Um die Soziale Arbeit in Großbritannien zu beurteilen, sind zunächst Kenntnisse über die sozialpolitischen Gegebenheiten in diesem Land wichtig. Der Wohlfahrtsstaat bildet die Basis, auf der Sozialpolitik und daraus resultierend Soziale Arbeit stattfinden kann. Daher werden zunächst die Merkmale des Wohlfahrtsstaates beschrieben, wobei eine Untersuchung der Ursachen für die Herausbildung von Wohlfahrtsstaaten sowie eine Einteilung in die unterschiedlichen Typen von Wohlfahrtsstaaten anhand der Kriterien Dekommodifizierung und Stratifizierung nach Esping-Andersen erfolgt. Danach wird das Konzept des Wohlfahrtsstaates in Großbritannien analysiert, um es dann an den Grundlagen der britischen Sozialpolitik und dem sozialen Sicherungssystem Großbritannien im Einzelnen zu verdeutlichen. Als weiteren Indikator für die britische Wohlfahrt werde ich die institutionelle Lage der Sozielen Arbeit in Großbritannien beschreiben, wobei die einzelnen Facetten Sozialer Arbeit Organisationsstrukturen, Arbeitsfelder und Ausbildung untersucht werden. Schließlich soll geprüft und bewertet werden, ob dem britischen Wohlfahrtspluralismus „eine verkappte sozialpolitische Spar- und Abbaustrategie“ (Schmid 2002, S. 357) vorgeworfen werden kann, welche die Unterstützung der Hilfsbedürftigen behindert oder ob die Rückentwicklung politischer und exekutiver Macht (vgl. Lyons/Manion 2005, S. 67) positive Auswirkung auf die Soziale Arbeit und ihre Adressaten hat.
Inhaltsverzeichnis
- Thematische Einführung
- Relevanz des Themas
- Aufbau der Arbeit
- Die Bedeutung der sozialpolitischen Lage für die Soziale Arbeit in Großbritannien
- Definition des Wohlfahrtsstaates nach Esping-Andersen
- Die Entwicklung von Wohlfahrtsstaaten
- Die Unterscheidung von Wohlfahrtsstaaten: Regimetypen
- Kritik und Ergänzung der Theorie Esping-Andersens
- Der Wohlfahrtsstaat Großbritannien
- Historische Grundlagen
- Wohlfahrtskonzeption in Großbritannien
- Soziale Sicherung in Großbritannien
- Soziale Arbeit in Großbritannien
- Träger und Organisationsstrukturen
- Arbeitsfelder und Zielgruppen
- Ausbildung und Rekrutierung
- Schlussbetrachtung
- Zusammenfassung und kritische Auseinandersetzung
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem britischen Wohlfahrtsstaat und dessen Auswirkungen auf die Soziale Arbeit. Ziel ist es, zu untersuchen, ob der britische Staat seine Bürger tatsächlich "vernachlässigt" und auch der Sozialen Arbeit in Großbritannien die Grundlage und Anerkennung entzieht.
- Die Entwicklung und Funktionsweise des Wohlfahrtsstaates nach Esping-Andersen
- Die Besonderheiten des britischen Wohlfahrtsstaates und seiner historischen Grundlagen
- Die Analyse der Sozialpolitik und des sozialen Sicherungssystems in Großbritannien
- Die institutionelle Lage der Sozialen Arbeit in Großbritannien, inklusive Trägerstrukturen, Arbeitsfeldern und Ausbildung
- Die kritische Bewertung des britischen Wohlfahrtspluralismus und seiner Auswirkungen auf die Unterstützung Hilfsbedürftiger
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die Relevanz des Wohlfahrtsstaates für die Soziale Arbeit. Es wird der Aufbau der Arbeit erläutert und der Fokus auf die Untersuchung des britischen Wohlfahrtsstaates gelegt. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Definition des Wohlfahrtsstaates nach Esping-Andersen. Es werden die Entwicklung und die Unterscheidung von Wohlfahrtsstaatstypen sowie Kritikpunkte an der Theorie Esping-Andersens betrachtet. Anschließend wird der britische Wohlfahrtsstaat im Detail analysiert, inklusive seiner historischen Grundlagen, seiner Wohlfahrtskonzeption und des sozialen Sicherungssystems. Das dritte Kapitel widmet sich der Sozialen Arbeit in Großbritannien. Es werden die Trägerstrukturen, Arbeitsfelder und Zielgruppen sowie die Ausbildung und Rekrutierung in der Sozialen Arbeit untersucht.
Schlüsselwörter
Wohlfahrtsstaat, Großbritannien, Soziale Arbeit, Esping-Andersen, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Sozialpolitik, soziales Sicherungssystem, Trägerstrukturen, Arbeitsfelder, Ausbildung, Rekrutierung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Merkmale definieren den Wohlfahrtsstaat nach Esping-Andersen?
Zentral sind die Kriterien der Dekommodifizierung (Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt) und der Stratifizierung (Einfluss des Staates auf die soziale Schichtung).
Zu welchem Regimetyp gehört der britische Wohlfahrtsstaat?
Großbritannien wird oft als liberaler Wohlfahrtsstaat klassifiziert, der durch Marktmechanismen und bedarfsorientierte Mindestsicherung geprägt ist.
Wie ist die Soziale Arbeit in Großbritannien organisiert?
Sie zeichnet sich durch einen Wohlfahrtspluralismus aus, bei dem staatliche, private und gemeinnützige Träger zusammenwirken, oft unter dem Druck von Sparstrategien.
Was wird unter dem Begriff "Dekommodifizierung" verstanden?
Dekommodifizierung beschreibt den Grad, in dem Bürger ihren Lebensunterhalt unabhängig von einer Erwerbstätigkeit durch staatliche Leistungen sichern können.
Hat die Dezentralisierung in GB positive Folgen für Adressaten der Sozialen Arbeit?
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Rückentwicklung staatlicher Macht die Unterstützung behindert oder durch lokale Flexibilität positive Auswirkungen auf die Hilfesuchenden hat.
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- Anne-Christin Hummelt (Author), 2006, Der Wohlfahrtsstaat Großbritannien - Soziale Arbeit ohne staatliche Unterstützung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68515