Da die Argumentation ein wohl klassisches Thema des Deutschunterrichts darstellt, ist es von fundamentaler Bedeutung, sich mit diesem Thema umfassender zu beschäftigen. Das Buch klärt die Frage, was man unter einer Argumentation im klassischen Sinne versteht und welche Unterscheidungstypen im heutigen Schulalltag gängig sind. Des Weiteren soll der Aufbau einer Argumenation im Besonderen dargestellt werden, wobei der Einleitung dabei ein besonderer Stellenwert zukommt. Am Beispiel einer Unterrichtsausarbeitung wird erläutert, welche Möglichkeiten es gibt, sinnvoll in eine Argumentation einzuleiten. Die Ausführungen eignen sich zur Adoption im 8.,9. oder 10. Schuljahr.
Inhaltsübersicht
1. Lernvoraussetzungen der Klasse
2. Lehrplanbezug
3. Sachanalyse
4. Didaktische Überlegungen
5. Unterrichtsziele
6. Methodische Analyse
7. Planungsraster
8. Literaturliste
9. Arbeits- und Lösungsblätter
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Unterrichtsentwurfs ist es, den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsmöglichkeiten einer strukturierten Einleitung in argumentativen Texten, insbesondere bei Erörterungen, zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage bzw. didaktische Herausforderung liegt darin, die Lernenden dazu zu befähigen, verschiedene Einleitungsansätze eigenständig auf neue Themen zu transferieren.
- Vermittlung von vier zentralen Einleitungsmöglichkeiten (aktuelles Beispiel, Begriffsdefinition, historisches Beispiel, persönliches Erlebnis).
- Strukturierung einer Erörterung in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Förderung der argumentativen Kompetenz durch praktische Anwendung in Gruppenarbeit.
- Korrektes Verständnis der Verknüpfung von Einleitung und Themafrage.
- Einüben von kooperativen Lernformen zur Verbesserung der Sozialkompetenz.
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Das Argumentieren stellt für das gemeinsame Zusammenleben der Menschheit eine zentrale Funktion dar und setzt dabei neben notwendiger sprachlicher Gewandtheit auch Einfühlungsvermögen, Mut, Rücksichtnahme und Urteilskraft voraus. Voraussetzung für das Argumentieren ist allerdings stets, dass es um etwas Strittiges geht, denn nur so lassen sich Meinungen austauschen. Eine Person, welche gesagte Dinge einfach nur hinnimmt, findet keinen wirklichen Anlass zum Argumentieren.
Andererseits verhindert auch die- bzw. derjenige, der die eigens getroffenen Argumente keinem Gültigkeitsanspruch unterzieht, eine sinnvolle Argumentation des Gegenübers. Daher muss bei einer Argumentation konstruktiv vorgegangen werden, was auch die Bereitschaft verlangt, eigene Aussagen in Zweifel zu stellen. Folglich kann eine bestimmte Person vor Beginn einer eigentlichen Argumentation niemals ganz genau wissen, ob ihre / seine Argumente letztlich auch ausschlaggebend sind. In diesem Zusammenhang ist es daher von entscheidender Bedeutung, die eigenen als auch die fremden Argumente auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen.
Hilfreich ist in diesem Zusammenhang ein gewisser Einblick in die Logik der Argumentation; Argumentationen können inhaltlich unzureichend oder gar fehlerhaft sein, weil eine der entscheidenden Prämissen nicht korrekt ist oder weil das Fazit, also die Art und Weise, nach welcher die jeweiligen Prämissen aufeinander bezogen werden, nur wenig überzeugen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernvoraussetzungen der Klasse: Analyse der Klassenzusammensetzung, des Leistungsniveaus und der räumlichen Gegebenheiten für die Unterrichtsplanung.
2. Lehrplanbezug: Einordnung der Thematik des Argumentierens und Erörterns in die Vorgaben für die Klassen 8 und 9.
3. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit der Logik und den Funktionen des Argumentierens sowie Definitionen von These und Argument.
4. Didaktische Überlegungen: Darlegung der pädagogischen Ansätze, insbesondere die Nutzung von Anschauungsmaterialien und Gruppenarbeitsphasen zur Steigerung der Motivation.
5. Unterrichtsziele: Definition von Gesamtzielen, Teilzielen und Feinzielen für den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler.
6. Methodische Analyse: Beschreibung des konkreten Unterrichtsverlaufs von der Einstiegsphase bis zur Sicherung der Ergebnisse.
7. Planungsraster: Tabellarische Übersicht über Zeitmanagement, Sozialformen und Medieneinsatz während der Unterrichtseinheit.
8. Literaturliste: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur zur Vorbereitung des Unterrichts.
9. Arbeits- und Lösungsblätter: Bereitstellung der für die Unterrichtsstunde konzipierten Materialien zur Schülerarbeit.
Schlüsselwörter
Argumentieren, Erörterung, Einleitung, These, Behauptung, Begründung, Beleg, Themafrage, lineare Erörterung, Didaktik, Unterrichtsentwurf, Schreibkompetenz, Gruppenarbeit, Sprachförderung, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf primär?
Es geht um die didaktische Planung einer Deutschstunde in einer 9. Realschulklasse, deren Kernziel die Vermittlung von Strategien zur Einleitung von Erörterungen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Bestandteile einer Argumentation, die Struktur eines Erörterungsaufsatzes und verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Thema einleitend präsentieren kann.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen vier spezifische Einleitungsmöglichkeiten kennenlernen und diese bei einem Transferthema (Schuluniform) eigenständig anwenden können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Planung zugrunde?
Es wird eine schülerzentrierte, kooperative Didaktik angewandt, die durch Kreismodell-Visualisierungen, Arbeitsblätter und Gruppenarbeitsphasen unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil des Unterrichtsentwurfs behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Sachanalyse zum Argumentieren sowie eine methodische Planung, wie Schülern das Wissen über Einleitungsarten vermittelt werden soll.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Einleitung, Argumentationslogik, lineare Erörterung, Schüleraktivierung und kooperative Lernformen.
Warum wird das Thema der Einleitung in einer eigenen Stunde vertieft?
Der Autor stellt fest, dass Schüler bei Fragestellungen oft nur unzureichend antworten und Schwierigkeiten haben, einen komplexen Text sinnvoll zu beginnen, ohne Argumente vorwegzunehmen.
Welchen Zweck erfüllen die "Tonpapierrollen" in der Gruppenarbeit?
Sie dienen als methodisches Mittel, um den Gruppen zufällig eine bestimmte Einleitungsart zuzuweisen und so eine einseitige Konzentration der Schüler auf nur eine (einfache) Einleitungsmethode zu verhindern.
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- Björn Fehrenbacher (Author), 2001, Unterrichtsentwurf: Argumentation und das Verfassen einer Einleitung für eine schriftliche Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68876