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Tarifverhandlungen in Deutschland. Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie 2002

Title: Tarifverhandlungen in Deutschland. Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie 2002

Seminar Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stefan Kägebein (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Der Unterschied zwischen Arbeit und Kapital, zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, ist seit der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert vorhanden. Dieser Unterschied, also die verschiedenen Besitzverhältnisse an Produktionsmitteln, ist seit dem ein stetiger Anlass von Konflikten gewesen. Welche friedlich oder auch mit Gewalt ausgetragen wurden.
Die Schwierigkeit, die die Frage nach der Verteilung von Gewinnen aufwirft, steht auch heute noch zur Diskussion. Im einundzwanzigsten Jahrhundert sind die Dimensionen jedoch andere als noch vor 200 Jahren. Handelte es sich dort weithin um sehr elementare, essentielle Dinge, die das reine Überleben sichern sollten, so sind es im späten zwanzigsten sowie im einund- zwanzigsten Jahrhundert Fragen, die sich mit der Erhaltung der bereits erstrittenen Errungen- schaften und deren Ausbau beschäftigen. Eine "Soziale Frage", wie sie in beschriebener Vergangenheit mit ihrem konkreten Inhalt zur Beantwortung stand, ist heute und in jener Form nicht mehr existent. Die ,,great transformation", wie Karl Polanyi die Wandlung hin zur Marktwirtschaft bezeichnete, und die damit verbundenen Probleme, stehen heute nicht mehr zur Debatte. Neue Aufgaben und Probleme in veränderter Form sind zu lösen. Hierfür steht das Synonym der "Neuen Sozialen Frage".

Beispielhafte Punkte einer solchen Debatte und auch Gegenstand von Tarifverhandlungen sind vielmehr Elemente wie die Frage nach mehr Verteilungsgerechtigkeit. Die Berück- sichtigung von Inflationsraten oder die Forderung, auf Grund von Lohnzurückhaltung mehr Arbeitsplätze zu schaffen, treten ebenfalls auf. Damit eng verbunden ist die Diskussion um die Kaufkrafttheorie.
Da diese Aspekte, welche nicht die einzigen sind, in Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden thematisiert werden, ist der Komplex Tarifverhandlungen Thema der folgenden Ausführungen.
In wie weit Tarifverhandlungen und somit u.a. die Lohnhöhe und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie durch andere Rigiditäten beeinflusst werden, soll Leitfrage der folgenden Betrachtungen sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Vorbetrachtungen

1.1. geschichtlicher Hintergrund

1.2. Begriffe

2. Der Nominallohn

2.1. Einflüsse auf die Nominallohnhöhe

2.2. theoretischer Ansatz

3. Aktion und Reaktion

3.1. Kaufkrafttheorie

3.2. Lohnquote

4. Lohnverhandlungen

4.1. Einflussfaktoren

4.2. praktische Verhandlungen

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik von Tarifverhandlungen in der deutschen Metallindustrie unter besonderer Berücksichtigung des Tarifkonflikts von 2002. Dabei wird analysiert, inwieweit Lohnhöhe und Arbeitsplatzschaffung durch gewerkschaftliche Auseinandersetzungen sowie ökonomische Rahmenbedingungen beeinflusst werden.

  • Historische Entwicklung des Verhandlungssystems und der Tarifautonomie in Deutschland.
  • Theoretische Grundlagen zur Lohnbildung und ökonomische Verhandlungsmodelle.
  • Analyse zentraler Argumentationsmuster wie die Kaufkrafttheorie und die Lohnquote.
  • Praktische Untersuchung des Tarifkonflikts in der baden-württembergischen Metallindustrie 2002.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Kaufkrafttheorie

„... die Arbeitnehmer brauchen jetzt spürbar mehr Geld“, sagt Klaus Zwickel, Chef der IG Metall. Er erwartet dadurch eine Stabilisierung und Ankurbelung der deutschen Binnenkonjunktur. In Person von Klaus Zwickel wird die Position der Gewerkschaften deutlich. Wenn das Einkommen der Arbeitnehmer steigt, steigt die Summe, die für Konsumzwecke bereitsteht. Durch mehr Einnahmen, so folgern die Gewerkschaften, wird steigt die Bereitschaft, stärker zu konsumieren. Steigt wiederum der Konsum, ist eine erhöhte Produktion seitens der Betriebe notwendig. Folglich, so die Logik dieser Theorie, muss der produzierende Betrieb die Zahl der Arbeitskräfte erhöhen. Die Beschäftigung steigt. Je mehr Menschen berufstätig sind, desto kann konsumiert werden. Der Kreislauf dieser Theorie würde so funktionieren. Wenn eine Störung auftritt, wird dieser Kreislauf erneut aktiviert.

Arbeitgeberverbände hingegen sehen diesen Kreislauf nicht so funktional. Als Kronzeugen führt Gesamtmetall den IGBC Vorsitzenden Hubertus Schmoldt. Dieser erkannte, dass bei den international vernetzten Beziehungen, eine solche Theorie nicht funktioniere. Diese Aussauge umschreibt die Haltung der Arbeiteber treffend. Gesamtmetall argumentiert, dass die Kosten für eine Lohnerhöhung den Nutzen, der mit der Kaufkraftstärkung bewirkt werden soll, übersteigen. Ein Teil der Erhöhung fließe dem Staat in Form von Steuern und Abgaben zu. Weiterhin würde ein Anteil gespart. Ein weiterer Anteil fließe ins Ausland. Die Gesamtmetallanalyse zieht das Fazit, dass nur 25% der aufgewendeten Kosten die Binnennachfrage beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung der Interessenkonflikte zwischen Arbeit und Kapital ein und definiert die Rolle der Tarifverhandlungen als zentrales Instrument zur Aushandlung von Verteilungsgerechtigkeit.

1. Vorbetrachtungen: Das Kapitel beleuchtet den geschichtlichen Hintergrund der industriellen Revolution sowie die rechtlichen Grundlagen der Tarifautonomie im deutschen Grundgesetz.

2. Der Nominallohn: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen Nominal- und Reallohn sowie die Darstellung theoretischer Verhandlungsmodelle, wie dem Nutzenmaximierungsmodell.

3. Aktion und Reaktion: Dieses Kapitel analysiert mit der Kaufkrafttheorie und der Lohnquote zwei zentrale ökonomische Argumentationslinien, die in Tarifauseinandersetzungen regelmäßig herangezogen werden.

4. Lohnverhandlungen: Es werden die realen Einflussfaktoren auf Verhandlungen untersucht, bevor das konkrete Fallbeispiel der Metallindustrie im Frühjahr 2002 praxisnah analysiert wird.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Tarifpartner zwar autonom entscheiden, jedoch in ihren Möglichkeiten stark durch nationale und internationale Marktgegebenheiten eingeschränkt sind.

Schlüsselwörter

Tarifverhandlungen, Nominallohn, Reallohn, Tarifautonomie, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Kaufkrafttheorie, Lohnquote, Metallindustrie, Industrierelationen, Arbeitsmarkt, Tarifkonflikt, Verteilungsgerechtigkeit, Konjunktur, IG Metall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Strukturen und den theoretischen sowie praktischen Hintergründen von Tarifverhandlungen in der deutschen Metallindustrie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historischen Hintergründe der Tarifautonomie, die ökonomischen Determinanten der Lohnbildung sowie der Einfluss externer konjunktureller Faktoren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tarifverhandlungen als Schnittstelle zwischen ökonomischer Theorie und praktischer Lohnpolitik funktionieren und welche Rolle sie bei der Gestaltung der Wirtschaftsbedingungen spielen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit ökonomischen Modellen und ergänzt diese durch eine fallorientierte Analyse der Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie 2002.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Kaufkraft- und Lohnquotentheorie sowie eine detaillierte Betrachtung des Tarifkonflikts in Baden-Württemberg 2002.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Tarifautonomie, Nominallohn, IG Metall, Kaufkrafttheorie und Lohnquote.

Warum wählte der Autor das Fallbeispiel der Metallindustrie 2002?

Das Beispiel wurde gewählt, da die Tarifabschlüsse in der Metallindustrie häufig als Referenzwert und Vorbild für andere Industriezweige und Tarifbezirke dienen.

Welches Fazit zieht der Verfasser bezüglich der Tarifautonomie?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Tarifpartner zwar in der Theorie autonom verhandeln, ihre Entscheidungsspielräume jedoch durch externe wirtschaftliche Rigiditäten und den globalen Wettbewerbsdruck signifikant begrenzt werden.

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Details

Title
Tarifverhandlungen in Deutschland. Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie 2002
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Proseminar: Nationale Modelle des Wohlfahrtsstaates in Europa: Ex pluribus unum?
Grade
2,3
Author
Stefan Kägebein (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V6871
ISBN (eBook)
9783638143431
ISBN (Book)
9783638787000
Language
German
Tags
Tarifverhandlungen Lohnverhandlungen Gewerkschaften Tarifverträge Tarifvertrag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Kägebein (Author), 2002, Tarifverhandlungen in Deutschland. Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie 2002, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6871
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