Ich möchte in dieser Ausarbeitung das Thema des Lernziels untersuchen. In Kapitel 2 habe ich die theoretischen Grundlagen zu diesem Thema zusammengefasst. Zuerst werde ich den Begriff Lernziel erläutern, ihn definieren und die verschiedenen Arten von Lernzielen vorstellen (Kap. 2.1). In einem zusätzlichen Absatz versuche ich dann, die Unterschiede der Begriffe Lernziel und Lehrziel herauszuarbeiten (Kap. 2.2). Nach diesem Einstieg zu dem Begriff des Lernziels, werde ich zwei Hierarchisierungen von Lernzielen darstellen (Kap. 2.3). Die erste Hierarchie beschäftigt sich mit dem Kriterium der Abstraktion von Lernzielen und die zweite sehr bekannte Taxonomie von Bloom, zeigt die sechs Stufen der kognitiven Lernziele. Als Abgrenzung zu den eindimensionalen Lernzielhierarchien, gehe ich im darauffolgenden Abschnitt kurz auf die Lernzielmatrix ein (Kap. 2.4), die im weiteren Verlauf noch genauer erläutert wird. Dieser theoretische Teil des Lernziels wird in Kapitel 3 auf die Praxis bezogen. Wenn Lernziele festgelegt werden sollen und mit ihnen im Unterricht gearbeitet wird, dann halte ich es auch für notwendig, zu überprüfen, ob diese Lernziele ihren Zweck erfüllen. Diese Kontrolle schaffen die lehrzielorientierten Tests, die ich deshalb mit in mein Thema der „Definition von Lernzielen“ einbeziehen möchte. Nur durch eine Operationalisierung der Lernziele (Kap. 3.1) kann der Unterricht gezielt geplant werden. Ob die festgelegten Lernziele am Ende einer Unterrichtseinheit auch von den Schülern erreicht worden sind, kann man mit dem sogenannten lehrzielorientierten Test (Kap. 3.2) überprüfen. Wie Lehrziele bzw. Lernziele ausgewählt werden und daraus ein für die Didaktik wertvoller Test zur Überprüfung des Unterrichts gebildet werden kann, wird hier als ein wichtiger Teil dieses Themas behandelt. Zum Abschluss habe ich versucht, eine Begründung für die lehrzielorientierten Tests aufzustellen und somit auch die Wichtigkeit der Lernziele herauszustellen (Kap. 3.3). [...]
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. DIE THEORIE DER LERNZIELE
2.1. DER BEGRIFF „LERNZIEL“
2.2. LEHRZIEL VERSUS LERNZIEL
2.3. LERNZIELHIERARCHIE / LERNZIELTAXONOMIE
2.4. LERNZIELMATRIX
3. ANWENDUNG DER LERNZIELE IM UNTERRICHT
3.1. OPERATIONALISIERTE LERNZIELE
3.2. DER LEHRZIELORIENTIERTE TEST
3.3. GRÜNDE FÜR DIE ÜBERPRÜFUNG DES LERNERFOLGS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Konzept von Lernzielen, ihre theoretische Fundierung sowie ihre praktische Anwendung im Unterricht zur gezielten Förderung und Leistungsüberprüfung von Schülern.
- Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Lern- und Lehrzielen
- Taxonomien und Hierarchien von Lernzielen (u.a. nach Bloom)
- Operationalisierung von Lernzielen für die Unterrichtsplanung
- Konstruktion und Anwendung lehrzielorientierter Tests
- Bedeutung der Lernerfolgskontrolle für die Unterrichtsqualität
Auszug aus dem Buch
2.1. Der Begriff „Lernziel“
Lernen wird in der empirisch orientierten Didaktik als Verhaltensänderung beschrieben. „Verhalten ist die allgemeine Bezeichnung für die Gesamtheit aller beobachtbaren, feststellbaren oder messbaren Aktivitäten des lebenden Organismus […]“. Lernziele beschreiben also eine Verhaltensänderung, die ein Schüler infolge des Unterrichts zeigen soll.
Lernen und Verhalten unterscheiden sich jedoch voneinander, da Lernen ein intrapsychischer Vorgang ist und daher nicht direkt beobachtbar ist.
In Wirklichkeit hat jedes Lernen sowohl eine Inhaltskomponente (Was ist zu lernen?) und eine Verhaltenskomponente (Welches konkrete Verhalten soll der Lernende zeigen?). Deshalb sollten nach Tyler Lernziele auch so ausgewählt werden, dass ein zu lernender Inhalt und ein auf diesen Inhalt gerichtetes Verhalten bestimmt werden. Genaueres dazu in dem Kapitel 2.4 „Lernzielmatrix“.
„Ein Lernziel ist die sprachlich artikulierte Vorstellung einer durch Unterricht oder andere Lehrveranstaltungen zu bewirkenden gewünschten Verhaltensdisposition eines Lernenden.“ Ein Lernziel sollte daher Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen beschreiben, welche die Schüler im Verlauf des Unterrichts entwickeln sollen. Außerdem sollten sie Lernziele so aufgestellt werden, dass eine Überprüfung der Lernergebnisse ermöglicht wird. Bei der Verhaltensänderung sollte es sich um eine „innere Disposition“ handeln, da das Ziel nicht nur die einmalige Äußerung des gewünschten Verhaltens ist, sondern als dauerhafte Eigenschaft auftreten soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Themenstellung, Erläuterung des Aufbaus der Arbeit und der Zielsetzung der Untersuchung von Lernzielen und deren Überprüfung.
2. DIE THEORIE DER LERNZIELE: Theoretische Fundierung des Lernzielbegriffs, Unterscheidung zwischen Lehr- und Lernzielen sowie Darstellung verschiedener Taxonomien.
2.1. DER BEGRIFF „LERNZIEL“: Herleitung des Begriffs aus der Verhaltensdidaktik und Definition von Inhalts- und Verhaltenskomponenten.
2.2. LEHRZIEL VERSUS LERNZIEL: Diskussion der synonymen Verwendung der Begriffe aus Lehrer- bzw. Schülersicht sowie deren pädagogische Relevanz.
2.3. LERNZIELHIERARCHIE / LERNZIELTAXONOMIE: Vorstellung des Stufenschemas von Möller sowie der bekannten Taxonomie kognitiver Lernziele nach Bloom.
2.4. LERNZIELMATRIX: Einführung der zweidimensionalen Matrix zur Verknüpfung von Inhalten und Verhaltensweisen als Alternative zu eindimensionalen Modellen.
3. ANWENDUNG DER LERNZIELE IM UNTERRICHT: Übertragung der theoretischen Grundlagen in die praktische Unterrichtsgestaltung und Evaluation.
3.1. OPERATIONALISIERTE LERNZIELE: Erläuterung der Regeln zur Operationalisierung, um Lernergebnisse messbar und prüfbar zu machen.
3.2. DER LEHRZIELORIENTIERTE TEST: Beschreibung des Verfahrens zur Konstruktion von Testaufgaben zur Überprüfung spezifischer Lernziele am Beispiel einer Einheit über Erdöl.
3.3. GRÜNDE FÜR DIE ÜBERPRÜFUNG DES LERNERFOLGS: Analyse der Bedeutung der Leistungsüberprüfung für Schülermotivation, Lehrersteuerung und Unterrichtsqualität.
Schlüsselwörter
Lernziel, Lehrziel, Pädagogische Diagnostik, Verhaltensänderung, Lernzieltaxonomie, Bloom, Operationalisierung, Lehrzielorientierter Test, Unterrichtsplanung, Lernerfolg, Innere Disposition, Didaktik, kognitive Lernziele, affektive Lernziele, psychomotorische Lernziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und der praktischen Anwendung von Lernzielen im schulischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf deren Bedeutung für die pädagogische Diagnostik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsbestimmung von Lernzielen, ihre hierarchische Ordnung, die Operationalisierung für den Unterricht sowie die Gestaltung von Tests zur Überprüfung des Lernerfolgs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wichtigkeit einer präzisen Lernzielformulierung herauszustellen und aufzuzeigen, wie diese zur systematischen Planung und Evaluation von Unterricht beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die fachdidaktische Literatur, Taxonomie-Modelle und diagnostische Ansätze zusammenführt und auf ein konkretes Beispiel anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Kapitel 2) und die praktische Umsetzung (Kapitel 3), inklusive der methodischen Vorgehensweise bei der Erstellung von lehrzielorientierten Tests.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lernziel, Operationalisierung, Taxonomie, Lehrzielorientierter Test und Pädagogische Diagnostik.
Was unterscheidet Richtziele, Grobziele und Feinziele?
Sie unterscheiden sich durch ihren Abstraktionsgrad: Während Richtziele die grobe Richtung vorgeben, sind Feinziele voll operationalisiert und beschreiben genau das erwartete Endverhalten.
Warum ist die „Lernzielmatrix“ für den Unterricht nützlich?
Die Matrix ermöglicht eine zweidimensionale Planung, indem sie Lerninhalte systematisch mit verschiedenen Verhaltenskomponenten (wie Wissen, Verstehen oder Analyse) verknüpft, was die Testkonstruktion wesentlich präziser macht.
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- Cornelia Tietzsch (Author), 2006, Definition von Lernzielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68591