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Georges Bataille: "Die Aufhebung der Ökonomie"

Title: Georges Bataille: "Die Aufhebung der Ökonomie"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janina Richts (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In seinem 1967 erschienenen Werk „Die Aufhebung der Ökonomie“ konstituiert der französische Schriftsteller, Wissenschaftler, Soziologe, Anthropologe und Philosoph Georges Bataille eine allgemeine Ökonomie der Verschwendung und der Zerstörung, die dem klassischen ökonomischen Nützlichkeitsprinzip von Grund auf entgegengesetzt ist. Sie ist somit ein radikaler Angriff auf das Idol der Nützlichkeit unserer Zeit, dessen Grenzen Bataille aufzeigen will. Indem er frühe Kulturen untersucht und sie mit unseren vergleicht, sieht Bataille in der gesamten modernen Welt so etwas wie eine fatale Blindheit in Verbindung mit der unangefochtenen Vorherrschaft des Nützlichen, dem alles untergeordnet wird, wodurch der Blick auf die Notwendigkeit des 'Unnützen' und 'Überflüssigen' verstellt wird. Mit dem hier angesprochenen Prinzip der Verausgabung beschäftigt sich der erste Teil des Buches, der in dieser Arbeit vorgestellt wird.
Dabei soll zunächst der Begriff der Verausgabung verdeutlicht und anschließend auf den Ursprung dieses Prinzips eingegangen werden. Danach werden die zwei nach Bataille stärksten Formen der Verausgabung, der Klassenkampf und die Religion als Ausweichmöglichkeit des Klassenkampfes, vorgestellt. Abschließend wird der Text kritisch diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das klassische Nützlichkeitsprinzip

3. Die Verausgabung als Prinzip des Lebens

3.1. Der Verlust als Prinzip der Verausgabung

3.2. Ursprünge des Tauschs - Der Potlatsch

3.2.1. Änderung der Tauschprozesse

4. Formen der Verausgabung

4.1. Der Klassenkampf

4.2. Die Religion

5. Insubordination

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht Georges Batailles Theorie der "allgemeinen Ökonomie", welche das klassische Nützlichkeitsprinzip hinterfragt, indem sie die unproduktive Verausgabung von Energie und Ressourcen als ursprünglichen und essenziellen Lebensantrieb des Menschen definiert.

  • Das Prinzip der unproduktiven Verausgabung und Verschwendung
  • Die historische und anthropologische Herleitung durch den Potlatsch
  • Die Transformation von Verausgabungsprozessen im Kapitalismus
  • Soziale Spannungsfelder wie der Klassenkampf als Ventil für überschüssige Energien
  • Die Rolle der Religion als alternative Kanalisierung unproduktiver Energie

Auszug aus dem Buch

3. Die Verausgabung als Prinzip des Lebens

Mit unproduktiver Verausgabung „ist die sinnlose Verschwendung von Ressourcen gemeint, wo das Ziel nicht der Gewinn, sondern der reine Verlust ist.“ Verschwendung ist nach Auffassung nach Bataille also das Prinzip der Natur. Der Mensch muss verschwenden, was er anhäuft, da dies einerseits seiner Natur entspricht und andererseits nichts endlos wachsen kann. Die Verausgabung wird der Produktion als Gegenpol entgegengestellt, dominiert aber über sie bzw. ist nur ein Mittel, um zur Verschwendung zu gelangen. Produktion und Erwerb sind demnach sekundär gegenüber der Verausgabung. Als Begründung gibt Bataille an, dass der Mensch einer ständigen Energiezufuhr unterliegt und immer wenn etwas produziert wird ein Überfluss an Energie zurückbleibt, da nicht alle Energie in die Produktion gesteckt werden kann. Dieses Überflüssige will der Mensch verschwenden und dies ist sein einziger Lebensantrieb.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in Georges Batailles Werk ein, das eine Ökonomie der Verschwendung gegen das klassische Nützlichkeitsdenken stellt.

2. Das klassische Nützlichkeitsprinzip: Dieser Abschnitt kritisiert die moderne Fixierung auf Produktivität und entgegnet ihr Batailles These von den unproduktiven Bedürfnissen.

3. Die Verausgabung als Prinzip des Lebens: Hier wird der theoretische Rahmen der unproduktiven Verausgabung als notwendiger Ausgleich für menschliche Energieüberschüsse dargelegt.

4. Formen der Verausgabung: Es wird analysiert, wie sich überschüssige Energien in modernen Gesellschaften durch Klassenkampf oder religiöse Praktiken entladen.

5. Insubordination: Das Kapitel schlussfolgert, dass die bewusste Loslösung von Systemzwängen für die menschliche Souveränität unerlässlich ist.

6. Schluss: Die Arbeit resümiert die "Antiökonomie" Batailles und stellt sie in einen kritischen Dialog mit anderen ökonomischen und philosophischen Sichtweisen.

Schlüsselwörter

Verausgabung, Antiökonomie, Georges Bataille, Nützlichkeitsprinzip, Potlatsch, Verschwendung, Energieüberschuss, Kapitalismus, Klassenkampf, Religion, Insubordination, Souveränität, unproduktive Ausgaben, Verlustprinzip, soziale Existenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Georges Batailles theoretisches Konzept der „allgemeinen Ökonomie“, das die unproduktive Verausgabung von Ressourcen und Energie in den Mittelpunkt stellt.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Kritik am Nützlichkeitsprinzip, anthropologische Tauschformen wie den Potlatsch sowie die Kanalisierung gesellschaftlicher Energieüberschüsse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Batailles radikalen Gegenentwurf zur klassischen Ökonomie darzustellen und zu diskutieren, ob der Verlust statt der Produktion als eigentliches Lebensprinzip verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die sich auf die Primärliteratur von Georges Bataille stützt und diese durch soziologische und philosophische Interpretationen ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung der Verausgabung, deren Ursprung im Potlatsch, den Wandel der Tauschprozesse sowie moderne Formen der Energieentladung wie den Klassenkampf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Verausgabung, Antiökonomie, Verschwendung, Souveränität und Insubordination.

Wie unterscheidet sich der Potlatsch vom klassischen Tauschverständnis?

Im Gegensatz zur klassischen Ökonomie, die auf Erwerb und Nutzen basiert, beruht der Potlatsch auf dem rituellen Akt der Verschwendung, um sozialen Status und Macht zu verteilen.

Wie steht die Autorin zur Kritik an Batailles Theorie?

Die Autorin stellt Batailles Thesen in einen kritischen Dialog mit aristotelischen und ökonomischen Positionen und hinterfragt die praktische Anwendbarkeit der Theorie auf moderne gesellschaftliche Verhältnisse.

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Details

Title
Georges Bataille: "Die Aufhebung der Ökonomie"
College
University of Paderborn  (Soziologie)
Course
Tauschökonomien
Grade
1,3
Author
Janina Richts (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V68558
ISBN (eBook)
9783638607100
ISBN (Book)
9783638824507
Language
German
Tags
Georges Bataille Aufhebung Tauschökonomien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Richts (Author), 2007, Georges Bataille: "Die Aufhebung der Ökonomie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68558
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