Kaum ein Gewerbe konnte sich über so lange Zeit und über alle Krisen hinweg halten wie die Prostitution. Aber auch kaum ein Gewerbe, das einen nicht zu vernachlässigenden Erfolg zu verzeichnen hat, ist von der Gesellschaft derart geschmäht. Gerade heute, in Zeiten von sexueller Präsens allerorts, mutet der ambivalente Umgang mit dem „ältesten Gewerbe der Welt" seltsam an. Wir versuchen in unserem ersten Teil der Arbeit den Begriff der Prostitution näher zu erläutern und deren Ursachen festzustellen.
Anschließend haben wir uns mit der historischen Entwicklung der Prostitution in groben Zügen auseinandergesetzt und versuchen mit unsere Ausführungen einem groben Überblick über die Entstehungsgeschichte der Prostitution zu geben. Hier versuchen wir die Prostitution weder als persönliche "Neigung", noch als "Sünde" zu interpretieren. Dabei wird der Zusammenhang von Prostitution und Gesellschaft deutlich, was wiederum darauf hinweist, daß Prostitution veränderbar ist, wie die Gesellschaftsformen auch.
Hierzu ist es wichtig die verschiedenen Formen genauer zu definieren und zu beleuchten, was wir kurz in unserem nächsten Teil der Arbeit versucht haben. Eine wichtige Rolle spielt hier das Thema der Zwangsprostitution auf das wir noch mal gesondert eingegangen sind. Daran anschließend, teilweise parallel soll beschrieben werden, mit welcher rechtlichen Realität eine Frau, die als Prostituierte arbeitet, konfrontiert war und bis heute immer noch ist.
Der letzte Teil der Arbeit stellt dar, wo und von wem bereits soziale Arbeit im Bereich der Prostitution geleistet wird. Hierzu werfen wir einen Blick auf ein in Deutschland etabliertes Hurenprojekt, dessen Geschichte für Anschaulichkeit sorgen soll. Dabei geht es mir um die Frage inwieweit es Sozialarbeit überhaupt möglich ist als Instrument der gesellschaftlichen Anerkennung zu dienen, bzw. welche Hilfestellungen dafür von Seiten der Sozialarbeit geleistet werden müßten. Die abschließende Zusammenfassung soll ein allgemeines Fazit der kompletten Thematik darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung und Anlage der Arbeit
2. Begriffserklärung und Erläuterung von Prostitution und deren Ursachen
3. Geschichte der Prostitution in Kultur und Gesellschaft –
3.1 Die Tempelprostitution als Fruchtbarkeitsritus = Das Altertum
3.2 Die Prostitution im Mittelalter
3.3 Die Prostitution in der Neuzeit
4. Die Formen von Sexarbeit
4.1. Hauptgewerbliche Prostitution
4.2. Nebenerwerbliche („Hobby“-) Prostitution
4.3 Männliche Prostitution
5. Zwangsprostitution
6. Soziale Arbeit in dem Prostitutionsgewerbe
7. Die Prostitution und das Gesetz
7.1 Die Prostitution und das Gesetz in den letzten Jahren
7.2. Das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der
8. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Prostitution, beleuchtet deren historische Entwicklung sowie die unterschiedlichen Erscheinungsformen und analysiert kritisch die rechtliche Situation sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Umfeld.
- Historische Entwicklung der Prostitution vom Altertum bis zur Neuzeit
- Differenzierung der verschiedenen Formen der Sexarbeit
- Analyse der Problematik und Hintergründe von Zwangsprostitution
- Die Rolle und Herausforderungen der Sozialen Arbeit im Milieu
- Rechtliche Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Praxis
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Tempelprostitution als Fruchtbarkeitsritus = Das Altertum
Belege für eine erste, frühe Form von Prostitution gibt es aus der Zeit um 3000 vor Christus, die so genannte Tempelprostitution.
Unter Tempelprostitution versteht man eine im Altertum vor allem in Indien, Ägypten, Babylon, Lydien, Numidien, Persien und auf Zypern übliche Form des kultischen Geschlechtsverkehrs von Tempeldienerinnen.
Jede Frau in Babylon musste nach einem Gesetz des Königs Hamurabi (1793-1750 v. Chr.) zeitweise vor ihrer Ehe als Tempeldienerin tätig sein. Sie bereicherten sich damit aber nicht selbst, sondern führten die Einnahmen an ihren Tempel ab. Es waren ganz normale Bürgerinnen, die nur für kurze Zeit im Tempel blieben, nämlich solange, bis sie einen Mann fanden, der sie interessierte. Es war ein Fruchtbarkeits-Ritus und der Verkehr mit der Priesterin sollte die Götter für die Ackerbau und Viehzucht günstig stimmen.
Dieser Kult fand später auch in Griechenland Eingang, speziell in Kappadokien und Korinth, jedoch überwiegend von freigelassenen Sklavinnen, den so genannten Pornas ausgeübt. Griechische Hetären waren im Gegensatz zur Porna oft sehr gebildet und genossen einen höheren gesellschaftlichen Status als Ehefrauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung und Anlage der Arbeit: Einführung in die Thematik und Darlegung der Zielsetzung der wissenschaftlichen Untersuchung.
2. Begriffserklärung und Erläuterung von Prostitution und deren Ursachen: Definition des Begriffs sowie Analyse der individuellen und wirtschaftlichen Faktoren, die zur Prostitution führen.
3. Geschichte der Prostitution in Kultur und Gesellschaft –: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Prostitution von antiken Fruchtbarkeitsriten bis in die Neuzeit.
4. Die Formen von Sexarbeit: Systematische Unterteilung und Beschreibung der verschiedenen Ausprägungen von Prostitution.
5. Zwangsprostitution: Untersuchung der illegalen Praxis, der menschenrechtlichen Aspekte sowie der strukturellen Bedingungen von Menschenhandel.
6. Soziale Arbeit in dem Prostitutionsgewerbe: Darstellung der Herausforderungen für Sozialarbeiterinnen und Vorstellung von Hilfsprojekten wie HYDRA.
7. Die Prostitution und das Gesetz: Analyse der rechtlichen Entwicklung, insbesondere des Prostitutionsgesetzes von 2002 und dessen Auswirkungen.
8. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung mit Fazit zur gesellschaftlichen Tabuisierung und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung.
Schlüsselwörter
Prostitution, Sexarbeit, Zwangsprostitution, Sozialarbeit, Menschenhandel, Prostitutionsgesetz, Geschichte der Prostitution, Bordell, Freier, Prävention, Hilfseinrichtungen, gesellschaftliche Tabuisierung, Rechtliche Rahmenbedingungen, Doppelmoral, Ausstiegsprogramme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Prostitution, ihrer geschichtlichen Entwicklung, den verschiedenen Formen der Ausübung sowie der rechtlichen und sozialen Einordnung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung, die Differenzierung der Arbeitsformen (z.B. Straßenprostitution, Bordelle), das Problem der Zwangsprostitution sowie die Praxis und Bedeutung Sozialer Arbeit im Milieu.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Gewerbe zu entwickeln, die gesellschaftliche Tabuisierung zu hinterfragen und die Rolle der Sozialen Arbeit als Instrument zur gesellschaftlichen Anerkennung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung historischer und rechtlicher Quellen sowie der Einbeziehung von Fachliteratur und einer exemplarischen qualitativen Betrachtung durch Interviews bzw. Erfahrungsberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, eine detaillierte Typologie der Sexarbeit, die Problematik der Zwangsprostitution sowie eine detaillierte Analyse der Sozialen Arbeit und der gesetzlichen Lage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Prostitution, Zwangsprostitution, Soziale Arbeit, Menschenhandel und das Prostitutionsgesetz.
Was unterscheidet „Hobby“-Prostituierte von hauptgewerblich Tätigen laut der Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht, dass nebenerwerblich tätige Personen Prostitution meist als zeitlich begrenzte wirtschaftliche Überbrückung sehen, während professionell Tätige dies als ihren primären Berufszweig ausüben.
Welchen Einfluss hat das Prostitutionsgesetz von 2002 laut den Autoren?
Das Gesetz hat zwar formal Rechte gestärkt und den Zugang zu sozialen Sicherungssystemen theoretisch ermöglicht, doch in der Realität scheitert die Umsetzung oft an mangelnder Rechtssicherheit und fortbestehender gesellschaftlicher Doppelmoral.
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- Dipl. Grösch/Freudenthal Susann (Author), Carolin Licht (Author), 2006, Prostitution: Geschichte und der Einfluss moderner Sozialarbeit., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68809