Werbung begleitet unseren Alltag. Einen Tagesablauf ohne einer Werbung zu begegnen ist so gut wie unmöglich. Sei es morgens am Frühstückstisch, an der man eine Zeitung aufschlägt oder auf dem Weg auf den ganzen unübersehbaren Werbeplakaten. Es ist auch nicht zu übersehen, dass die Sprache anders genutzt wird als sonst. Baumgart gibt folgende Definition; „Die Werbung an sich stellt sich als die Summe der Kommunikationsakte dar, die ausgeführt werden, um mit ihnen das Kaufverhalten ihrer Empfänger zu lenken. Ihre Strategie besteht aus Auswahl, Kombination und Ausführung dieser Kommunikationsakte“. (Baumgart 1992:29) Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Auswahl, Kombination und Ausführung dieser Kommunikationsakte. Gegenstand dieser Arbeit sind also die sprachlichen Mittel in Werbeanzeigen, aus denen die Anglizismen und Fachwörter und ihre Funktionen näher betrachtet werden. Die vorliegende Arbeit besteht aus einem theoretischen und einem empirischen Teil. Nach der Einleitung im Kapitel beginnt der theoretische Teil.
Zu Beginn der Arbeit wird die Textfunktion in den Werbeanzeigen allgemein betrachtet, gleich folgend wird die Sprache der Werbung unter Lupe genommen und ihre Eigenschaften erläutert. Dies dient dazu, einen allgemeinen Überblick zu schaffen, da im verlaufe der Arbeit mehr ins Detail gegangen wird. Auf die textlinguistische Begriffserklärung wird in dieser Arbeit nur kurz eingegangen. Stattdessen werden die Kriterien und Begriffe erläutert, die, der vorliegenden Untersuchung zugrunde liegen. In Kapitel 4 werden zwei der verwendeten sprachlichen Mittel der Werbeanzeigen deutlicher gemacht, nämlich die Anglizismen und Fachwörter. Nach einer kurzen Begriffserklärung wird ein Blick in die Funktionen der jeweiligen sprachlichen Mittel geworfen. Es werden Fragen beantwortet sie; Welcher Funktion dient die Werbeanzeige? Wie wird diese Funktion durch die Werbesprache beeinflusst? Welche Funktionen erfüllen Anglizismen und Fachwörter in Werbeanzeigen? Die im Hauptteil untersuchten Aspekte der Werbeanzeige werden im 5. Kapitel anhand ausgewählter Kosmetikwerbeanzeigen analysiert. Die einzelnen Produktnamen werden nach Anglizismen und Fachwörtern analysiert und ein paar Beispiele im Fließtext präsentiert.
Für die Analyse werden 15 Kosmetikwerbeanzeigen herangezogen, die aus verschiedenen Frauenzeitschriften entnommen sind. Das Anzeigematerial wird im Abbildverzeichnis angegeben. Das Thema Werbung ist für viele ein interessantes Forschungsgebiet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textfunktion der Werbeanzeige
3. Werbesprache
4. Sprachliche Mittel in Werbeanzeigen
4.1 Anglizismen
4.1.1 Typen von Anglizismen
4.1.2 Funktionen von Anglizismen
4.2 Fachwörter
4.2.1 Funktionen von Fachwörtern
5. Korpus
5.1 Produktnamen
5.2 Fließtext
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Semesterarbeit untersucht die Funktionen von Anglizismen und Fachwörtern in Werbeanzeigen der Kosmetikbranche. Dabei soll geklärt werden, wie sprachliche Mittel gezielt eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen, dem Produkt einen fachlichen Anstrich zu verleihen oder negative Assoziationen zu verschleiern.
- Analyse der Textfunktion von Werbeanzeigen
- Untersuchung von Anglizismen: Typen und Funktionen (z.B. Kolorit, Kürze, Präzision, Verschleierung, Lebendigkeit)
- Einsatz von Fachwörtern und Pseudofachsprache in der Kosmetikwerbung
- Empirische Untersuchung von Produktnamen und Fließtexten in 15 ausgewählten Werbeanzeigen
- Darstellung der Zusammenhänge zwischen Sprache und psychologischer Werbewirkung
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Funktionen von Anglizismen
Anglizismen sind in der Werbung sehr beliebt, sei es in einzelnen Lexeme, Slogans oder Auch im größten Teil des Fließtextes.
Schütte verwendet in ihrer Forschung die Unterscheidung bzw. die Funktion der Anglizismen von Galinsky: (vgl. Schütte 1996: 39) In diese Funktionen wird mit ein Paar Ergänzungen von Pfitzners Forschung ein Blick geworfen:
Kolorit
„In der Kunst, in der Musik und in der Literatur wird der Begriff des Kolorits verwendet, um die Farbwirkung, die Kleingeigenart, die besondere Stimmung und Atmosphäre einer Schilderung zu kennzeichnen“. (Pfitzner 1978:39)
Im Sinne der Werbesprache bedeutet dieser Begriff demzufolge eine besondere Stimmung, Eigenart und Atmosphäre einer Schilderung. (vgl. Bohmann 1996:179) Durch den Gebrauch von Anglizismen kann dem Text einen bestimmtes Kolorit verliehen werden. Pfitzner unterscheidet zwischen Lokalkolorit, Fachkolorit und Sozialkolorit. (vgl. Pfitzner 1978:40)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Thema Werbung, die Relevanz der Sprachwahl und die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf Kosmetikwerbeanzeigen konzentriert.
2. Textfunktion der Werbeanzeige: Hier wird die Werbeanzeige als Appelltext definiert und ihre Funktion als Kombination aus informatorischen und persuasiven Elementen untersucht.
3. Werbesprache: Dieses Kapitel beleuchtet die Eigenschaften der Sprache in der Werbung, ihre Abgrenzung zur Alltagssprache und ihre Rolle als Hauptmedium trotz visueller Unterstützung durch Bilder.
4. Sprachliche Mittel in Werbeanzeigen: Der Hauptteil analysiert detailliert die Typen und Funktionen von Anglizismen (z. B. Kürze, Verschleierung) sowie den Einsatz von Fachwörtern und Pseudofachbegriffen.
5. Korpus: In diesem empirischen Teil werden 15 ausgewählte Kosmetikwerbeanzeigen hinsichtlich ihrer Produktnamen und Fließtexte analysiert, um die theoretischen Erkenntnisse zu belegen.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Kosmetikwerbung ohne fachliche Ausdrücke kaum vorkommt und die gewählten Kriterien zur Analyse sehr effektiv sind.
Schlüsselwörter
Werbesprache, Anglizismen, Fachwörter, Kosmetikwerbung, Textfunktion, Appelltexte, Sprachökonomie, Pseudofachsprache, Verschleierung, Lebendigkeit, Produktnamen, Werbeanzeigen, Sprachwissenschaft, Fremdwörter, Fachkolorit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Funktionen, die Anglizismen und Fachwörter in Kosmetikwerbeanzeigen erfüllen, um die Zielgruppe zu erreichen und Produkte wirkungsvoll zu präsentieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Textfunktion von Werbeanzeigen, der Typologie von Anglizismen sowie dem Gebrauch von (Pseudo-)Fachsprache, um wissenschaftliche Autorität und Prestige zu suggerieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sprachliche Mittel gezielt eingesetzt werden, um Werbebotschaften emotional aufzuladen, Informationen zu "verschleiern" und die Glaubwürdigkeit durch wissenschaftlich klingende Begriffe zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Basis durch linguistische Fachliteratur und führt eine empirische Analyse von 15 exemplarischen Werbeanzeigen aus Frauenzeitschriften durch.
Was behandelt der Hauptteil?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Kategorien für Anglizismen und Fachwörter definiert, um diese anschließend im Korpus-Kapitel anhand konkreter Beispiele aus der Kosmetikindustrie anzuwenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit dreht sich primär um Werbesprache, Sprachökonomie, Appellfunktionen sowie die Analyse von Fremd- und Fachwortanteilen in spezifischen Anzeigenformaten.
Warum spielt die Funktion der "Verschleierung" bei Anglizismen eine Rolle?
Anglizismen werden häufig genutzt, um Wörter mit potenziell negativer Konnotation (z.B. "Altern" oder "Falten") durch englische Begriffe zu ersetzen, die als neutraler oder prestigeträchtiger wahrgenommen werden.
Welche Erkenntnis gewinnt die Arbeit zur Verwendung von Zahlen?
Zahlen und Prozentangaben in der Kosmetikwerbung dienen selten der reinen Information, sondern vor allem dazu, eine fachliche, wissenschaftliche Glaubwürdigkeit vorzutäuschen.
- Quote paper
- Arzu Kalipcioglu (Author), 2007, Funktionen von Anglizismen und Fachwörtern in Kosmetikwerbeanzeigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68740