Sexueller Missbrauch


Seminararbeit, 1998
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Tätergruppen

3. Hintergründe
3.1 Gesellschaftliche Hintergründe
3.2 Soziale Hintergründe
3.3 Familiäre Hintergründe
3.4 Dunkelziffer

4. Frauen die Kinder sexuell mißbrauchen

5. Mißbrauchsarten

6. Das Problem der Geheimhaltung

7. Folgen sexuellen Mißbrauchs
7.1 Negative Folgen
7.2 Positive Folgen
7.3 Folgen für Jungen
7.4 Fazit

8. Interventionsmaßnahmen
8.1 Merkmale sexuellen Mißbrauchs
8.2 Möglichkeiten der Erkennung
8.3 Interventionsstufen

9. Präventionsmaßnahmen
9.1 Prävention in der Familie
9.2 Traditionelle Präventionsmaßnahmen
9.3 Prävention bei der Sexualerziehung
9.4 Präventionsveranstaltungen
9.5 Fazit

10. Literaturliste

1. Einleitung:

Sexueller Mißbrauch besteht aus sexuellen Handlungen,die Erwachsene an Kindern vornehmen.Er wird immer mit Zwang ausgeübt ,der meistens von einem Erwachsenen ,aber auch von Jugendlichen oder Altersgenossen ausgeht.

Meistens sind Mädchen die Opfer, aber auch Jungen werden sexuell mißbraucht.

Der Anteil unter Jungen unter den Mißbrauchsopfern liegt bei 30%.

Mädchen und Jungen jeden Alters sind vom Mißbrauch betroffen.

Schon Säuglinge und Kleinkinder werden mißbraucht.

Am häufigsten sind aber Kinder vom Vorschulalter bis zur Pubertät die Opfer.

Wichtig ist, daß die Schuld niemals die Kinder trifft. Die Verantwortung liegt ganz alleine bei denjenigen, die jemanden sexuell mißbrauchen.

Zum größten Teil geht sexueller Mißbrauch von Männern aus.

Am schwersten ist es, eine Grenze zwischen sexuellem Mißbrauch und liebevoller Zuneigung zu ziehen.

Sexuellen Mißbrauch kann man an der Intention des Täters festmachen. Allerdings ist diese oft nur schwer zu erkennen.

Zitat:„Sexueller Mißbrauch beginnt dort, wo körperliche Nähe nicht dazu dient, Zuneigung auszudrücken, sondern von Erwachsenen lediglich zur eigenen Bedürfnisbefriedigung ausgenutzt wird.“ (Aus: Was stimmt da nicht?: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; S.11).

2. Tätergruppen:

Man hat festgestellt, daß Väter selten die Täter sind.

Prozentual geht Mißbrauch etwa zur Hälfte von Bekannten aus.

Danach rangieren erst Familienangehörige mit einem Prozentsatz von 30%.

Meistens sind es Onkel und vor allem Vaterfiguren, d.h. Stief- ,Pflege- und Adoptivväter, aber auch Liebhaber und Freunde der Mütter.

Brüder und Cousins sind etwa zu gleichen Teilen an Mißbrauchsfällen beteiligt.

Großväter üben nur in wenigen Fällen sexuellen Mißbrauch aus.

Bei den Familienmitgliedern sind Väter am wenigsten an sexuellem Mißbrauch beteiligt; etwa zu 2%.

Etwa zu 25% geht Mißbrauch von Fremdtätern aus.

In meinen Ausführungen möchte ich nun auf Täter aus dem Familienkreis eingehen und dabei besonders auf die „Vaterfiguren“ als Täter.

3. Hintergründe :

Man nimmt an, daß sexueller Mißbrauch nie nur durch eine Ursache stattfindet, sondern durch ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren entsteht. Diese beeinflussen sich dann gegenseitig.

Auf drei Hintergründe möchte ich nun näher eingehen.

3.1 Gesellschaftliche Hintergründe:

Der Mann war noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein das Oberhaupt der Familie.

Er hatte das Sagen in der Familie und in der Gesellschaft.

Der Ehemann hatte die Vormundschaft über seine Frau.

Diese Ungleichbehandlung ist ein historisch entwickeltes Phänomen, das aber heute nicht mehr so oft vertreten ist.

Trotzdem existiert das Ideal vom starken Mann immer noch.

Unsicherheiten können abgebaut werden durch das Gefühl, über andere zu herrschen.

Und über Kinder kann immer geherrscht werden - sie können sich nicht wehren.

Bei der Erziehung zur Männlichkeit wurde auf die Eigenschaften geachtet, die zur Überlegenheit und zur Herrschaft führten.

Auch die geschlechtsspezifische Erziehung, die heute nicht mehr so stark ausgeübt wird, führt dazu, daß Mädchen Opfer sexueller Gewalt werden.

Sie werden zum Gehorsam,zum: „lieb sein“, zur Passivität u.a. erzogen.

Auch werden Mädchen mehr zu sozialen Fähigkeiten erzogen: zu Dankbarkeit, zu Verständnis und zur Rücksichtnahme.

Es wird ihnen verboten zu widersprechen.

Dagegen wird Jungen eher Durchsetzungsvermögen anerzogen.

Diese historischen Hintergründe lassen erkennen, daß hier viel geändert werden kann.

Mittlerweile versucht man hier schon mit Präventionsmaßnahmen vorzugehen.

Es wird versucht , Mädchen nicht anders zu erziehen als Jungen.

Auf die Maßnahmen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen.

3.2 Soziale Hintergründe:

Hierüber liegen nur wenige Studien vor.

Es wurde viel geglaubt, daß sexueller Mißbrauch vor allem ein Unterschichtsproblem ist.

Dies konnte aber mit Studien widerlegt werden.

Auch in den oberen sozialen Schichten ist sexueller Mißbrauch sehr verbreitet.

Das Problem ist nur, daß in den unteren sozialen Schichten eher sexueller Mißbrauch vermutet wird.

Dort wird mehr darauf geachtet und auch eher daran gedacht.

In den oberen Schichten wird Mißbrauch seltener aufgedeckt.

Die Geheimhaltung ist in solchen Familien oft noch größer, da sie Angst haben ihr Image zu verlieren und sie meistens ein hohes Ansehen in der Gesellschaft genießen.

Es wird immer gesagt, daß Mißbrauch in „anständigen“ Familien nicht vorkommt.

Da Familien aus unteren Schichten oft schon aus anderen Gründen der Polizei oder dem Jugendamt bekannt sind ,wird der Mißbrauch dort eher erkannt.

Familien aus oberen Schichten haben meistens noch nie etwas mit solchen Institutionen zu tun gehabt.

Es wurde auch untersucht, ob die Religionszugehörigkeit Einflüsse auf sexuellen Mißbrauch hat.

Dabei wurde festgestellt, daß viele Mißbrauchsopfer eine strenge religiöse Erziehung genossen hatten.

Ein weiterer Punkt ist die regionale Herkunft.

Hierbei konnte man sehen ,daß in ländlichen Gegenden der Mißbrauch fast nur von Familienangehörigen ausgeführt wurde.

Dies ist aber damit erklärbar, daß dort die Häuser viel weiter auseinander liegen und dort auch die meisten Familien Eigenheime besitzen.

Die Familien sind dadurch nicht so leicht von der Nachbarschaft zu beobachten ,wie in Etagenwohnungen.

Allerdings gibt es dies auch in Großstädten.

Hier führt die Anonymität zu einer Isolation. Und dies erleichtert wiederum das Geheimhalten von sexuellem Mißbrauch.

Insgesamt kann man daraus folgern daß soziale Hintergründe keinen großen Einfluß auf sexuellen Mißbrauch haben.

3.3 Familiäre Hintergründe:

Der wichtigste Aspekt ist hierbei der der Grenzverletzung.

Dies bedeutet, daß keine Grenzen mehr zwischen Erwachsenen und Kindern existieren: Das Kind muß die Rolle eines Erwachsenen einnehmen.

Grenzverletzungen betreffen einzelne Familienmitglieder sowie auch unterschiedliche Generationen.

Das Problem ist, daß diese Grenzen von außen gesehen starr zu sein scheinen.

Die Familie wird als harmonisch angesehen und es wird sexueller Mißbrauch dadurch auch nicht vermutet.

Diese Geschlossenheit bewirkt, daß diese Familien oft sehr isoliert leben.

Es wurde herausgefunden, daß Kinder aus solchen Familie versuchen Zuwendung zu bekommen. Daher sind sie leichter Mißbrauchsopfer.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Sexueller Missbrauch
Hochschule
Universität Paderborn  (Psychologisch)
Veranstaltung
Seminar: Kindesmißhandlungen
Note
1,3
Autor
Jahr
1998
Seiten
24
Katalognummer
V6875
ISBN (eBook)
9783638143479
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexueller Missbrauch, Kindesmisshandlungen
Arbeit zitieren
Sabine Neumann (Autor), 1998, Sexueller Missbrauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6875

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