In seinem 1967 erschienenen Werk „Die Aufhebung der Ökonomie“ konstituiert der französische Schriftsteller, Wissenschaftler, Soziologe, Anthropologe und Philosoph Georges Bataille eine allgemeine Ökonomie der Verschwendung und der Zerstörung, die dem klassischen ökonomischen Nützlichkeitsprinzip von Grund auf entgegengesetzt ist. Sie ist somit ein radikaler Angriff auf das Idol der Nützlichkeit unserer Zeit, dessen Grenzen Bataille aufzeigen will. Indem er frühe Kulturen untersucht und sie mit unseren vergleicht, sieht Bataille in der gesamten modernen Welt so etwas wie eine fatale Blindheit in Verbindung mit der unangefochtenen Vorherrschaft des Nützlichen, dem alles untergeordnet wird, wodurch der Blick auf die Notwendigkeit des 'Unnützen' und 'Überflüssigen' verstellt wird. Mit dem hier angesprochenen Prinzip der Verausgabung beschäftigt sich der erste Teil des Buches, der in dieser Arbeit vorgestellt wird.
Dabei soll zunächst der Begriff der Verausgabung verdeutlicht und anschließend auf den Ursprung dieses Prinzips eingegangen werden. Danach werden die zwei nach Bataille stärksten Formen der Verausgabung, der Klassenkampf und die Religion als Ausweichmöglichkeit des Klassenkampfes, vorgestellt. Abschließend wird der Text kritisch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das klassische Nützlichkeitsprinzip
- Die Verausgabung als Prinzip des Lebens
- Der Verlust als Prinzip der Verausgabung
- Ursprünge des Tauschs - Der Potlatsch
- Änderung der Tauschprozesse
- Formen der Verausgabung
- Der Klassenkampf
- Die Religion
- Insubordination
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Georges Batailles Werk „Die Aufhebung der Ökonomie“ und beleuchtet seine radikale Kritik am klassischen Nützlichkeitsprinzip in der Wirtschaft. Bataille stellt eine „allgemeine Ökonomie“ der Verschwendung und Zerstörung vor, die das Prinzip der Nützlichkeit in Frage stellt. Dabei untersucht er historische Kulturen und zeigt die Vorherrschaft des Nützlichen in der modernen Welt auf.
- Die Kritik am klassischen Nützlichkeitsprinzip
- Das Prinzip der Verausgabung als Gegenpol zur Produktion
- Die Rolle des Verlustes in der Wirtschaft und im menschlichen Leben
- Die Bedeutung des Potlatsch als Urform des Tauschs
- Formen der Verausgabung: Klassenkampf und Religion
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt Batailles Werk „Die Aufhebung der Ökonomie“ vor und skizziert den zentralen Kritikpunkt am klassischen Nützlichkeitsprinzip. Kapitel 2 analysiert das Konzept der Nützlichkeit in der modernen Gesellschaft und zeigt die Grenzen dieses Denkens auf. Kapitel 3 beleuchtet das Prinzip der Verausgabung als Gegenpol zur Produktion und diskutiert die Rolle des Verlustes in diesem Kontext. Der Ursprung des Tauschs wird in Kapitel 3.2 anhand des Potlatsch der Indianer des amerikanischen Nordwestens dargestellt. Kapitel 4 beleuchtet zwei Formen der Verausgabung: den Klassenkampf und die Religion als Ausweichmöglichkeit des Klassenkampfes.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen dieser Arbeit sind: Verausgabung, Verschwendung, Nützlichkeit, Verlust, Potlatsch, Klassenkampf, Religion, Ökonomie, Georges Bataille.
Häufig gestellte Fragen
Was kritisiert Georges Bataille am klassischen ökonomischen Prinzip?
Bataille kritisiert das reine Nützlichkeitsprinzip und stellt ihm eine „allgemeine Ökonomie“ der Verschwendung, des Verlusts und der Zerstörung gegenüber.
Was bedeutet der Begriff „Verausgabung“ bei Bataille?
Verausgabung ist ein Lebensprinzip, das dem produktiven Nutzen entgegengesetzt ist und den bewussten Verlust von Energie oder Gütern ohne Gegenleistung betont.
Was ist der „Potlatsch“ und warum ist er für Bataille wichtig?
Der Potlatsch ist ein zeremonielles Fest nordamerikanischer Ureinwohner, bei dem Reichtum verschenkt oder zerstört wird, um Prestige zu gewinnen – für Bataille eine Urform der Verausgabung.
Welche Formen der Verausgabung werden in der Arbeit vorgestellt?
Die Arbeit fokussiert sich auf den Klassenkampf und die Religion als zentrale Ausprägungen des Prinzips der Verausgabung.
Warum bezeichnet Bataille die moderne Welt als „blind“?
Er sieht eine fatale Blindheit darin, dass die moderne Welt alles dem Nützlichen unterordnet und die Notwendigkeit des „Unnützen“ und „Überflüssigen“ verdrängt.
Was versteht Bataille unter „Insubordination“?
Insubordination beschreibt den Widerstand gegen die totale Unterwerfung des Lebens unter ökonomische Zwänge und das Nützlichkeitsdogma.
- Citar trabajo
- Janina Richts (Autor), 2007, Georges Bataille: "Die Aufhebung der Ökonomie", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68558