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Zwischen Kochdienst und Katheder: Christoph Martin Wielands literaturkritische Maßstäbe und Positionierungen in seiner Vorrede zum Teutschen Merkur

Title: Zwischen Kochdienst und Katheder: Christoph Martin Wielands literaturkritische Maßstäbe und Positionierungen in seiner Vorrede zum Teutschen Merkur

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna Panek (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Einleitung

Als im April des Jahres 1773 das erste Heft des von Christoph Martin Wieland herausgegebenen Teutschen Merkur erschien, erstreckte sich der Zeitraum zwischen der ersten Idee zur Herausgabe eines eigenen Journals und ihrer damit erfolgten Realisierung auf bereits beinahe fünfzehn Jahre1. Der Prozess, in dessen Verlauf sich gegen Ende des 18. Jh. „aus der Verschränkung [von literarischer und politischer Öffentlichkeit] die „’bürgerliche Öffentlichkeit’ konstituiert“2, wird von Literaturzeitschriften rege begleitet: sie übernehmen die beiden Aufgaben, „einmal [...] im Konsensus mit ihren Lesern Träger des öffentlichen Räsonnements zu sein, zum anderen, diese erst einmal zum Räsonnement zu erziehen“3. Literaturkritik stellt sich in diesem Prozess als „Mittel zu beidem“4 dar. Der Strukturwandel des Lesepublikums5, von dem das letzte Drittel des 18. Jh. gekennzeichnet war, verlangte jedoch eine Ausweitung der inhaltlichen Schwerpunktsetzung: eine reine Literaturzeitschrift, die der Tradition der Gelehrtenzeitschriften folgte, oder gar bloßes, über Neuerscheinungen informierendes Rezensionsorgan sollte der Merkur nicht werden – Wieland schwebte ein kulturpolitisches6 Magazin vor, das eine breitere Themenpalette bieten und damit auch die Chance auf höheren Wirkungsradius einer weiter gefächerten Leserschaft erhalten sollte.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand Wielands Vorrede zum Teutschen Merkur die Programmatik und ursprüngliche Zielsetzung des Herausgebers genauer zu untersuchen. Hierbei soll auf die Zusammenhänge zwischen den angestrebten Inhalten, den der Auswahl zugrunde liegenden ästhetischen Maßstäben sowie den divergierenden Vorstellungen vom Publikum als richterliche Instanz und unzureichend aufgeklärte, einer Lenkung bedürftige Leserschaft einerseits und den Veränderungen in der publizistischen Landschaft Deutschlands im 18. Jh. andererseits näher eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Inhaltliche Konzeption des Teutschen Merkur: zwischen Literatur, Politik und Geschichte – der Entwurf einer kulturpolitischen Zeitschrift

2. Der gesamte „lesende[...] Teil[...] der Nation“: das anvisierte Publikum

3. Rolle und Zielsetzung literarischer Kritik im Merkur:

3.1. Wielands literaturkritische Maßstäbe

3.2. Metakritik: der Merkur als „literarisches Revisionsgericht“

3.3. Einheitlichkeit von Geschmack und literarischem Werturteil

3.4. Publikum als Richter? - Wielands Positionierungen gegenüber seiner Leserschaft

Fazit

Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Untersuchung der Programmatik und der ursprünglichen Zielsetzung des Teutschen Merkur anhand von Christoph Martin Wielands Vorrede, um die Zusammenhänge zwischen ästhetischen Maßstäben, der Konzeption der Leserschaft und dem Wandel der publizistischen Landschaft im 18. Jahrhundert aufzuzeigen.

  • Analyse der inhaltlichen Ausrichtung des Teutschen Merkur als kulturpolitische Zeitschrift.
  • Untersuchung des Konzepts der „bürgerlichen Öffentlichkeit“ im Kontext des Lesepublikums.
  • Diskussion der literaturkritischen Maßstäbe Wielands und seiner Metakritik.
  • Erörterung des Spannungsfeldes zwischen dem Wunsch nach einem mündigen Publikum und dem Bedarf an erzieherischer Lenkung.
  • Einordnung der Zeitschrift in die frühkapitalistischen Produktionsverhältnisse des literarischen Marktes.

Auszug aus dem Buch

3.2. Metakritik: der Teutsche Merkur als „literarisches Revisionsgericht“

Um dieses Ziel zu erreichen, versucht Wieland zumindest rhetorisch Unmögliches zu vollbringen – der Teutsche Merkur soll die gegensätzlichen Funktionen eines „Aeropagus zu Athen“ erfüllen, der einerseits die Aufgaben eines „literarischen Revisionsgerichts“ übernehmen kann, sich dabei jedoch andererseits keineswegs eine übergeordnete Position anmaßen will: „Es versteht sich von selbst, dass unsere Meinung nicht sein kann, den „Merkur“ dadurch gleichsam zum Oberrichter über die deutsche Literatur aufzuwerfen“ – und er beteuert, die Mitarbeiter des Merkur würden sich „keineswegs zu eigenmächtigen Tyrannen der literarischen Welt“ erklären.

Das Vertrauen auf die kritische Urteilsfähigkeit des Journals soll sich statt dessen – gleichsam basisdemokratisch abgesegnet - „auf den Ruhm der Weisheit und Unbestechlichkeit“ gründen, wobei „einzelne Gelehrte und besondere Gesellschaften derselben [...] nur eine Stimme [haben] , der namenloseste Erdensohn hat [...] die seinige so gut als der Präsident einer Akademie“: Grundsätze, deren Widerspruch zur zuvor proklamierten ‚naturgemäß aristokratischen Verfassung’ der Gelehrtenrepublik augenfällig wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes der Zeitschriftengründung und Formulierung der Forschungsabsicht.

1. Inhaltliche Konzeption des Teutschen Merkur: zwischen Literatur, Politik und Geschichte – der Entwurf einer kulturpolitischen Zeitschrift: Untersuchung der Begründung für eine breitere Themenpalette zur Erreichung eines schichtenübergreifenden Publikums.

2. Der gesamte „lesende[...] Teil[...] der Nation“: das anvisierte Publikum: Analyse des Versuchs, ein breites, nach Geschlechtern und Ständen diverses Publikum anzusprechen.

3. Rolle und Zielsetzung literarischer Kritik im Merkur: Untersuchung des Verhältnisses von Kritik, Autorschaft und öffentlichem Räsonnement.

3.1. Wielands literaturkritische Maßstäbe: Darlegung des angestrebten Ideals einer gesetzten und behutsamen Kritik.

3.2. Metakritik: der Merkur als „literarisches Revisionsgericht“: Analyse der rhetorischen Strategie Wielands, als Revisionsinstanz zu fungieren, ohne autoritär zu wirken.

3.3. Einheitlichkeit von Geschmack und literarischem Werturteil: Diskussion der geschmacksbildenden Funktion der Zeitschrift zur Förderung der Aufklärung.

3.4. Publikum als Richter? - Wielands Positionierungen gegenüber seiner Leserschaft: Analyse des Spannungsfeldes zwischen dem Leser als Partner und dem zu erziehenden Subjekt.

Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Teutschen Merkur als Spiegelbild des frühkapitalistischen Buchmarktes und der veränderten gesellschaftlichen Rolle des Autors.

Bibliographie: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Christoph Martin Wieland, Teutscher Merkur, Literaturzeitschrift, bürgerliche Öffentlichkeit, Literaturkritik, Lesepublikum, Kulturpolitik, Aufklärung, Sturm und Drang, literarischer Markt, frühkapitalistische Produktionsverhältnisse, Zeitschriftenwesen, literarisches Revisionsgericht, Bildungsbürgertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Programmatik und die ursprünglichen Zielsetzungen des von Christoph Martin Wieland herausgegebenen Teutschen Merkur, basierend auf dessen Vorrede zur ersten Ausgabe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die inhaltliche Konzeption der Zeitschrift als kulturpolitisches Organ, die Rolle der literarischen Kritik, die Definition und Adressierung des Publikums sowie der Einfluss ökonomischer Rahmenbedingungen auf den literarischen Markt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Wielands ästhetischen Maßstäben, seiner Wahrnehmung der Leserschaft und den Veränderungen der publizistischen Landschaft im 18. Jahrhundert aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse von Wielands Vorrede zum Teutschen Merkur und bezieht dabei fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur Sozialgeschichte und zum Journalismus des 18. Jahrhunderts ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Konzeption der Zeitschrift, die Analyse des anvisierten Publikums, die Untersuchung der Rolle literarischer Kritik sowie eine Reflexion über die widersprüchlichen Positionierungen Wielands gegenüber seinen Lesern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturzeitschrift, bürgerliche Öffentlichkeit, literarische Kritik, Kulturpolitik, Aufklärung und frühkapitalistischer Buchmarkt.

Welche Rolle spielt Wieland als "Fabrikintendant" und Verleger?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass Wieland sich nicht nur als Literat, sondern auch als unternehmerisch handelnder Zeitschriftenherausgeber verstand, der auf ökonomische Zwänge und die Nachfrage eines diversen Marktes reagieren musste.

Wie löst Wieland den Widerspruch zwischen "Revisionsgericht" und "Partner der Leser"?

Wieland versucht diesen Widerspruch rhetorisch aufzulösen, indem er das Publikum zwar als höchste Instanz anerkennt, ihm aber gleichzeitig durch die Kritik im Merkur Hilfe und Lenkung bei der Urteilsbildung anbietet.

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Details

Title
Zwischen Kochdienst und Katheder: Christoph Martin Wielands literaturkritische Maßstäbe und Positionierungen in seiner Vorrede zum Teutschen Merkur
College
Free University of Berlin  (Germanistik)
Course
Mediengeschichte (Medienentwicklung und literarischer Formenwandel im 19. und frühen 20. Jahrhundert)
Grade
1,0
Author
Anna Panek (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V68573
ISBN (eBook)
9783638600255
ISBN (Book)
9783638820233
Language
German
Tags
Zwischen Kochdienst Katheder Christoph Martin Wielands Maßstäbe Positionierungen Vorrede Teutschen Merkur Mediengeschichte Formenwandel Jahrhundert)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Panek (Author), 2006, Zwischen Kochdienst und Katheder: Christoph Martin Wielands literaturkritische Maßstäbe und Positionierungen in seiner Vorrede zum Teutschen Merkur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68573
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