel von ihnen (fast 2,3 Mio.) lebt mittlerweile zwanzig Jahre und länger in Deutschland. Es handelt sich dabei um die so genannten Gastarbeiter und deren Familienangehörigen, die in den 1950er bis 1970er Jahren nach Deutschland kamen. Nur wenigen der MigrantInnen gelingt der soziale Aufstieg. Im Vergleich zu Einheimischen sind sie bzgl. ihrer Wohn-, Arbeits- und Bildungssituation wesentlich schlechter gestellt. In der Regel müssen sie Ausländerzuschläge für Wohnraum zahlen. Vielen von ihnen werden ihre Qualifikationen aberkannt, sodass sie allenfalls Hilfsarbeiten ausführen dürfen. Ausländer sind ca. doppelt so oft von Arbeitslosigkeit betroffen wie Deutsche.
Auch im deutschen Bildungssystem ist eine durchschnittliche Schlechterstellung junger MigrantInnen gegenüber einheimischen Gleichaltrigen zu erkennen. Studien zufolge erschwert der überwiegend monolingual ausgerichtete Unterricht den schulischen Erfolg. Hier kann nicht von Chancengleichheit gesprochen werden.
Aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse wird Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund der Besuch an Schulen mit höheren Bildungsabschlüssen verwehrt. Sie besuchen zunehmend Haupt- und Förderschulen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Interkulturelles Lernen

2.1 Ausländerpädagogik vs. Interkulturelle Pädagogik

2.2 Begriffsklärung zum Interkulturellen Lernen

2.3 Bedeutung für ein friedliches Zusammenleben

2.4 Möglichkeiten, Ziele und Grenzen

2.5 Methoden vs. Pädagogische Prinzipien

3 Kindersprachbrücke Jena e.V.

3.1 Zum Verein

3.2 Spiel- und Sprachnachmittage – ein interkulturelles Projekt

3.3 Zusammenfassung

4 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Interkulturellen Lernens (IL) als notwendige Strategie zur Integration in einer multikulturellen Gesellschaft und beleuchtet dessen praktische Umsetzung am Beispiel der Kindersprachbrücke Jena e.V., um Möglichkeiten zum Abbau von Vorurteilen und zur Förderung interkultureller Kompetenzen aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Interkulturellem Lernen
  • Bedeutung von interkultureller Kompetenz für ein friedliches Zusammenleben
  • Pädagogische Prinzipien und didaktische Methoden des IL
  • Fallbeispiel zur praktischen Anwendung: Kindersprachbrücke Jena e.V.
  • Die Rolle der Muttersprache und Kooperationen in der interkulturellen Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Begriffsklärung zum Interkulturellen Lernen

Zum besseren Verständnis der Thematik dieser Arbeit wird zunächst der Begriff des Interkulturellen Lernens (IL) näher definiert. Es werden unterschiedliche Auffassungen von Fachleuten aus der Theorie und Praxis dargestellt, um die Vielschichtigkeit hinsichtlich der Begriffsdeutung und der praktischen Umsetzung des IL zu verdeutlichen.

Dr. Werner Müller engagiert sich seit vielen Jahren im Rahmen des internationalen Jugendaustauschs. Er ist Geschäftsführer und Projektkoordinator des Transfer e. V. Zur Begriffsklärung des IL bedient er sich der Breitenbach-Studie, deren zentrale Aussage er wie folgt formuliert:

„Interkulturelles Lernen [ist] [!] die der internationalen Jugendarbeit angemessene Form des sozialen Lernens […] [!], was aber beinhaltet, individuelle und Gruppenaspekte (sprachliche und kulturelle Unterschiede) der am Lernprozeß [!] beteiligten Personen zu berücksichtigen.“

Müller sieht in der Tatsache des Andersseins, d. h. in den kulturellen Unterschieden der Beteiligten, den Ansatzpunkt für Lernprozesse.

„Interkulturelles Lernen wird als Sensibilisierungsprozess verstanden, der zum Ziel hat, andere Kulturen besser zu verstehen, bestehende Vorurteile abzubauen und in begründete Urteile abzuwandeln, um damit zur internationalen Verständigung beizutragen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft in Deutschland und führt in das Konzept des Interkulturellen Lernens als Antwort auf soziale Benachteiligung und Integrationsprobleme ein.

2 Interkulturelles Lernen: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen, Abgrenzungen von Pädagogikansätzen sowie Ziele, Methoden und Grenzen des Interkulturellen Lernens anhand verschiedener Fachmeinungen.

3 Kindersprachbrücke Jena e.V.: Hier wird der Verein Kindersprachbrücke Jena e.V. vorgestellt und gezeigt, wie pädagogische Prinzipien des interkulturellen Lernens durch spielerische Projekte und Sprachförderung konkret in die Praxis umgesetzt werden.

4 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Notwendigkeit einer bilingualen bzw. mehrsprachigen Schulausrichtung sowie die Bedeutung der Kooperation zwischen Schule und Sozialer Arbeit für eine gelingende Integration.

Schlüsselwörter

Interkulturelles Lernen, Soziale Arbeit, Migration, Integration, Kindersprachbrücke Jena, Interkulturelle Pädagogik, Sprachförderung, Multikulturalismus, Vorurteilsabbau, Interkulturelle Kompetenz, Sprachkompetenz, Identitätssuche, Bildungsbenachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Umsetzung von Interkulturellem Lernen in der Sozialen Arbeit, um Integration zu fördern und Vorurteilen in einer multikulturellen Gesellschaft entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Fokus stehen die theoretische Begriffsbestimmung von interkulturellem Lernen, die Rolle pädagogischer Prinzipien sowie die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Einrichtungen durch gezielte interkulturelle Angebote zur Vermittlung zwischen verschiedenen Kulturen beitragen und zur Verbesserung der Lebenssituation von Migranten beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse theoretischer Ansätze und verbindet diese mit einer praxisnahen Darstellung der Arbeit eines konkreten Vereins, der Kindersprachbrücke Jena e.V.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen, Zielsetzungen, Methoden nach Barkowski u.a.) und eine detaillierte Fallstudie zur pädagogischen Praxis der Kindersprachbrücke in Jena-Lobeda.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Interkulturelles Lernen, Integration, Sprachkompetenz, soziale Benachteiligung, multikulturelle Gesellschaft und pädagogische Handlungskonzepte.

Welche Rolle spielt die Muttersprache in der Arbeit der Kindersprachbrücke?

Die Einbeziehung der Muttersprache wird als förderlich für den Selbstwert und das kindliche Entwicklungspotenzial angesehen, wobei der Schwerpunkt der Vereinsarbeit dennoch auf der Festigung der deutschen Sprache liegt.

Warum wählte die Autorin gerade die Kindersprachbrücke Jena e.V. als Fallbeispiel?

Der Verein dient als praktisches Beispiel für die Umsetzung pädagogischer Prinzipien, da er gezielt in sozialen Brennpunkten agiert und dort interkulturelle Begegnungen durch niederschwellige Angebote fördert.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Interkulturelles Lernen in der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Jena
Course
Arbeit mit Zielgruppen
Grade
1,0
Author
Nicole Beck (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V68344
ISBN (eBook)
9783638609630
Language
German
Tags
Interkulturelles Lernen Sozialen Arbeit Zielgruppen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Beck (Author), 2006, Interkulturelles Lernen in der Sozialen Arbeit , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68344
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint