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"Panem et circenses - Brot und Spiele". Die Macht der römischen Unterhaltungskultur

Title: "Panem et circenses - Brot und Spiele". Die Macht der römischen Unterhaltungskultur

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 59 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

„Das römische Volk ist völlig gleichgültig geworden. Früher bestimmte es die Vergabe von Ämtern, Befehlsgewalt und Legionen. Heute besteht darin kein Interesse mehr, das Volk hat nur noch zwei Wünsche: panem et circenses - Brot und Spiele.“
Mit diesem bekannten Ausspruch setzte der bekannte römische Satiriker, Decimus Iunius Iuvenalis (59-130), nicht nur sich ein Denkmal, sondern er charakterisierte damit auf eindrucksvolle Weise die Situation der römischen Gesellschaft in der Kaiserzeit, die zahlreiche Autoren und Historiker zum Anlass nahmen, sich diesem Thema zu widmen. Doch waren die von Iuvenal angesprochenen Getreidespenden und Spiele, die der römischen Bevölkerung geschenkt wurden, ein machtpolitisches Mittel, das zur Ohnmacht und Trägheit der Regierten führte oder war es ein legitimes Instrument zur Machtsicherung seitens der Regierenden, das auf der Liebe zur Bevölkerung basierte? Diese Fragestellung bildet die Grundlage dieser Arbeit.
Dass auch nach über 2000 Jahren die antike Welt immer noch lebendig ist, beweist unter anderem die Tatsache, dass erst vor wenigen Tagen der Film „Gladiator“ bei der Oscar Verleihung mehrere Auszeichnungen erhielt. Auch wenn dieses Heldenepos die Vergangenheit in ihrer Sachlichkeit nur wenig berührt und Spezialeffekte das historische Detail und den guten Geschmack unter sich begraben, zog er weltweit Millionen von Zuschauern in die Kinos, die sich auch heute noch für die antike Massenunterhaltung begeistern können.
Über 600 Jahre lang erfreuten die grausamen Kampfspiele der Gladiatoren in der antiken römischen Welt ein breites Publikum. Doch wie entstanden diese Kampfspiele, wer führte sie durch und worin bestand ihre große Anziehungskraft, die Tausende von Zuschauern in die Arenen und Amphitheater lockten? Ein Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich eben mit diesem Komplex der Gladiatorenspiele, als ein Mittel der Massenunterhaltung. Dabei steht die Entwicklung der Gladiatorenkämpfe genauso im Mittelpunkt, wie die Kämpfer und die verschiedenen Spiele an sich. Aber auch ein Vergleich zwischen der antiken und modernen Unterhaltungskultur wird gewagt.
Doch zuvor wird in einem Kapitel dem ebenfalls im Zitat des Iuvenal erwähnten Problem der Getreideschenkungen in der Antike nachgegangen. Ob beide Bereiche, die Massenunterhaltung und die Getreideschenkungen, letztendlich zur Entpolitisierung der römischen Bevölkerung führten, soll in einem dritten Kapitel diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE STAATLICHEN GETREIDESPENDEN UND DAS PRINZIP DES EUERGETISMUS IN DER ANTIKE

1.1. DIE STAATLICHEN GETREIDESPENDEN

1.1.1. DER RÖMISCHE STAAT - EIN WELFARE STATE?

1.1.2. VOM GETREIDEVERKAUF ZUR GETREIDESCHENKUNG

1.1.3. DIE STAATLICHE ANNONA - AUFGABENBEREICH DER AEDILEN

1.1.4. BEWERTUNG DER GETREIDEVERTEILUNG

DAS PRINZIP DES EUERGETISMUS IN DER ANTIKE

1.2.1. TERMINOLOGIE

1.2.2. BEDEUTUNG VON SCHENKUNGEN

1.2.3. BEWERTUNG UND ZUSAMMENFASSUNG

2. DIE RÖMISCHEN SPIELE

2.1. DER RÖMISCHE FESTKALENDER

2.2. WER FINANZIERTE DIE SPIELE?

2.3. DIE WETTKÄMPFE

2.4. DIE GLADIATORENKÄMPFE

2.4.1. GLADIATORENKÄMPFE - EIN RITUAL DER ETRUSKER

2.4.2. ENTWICKLUNG IN DER RÖMISCHEN REPUBLIK

2.4.3. WER WURDE GLADIATOR ?

2.4.4. WER KÄMPFTE IN DER ARENA?

2.4.5. DIE AUSBILDUNG DER GLADIATOREN

2.5. DER ABLAUF EINES RÖMISCHEN FESTTAGES

2.5.1. DIE VORBEREITUNGEN

2.5.2. DIE GESCHEHNISSE AM VORMITTAG

2.5.3. DIE GESCHEHNISSE AM NACHMITTAG

2.5.4. DIE SEESCHLACHTEN DES AUGUSTUS

2.6. DIE ARENEN

2.6.1. DAS KOLOSSEUM

2.6.2. DER CIRCUS MAXIMUS

2.7. ZEITGENÖSSISCHE KRITIK UND DAS ENDE DER SPIELE

2.8. UNTERHALTUNGSKULTUR DAMALS UND HEUTE

3. FÜHRTEN „BROT UND SPIELE“ ZUR ENTPOLITISIERUNG DER PLEBS URBANA?

3.1. DIE POLITISCHE ENTMÜNDIGUNG DER PLEBS URBANA

3.1.1. POLITISCHE WAHLPROPAGANDA IN ROM

3.1.2. POLITIK WIRD ZUM PRIVATUNTERNEHMEN

3.1.3. WAHLBEEINFLUSSUNG UND MANIPULATION

3.1.4. ZUSAMMENFASSUNG

3.2. POLITISCHE INITIATIVEN DER PLEBS URBANA

3.2.1 POLITISCHE GESCHLOSSENHEIT ALS MACHTINSTRUMENT DES VOLKES

3.2.2. DER AUFSTAND GEGEN CLEANDER IM JAHR 190 N.CHR.

3.2.3 DER CIRCUS ALS ORT POLITISCHER DEMONSTRATION

3.2.4 DIE ÖFFENTLICHEN SPIELE ALS POLITISCHES STIMMUNGSBAROMETER FÜR DEN HERRSCHER

3.3. BEWERTUNG UND ZUSAMMENFASSUNG

4. FAZIT UND BEWERTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die These des römischen Satirikers Iuvenal, wonach die römische Bevölkerung in der Kaiserzeit durch staatliche Getreidespenden und Unterhaltungsangebote („Brot und Spiele“) politisch entmachtet und entpolitisiert wurde. Dabei wird analysiert, ob diese Leistungen ein machtpolitisches Instrument zur Disziplinierung waren oder eine Form der legitimierten Machtsicherung darstellten.

  • Analyse der staatlichen Getreideversorgung (Annona) und des Prinzips des Euergetismus.
  • Untersuchung der römischen Festkultur, Gladiatorenkämpfe und Arenen als Machtinstrumente.
  • Vergleich der antiken Massenunterhaltung mit moderner Unterhaltungskultur.
  • Bewertung des politischen Bewusstseins und der Initiativen der römischen Plebs urbana.
  • Diskussion über das Wechselverhältnis von politischer Kontrolle und dem Mitspracherecht der Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Gladiatorenkämpfe - ein Ritual der Etrusker

Erste Funde von aufwendigen Grabmalereien in Unteritalien konnten die Frage nach dem Ursprung der Gladiatorenkämpfe beantworten. Die Fresken aus dem 4. Jh. v.Chr. stammten vor allem aus Paestum, einer Stadt in Kampanien, auf denen verschiedenen Szenen der Leichenspiele, zumeist Wagenrennen oder Faustkämpfe zu sehen sind.

Die Tatsache, dass es hier die ersten Gladiatorenschulen gab, so in Capua, und die ersten steinernen Amphitheater, beweisen, dass Kampanien als Ursprungsgebiet des Gladiatorenwesens diente.

Die Etrusker scheinen im besonderem Maß an dem Brauch festgehalten zu haben, den Seelen ihrer gefallenen Krieger fremde Kriegsgefangene zum Opfer darzubringen. Oftmals wurden diese Opferhandlungen auch nur symbolisch vollzogen. Es setzte sich die Tradition durch, dass Kriegsgefangene nicht sofort als Opfer abgeschlachtet wurden, sondern in der Arena auf Leben und Tod miteinander, als Gladiatoren, kämpften. Anhand der lateinischen Bezeichnung gladius für Schwert, lässt sich der Begriff Gladiator ableiten, der als solcher aber in der Antike nie gebraucht wurde. Vielmehr nutzte man den Begriff des munus, den Tertullian im 2. Jh. n.Chr. mit Totenspende, im Sinne der Geopferten, gebraucht. Die Pluralbezeichnung, munera, beschreibt daher in der Antike die uns bekannten Gladiatorenkämpfe. Andere Formen der öffentlichen Spiele, wie zum Beispiel die Wagenrennen oder die Theateraufführungen, werden unter dem Begriff der ludi zusammengefasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE STAATLICHEN GETREIDESPENDEN UND DAS PRINZIP DES EUERGETISMUS IN DER ANTIKE: Dieses Kapitel beleuchtet das System der Getreideversorgung und das Prinzip der Großzügigkeit der Herrschenden gegenüber der Bevölkerung als Mittel zur Machtsicherung.

2. DIE RÖMISCHEN SPIELE: Hier werden Entstehung, Durchführung und Bedeutung der Gladiatorenkämpfe sowie Wagenrennen analysiert und in einen gesellschaftspolitischen Kontext gesetzt.

3. FÜHRTEN „BROT UND SPIELE“ ZUR ENTPOLITISIERUNG DER PLEBS URBANA?: Dieses Kapitel diskutiert die zentrale Forschungsfrage, ob Unterhaltung und Versorgung das politische Bewusstsein der Bevölkerung unterdrückten oder ob neue Formen der politischen Artikulation entstanden.

4. FAZIT UND BEWERTUNG: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Politik von „Brot und Spiele“ als Methode, mit der die Herrschenden ihre Macht legitimierten und gleichzeitig soziale Stabilität wahrten.

Schlüsselwörter

Römische Kaiserzeit, Brot und Spiele, Plebs urbana, Euergetismus, Gladiatorenkämpfe, Annona, Entpolitisierung, Machtausübung, Unterhaltungskultur, Volksversammlung, Politische Manipulation, Herrschaftslegitimation, Ludi, Munera, Princeps.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die machtpolitische Bedeutung von Getreidespenden und Gladiatorenkämpfen („Brot und Spiele“) im antiken Rom sowie deren Auswirkungen auf das politische Verhalten der städtischen Bevölkerung (Plebs urbana).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die staatliche Getreideversorgung (Annona), das Mäzenatentum bzw. Euergetismus, die Entwicklung der Gladiatorenspiele und die Frage nach der Entpolitisierung der römischen Bürger durch diese Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob „Brot und Spiele“ ein bewusst eingesetztes Mittel der Herrschenden waren, um die Bevölkerung in die politische Ohnmacht und Untätigkeit zu führen, oder ob sie als legitime Instrumente der Machtsicherung im Rahmen der antiken Gesellschaftsstruktur zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen (u.a. Iuvenal, Sueton, Cicero, Cassius Dio, Seneca) und vergleicht diese mit modernen wissenschaftlichen Sekundärwerken, wie etwa den Studien von Paul Veyne und Zvi Yavetz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Euergetismus, die detaillierte Darstellung der Organisation und Durchführung der Spiele sowie eine kritische Diskussion der These der Entpolitisierung, ergänzt durch einen Vergleich zur modernen Unterhaltungskultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören: Römische Kaiserzeit, Brot und Spiele, Plebs urbana, Euergetismus, Gladiatorenkämpfe, Machtausübung und politische Entmündigung.

Wie wird das Prinzip des Euergetismus in Bezug auf den Reichtum definiert?

Der Autor beschreibt den Euergetismus als eine Form der „voraus­schauenden Fürsorge“, bei der wohlhabende Privatpersonen oder Herrscher einen Teil ihres Vermögens dem Gemeinwohl opfern, um gesellschaftliches Ansehen und politische Legitimation zu gewinnen.

Wie reagierte das römische Volk auf politische Missstände trotz der „Brot und Spiele“-Politik?

Das Volk nutzte den Circus und die Arenen als Ort der politischen Demonstration und artikulierte durch Applaus oder lautstarke Proteste seinen Willen gegenüber dem Herrscher, was zeigt, dass die Bevölkerung kein rein passives, politisch unbewusstes Objekt war.

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Details

Title
"Panem et circenses - Brot und Spiele". Die Macht der römischen Unterhaltungskultur
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Altertumswissenschaften)
Course
Volk und Volksversammlung in Rom
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2001
Pages
59
Catalog Number
V68673
ISBN (eBook)
9783638611169
ISBN (Book)
9783640677160
Language
German
Tags
Panem Macht Unterhaltungskultur Volk Volksversammlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2001, "Panem et circenses - Brot und Spiele". Die Macht der römischen Unterhaltungskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68673
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