Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Bilder im Geschichtsunterricht“. Sie kann verstanden werden, als Versuch der Antwort auf die Fragen: „Welche Bilder sind geeignet für den Geschichtsunterricht?“ und „Welche Verwendung bietet sich für diese im Geschichtsunterricht an?“ Zunächst werde ich im ersten Kapitel den Begriff „Bild“ definieren. Diese Definition werde ich dann weiter differenzieren in verschiedene Unterscheidungsmöglichkeiten. Nach dem Bereich der Definitionen gehe ich auf die Verbindung des Mediums „Bild“ und Geschichte als Wissenschaft ein. Damit ist die Basis geschaffen, um auf die konkrete Nutzung von Bildern im Geschichtsunterricht zu gehen. Hierzu werde ich erst mal vorstellen, wie Bilder in der Vergangenheit im Geschichtsunterricht genutzt wurden. Nach diesem Blick in die Vergangenheit, werde ich den ersten Teil der Leitfrage „Welche Bilder kann ich in meinem Geschichtsunterricht verwenden?“ versuchen zu beantworten. Dazu werde ich vorstellen, was Bilder vermitteln können und daraus werde ich folgern, welche Bilder geeignet sind. Im letzten Abschnitt dieser Ausarbeitung werde ich Methoden vorstellen, mit denen im Unterricht gearbeitet werden kann. Damit soll der zweite Teil der Leitfrage „Welche Verwendung bietet sich für diese im Geschichtsunterricht an?“ beantwortet werden. Als erste Methode präsentiere ich die Bildanalyse nach Panowsky. Abschließend werde ich handlungsorientierte Verfahren zur Arbeit mit Bildern vorstellen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Gattung von Bildern
2.1 Definition
2.2 Begriff und Umfang
2.3 Die Bedeutung von Bildern für die Geschichtswissenschaft
3. Verwendung von Bilder im Geschichtsunterricht
3.1 Bilder im Geschichtsunterricht
3.2 Was können Bilder vermitteln?
3.3 Interpretation von Bilder
3.3.1 Interpretation nach Panowsky
3.4 Handlungsorientierte Unterrichtsverfahren
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Bildern im Geschichtsunterricht, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, welche Bildarten für den Unterricht geeignet sind und welche methodischen Einsatzmöglichkeiten sich für Lehrkräfte bieten, um historische Kompetenzen bei Schülern zu fördern.
- Definition und Kategorisierung von Bildgattungen im historischen Kontext
- Bedeutung von Bildern als Quellen für die Geschichtswissenschaft
- Didaktischer Nutzen von Bildern zur Vermittlung von Sachkultur und Mentalitätsgeschichte
- Methodische Vorgehensweisen zur Bildanalyse nach Panowsky
- Handlungsorientierte Verfahren zur aktiven Auseinandersetzung mit Bildmedien
Auszug aus dem Buch
3.2 Was können Bilder vermitteln?
Bilder können also im Geschichtsunterricht als Quelle verwendet werden. Mit Bildern kann man als Lehrkraft seinen Schülern:
Sachkultur: Bilder können visualisieren, wie Menschen in vergangenen Zeiten gewohnt, gearbeitet und sich gekleidet arbeiten. Auch die technische Ausstattung kann gezeigt werden. In diesem Bereich bietet es sich an, Bilderreihen zu erstellen. Mit diesen Bilderreihen kann dann die Entwicklung wie technischer Fortschritt verdeutlicht werden
Mentalitätsgeschichte: Bilder können ebenso verdeutlichen, welches kollektives Bewusstsein und Selbstdeutungen die Menschen in vergangenen Epochen hatten. Mit den Schülern kann ergo erarbeitet werden, welche gesellschaftliche Wertvorstellungen, soziale Beziehungen oder Haltungen Menschen hatten. Hierzu können z.B. Familienbilder gewählt werden. Während Bilder Sachkultur noch relativ leicht vermittelbar ist, fällt es im Unterricht sicher schwerer Mentalitätsgeschichte zu vermitteln.
Betrachtet man beispielsweise diese beiden Bilder, aus dem Nachlass meiner Großeltern, die den späten 1950iger Jahren entstanden sind, kann man Sachkultur und im beschränkten Maß auch Mentalitätsgeschichte entnehmen. Bei der sachkulturellen Betrachtung sieht man z.B. die Kleidung und das Auto. Man könnte daraus u.a. schließen, dass der Käfer damals ein übliches Familienauto war und Frauen Kleider bzw. Röcke getragen haben.
Aber auch Mentalitätsgeschichte wird deutlich. Auf beiden Bildern wird gezeigt, was meine Großväter, die jeweils Autoren der Bilder sind, als ihre Familie definiert haben. Es zeigt sich auch, welche Bedeutung für sie ihr Auto hatte. Da in beiden Fällen die Käfer mit abgelichtet sind, kann man davon ausgehen, dass diese wichtig für sie waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Bildnutzung im Geschichtsunterricht ein und formuliert die Leitfragen zur Auswahl und Verwendung geeigneter Bildmedien.
2. Definition und Gattung von Bildern: Das Kapitel definiert den Begriff "Bild", klassifiziert verschiedene Bildgattungen und erläutert deren spezifische Relevanz für die geschichtswissenschaftliche Arbeit.
3. Verwendung von Bilder im Geschichtsunterricht: Dieser Hauptteil analysiert den Stellenwert von Bildern als historische Quelle, ihre Vermittlungspotenziale und stellt konkrete Analyse- und Unterrichtsmethoden vor.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bilder als Medium im Geschichtsunterricht essenziell sind, sofern sie kritisch und methodisch fundiert eingesetzt werden.
Schlüsselwörter
Bilder, Geschichtsunterricht, Bildanalyse, Panowsky, Historienbilder, Sachkultur, Mentalitätsgeschichte, Quellenarbeit, Handlungsorientierung, Bildkompetenz, Bilddokument, Propaganda, Didaktik, historische Erkenntnis, Medien im Unterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Rolle und methodischen Einbindung von Bildern im Fach Geschichte, um die Kompetenzen von Schülern im Umgang mit visuellen Quellen zu fördern.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition und Kategorisierung von Bildern, die Bedeutung der Bildanalyse für die Geschichtswissenschaft sowie praktische Unterrichtsmethoden zur Bildinterpretation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, welche Bildarten für den Geschichtsunterricht geeignet sind und wie Lehrkräfte diese sinnvoll einsetzen können, um historische Lernprozesse zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Bildinterpretationsmethode nach Erwin Panowsky, die einen systematischen Weg zur Analyse von Bildinhalt und Bildbedeutung vorgibt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der historischen Bedeutung von Bildern, der Vermittlung von Sachkultur und Mentalitätsgeschichte sowie der Vorstellung handlungsorientierter Unterrichtsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildanalyse, Geschichtsunterricht, historische Quelle, Mentalitätsgeschichte, Panowsky, Bildkompetenz und handlungsorientierte Verfahren.
Warum betont die Autorin die Problematik der "Objektivität" bei Bildern?
Sie weist darauf hin, dass Bilder keine neutralen Abbilder der Realität sind, sondern stets eine subjektive Sicht des Urhebers widerspiegeln und somit wie jede andere historische Quelle kritisch hinterfragt werden müssen.
Welche Rolle spielt der "Orbis Pictus" von Comenius in der Arbeit?
Der Orbis Pictus wird als das erste europäische Schulbuch mit Bildern angeführt, um die historische Entwicklung und den frühen Stellenwert der Visualisierung im Schulunterricht zu belegen.
Wie unterscheidet sich die "Sachkultur" von der "Mentalitätsgeschichte" bei der Bildbetrachtung?
Während Sachkultur durch sichtbare Elemente wie Kleidung oder Technik direkt erfassbar ist, erfordert die Mentalitätsgeschichte eine tiefergehende Interpretation, um kollektive Bewusstseinszustände und Wertvorstellungen zu erschließen.
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- Gabriele Dammers (Author), 2005, Bilder im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68865