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Die Sakralarchitektur Gottfried Böhms in Köln

Title: Die Sakralarchitektur Gottfried Böhms in Köln

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 35 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martin Petsch (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

Die Stadt Köln war durch die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges nach 1945 zu etwa 40% zerstört. Diese enormen Zerstörungen führten in den Wiederaufbaujahren zu einem immensen Bauvolumen. Köln stellt sich daher, vor allem im dichteren Innenstadtbereich, als eine Stadt der 1950er und 1960er Jahre dar. Dieses architektonische Zeugnis der Aufbaujahre der Bundesrepublik wurde inzwischen von der Denkmalpflege als schützenswert erkannt. Neben zahlreichen Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbauten entstanden auch Kirchenbauten in großer Zahl neu. In der Geschichte Deutschlands wurden nie innerhalb eines Jahrzehnts so viele Kirchen errichtet wie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, auch nicht in den Jahren um 1900. In der katholischen Erzdiözese Köln waren die Zerstörungen besonders groß. Hier waren 163 Kirchen und 33 Kapellen so sehr zerstört, dass sie entweder vollständig neu gebaut werden mussten oder dass die Wiederherstellung den Umfang eines Neubaus hatte. 1 Dennoch war nicht nur der Aufbau zerstörter Kirchen, sondern auch Neubau in neuen Siedlungsgebieten erforderlich. Aufgrund der Zuzüge aus den ehemaligen Ostgebieten sowie Bevölkerungsverschiebungen, vor allem durch Verminderung der Bewohnerzahlen in den innerstädtischen Gebieten, bestand ein Bedarf an neuen Kirchen. Die katholischen Bistümer der Rheinlande wiesen nach dem Zweiten Weltkrieg erneut - wie bereits in der ersten Hälfte des 20. Jh.s - eine Vielfalt herausragender Bauten auf. Das Erzbistum Köln wurde zu einem führendem Zentrum der Sakralarchitektur, da es einerseits durch ein relativ hohes Steueraufkommen begünstigt war, andererseits waren der Kölner Kardinal Josef Frings und der Diözesanbaumeister Willy Weyres neuen Bauideen aufgeschlossen. 2 Drei Generationen bedeutender Architekten arbeiteten in den Nachkriegsjahrzehnten im Kölner Kirchenbau. Der ältesten gehörten Dominikus Böhm (1880-1955) und Rudolf Schwarz (1897- 1961) an. Von ihrem Schaffen zeugen u.a. die Pfarrkirchen St. Joseph in Köln-Rodenkirchen (1955-56) von Böhm sowie St. Christophorus in Köln-Niehl (1959) von Schwarz. Zu der mittleren Generation gehören Emil Steffann (1899-1968), welcher die Pfarrkirchen St. Laurentius in Köln-Lindenthal (1961) und St. Hedwig in Köln-Höhenhaus entwarf, Hans Schwippert (1899-1974), von dem die Pfarrkirche St. Bartholomäus (1959) stammt, Karl Band (geb. 1900), Josef Bernhard (1902-59) [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Kirchenbau in Köln nach 1945

2. Kurzbiographie Gottfried Böhms

3. Die Kölner Kirchen Gottfried Böhms

2.1 Kapelle St. Kolumba

2.1.1 Außenbau

2.1.2 Innenraum

2.2 Pfarrkirche St. Anna

2.2.1 Städtebauliche Situation und Außenbau

2.2.2 Innenraum

2.3 Rektoratskirche St. Theresia

2.3.1 Städtebauliche Situation

2.3.2 Außenbau

2.3.3 Innenraum

2.4 Pfarrkirche und Pfarrzentrum St. Gertrud

2.4.1 Städtebauliche Situation und Außenbau

2.4.2 Innenraum

2.5 Pfarrkirche Christi Auferstehung

2.5.1 Städtebauliche Situation und Außenbau

2.5.2 Innenraum

4. Die Kölner Kirchen als Spiegelbild Böhms stilistischer Entwicklung 1949-70

5. Schaffung sakraler Räume bei Gottfried Böhm

5.1 Liturgische Erneuerungen

5.1.1 Die Gestalt der Kirche

5.1.2 Innenraum und liturgische Ausstattungsstücke

5.2 Sakralität durch Stimmung, Tradition und Bildhaftigkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sakrale Architektur von Gottfried Böhm im Raum Köln in der Zeit von 1947 bis 1970. Das Hauptziel besteht darin, die stilistische Entwicklung des Architekten sowie die architektonische Gestaltung sakraler Räume vor dem Hintergrund liturgischer Reformen und sich wandelnder architekturtheoretischer Strömungen zu analysieren.

  • Analyse ausgewählter Kölner Kirchenbauten Gottfried Böhms als repräsentative Beispiele.
  • Untersuchung der stilistischen Entwicklung von geometrischen Grundformen hin zu expressiven, kristallinen Strukturen.
  • Betrachtung der Umsetzung liturgischer Anforderungen im Kirchenbau vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
  • Erforschung der Bedeutung von Sakralität durch Stimmung, Tradition und Bildhaftigkeit in der Architektur Böhms.
  • Einordnung der Bauten in den Kontext der Architekturströmungen der 1960er und 1970er Jahre.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Außenbau

Der ursprüngliche Neubau der St. Kolumba-Kapelle, dem Studien für andere Lösungen vorausgingen, fügt sich in den Bestand des zerstörten Altbaus ein. Er besteht aus dem Schiff mit Vorraum, bei dem Sockelteile des alten Turmes mitverwendet wurden, sowie einem oktogonalen Chor, der in Anschluss des Schiffes innerhalb der erhalten Umfassungsmauern des Altbaus entstand. Die Turmmauern wurden für das kurze Kapellenschiff ergänzt, die großen rund- bzw. spitzbogigen Öffnungen weitgehend verschlossen und mit kleineren, der Kapelle angepassten Öffnungen versehen. Ein Gesimskranz aus Resten der Gewölbegrate des Altbaus sowie ein zeltförmiges Dach schließen diesen Bauteil nach oben ab. Der Wasserspeier in Gestalt eines Bären, ein Motiv aus der Legende der Heiligen Columba, entwarf Böhm selbst. Das von einem flachen Zeltdach bedeckte Oktogon ist eine Stahlbeton-Rahmenkonstruktion, deren Flächen entweder als Fenster ausgebildet oder mit Trümmersteinen ausgefüllt sind. Ist der gotische Vorgängerbau beim Schiff noch teilweise im original vorhanden, wird mit der Vertikalität der schlanken, hochrechteckigen Fenster des Chors die gotische Anlage frei rezipiert.

In seinen bescheidenen Ausmaßen und der Wiederverwendung von geborgenem Material des Vorgängerbaus ist die St. Kolumba-Kapelle charakteristisch für die frühe Nachkriegszeit. Es wurde hier jedoch nicht nur aus ökonomischen Gründen und aufgrund fehlenden Baumaterials altes Material wiederverwendet. Die Aura des Altbaus und die Historizität des Ortes sollten bewahrt werden, wobei die Trümmersteine des Vorgängerbaus dem Neubau seine Legitimation gaben.

Dagegen zeigt die nördlich anschließende, 1957 geweihte Sakramentskapelle eine kompromisslos moderne Formensprache. Die Straßenfassade des streng kubischen Baukörpers setzt sich aus einem geschlossenen Sichtbetonsockel sowie einer oberlichtartigen feinmaschigen Gitterstruktur zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Kirchenbau in Köln nach 1945: Diese Einleitung beleuchtet die Zerstörungen in Köln im Zweiten Weltkrieg und den anschließenden enormen Bedarf an neuen Kirchengebäuden, die als architektonische Zeugnisse der Aufbaujahre entstanden.

2. Kurzbiographie Gottfried Böhms: Das Kapitel skizziert den Lebensweg und die Ausbildung Gottfried Böhms, wobei sein Hintergrund in der Bildhauerei als entscheidender Faktor für seine spätere skulpturale Auffassung von Architektur hervorgehoben wird.

3. Die Kölner Kirchen Gottfried Böhms: Hier werden ausgewählte Sakralbauten Böhms in Köln – darunter die Kapelle St. Kolumba, St. Anna, St. Theresia, St. Gertrud und Christi Auferstehung – detailliert nach städtebaulicher Situation, Außenbau und Innenraum analysiert.

4. Die Kölner Kirchen als Spiegelbild Böhms stilistischer Entwicklung 1949-70: Dieses Kapitel ordnet Böhms Bauten in seine stilistische Entwicklung ein, von den frühen kühnen Konstruktionen im Büro seines Vaters bis hin zu den expressiven, kristallinen Sichtbetonbauten der 1960er Jahre.

5. Schaffung sakraler Räume bei Gottfried Böhm: Der letzte Teil analysiert die liturgischen Konzepte und den Einsatz von Stimmung, Tradition und Bildhaftigkeit, mit denen Böhm seine spezifische Vorstellung von Sakralität in den Kirchenbauten umsetzt.

Schlüsselwörter

Gottfried Böhm, Kölner Kirchen, Sakralarchitektur, Nachkriegsarchitektur, Sichtbeton, Liturgische Erneuerung, St. Kolumba, St. Gertrud, Christi Auferstehung, Kirchenbau, Architekturtheorie, Moderne, Faltwerk, Bildhaftigkeit, Raumgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der sakralen Architektur von Gottfried Böhm in Köln im Zeitraum von 1947 bis 1970, wobei ein besonderer Fokus auf der Entwicklung seines Stils und der räumlichen Gestaltung der Kirchen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die stilistische Entwicklung des Architekten, die Wechselwirkung zwischen architektonischer Form und Liturgie sowie die theoretische Fundierung des Begriffs der Sakralität im Kirchenbau der Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Herangehensweise Gottfried Böhms an die Gestaltung sakraler Räume aufzuzeigen und seine Bauten in den kunstgeschichtlichen Kontext der Nachkriegszeit einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine detaillierte architekturhistorische Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele, die durch eine Analyse von Literatur, Plänen und zeitgenössischen Entwürfen ergänzt wird.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Beschreibung und Analyse konkreter Kölner Kirchenbauten sowie die theoretische Reflexion der stilistischen Wandlungen des Architekten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gottfried Böhm, Sakralarchitektur, Sichtbeton, liturgische Reform und expressive Moderne gekennzeichnet.

Wie beeinflusste das Studium der Bildhauerei die Architektur von Gottfried Böhm?

Sein Studium der Bildhauerei wird als wesentlicher Grund für die skulpturale Auffassung seiner Bauten angeführt, die sich in der Behandlung des Volumens und plastischen Details widerspiegelt.

Inwiefern hat das Zweite Vatikanische Konzil die Architektur beeinflusst?

Das Konzil gab den Anstoß zu neuen liturgischen Anforderungen, wie etwa der stärkeren Einbeziehung der Gemeinde in das Geschehen um den Altar, was Böhm in seinen späteren Entwürfen architektonisch zu lösen versuchte.

Was unterscheidet die frühen Kirchenbauten von den späten Werken Böhms?

Während frühe Bauten oft geometrische Formen und Hängedachkonstruktionen aufweisen, zeichnen sich die späteren Werke durch expressive, kristalline Formen in Sichtbeton aus, die Wand und Decke bruchlos vereinen.

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Details

Title
Die Sakralarchitektur Gottfried Böhms in Köln
College
Technical University of Berlin
Grade
1
Author
Martin Petsch (Author)
Publication Year
2002
Pages
35
Catalog Number
V68813
ISBN (eBook)
9783638611503
Language
German
Tags
Sakralarchitektur Gottfried Böhms Köln
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Petsch (Author), 2002, Die Sakralarchitektur Gottfried Böhms in Köln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68813
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