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Politik und Mythos - Nationale Sinnstiftung durch symbolische Formen am Beispiel des Hermannmythos

Title: Politik und Mythos  - Nationale Sinnstiftung durch symbolische Formen am Beispiel des Hermannmythos

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 53 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Auch die Deutschen können auf Zeichen und Mythen nicht verzichten, in welchen sie ihren Staat dargestellt sehen und die einstmals große Bedeutung für die Entwicklung und Herausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins besaßen. Denn Symbole und Mythen stehen für Ideen und politische Ziele. Ihre Ziele sind es, staatsbürgerliche Einheit zu stiften und Grundüberzeugungen zu verkörpern.
Gerade dort, wo die Kenntnis und Pflege der nationalen Symbole und Mythen fehlt, mangelt es auch an der sich tragenden politischen Hoffnung. Hier besteht die Gefahr, dass streitstiftende Symbole das vorhandene Vakuum ausfüllen. Zwischen unkritischer Begeisterung für die Nation und dem Desinteresse an der eigenen Staatlichkeit und Vergangenheit liegt der fremd zu scheinen gewordene Umgang mit nationalen Mythen und Symbolen. Ein Grund dafür liegt in der mangelnden Kenntnis über die geschichtlichen Ereignisse, aus denen die Symbole und Mythen hervorgegangen sind und deren Verbreitung und Bedeutung für die Herausbildung eines einheitlichen Nationalbewusstseins. Diesem Defizit versucht die vorliegende Arbeit teilweise Abhilfe zu verschaffen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern der Mythos um Hermann den Cherusker dem Anspruch gerecht wurde, nationale Identität zu stiften und nationales Bewusstseins heraus zubilden.
Grundlage dafür bildet zunächst die theoretische Auseinandersetzung mit den zentralen Begriffe Symbol und Mythos. In einem zweiten Schritt wird die historische Begebenheit dargestellt und untersucht und wie diese letztendlich zum Mythos umfunktioniert wurde. Die symbolische Umsetzung und Interpretation der politischen Zeichensprache wird in einem dritten Kapitel anhand des Hermanndenkmals untersucht. In den abschließenden Kapiteln wird neben der Bedeutung und Reichweite des Hermannmythos im Wandel der Zeit auch die Frage geklärt, ob Mythen heutzutage noch Bedeutung besitzen und die bestehende Dialektik zwischen Mythos, Identität und Nationalbewusstsein hervorgehoben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. POLITISCHER MYTHOS ALS ELEMENT DER SYMBOLISCHEN POLITIK

1.1 MYTHEN UND SYMBOLE - EIN ÜBERBLICK

1.1.1 Mythen

1.1.2 Symbole

1.2 MYTHEN UND SYMBOLE ALS THEMA DER POLITIKWISSENSCHAFT

1.3 LITERATURGRUNDLAGE

2. DER NATIONALE MYTHOS

2.1 DIE VERBINDUNG VON NATION UND MYTHOS

2.2 DIE BEDEUTUNG VON SAGEN UND MYTHEN

2.3 DIE VARUSSCHLACHT ALS HISTORISCHER GEGENSTAND DER BETRACHTUNG

2.4 VON DER WIRKLICHKEIT ZUM MYTHOS

3. DAS HERMANNDENKMAL ALS POLITISCHES SYMBOL

3.1 DAS HERMANNDENKMAL BEI DETMOLD

3.1.1 Vorbemerkung

3.1.2 Entstehungsgeschichte und Denkmalsidee

3.1.3 Das Hermanndenkmal als Nationaldenkmal

3.1.4 Nation - Denkmal - Identität

3.2 ZUR IKONOGRAPHIE UND INTERPRETATION DES DENKMALS

3.2.1 Der Unterbau

3.2.2 Die Figur

3.2.3 Gesamtdeutung

3.3 BEDEUTUNGSWANDEL DES HERMANNMYTHOS

3.3.1 Die Bedeutung des Mythos bis zum Ende des 2. Weltkrieges

3.3.2 Der Hermannmythos in der Bundesrepublik zwischen Tabuisierung und Folklorisierung

4. DER EINFLUSS POLITISCHER MYTHEN AUF DIE NATIONALE IDENTITÄT HEUTE

4.1 DIE VERBINDUNG VON MYTHOS, GESCHICHTE UND IDENTITÄT

4.2 DER POLITISCHE MYTHOS HEUTE

4.2.1 Überlebensperspektiven politischer Mythen

4.2.2 Die Bedeutung des politischen Mythos in der Bundesrepublik

4.2.3 Aktuelle politische Mythen in der Bundesrepublik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Hermannmythos als symbolisches Instrument zur Stiftung nationaler Identität und bewertet dessen Funktion sowie Bedeutungswandel innerhalb der politischen Kultur Deutschlands vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

  • Theoretische Fundierung des Begriffsgefüges von Mythos, Symbol und Politik.
  • Analyse des Hermanndenkmals bei Detmold als politisches Zeichenträger-Medium.
  • Untersuchung des Bedeutungswandels des Mythos im Verlauf der deutschen Geschichte.
  • Reflektion über die Relevanz und den Einfluss politischer Mythen in der modernen Bundesrepublik.
  • Vergleich der identitätsstiftenden Kraft archaischer Mythen gegenüber heutigen, künstlich erzeugten Mythen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Entstehungsgeschichte und Denkmalsidee

Mit dem Bau des Hermanndenkmal wurde bereits in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts begonnen. Aufgrund der Wirren der Restaurationszeit und der europäischen Revolutionen kam der Bau kurze Zeit vor der 48er Revolution zum Stillstand. Erst in der wieder anschwellenden Nationalbewegung der 60er Jahre wurde die Bautätigkeit fortgesetzt und 1875 schließlich beendet.

Die lange Entstehungszeit des Denkmals überspannt die unterschiedlichsten Epochen der deutschen Nationalgeschichte des 19. Jahrhunderts und versucht zwischen ihnen zu vermitteln. Das Denkmal lässt sich als Resultat der nationalen Erregung der Freiheitskriege verstehen, das die vielfältigen Faktoren des deutschen Nationalbewusstseins widerspiegelt. Die Gedankenwelt Ernst von Bandels, dem Initiator, Planer und Betreiber des Baues, wurzelt noch in Kindheitserinnerungen an die französische Besatzung und in den radikaleren Ausprägungen des jugendlichen Nationalismus der Schüler des Turnvater Jahn nach 1815.

Insofern kommt hier ein oppositionell-demokratisches Element ins Spiel, das Bandel durch die Restaurationsjahre hindurch trug, indem er die Gedanken popularisierte, dass das Denkmal vom gesamten deutschen Volk errichtet werden sollte. Zahlreiche Elemente des schließlich nach 54 Jahren Konzeptions- und Bauzeit fertiggestellten Monuments erinnern an diese Herkunft, auch die Anwesenheit von Sänger- und Turnvereinen und studentischen Korporationen bei der Einweihungsfeier sind ein Indiz dafür. „Auch die politische Gesinnung von Sängern, Turnern und Korporationen hatte sich inzwischen gewandelt, von der demokratisch-liberalen Einforderung von Freiheitsrechten hin zu einer zunehmend unkritischen Affirmation des kaiserlichen, stark durch preußisch-militärischen Machtapparat geformten, aber geeinten Deutschland.“ Aggressive Züge des frühen Nationalismus nahmen bereits jetzt Gestalt an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. POLITISCHER MYTHOS ALS ELEMENT DER SYMBOLISCHEN POLITIK: Einführung in die theoretischen Konzepte von Mythos und Symbol sowie deren politikwissenschaftliche Relevanz.

2. DER NATIONALE MYTHOS: Untersuchung der Verbindung von Nation und Mythos am Beispiel der historischen Varusschlacht und ihrer Transformation zum Nationalmythos.

3. DAS HERMANNDENKMAL ALS POLITISCHES SYMBOL: Detaillierte ikonographische Analyse des Denkmals und Darstellung seines historischen Bedeutungswandels zwischen Identitätsstiftung und Tabuisierung.

4. DER EINFLUSS POLITISCHER MYTHEN AUF DIE NATIONALE IDENTITÄT HEUTE: Kritische Reflexion über die heutige Bedeutung von Mythen und den Wandel zur symbolischen "neuen Nüchternheit" in der Bundesrepublik.

Schlüsselwörter

Hermannmythos, Nationaldenkmal, Politische Symbolik, Nationale Identität, Varusschlacht, Symbolische Politik, Ernst von Bandel, Geschichtsbewusstsein, Identitätsstiftung, Erinnerungskultur, Politische Mythen, Nationalbewusstsein, Ikonographie, Deutscher Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss von politischen Mythen – speziell des Hermannmythos – auf die Entstehung und Entwicklung der deutschen nationalen Identität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Symbolen, die Baugeschichte und Ikonographie des Hermanndenkmals sowie die sich wandelnde Rezeption von Mythen im Verlauf der deutschen Geschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die identitätsstiftende Funktion politischer Mythen und Symbole zu beleuchten und deren abnehmende politische Wirksamkeit in der heutigen Zeit darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf einer Literaturstudie zu Symbolik, Denkmalgeschichte und Identitätsforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die historische Untersuchung des Hermannmythos und eine detaillierte ikonographische Analyse des Hermanndenkmals bei Detmold.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Hermannmythos, Nationaldenkmal, politische Symbolik, nationale Identität, Erinnerungskultur und Identitätsstiftung.

Warum wird das Hermanndenkmal als "Nationaldenkmal" bezeichnet?

Es wird so bezeichnet, weil es das Ziel verfolgte, durch die historische Person Hermanns eine kollektive deutsche Identität zu legitimieren und als Mahnzeichen der nationalen Einigkeit zu fungieren.

Gilt der Hermannmythos heute noch als politisch wirksam?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Mythos im 20. Jahrhundert und besonders nach 1945 seine politische Symbolkraft weitgehend verloren hat und heute primär als touristisches Objekt wahrgenommen wird.

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Details

Title
Politik und Mythos - Nationale Sinnstiftung durch symbolische Formen am Beispiel des Hermannmythos
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft )
Course
Politische Kultur und ihre Rahmenbedingungen im wiedervereinten Deutschland
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2002
Pages
53
Catalog Number
V68674
ISBN (eBook)
9783638611176
ISBN (Book)
9783640677177
Language
German
Tags
Politik Mythos Nationale Sinnstiftung Formen Beispiel Hermannmythos Politische Kultur Rahmenbedingungen Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2002, Politik und Mythos - Nationale Sinnstiftung durch symbolische Formen am Beispiel des Hermannmythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68674
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