„Archetyp der zwischenmenschlichen Kommunikation“1 ist die face-to-face Kommunikation, die für uns die natürlichste Art der Kommunikation darstellt. Die miteinander kommunizierenden Individuen können sich gegenseitig wahrnehmen, aufeinander eingehen und dadurch mit Gestik und Mimik, also mit allen Sinnen, interagieren. Kleidung, Habitus oder Selbstdarstellung verraten dem Gegenüber kulturelle und soziale Ähnlichkeiten oder Unterschiede. Sprachliche Mittel wie Ironie, Unverständnis oder Misstrauen können mit
Hervorhebung der Stimme kenntlich gemacht werden und zeigen so dem Gesprächspartner auch ohne weitere Erklärungen, dass man zum Beispiel etwas humorvoll gemeint hat. Einfach formuliert kann man also bei der face-to-face Kommunikation von einer idealen Verständigungsform reden, die alle denkbaren Prozesse innerhalb einer Kommunikation mit einschließt. Die Gesprächspartner bewegen sich somit in einem kognitiv-sozialen Rahmen, in dem sie auch ohne Worte kommunizieren können, denn Körpersprache versteht jeder. Eine weitere wichtige Rolle spielt der erste Eindruck, den unser Gegenüber auf uns hat. Hierbei greifen wir automatisch auf vorangegangene Erfahrungen zurück, vergleichen also unseren aktuellen Gesprächspartner mit ehemaligen, die sich ähnlich verhalten haben und machen uns so in kürzester Zeit ein Bild. Abhängig davon ob dieses Bild positiv oder negativ ausfällt, finden wir unser Gegenüber sympathisch oder unsympathisch und treten ihm somit entweder mit Vertrauen oder Skepsis gegenüber.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen des Vertrauens – face-to-face Kommunikation und computervermittelte Sprache im Vergleich
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Vergleich zwischen der traditionellen face-to-face Kommunikation und computervermittelter Sprache hinsichtlich der Vertrauensbildung. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die medienvermittelte Kommunikation unsere natürlichen, physisch basierten Kommunikationsformen reproduzieren kann oder ob sie grundlegend andere Voraussetzungen für den Aufbau von Vertrauen schafft.
- Vergleich der Kommunikationsformen: face-to-face vs. computervermittelt
- Die Rolle der Lüge und Vertrauensbildung in verschiedenen Medien
- Einfluss von technischer Software auf soziale Interaktion
- Bedeutung von non-verbalen Ersatzmechanismen (Emoticons, Netikette)
- Soziale Dynamiken und Gruppenbildung im Internet
Auszug aus dem Buch
Grundlagen des Vertrauens – face-to-face Kommunikation und computervermittelte Sprache im Vergleich
„Archetyp der zwischenmenschlichen Kommunikation“ ist die face-to-face Kommunikation, die für uns die natürlichste Art der Kommunikation darstellt. Die miteinander kommunizierenden Individuen können sich gegenseitig wahrnehmen, aufeinander eingehen und dadurch mit Gestik und Mimik, also mit allen Sinnen, interagieren. Kleidung, Habitus oder Selbstdarstellung verraten dem Gegenüber kulturelle und soziale Ähnlichkeiten oder Unterschiede.
Sprachliche Mittel wie Ironie, Unverständnis oder Misstrauen können mit Hervorhebung der Stimme kenntlich gemacht werden und zeigen so dem Gesprächspartner auch ohne weitere Erklärungen, dass man zum Beispiel etwas humorvoll gemeint hat. Einfach formuliert kann man also bei der face-to-face Kommunikation von einer idealen Verständigungsform reden, die alle denkbaren Prozesse innerhalb einer Kommunikation mit einschließt.
Die Gesprächspartner bewegen sich somit in einem kognitiv-sozialen Rahmen, in dem sie auch ohne Worte kommunizieren können, denn Körpersprache versteht jeder. Eine weitere wichtige Rolle spielt der erste Eindruck, den unser Gegenüber auf uns hat. Hierbei greifen wir automatisch auf vorangegangene Erfahrungen zurück, vergleichen also unseren aktuellen Gesprächspartner mit ehemaligen, die sich ähnlich verhalten haben und machen uns so in kürzester Zeit ein Bild. Abhängig davon ob dieses Bild positiv oder negativ ausfällt, finden wir unser Gegenüber sympathisch oder unsympathisch und treten ihm somit entweder mit Vertrauen oder Skepsis gegenüber.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen des Vertrauens – face-to-face Kommunikation und computervermittelte Sprache im Vergleich: Das Kapitel erläutert die Besonderheiten der natürlichen, face-to-face Kommunikation und stellt diese der computervermittelten Kommunikation gegenüber, wobei insbesondere die Herausforderungen der Vertrauensbildung und des Ersatzes non-verbaler Signale durch technologische Mittel analysiert werden.
Schlüsselwörter
Face-to-face Kommunikation, computervermittelte Sprache, Vertrauensbildung, Soziale Interaktion, Netikette, Emoticons, Digitale Identität, Zwischenmenschliche Kommunikation, Non-verbale Kommunikation, Gruppenzugehörigkeit, Soziale Medien, Lüge, Habitus, Online-Plattformen, Kommunikationstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie sich die Kommunikation zwischen Menschen verändert, wenn sie von einer direkten, persönlichen Ebene in den digitalen Raum verlagert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören der Vergleich zwischen persönlichem Gespräch und digitalem Austausch, die Rolle von Vertrauen sowie die Möglichkeiten, non-verbale Signale im Internet zu ersetzen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage ist, ob computervermittelte Sprache die natürliche face-to-face Kommunikation erfolgreich reproduzieren kann und welche Auswirkungen dies auf den Vertrauensaufbau zwischen Akteuren hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender medienwissenschaftlicher und soziologischer Konzepte sowie die Auswertung empirischer Beobachtungen zur Kommunikation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den psychologischen Mechanismen des Vertrauens, der Rolle der Lüge in verschiedenen Medien und der Bedeutung von technologischen Hilfsmitteln wie Emoticons oder Social-Software zur Überbrückung der physischen Distanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Vertrauensbildung, computervermittelte Kommunikation, non-verbale Signale und soziale Gruppenbildung im Internet beschreiben.
Wie beeinflusst das Fehlen von Mimik den Vertrauensaufbau im Internet?
Das Fehlen visueller Signale erschwert die intuitive Vertrauensbildung, weshalb Nutzer auf Ersatzmechanismen wie Netikette oder Smilies zurückgreifen müssen, um soziale Nähe zu suggerieren.
Was ist das zentrale Fazit der Autorin bezüglich der Produktivität in Online-Netzwerken?
Die Autorin schließt mit der Erkenntnis, dass Online-Kommunikation zwar effizient ist, für tiefgreifende kreative Prozesse jedoch die direkte menschliche Interaktion und physische Präsenz unersetzlich bleiben.
- Quote paper
- Ina Hämmerling (Author), 2005, Grundlagen des Vertrauens - face-to-face Kommunikation und computervermittelte Sprache im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68889