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Pferd und Mensch. Zur Gegenwart eines Verhältnisses

Title: Pferd und Mensch. Zur Gegenwart eines Verhältnisses

Thesis (M.A.) , 2004 , 104 Pages , Grade: 2

Autor:in: Kim Thiel (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll vor allem die gegenwärtige Beziehung von Mensch und Pferd betrachtet werden. Um diese hinsichtlich ihrer Bedeutung besser einordnen zu können, werden frühere Formen der Mensch - Pferd Beziehung aufgezeigt und auf Qualität und Intensität untersucht. Um die Gegenwart des Mensch - Pferd Verhältnisses zu erarbeiten, soll durch eine Gesamtdarstellung und detailliertere Betrachtung der wichtigsten Komponenten ein möglichst umfassendes Bild der modernen Situation geschaffen werden.
Im Vordergrund dieser Arbeit soll die Situation der Mensch - Pferd Beziehung der Gegenwart stehen. Doch diese ist ohne die Vergangenheit nicht zu verstehen und deswegen wird der Moderne die historische Betrachtung vorangestellt, um Sachverhalte klarer darstellen und Entwicklungen aufzeigen zu können. Hierbei werden nur die geschichtlichen Ereignisse oder Neuerungsphasen herausgegriffen, die in dem Zusammenhang der Arbeit wichtig sind, wobei auch diese nicht in ihrer Vollständigkeit betrachtet werden können, um den Rahmen nicht zu sprengen oder zu sehr vom Hauptthema abzuweichen. Neben den entscheidenden Entwicklungen soll auch deren wechselseitige Wirkung auf die Mensch - Pferd Beziehung herausgearbeitet werden.
Ab dem 20. Jahrhundert werden einzelne Sachverhalte konkretisiert, die für die Gegenwart von Bedeutung sind und wichtige Umbruchs- bzw. Entstehungsphasen markieren. Die Betrachtung der Gegenwart beginnt mit einer allgemeinen Bestandsaufnahme, die in eine detaillierte Beschreibung ihrer wichtigsten Ausformung - dem Freizeitreiten - mündet. Hierbei werden nicht nur einzelne Faktoren innerhalb des Freizeitreitens, sondern auch die Folgen für andere Bereiche betrachtet, um die Bedeutung zu unterstreichen. Hierauf folgen die wichtigsten Organisationsorgane, um die Abgrenzung innerhalb des Freizeitreitens zu konkretisieren. In einer Einzelbetrachtung der Beziehung zwischen Frauen und Pferden soll eines der interessantesten Phänomene des modernen Freizeitreitens
hervorgehoben und analysiert werden. Die abschließende Betrachtung aktueller Erscheinungen soll einen Blick auf die Zukunft der Mensch - Pferd Beziehung erlauben und die anhaltende Wirkung des Phänomens Freizeitreiten bestätigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

0. Wissenschaftlicher Rahmen

0.1 Zielsetzung

0.2 Vorgehensweise

0.3 Quellen

1. Geschichte der Beziehung Mensch – Pferd

1.1 Domestikation

1.2 Frühe Nutzung des Pferdes

1.3 Eignung des Pferdes

1.4 Beziehung Mensch – Pferd

2. Der Weg zum modernen Reiten

2.1 Anfänge: Reiter im Kampf

2.1.1 Nomadische Bogenreiter

2.1.2 Reiten im antiken Griechenland

2.1.3 Reiten bei den Germanen

2.1.4 Reiten im Mittelalter

2.2 Reitkunst im Barock

2.3 Neuerungen des 18. Jahrhunderts

2.4 Das 19. Jahrhundert

2.4.1 Kavallerieschulen

2.4.2 Reitlehren

2.4.3 Reiter und Pferde

2.5 Anfänge des Turniersports

2.5.1 Springsport

2.5.2 Dressursport

2.5.3 Organisation

2.5.4 Reiter und Pferde

2.6 Zusammenfassung

3. Umbruchphase

3.1 Ländliche Reitvereine

3.2 Der Wandel vom Arbeitstier zum Freizeitpartner

3.3 Wandel der Beziehung Mensch – Pferd

4. Situation in den 70ern

4.1 Entstehung des Freizeitreitens

4.2 Folgen

4.2.1 Landwirtschaft und Gesetzgebung

4.2.2 Pferdehaltung

4.2.3 Recht und Gesetz

4.3 Anforderungen an Pferd und Reiter

4.3.1 Der Freizeitreiter

4.3.2 Das Freizeitpferd

4.3.3 Probleme

4.4 Beziehung Mensch – Pferd

4.5 Zusammenfassung

5. Gegenwart: Bestandsaufnahme

5.1 Pferd im Forstbetrieb

5.2 Pferd in der Landwirtschaft

5.3 Pferd und Unterhaltung

5.4 Pferd im Sport

5.5 Pferd und Medizin

5.6 Mensch und Pferd in der Gegenwart

6. Das Freizeitreiten heute

6.1 Der Freizeitreiter

6.2 Reitstile

6.2.1 Dressur und Springen

6.2.2 Geländereiten

6.2.3 Westernreiten

6.2.4 Klassische Dressur

6.2.5 Zusammenfassung

6.3 Das Freizeitpferd

6.3.1 Verleihpferd

6.3.2 Freizeitpferd im Privatbesitz

6.3.3 Reitbeteiligung

6.4 Ausbildung im Freizeitreiten heute

6.5 Haltung des Freizeitpferdes

6.6 Mensch – Pferd Beziehung

7. Wirtschaft rund ums Freizeitreiten

7.1 Landwirtschaft

7.2 Stall- und Weidebedarf

7.3 Ausrüstung

7.4 Gesundheit

7.5 Hufbearbeitung

7.6 Turniersport

7.7 Reitschulbetriebe

7.8 Ausbildungsberufe

7.9 Pferdepensionsbetriebe

7.10 Reisebranche

7.10.1 Reiterferien für Kinder

7.10.2 Reiturlaub für Erwachsene

7.11 Vereinswesen

7.12 Zusammenfassung

8. Organisationen

8.1 Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN)

8.2 Vereinigung der Freizeitreiter und –fahrer in Deutschland e.V. (VFD)

9. Frauen und Pferde

9.1 Historische Betrachtung

9.2 Heute

10. Aktuelle Beobachtungen

10.1 Erwachsenen-Fördermodell der FN

10.2 Reiten als Schulsport

10.3 Freizeitreiten und Internet

11. Mensch – Pferd in der Gegenwart

Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtige Ausformung der Beziehung zwischen Mensch und Pferd, mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen des modernen Freizeitreitens und dessen gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Auswirkungen.

  • Historische Entwicklung der Mensch-Pferd-Beziehung von der Domestikation bis zur Moderne.
  • Der soziokulturelle Wandel vom Pferd als Arbeitstier zum Freizeitpartner.
  • Analyse der Rahmenbedingungen für das Freizeitreiten (Haltung, Ausbildung, Vereine, Wirtschaft).
  • Die geschlechtsspezifische Dimension des Reitens, insbesondere der Wandel der Frauenrolle im Sport.
  • Aktuelle Beobachtungen zu Trends wie dem Erwachsenen-Fördermodell, Schulsport und der Digitalisierung (Internet).

Auszug aus dem Buch

1.1 Domestikation

Um die heutige Situation der Mensch – Pferd Verbindung verstehen und deuten zu können, ist es wichtig die Vergangenheit zu kennen. Ich beginne hier mit der Betrachtung, als das Pferd vom wildlebenden Jagdtier zum ’Haustier’ wurde, da sich mit der Domestikation die Bedeutung des Pferdes für den Menschen verändert hat. Die Domestikation des Pferdes vollzog sich, nach Otte, in Europa und Asien in der Jungsteinzeit (Neolithikum) um etwa 3500 – 3000 v. Chr. Otte hierzu:

„Vorrausetzung für die Domestikation wildlebender Tiere waren Veränderungen in der Lebensweise der Menschen. Als nomadisch lebende Jäger und Sammler zu seßhaften Ackerbauern wurden und feste Wohnstätten errichteten, ergaben sich daraus Bedingungen für eine intensive Haltung und Züchtung von bis dahin wildlebenden Tieren. [...] Die Tierhaltung machte die Menschen von zufälligen Jagdbeuten weitgehend unabhängig und Opfertiere waren ständig verfügbar.“

Dadurch veränderte sich auch das Verhältnis zu den Tieren – die Distanz, aus der ein Jagdtier von weitem beobachtet werden musste, um den Jagderfolg sicher zu stellen, wurde überwunden und der Mensch musste sich mit dem Tier vorerst so auseinandersetzen, dass keine der beiden Parteien ernsthaft zu Schaden kam. Denn auch wenn die Tiere eventuell später zum Verzehr dienten, mussten doch einige von ihnen überleben, um durch ihre Nachkommen immer wieder neue Nahrung zu ’produzieren’. Im Verhalten des Menschen dem Tier gegenüber, trat der akute Tötungsgedanke zugunsten einer nachhaltigen Überlebenssicherung zurück.

Meyer zitiert Hancar, der zwischen Zähmung und Domestikation unterscheidet: „[...] als Aufhebung der Fluchttendenz erstreckt sie [die Zähmung, d.Verf.] sich immer nur auf das Einzeltier, erlischt mit seinem Tode und ist nicht hereditär. Die Domestikation [...] bezieht sich in der Regel auf eine Art oder ihre Untergliederung und vererbt sich als Variation der Art aufgrund von Mutation und Selektion.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte der Beziehung Mensch – Pferd: Das Kapitel analysiert die Domestikation des Pferdes und die damit einhergehende fundamentale Veränderung im menschlichen Umgang mit dem Tier als Jagdwild hin zum Haustier.

2. Der Weg zum modernen Reiten: Hier wird der historische Wandel des Pferdes vom militärischen Nutztier über die barocke Reitkunst bis hin zur Entwicklung des organisierten Turniersports beleuchtet.

3. Umbruchphase: Dieses Kapitel behandelt die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel, der den Übergang des Pferdes vom Arbeitstier zum Freizeitpartner einleitete.

4. Situation in den 70ern: Der Autor beschreibt das Aufkommen des Freizeitreitens als neues Phänomen, einschließlich rechtlicher und landwirtschaftlicher Folgen sowie der Bedürfnisse der neu entstandenen Laien-Reitergruppe.

5. Gegenwart: Bestandsaufnahme: Ein Überblick über die heutigen Einsatzbereiche des Pferdes, von der forstwirtschaftlichen Nutzung und Therapie bis hin zu Sport und Unterhaltung.

6. Das Freizeitreiten heute: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse moderner Reitstile, der verschiedenen Kategorien von Pferden und der Bedeutung der emotionalen Bindung zwischen Mensch und Pferd.

7. Wirtschaft rund ums Freizeitreiten: Hier werden die ökonomischen Aspekte wie Landwirtschaft, Ausrüstungsmarkt, Pensionsställe und die Reisebranche als direktes Resultat des Freizeitreitens untersucht.

8. Organisationen: Vorstellung der beiden bedeutendsten Verbände in Deutschland, der FN und der VFD, und deren jeweilige Rolle in der Ausbildung und Organisation von Reitern.

9. Frauen und Pferde: Eine Untersuchung über die überdurchschnittlich hohe Präsenz von Frauen und Mädchen im Reitsport sowie die historischen und modernen Ursachen für dieses Phänomen.

10. Aktuelle Beobachtungen: Das Kapitel beleuchtet moderne Entwicklungen wie Förderprogramme für erwachsene Wiedereinsteiger, Reiten als Schulsport und die Bedeutung des Internets für die Reiterszene.

11. Mensch – Pferd in der Gegenwart: Abschließende Reflexion über die heutige Freiwilligkeit und die seelisch-individuelle Bedeutung, die Menschen ihrer Beziehung zum Pferd beimessen.

Schlüsselwörter

Freizeitreiten, Mensch-Pferd-Beziehung, Domestikation, Reitkultur, Pferdesport, Reitvereine, Pensionshaltung, Ausbildung, Landwirtschaft, Frauensport, Turnierreiten, Tierhaltung, Verhaltensforschung, Tierschutz, Breitensport.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Mensch-Pferd-Beziehung von der historischen Perspektive bis hin zur modernen Bedeutung des Freizeitreitens in der heutigen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die historische Entwicklung (Domestikation, Militär, Reitkunst), der gesellschaftliche Wandel zum Freizeitpartner, ökonomische Strukturen rund ums Pferd sowie spezifische Phänomene wie die Rolle der Frau und moderne Trainingsansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der modernen Mensch-Pferd-Situation zu erstellen, indem die historischen Wurzeln analysiert und die wichtigsten Faktoren (Sport, Wirtschaft, Freizeit) sowie deren Wechselwirkungen aufgezeigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse populärer Sachbücher und Fachliteratur sowie auf der Auswertung aktueller Daten großer Dachverbände wie der FN und Informationen aus dem Internet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, die Analyse der 70er Jahre als Umbruchszeit, die Bestandsaufnahme heutiger Einsatzgebiete und eine Untersuchung der wirtschaftlichen sowie organisatorischen Aspekte des modernen Reitsports.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Freizeitreiten, der Wandel der Mensch-Pferd-Beziehung, Pferdezucht, Reitschulbetriebe und die Rolle von Organisationen wie FN und VFD.

Welche Rolle spielt die FN bei der Ausbildung im Freizeitsport?

Die FN bietet zentrale Strukturen für die Ausbildung (z.B. Trainerlizenzen, Abzeichen) und reagiert mit Pilotprojekten wie dem "Erwachsenen-Fördermodell" auf den steigenden Bedarf von erwachsenen Wiedereinsteigern.

Warum wird das Internet als ein Schlüsselfaktor für Freizeitreiter genannt?

Das Internet fungiert als Informationsplattform für den Austausch unter Reitern, zur Lösung von Problemen in Ausbildung oder Haltung und als Handelsplatz für Pferde sowie Ausrüstung, was den Zugang zum Sport für Laien erleichtert hat.

Excerpt out of 104 pages  - scroll top

Details

Title
Pferd und Mensch. Zur Gegenwart eines Verhältnisses
College
University of Würzburg
Grade
2
Author
Kim Thiel (Author)
Publication Year
2004
Pages
104
Catalog Number
V68366
ISBN (eBook)
9783638594493
ISBN (Book)
9783668147959
Language
German
Tags
Pferd Mensch Gegenwart Verhältnisses
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Thiel (Author), 2004, Pferd und Mensch. Zur Gegenwart eines Verhältnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68366
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