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Martin Buber (1878-1965): Wegbereiter eines christlich-jüdischen Dialoges?

Title: Martin Buber (1878-1965): Wegbereiter eines christlich-jüdischen Dialoges?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 29 Pages , Grade: 12

Autor:in: Martin Schnurr (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Person, Leben und in erster Linie die überaus hohe Zahl der von Martin Buber verfassten Werke brachten und bringen immer noch ein breites Spektrum an Forschungsliteratur hervor. Wollte man Buber umfassend, in jeglichen Bereichen, all seinen Facetten greifen und begreifen, man wäre Jahre beschäftigt.
Die vorliegende Arbeit befasst sich daher mit einem speziellen Aspekt im Leben und Schaffen Bubers, der sich freilich in diversen Biographien wieder finden und -lesen lässt: Martin Buber als Verfechter, Antreiber oder gar Wegbereiter eines Dialoges zwischen Juden und Christen auf Augenhöhe und gegenseitiger Anerkennung. Zu diesem Zwecke soll Bubers intensive Auseinandersetzung mit der christlichen Religion insbesondere in dem Werk „Zwei Glaubensweisen“ ausführlicher skizziert werden.
Diese Arbeit beginnt also in einem ersten Teil mit den Anfängen eines „Dialoges“ zwischen Christen und Juden, wozu eine Rede vor den Judenmissionsgesellschaften als auch ein Zwiegespräch Bubers mit Karl Ludwig Schmitt herangezogen wird.
Die Gliederung richtet sich im zweiten Teil nach dem Aufbau des oben genannten Werkes „Zwei Glaubensweisen“, und zwar in zweierlei Hinsicht: Bevor Bubers kritische „Anfragen“ an das Christentum erläutert werden, muss die Bedeutung des vormessianischen Jesus herausgestellt, aber auch auf den Christus des Glaubens eingegangen werden. Die oft missgedeuteten Kapitel 8-11 des Römerbriefs sollen den Ausgangspunkt des dritten Teiles bilden, von dem aus ein Blick auf die Buber / Rosenzweig - Bibelübersetzung gerichtet wird, sowie Möglichkeiten und Bedingungen eines Dialoges zwischen Juden und Christen ausgelotet werden. Der Schluss wird gleichsam eines Fazits die zentralen Gesichtspunkte zusammenfassen und - soweit möglich und nötig - kritisch bewerten.
Wie schon betont, dient in erster Linie „Zwei Glaubensweisen“ zur Orientierung. Nichtsdestotrotz muss und wird zum tieferen und umfassenderen Verständnis über den Tellerrand hinaus, auf andere Werke Bubers mancher Blick gewagt werden.
Gleichermaßen möchte ich, soweit sinnvoll, Buber selbst zu Wort kommen lassen, um seine ausgezeichnete Rhetorik nicht vernachlässigen und zudem die ausdrucksstarken Worte nicht vereinfachend umschreiben zu müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Martin Buber - ein Lebensabriss

2. Die Anfänge eines „Dialoges“ zwischen Christen und Juden

2.1 Rede Bubers bei einer Studientagung der Judenmissionsgesellschaften in Stuttgart (1930)

2.2 Zwiegespräch im Jüdischen Lehrhaus Stuttgart (1933)

3. Christentum und Judentum - „Zwei Glaubensweisen“

3.1 Jesus der Jude - Jesus der Christus

3.1.1 Bedeutung des vormessianischen Jesus

3.1.2 Zur Messianität Jesu

3.2 Kritische Anfragen an das Christentum

3.2.1 Die Johannes- und Pauluskritik

3.2.2 Die Bildkritik

4. „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel dich.“ (Röm 11, 18)

4.1 Die Buber/Rosenzweig Bibel

4.2 Bedingungen und Möglichkeiten eines Dialoges

5. Schluss: Bubers Anstoß zur christlich-jüdischen Verständigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Martin Bubers Rolle als Wegbereiter für einen jüdisch-christlichen Dialog, wobei der Fokus auf seiner kritischen Auseinandersetzung mit christlichen Glaubensansprüchen in seinem Werk „Zwei Glaubensweisen“ liegt. Es wird erörtert, wie Buber trotz der fundamentalen Unterschiede zwischen den Religionen zur gegenseitigen Anerkennung und einem respektvollen Austausch auf Augenhöhe aufruft.

  • Die Analyse von Bubers frühen Stellungnahmen zur Judenmission.
  • Die Untersuchung der Unterscheidung zwischen dem jüdischen „Ur-Jesus“ und dem christlichen Christus.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit paulinischer und johanneischer Theologie.
  • Die Bedeutung der Buber-Rosenzweig Bibel als Brückenschlag zwischen den Traditionen.
  • Die Definition der Bedingungen für einen authentischen religiösen Dialog nach dem Holocaust.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Johannes- und Pauluskritik

Buber wendet sich strikt gegen den johanneischen Ausschließlichkeitsanspruch, das spätere „Nulla salus extra ecclesiam“ - Denken, wonach Zugang zu Gottes Reich alleine durch Jesus, sprich durch das Christentum, erlangt werden könnte. Für Buber hat Johannes um die Gottheit eine Mauer gezogen, die nur durch eine kleine Tür betreten werden könne. Wer jedoch diese Tür, die noch dazu nicht einfach und für jeden gleichermaßen zu erkennen sei, verfehle, wäre dem Reich des Bösen überantwortet und damit dem Gott der Gnade entzogen.

Buber hebt dagegen, als Antwort auf diese Auffassung, hervor, dass der Weg zu Gott für jeden möglich sei und offen stehe. „Die Gottestore sind offen für alle. Der Christ braucht nicht durchs Judentum, der Jude nicht durchs Christentum zu gehen, um zu Gott zu kommen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Martin Buber - ein Lebensabriss: Kurze biographische Skizze des Religionsphilosophen Martin Buber mit Fokus auf seine prägenden Lebensstationen und sein Wirken.

2. Die Anfänge eines „Dialoges“ zwischen Christen und Juden: Analyse der frühen Versuche Bubers, durch Reden und Zwiegespräche eine Auseinandersetzung mit dem Christentum über den Status des Judentums zu führen.

3. Christentum und Judentum - „Zwei Glaubensweisen“: Zentrale Untersuchung des Hauptwerkes Bubers, wobei insbesondere die Differenz zwischen dem vormessianischen Jesus und dem dogmatischen Christusbild herausgearbeitet wird.

4. „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel dich.“ (Röm 11, 18): Reflexion über die biblischen Grundlagen des Verhältnisses von Judentum und Christentum sowie die Bedeutung der gemeinsamen Bibelübersetzung als Impuls für das gegenseitige Verständnis.

5. Schluss: Bubers Anstoß zur christlich-jüdischen Verständigung: Zusammenfassendes Fazit, das Bubers Wirken als notwendigen Anstoß für einen interreligiösen Dialog würdigt.

Schlüsselwörter

Martin Buber, Judentum, Christentum, Dialog, Zwei Glaubensweisen, Jesus von Nazareth, Messias, Judenmission, Franz Rosenzweig, Bibelübersetzung, Gottesreich, Religiöser Dialog, Glaubenshaltung, Emuna, Pistis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Martin Bubers Denken und seinen Beitrag zu einem ernsthaften, gleichberechtigten Dialog zwischen jüdischer und christlicher Religion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen das Verhältnis von Judentum und Christentum, die Jesus-Rezeption Bubers, die Kritik an kirchlichen Absolutheitsansprüchen und die Bedeutung der gemeinsamen Schriftauslegung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwiefern Martin Buber als Wegbereiter für einen Dialog zwischen Christen und Juden fungiert, der auf Anerkennung statt auf Mission beruht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine textanalytische Untersuchung von Bubers Werken, insbesondere „Zwei Glaubensweisen“, sowie eine historisch-kontextuelle Einordnung von Reden und Briefen vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bubers frühen Stellungnahmen, die Analyse seines Hauptwerkes „Zwei Glaubensweisen“ und die Betrachtung der Buber-Rosenzweig Bibel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Martin Buber, Judentum, Christentum, Dialog, Jesus von Nazareth und Anerkennung.

Wie bewertet Buber das Konzept der christlichen Mission?

Buber lehnt jedwede Form der Judenmission als Verkennung des jüdischen Wesens ab und fordert stattdessen eine wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Glaubensgeheimnisse.

Welchen Stellenwert nimmt die Buber-Rosenzweig Bibel ein?

Sie gilt als epochales Werk, das durch die neue Sprachgestalt einen tieferen, gemeinsamen Zugang zum Ersten Testament ermöglichen sollte, fernab von missionarischen Absichten.

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Details

Title
Martin Buber (1878-1965): Wegbereiter eines christlich-jüdischen Dialoges?
College
Saarland University  (Katholische Theologie )
Course
Christliche Theologie des Judentums - Jüdische Theologie des Christentums
Grade
12
Author
Martin Schnurr (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V68754
ISBN (eBook)
9783638611381
ISBN (Book)
9783638672993
Language
German
Tags
Martin Buber Wegbereiter Dialoges Christliche Theologie Judentums Jüdische Theologie Christentums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Schnurr (Author), 2006, Martin Buber (1878-1965): Wegbereiter eines christlich-jüdischen Dialoges?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68754
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