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Neue Medienformate im Fernsehen - Das Medienphänomen Stefan Raab

Title: Neue Medienformate im Fernsehen - Das Medienphänomen Stefan Raab

Thesis (M.A.) , 2006 , 127 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Felix Hoffmann (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Einleitung

In der deutschen Fernsehlandschaft der Unterhaltungssendungen ist Stefan Raab einer der bekanntesten Entertainer. Er hat sich durch vielfach provokante Auftritte im Fernsehen einen festen Platz in der Hierarchie der Entertainer erkämpft und ist heute auf allen medialen Feldern zu Hause. Durch seine Sendung TV Total und durch die
vielen „Sonderevents“, die er immer wieder in diesem Rahmen ausrichtet, hat er sich mittlerweile einen „Kultstatus“ erarbeitet und gilt als ein Phänomen der Medien. Die Eigenschaften von Stefan Raab, die ihm zu diesem Phänomen machen, sind der Gegenstand dieser Arbeit.
Anhand der Kommunikationstheorie wird erklärt, wie die Massenmedien mit ihren Vorbildern die Medienlandschaft und (dadurch) auch die Rezipienten beeinflussen. Dabei treten die kommunikativen Strukturen zu Tage mit denen in den Medien gearbeitet wird. Exemplarisch für das versierte Arbeiten mit diesen Strukturen steht Stefan Raab, dem oft sowohl positives wie negatives Wirken im Umgang mit den
Massenmedien vorgehalten wird. Wenn im Folgenden von Massenmedien die Rede ist, sind primär das Fernsehen, und die mit diesen verbundenen Verbreitungs- und Kontaktmedien, wie Radio, Internet, Telefon sowie Datenträger gemeint. Die dabei notwendigen kommunikativen Systeme und Strategien, wie etwa der
kommunikationstheoretische Hintergrund, die im Vorfeld zum Verständnis einzuführen sind, werden an Hand der Sendung TV Total und ihrem Moderator Stefan Raab in ihrer Anwendung sowie ihrer Funktion analysiert werden. Die dabei wirkenden soziologischen Dispositionen der Rezipienten, sowie die kommunikativen Prozesse in den Massenmedien werden erklärt und auf die Kommunikationsstrukturen in Talkformaten übertragen. In diesen lassen sich die
Strukturen aufdecken, mit denen Stefan Raab seine Sendung strukturell gestalten muss, da sie grundlegende Kommunikationsweisen für das Fernsehen beinhalten (oder die zumindest auf seine Sendung als technische Prämissen Einfluss haben). Des Weiteren soll ein Exkurs zum deutschen Humor aufzeigen, welche Entwicklung
die deutsche Unterhaltungslandschaft durchlebt hat und welche Einflüsse aus anderen Kulturen zu finden sind. Dabei wird die Anlehnung an amerikanische Formate deutlich, die sich auch in den folgenden drei Formaten finden lässt. Es soll gezeigt werden, dass Stefan Raab diese zu seiner Sendung TV Total zusammengefügt
und stets adaptiert hat.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. THEORETISCHER HINTERGRUND

1.1. Kommunikationstheorie

1.1.1. Vorbedingungen der Massenkommunikation

1.1.2. Erweiterung des Models auf das Fernsehen

1.1.3. Erweiterung des Kommunikationsmodells auf Massenkommunikation

1.1.4. Masse und kollektives Verhalten

1.1.5. Maletzkes Modell für massenmediale Kommunikation

1.1.6. Kognitive und emotionale Konsum-Motivationen des Rezipienten

1.2. Kommunikationsstrukturen in Talkformaten

1.2.1. Talkpartner

1.2.2. Talkpublikum

1.2.3. Talkrezipient am heimischen Schirm

1.3. Spielarten des Humors

1.3.1. Humor in Deutschland

1.3.2. Komische Fernsehunterhaltung in Deutschland

1.3.3. Das kollektive Gedächtnis-Wissen und soziale Gruppen

1.3.4. Wortwitz und Anekdoten

1.3.5. Humor mit Aggressionsfaktor

1.3.6. Spiel mit der Erwartungshaltung

2. ENTWICKLUNG DES TV TOTAL-FORMATES

2.1. Entwicklung aus Vorgängerformaten

2.1.1. Talkrunde

2.1.2. Talkshow

2.1.3. Late-Night-Show

2.1.4. Rezeptions-Differenzen bei Rezipienten

2.1.5. Differenzen und Kongruenzen zu den Vorgängerformaten

2.2. Analyse von TV Total

2.2.1. Ablauf der Sendung TV Total

2.2.2. Entwicklung der Sendung und ihrer Quote

2.2.3. Sonderevents

3 ANALYSE DER STRUKTURELEMENTE VON TV TOTAL

3.1. Studioaufbau und Farb-Psychologie

3.2. Farb-Psychologie im Studioaufbau

3.3. Funktionselemente von TV TOTAL

3.3.1. Der Schreibtisch

3.3.2. Die Band

3.3.3. Musik von Stefan Raab

3.3.4. Elton

3.4. Die Bühnenfigur Stefan Raab – Formen der Selbstinszenierung

3.4.1. Biographie Stefan Raab

3.4.2. Stefan Raab der „Macher“

3.4.3. Erweiternde Charakterisierung von Stefan Raab

3.4.4. Stefan Raabs eigene Musikauftritte

3.4.5. Spieltrieb von Stefan Raab

3.4.6. Raab in Gefahr

3.4.7. Der „manipulierende“ Kommunikator

3.5. Tabubrüche bei TV Total

3.5.1. Ästhetische Tabus

3.5.2. Politische Tabus

3.5.3. Wirtschaftliche Tabus

3.5.4. Religiöse Tabus

3.5.5. Moralische Tabus

3.5.6. Kommunikative Tabus

3.5.7. Sexualtabus

3.5.8. Echte Tabubrüche in den Medien

3.5.9. Konstruierte Tabus

3.5.10. Täterhumor

3.5.11. Klischeeisierungen bei TV Total

3.6. Fernsehkritik bei TV Total

3.6.1. Stefan Raabs Position im deutschen Fernsehen

3.6.2. Kritik an TV Total und Stefan Raab

3.7. Humor in der Sendung

3.7.1. Pulleralarm

3.7.2. Raabigramm

3.7.3. Raab der Woche

3.7.4. Blackouts

3.7.5. Buttons auf dem Schreibtisch von Stefan Raab

3.7.6. Humoristische Klischees

3.7.7. Funktionen der TV-Ausschnitte am Anfang der Sendung

3.7.8. Der gespielte Witz

3.8. Spiele bei TV Total

3.8.1. Spiele mit Rezipienten

3.8.2. Spiele mit Studiogästen

3.8.3. Spiele Publikum

3.9. Wert und Wirkung der Gäste bei TV Total

3.9.1. Einzelsituation

3.9.2. Publikum

3.9.3. Zuschauer zu Hause

3.10. Selbstreferenz auf das Fernsehen

3.11. Medienpsychologische Aspekte am Beispiel der TV Total-Rezipienten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Wirkungsweise und das Phänomen Stefan Raab anhand seiner Sendung "TV Total". Ziel ist es, die kommunikationswissenschaftlichen Strukturen, die humoristischen Strategien und die medienpsychologischen Aspekte der Sendung zu analysieren, um zu verstehen, wie Stefan Raab als Moderator und Entertainer die Rezipienten beeinflusst und sein Image sowie das Format "TV Total" durch spezifische Techniken dauerhaft in der Medienlandschaft positioniert.

  • Kommunikationstheoretische Grundlagen und deren Übertragung auf Talkformate
  • Historische Entwicklung und Analysemethoden des Formats "TV Total"
  • Psychologische Analyse der Humoreinsätze und Tabubrüche durch Stefan Raab
  • Untersuchung der Selbstinszenierung von Stefan Raab als Medienfigur
  • Rolle der Gäste und des Publikums innerhalb der Sende-Dramaturgie

Auszug aus dem Buch

3.5.10. Täterhumor

Der Grund, warum Stefan Raabs Humor auch als „Täterhumor“ bezeichnet werden kann, liegt vor allem an Formaten wie Du, Frau Rieger?. Speziell dieses Format arbeitet mit der Bloßstellung von Schwächen einzelner Personen und funktioniert deswegen umso besser, je ungebildeter das Opfer ist. Da man in diesem Fall zu Recht von Opfer spricht, was das Beispiel Frau Rieger zeigen wird, muss man sowohl Täter finden, die gegen ein Gesetz oder Gebot verstoßen haben, als auch dieses Gebot aufzeigen können.

In diesem Format, das sich Du, Frau Rieger? nennt, geht es um eine Kindergärtnerin, die Kindern im Alter von 6-8 Jahren Fragen beantworten soll, die sie ihr in einer Art von Interviewsituation stellen. Die Fragen hat sich das TV Total Team ausgedacht, und als Beispiel lassen sich folgende nennen: „Warum sieht man im Dunkeln nichts?“ und in der Folge der Frage: „Was sind Sehnerven und was sind Nerven?“. Schon hier kann man feststellen, dass diese Interviewsituation von Erwachsenen geplant war. Diese Anschlussfragen zeigen nämlich, dass sie im Vorfeld antizipiert wurden, was eine Technik der Erwachsenen ist. Außerdem fragt eines der Kinder: „Was ist Italien?“ und als Anschlussfrage: „Wo liegt Italien?“. Dies lässt ein Gespür für den Umgang mit geographischen Ausdrucksweisen erkennen oder beruht (in diesem Alter) auf der Imitation von Erwachsenen-Sprache. Daran kann man ebenfalls belegen, dass das TV Total-Team diese Fragen dem Kind in den Mund gelegt hat. Aber das schien Frau Rieger nicht zu bemerken, da sie scheinbar von der vorherigen Frage noch zu sehr abgelenkt war, da sie schon Probleme hatte (Mimik von Frau Rieger) zu erklären was Italien ist. Im Beitrag wird allerdings an der Mimik deutlich, dass das Kind sehr wohl eine Vorstellung davon hat, was es da erfragt. Am Ende werden die Kinder sogar ironisch, eine kommunikative Technik, die sich erst in der Jugend ausbildet und somit auf den Einfluss von Erwachsenen hinweist. Sie sagen: “Danke, Frau Rieger. Jetzt hab ich´s verstanden.“ Dieser Satz ist in dieser Situation aber nur ironisch zu verstehen, und eine solche Zwecksetzung können nur Erwachsene vornehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die kommunikationstheoretischen Modelle sowie die Spielarten des Humors, die als Basis für die Analyse des Unterhaltungsfernsehens dienen.

2. ENTWICKLUNG DES TV TOTAL-FORMATES: Hier werden die Vorgängerformate wie Talkrunden und Talkshows analysiert, um die spezifische Entstehung und den Ablauf von "TV Total" sowie die Rolle der Sonderevents einzuordnen.

3 ANALYSE DER STRUKTURELEMENTE VON TV TOTAL: Dieses zentrale Kapitel untersucht detailliert Studioaufbau, Medienelemente, die Bühnenfigur Stefan Raab, den gezielten Einsatz von Tabubrüchen und die medienpsychologische Wirkung auf die Zuschauer.

Schlüsselwörter

Stefan Raab, TV Total, Medienwissenschaft, Talkformat, Humor, Täterhumor, Tabubruch, Massenkommunikation, Selbsteinszenierung, Medienpsychologie, Sonderevents, Unterhaltungsfernsehen, Rezipientenanalyse, Kommunikationstheorie, Fernsehkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magister-Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Stefan Raab als Medienphänomen und dessen Unterhaltungsformat "TV Total" im Kontext der deutschen Medienlandschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kommunikationstheorie in Talkformaten, den psychologischen Mechanismen von Humor und Tabubrüchen sowie den spezifischen Inszenierungstechniken des Moderators.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die kreativen Techniken und die medienpsychologische Wirkungsweise von Stefan Raab zu dekonstruieren, um zu verstehen, warum das Format "TV Total" trotz provokanter Elemente beim Publikum funktioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die kommunikationstheoretische Modelle (z.B. nach Shannon/Weaver, Maletzke) mit einer inhaltlichen und strukturellen Untersuchung des Fernsehformats verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Formats, die strukturellen Elemente (wie Studioaufbau und Funktionselemente), die Bühnenfigur Stefan Raab, seine Arbeitsweise und seinen gezielten Umgang mit Provokation und Tabubrüchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienphänomen, Kommunikationsstrukturen, Täterhumor, Tabubruch, Selbsteinszenierung und Rezipientenwirkung.

Wie nutzt Stefan Raab gezielt "Tabubrüche" in seiner Sendung?

Die Arbeit zeigt auf, dass Raab Tabubrüche methodisch einsetzt, um Unterhaltung und Aufmerksamkeit zu generieren, wobei er ästhetische und moralische Tabus konstruiert und wieder bricht, ohne dabei jedoch echte gesellschaftliche oder rechtliche Grenzen zu überschreiten.

Welche Rolle spielt die Person Elton in diesem Format?

Elton fungiert als Handlanger und "verlängerter Arm" des Moderators, der in der Sendung primär die Funktion einer Zielscheibe für den Humor übernimmt, aber auch bei Außenaktionen als aktiver Akteur dient.

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Details

Title
Neue Medienformate im Fernsehen - Das Medienphänomen Stefan Raab
College
University of Marburg  ( FB 09)
Grade
2.3
Author
Felix Hoffmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
127
Catalog Number
V68750
ISBN (eBook)
9783638600569
ISBN (Book)
9783640938131
Language
German
Tags
Neue Medienformate Fernsehen Medienphänomen Stefan Raab
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Hoffmann (Author), 2006, Neue Medienformate im Fernsehen - Das Medienphänomen Stefan Raab, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68750
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