Bilder im Geschichtsunterricht


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Definition und Gattung von Bildern
3.1 Definition
3.2 Begriff und Umfang
3.3 Die Bedeutung von Bildern für die Geschichtswissenschaft

4 Verwendung von Bilder im Geschichtsunterricht
4.1 Bilder im Geschichtsunterricht
4.2 Was können Bilder vermitteln?
4.3 Interpretation von Bilder
4.3.1 Interpretation nach Panowsky
4.4 Handlungsorientierte Unterrichtsverfahren

5 Fazit

Literatur

Webseiten

Erklärung

2 Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Bilder im Geschichtsunterricht“.

Sie kann verstanden werden, als Versuch der Antwort auf die Fragen: „Welche Bilder sind geeignet für den Geschichtsunterricht?“ und „Welche Verwendung bietet sich für diese im Geschichtsunterricht an?“

Zunächst werde ich im ersten Kapitel den Begriff „Bild“ definieren. Diese Definition werde ich dann weiter differenzieren in verschiedene Unterscheidungsmöglichkeiten.

Nach dem Bereich der Definitionen gehe ich auf die Verbindung des Mediums „Bild“ und Geschichte als Wissenschaft ein.

Damit ist die Basis geschaffen, um auf die konkrete Nutzung von Bildern im Geschichtsunterricht zu gehen. Hierzu werde ich erst mal vorstellen, wie Bilder in der Vergangenheit im Geschichtsunterricht genutzt wurden.

Nach diesem Blick in die Vergangenheit, werde ich den ersten Teil der Leitfrage „Welche Bilder kann ich in meinem Geschichtsunterricht verwenden?“ versuchen zu beantworten. Dazu werde ich vorstellen, was Bilder vermitteln können und daraus werde ich folgern, welche Bilder geeignet sind.

Im letzten Abschnitt dieser Ausarbeitung werde ich Methoden vorstellen, mit denen im Unterricht gearbeitet werden kann. Damit soll der zweite Teil der Leitfrage „Welche Verwendung bietet sich für diese im Geschichtsunterricht an?“ beantwortet werden.

Als erste Methode präsentiere ich die Bildanalyse nach Panowsky. Abschließend werde ich handlungsorientierte Verfahren zur Arbeit mit Bildern vorstellen.

3 Definition und Gattung von Bildern

3.1 Definition

Das Word „Bild“ hat viele Bedeutungen. Schaut man bei der freien Enzyklopädie „wikipedia.de“ nach, so wird dem Begriff „Bild“ diverse Unterbereiche zugeordnet. Zu nennen sind hier besonders:

- Religion. z.B. Götzenbild, Urbild u.a.
- Anthropologie, Ethnologie und Archäologie: z.B. Körperbemalung, Tätowierung, Grabbild und Höhlenbild
- Kulturwissenschaft eine Erscheinung mit einer kulturellen Funktion
- Bildende Kunst, eine auf einer Fläche künstlerischen Mitteln erstellte Darstellung, wie Gemälde Zeichnung, Bild (Kunst). Cartoon, Graffiti, Karikatur, Wandmalerei u.a.
- Fotografie, ein Bild das opto- oder elektrochemisch produziert wurde und dauerhaft ist.[1]

Ein Bild ist also eine Darstellung von Dingen auf einer Fläche durch Malen, Zeichnen, Drucken und anderes.

Neben diesen stehenden Bildern gibt es natürlich auch noch bewegte Bilder. Zu den laufenden Bildern gehören Filme. Dieser Bereich wird in der Literatur als gesondertes Medium gesehen und wird daher auch in dieser Ausarbeitung keine Rolle spielen.

In jüngster Vergangenheit spricht man auch eher von einem „Bilddokument“ als von einem „Bild“. Ein „Bilddokument“ soll nach Rademacher[2] ein Objekt sein, das mit visuellen Mitteln eine Anschauung der Wirklichkeit oder das, was der Autor für die Realität hält, vermittelt. Erste Bilddokumente stammen aus Eiszeit. In Felswände wurden Jagdszenen u.ä. geritzt.

In meinen weiteren Ausführungen werde ich mich auf Bilder aus der Bildenden Kunst und der Fotografie konzentrieren.

3.2 Begriff und Umfang

Es gibt diverse Arten von Bildern. Bergmann und Schneider[3] unterscheiden dabei folgende Gruppen:

- Gemälde, Stiche, Radierungen und Zeichnungen. Diese gehören zum Bereich der Bildenden Kunst und sind Objekte zeitgenössischer Kunstproduktion.
- Buch- und Zeitungsillustrationen. Besonderes Kriterium ist hierbei, dass sie bereits bei ihrer Entstehung Inhalte von Texten erläutern oder illustrieren sollten.
- Abbildungen aus der politischen Publizistik, wie Zeitungsausschnitte, Flugblätter, Plakate, Karikaturen, Bildpostkarten.
- Relikte kommunaler oder regionaler Verwaltungstätigkeit, wie Pläne und Karten.
- Photographien. Diese können sehr unterschiedliche Dinge wiedergeben, wie Bauwerke bzw. bauliche Überreste, Personen, Landschaften, wichtige kulturelle oder politische Ereignisse und Gegenstände. Bei Photographien kann man noch unterscheiden zwischen Privatfotos und professionellen Fotos. Da Privatfotos nur in geringem Umfang gestellt sind, können sie einen guten Einblick in Arbeits- und Lebenswelt geben.
- Industriebilder gehören auch zur Gruppe der Photographien. Es handelt sich dabei um Photos aus Industriebetrieben. Auf Bilder kann man die Belegschaft, einzelne Arbeitsprozesse, die Fabrikanlagen u.ä. sehen. Da die Fotos von den Besitzern der Industriebetriebe in Auftrag gegeben wurden, stellen sie das industrielle Geschehen häufig positiv verzerrt dar.
- Bilder, die speziell für den Unterricht hergestellt wurden. Beispiele hierfür sind Schaubilder, Graphiken und diverse Modellarten.
- Wand- und Anschauungsbilder: Diese wurden nach der Jahrhundertwende sehr häufig verwendet und finden sich auch heute noch in einigen Schulen (vor allem Hauptschulen).
- Historienbilder. Der Autor stellt hier eine historische Szene oder Person zu einem späteren Zeitpunkt dar.

Sauer wählt hingegen andere Kriterien zur Unterscheidung[4]. Er unterscheidet nach:

- Bildinhalten: was ist abgebildet? Es können Personen, Ereignisse, Landschaften, Orte, Alltag etc. abgebildet werden.
- Darstellungsintentionen: was soll dieses Bild ausdrücken bzw. bewirken? Dies ist vor allem bei Plakaten der Fall. Ein Plakat von einem Politiker soll den Politiker z.B. als positiven, netten Menschen darstellen.
- Zeitebenen: Aus welcher Zeit stammen das Bild und das dargestellte Motiv? Bilder können Dinge darstellen, die aus derselben Zeit stammen oder Dinge aus der Vergangenheit wiedergeben.
- Techniken und Präsentationsformen (dies ist jedoch ähnlich der Einteilung nach Bergmann und Schneider): Welche Form hat das Bild? Es gibt Fotos, diverse Arten von Malerei, Plastiken, Druck etc.
- Einzelbilder oder Bilderreihen: Handelt es sich um ein einzelnes oder mehrere miteinander verbundene Bilder? Meistens handelt es sich um Einzelbilder. Ausnahmen bilden hierbei Comics, Bildgeschichten oder Bildchroniken. Ein Klassiker hierfür aus dem Schüleralltag ist z.B. die Foto – Love – Story in der Zeitschrift „BRAVO“.

3.3 Die Bedeutung von Bildern für die Geschichtswissenschaft

Die Geschichtswissenschaft ist die methodische Erforschung der Vergangenheit der Menschen, Grundlagen sind die schriftlichen und nichtschriftlichen >> Überreste << Quellen; sie werden kritisch gesichtet, um eine geschichtliche Erkenntnis zu gewinnen (…)[5]

Genauer gesagt, Geschichtswissenschaft ist wissenschaftliche Beobachtung der Veränderungen in der Vergangenheit. Interessante (bzw. uns interessierende) Momente des vergangenen menschlichen Lebens werden erforscht und dann zeitlich sortiert.

Bei Geschichte handelt es sich also grundsätzlich um eine Betrachtung der Wirklichkeit über einen (längeren) Zeitraum. Es werden zeitliche Veränderungen des menschlichen Lebens beobachtet und erfasst. Diese werden dann narrativ weitergegeben.

Im Gegensatz dazu stehen Bilder. Sie enthalten meist keine Informationen über die Veränderungen der Zeit, die eigentlich im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Folglich handelt es nur eine optische „Momentaufnahme“ der (historischen) Wirklichkeit. Es gibt keine Aussagen über das Vorher und Nachher. Bei Bildern kommt nur der optische Aspekt zum Tragen. Sie können nicht erzählen.

Es kommt hinzu, dass Bilder keine historische Wirklichkeit, sondern nur einen geringen Ausschnitt aus der Vergangenheit zeigen. Wichtig ist hierbei auch, dass ein Bild nicht unbedingt neutral ist, sondern viel vom Autor und dem Verwender abhängt. Ein Bild kann also verzerrend, verfälschend, akzentuierend oder idealisierend sein.

Bilder sind dennoch eine wichtige Quelle für die Geschichtswissenschaft und ein wichtiges Medium für den Geschichtsunterricht. Die genannten Grundproblematiken sollten jedoch bei der Verwendung konsequent bedacht werden.

4 Verwendung von Bilder im Geschichtsunterricht

Bilder sind sicher ein wichtiges Medium für den Geschichtsunterricht, aber bei der Verwendung sollte beachtet werden, dass Bilder keine objektive Quelle sind. Wie bereits in Kapitel 3.3 angeführt, sind Bilder immer nur ein Ausschnitt aus der vergangenen Realität oder besser gesagt eine Darstellung der Realität, wie sie der Autor wahrgenommen hat. Der Autor kann die Bilder aber auch bewusst verändert, verzerrt oder verfälscht haben.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Bild Abruf: 20.03.2005

[2] Pandel, Schneider (2002): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, 222 f.

[3] Pandel, Schneider (2002): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, 221 ff.

[4] Sauer (2001): Geschichte unterrichten , 155

[5] dtv Lexikon: 312 f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bilder im Geschichtsunterricht
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Medien im Geschichtsunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V68865
ISBN (eBook)
9783638611817
Dateigröße
867 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilder, Geschichtsunterricht, Medien
Arbeit zitieren
Gabriele Dammers (Autor), 2005, Bilder im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68865

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Titel: Bilder im Geschichtsunterricht



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