Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Prosodie und besonderen Prosodemen des Dänischen, Schwedischen und Norwegischen.
Zunächst erfolgen einige Begriffserklärungen. Die Frage, was Prosodie und Prosodeme eigentlich genau sind, soll in Kapitel 1 beantwortet werden. Da auch Wortbetonung und Intonation im Zusammenhang mit den Eigentümlichkeiten des Dänischen, Schwedischen und Norwegischen wichtig sind, sollen auch diesen Eigenschaften eigene Kapitel gewidmet werden (siehe Kapitel 2 und 3).
Töne sind spezielle Prosodeme von Tonsprachen. Gehören aber auch Schwedisch und Norwegisch zu den Tonsprachen? Dieser Frage soll mithilfe von weiteren Definitionen und kleinen Exkursen in einige exotische Sprachen in Kapitel 4 nachgegangen und in Kapitel 5 schließlich versucht werden, sie zu beantworten. Nach einer eingehenden Beleuchtung des dänischen Stoßtones in Kapitel 6 folgt in Kapitel 7 ein gegenüberstellender Vergleich des Stoßtones und der Wortakzente im kurzen Überblick.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1. Was ist Prosodie?
2. Was ist ein Akzent?
3. Was ist Intonation?
4. Was ist ein Ton? Was sind Tonsprachen?
5. Schwedisch und Norwegisch - Tonsprachen?
6. Der dänische Stoßton
7. Stoßton und Wortakzente im Vergleich
8. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die prosodischen Eigenschaften des Dänischen, Schwedischen und Norwegischen, insbesondere den dänischen Stoßton und die schwedisch-norwegischen Wortakzente, um deren linguistische Einordnung sowie die Abgrenzung von echten Tonsprachen zu klären.
- Definition und Grundlagen von Prosodie, Akzent und Intonation
- Klassifizierung und Merkmale von Tonsprachen
- Analyse der Wortakzente im Schwedischen und Norwegischen
- Untersuchung des dänischen Stoßtons als spezielles Prosodem
- Vergleichende Gegenüberstellung von Stoßton und Wortakzenten
Auszug aus dem Buch
6. Der dänische Stoßton
Der Stoßton ist eine besondere Form glottalisierter Töne.
Bei glottalisierten Tönen geht es um Töne, bei deren Realisierung nicht die Grundfrequenzvariation entscheidend ist, sondern die glottale Verengung.
Die Glottis, die aus zwei Stimmlippen besteht, befindet sich im Kehlkopf (siehe Abbildung 4) und ist u.a. für die Stimmgebung verantwortlich.
Innerhalb des betreffenden Segments werden die Stimmlippen gespannt und versteift. Dadurch wird die Vibration der Stimmlippen entweder verlangsamt oder hört in Extremfällen sogar ganz auf, d.h. es kommt zum glottalen Verschluss. Dieses Phänomen ist innermorphemisch bekannt z.B. aus dem Vietnamesischen und dem Dänischen. Im Englischen und im Französischen wird hingegen nur sehr wenig von diesem Vorgang Gebrauch gemacht. In anderen Sprachen gilt der glottale Verschluss als Grenzmarkierung. Man spricht dann von einer Junktur. Würde es die Junktur nicht geben, könnte man im Deutschen in gesprochener Sprache zwischen folgenden Beispielen keinen Unterschied heraushören:
den Bau erkennen / den Bauer kennen
der Adler / der Radler
zum essen / zu messen
ich werde das Ei nehmen / ich werde das einnehmen
über den Wall tragen / über den Wald ragen
Viel deutlicher als vor konsonantischem Anlaut ist die Junktur im Deutschen vor anlautendem Vokal als Knacklaut wahrnehmbar. Im zügigen Redefluss würde die Junktur deshalb in den letzteren Beispielen kaum auffallen, sondern überhaupt nicht existieren.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der prosodischen Merkmale der skandinavischen Sprachen ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
1. Was ist Prosodie?: Dieses Kapitel definiert Prosodie als Gesamtheit suprasegmentaler Merkmale und unterscheidet zwischen linguistischer und paralinguistischer Prosodie.
2. Was ist ein Akzent?: Es wird erläutert, wie Akzentuierung durch Grundfrequenzänderungen, Schallpegel und Dauer auf Wort- oder Satzebene funktioniert.
3. Was ist Intonation?: Dieses Kapitel behandelt die Melodiebewegung auf Satzebene und erklärt das Basis-/Dachlinienmodell der Intonation.
4. Was ist ein Ton? Was sind Tonsprachen?: Hier werden die Merkmale von Tonsprachen definiert, in denen die Silbenhöhe eine distinktive, semantische Funktion besitzt.
5. Schwedisch und Norwegisch - Tonsprachen?: Die Arbeit untersucht hier, ob die Akzentverhältnisse in diesen Sprachen als Tonsysteme zu klassifizieren sind und verneint dies.
6. Der dänische Stoßton: Dieses Kapitel widmet sich der physiologischen Realisierung und Distribution des dänischen Stoßtons.
7. Stoßton und Wortakzente im Vergleich: Es folgt ein systematischer Vergleich zwischen dem Stoßton und den Wortakzenten hinsichtlich ihrer Funktion und Distribution.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer klaren Abgrenzung zwischen skandinavischen Prosodemen und echten Tonsprachen.
Schlüsselwörter
Prosodie, Suprasegmentalia, Akzent, Intonation, Tonsprachen, Grundfrequenz, Stoßton, Glottalisierung, skandinavische Sprachen, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Wortakzente, Linguistik, Phonetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit prosodischen Besonderheiten der dänischen, schwedischen und norwegischen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Analyse von Wortakzenten, Intonationsmustern und insbesondere die Untersuchung des dänischen Stoßtons.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Eigenheiten dieser Sprachen phonetisch zu beschreiben und von echten Tonsprachen abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine linguistische Analyse unter Verwendung phonetischer Grundbegriffe, Literaturvergleiche und Modellbeschreibungen wie des Basis-/Dachlinienmodells.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Prosodie und Akzenten sowie die detaillierte Analyse der spezifischen skandinavischen Phänomene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Prosodie, Wortakzente, Stoßton, Phonetik und die untersuchten skandinavischen Sprachen.
Warum wird der Stoßton im Dänischen nicht als Phonem gewertet?
Er wird als Prosodem eingestuft, da seine Stellung strengen phonologischen Regeln folgt und er keine lexikalische Distinktivität im Sinne eines echten Tons besitzt.
Worin besteht der Hauptunterschied zwischen dänischen Stoßtönen und Wortakzenten?
Der Stoßton ist eine Erscheinung auf Silbenebene, während Wortakzente das gesamte Wort betreffen und dort auf eine spezifische Silbe wirken.
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- Franziska Wenzel (Author), 2005, Die Wortakzente im Schwedischen und im Norwegischen und der Stoßton im Dänischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68477