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Tacitus: Kapitel VIII und XX: Zwischen Geringschätzung und Idealisierung der Germanen - Untersuchungen zum Anliegen des Autors

Title: Tacitus: Kapitel VIII und XX: Zwischen Geringschätzung und Idealisierung der Germanen - Untersuchungen zum Anliegen des Autors

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Cornelia Bischoff (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen des Seminars 'Tacitus: de Origine et Situ Germanorum' und beschäftigt sich mit den Kapiteln 8 und 20 der Germania. Die beiden Kapitel wurden mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Fachliteratur inhaltlich analysiert und interpretiert. Das Kapitel 20 wird außerdem stilistisch untersucht. Voran gehen den Analysen jeweils ein Übersetzungs, - und Gliederungsvorschlag. Dem 20. Kapitel liegt im Anhang eine Übersicht der verwendeten Stilmittel bei. Außerdem wurde sich am Schluss des Hauptteils um die Erörterung eines textkritischen Problems bemüht. Inhaltlich haben die beiden Kapitel einen gemeinsamen Gegenstand: die Rolle der Frau bei den Germanen. Im 8. Kapitel wird sie im öffentlichen Leben betrachtet, im 20. Kapitel im privaten Bereich. Außerdem werden die Themen Kriegsfolgen, Nachwuchs und Erbrecht angesprochen. Hinein fließen indirekte Vergleiche mit Zuständen in Rom, was den Eindruck erweckt, dass die Absicht des Autors nicht allein die war, eine ethnographische Schrift zu verfassen. Tacitus steht den Germanen zum einen Teil bewundernd zum anderen Teil abwertend gegenüber. Dies wird an einigen Stellen der hier besprochenen Kapiteln deutlich. Die Frage nach der Motivation Tacitus' beim Verfassen dieser Schrift stellt sich zwangsläufig; sie auf der Grundlage zweier Kapitel, ja selbst auf Grundlage des gesamten Werkes zu beantworten, gestaltet sich als äußerst schwierig, da die Germania weder ein Proömium noch einen Epilog hat, d. h. da sie keine direkte Aussage über das Anliegen des Autors enthält, kann dieses nur durch Analyse und Interpretation erahnt werden. Trotzdem soll anhand der beiden genannten Kapitel die Haltung des Autors und seine Intention beim Verfassen der Schrift untersucht werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Übersetzung und Gliederung des 8. Kapitels der Germania

2.2 Analyse und Interpretation von Kapitel 8

2.3 Übersetzung und Gliederung des 20. Kapitels

2.4 Analyse und Interpretation von Kapitel 20

3 Textkritik

4 Abschließende Überlegungen

5 Stilmittel Kapitel 20

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Kapitel 8 und 20 der Germania von Tacitus, um durch inhaltliche Analyse und Interpretation die Haltung des Autors sowie seine Intention hinter der Schrift zu ergründen, wobei insbesondere die Rolle der Frau und der kontrastive Vergleich zu römischen Zuständen im Fokus stehen.

  • Rolle der Frau bei den Germanen im öffentlichen und privaten Leben
  • Vergleich der germanischen Sitten mit römischen Verhältnissen
  • Analyse von Erbrecht, Kriegsfolgen und Erziehungsmethoden
  • Untersuchung der rhetorischen Gestaltung und Stilmittel bei Tacitus
  • Erörterung der "Sittenspiegeltheorie" als Beweggrund des Autors

Auszug aus dem Buch

2.4 Analyse und Interpretation Kapitel 20

Im 20. wie schon im 8. Kapitel bildet die Frau das Stichwort für die innere Verknüpfung verschiedener Themen: Von mater, ancillis, nutricibus, virgines, sororum wird schließlich auf die für den Römer so vitale Frage der Erbschaft übergeleitet. Zunächst wird die Stellung der Frau im privaten Bereich betrachtet. Begonnen mit ihrer Rolle bei der Aufzucht von Kleinkindern (I) über die späte Reife der Heranwachsenden (II) und die Verwandtschaftsbeziehungen wird zuletzt das germanische Erbrecht (III) angesprochen, bei dem möglicherweise auch Frauen berücksichtigt wurden; ob dies den Tatsachen entspricht, bleibt allerdings umstritten. Die enge Verknüpfung an das vorhergehende Kapitel, wird durch die Übernahme des Subjektes liberi deutlich. Die Beschreibungen der germanischen Verhältnisse im 20. Kapitel sind klar kontrastiv. Durch die Negation von gewissen Tatsachen musste dem römischen Leser ins Auge springen, wie es um die Verhältnisse in Rom derzeit bestellt war. Dennoch schwingt die Attitüde eines Römers mit, der sich selbst bzw. seine Kultur für eine zu höheren Dingen auserwählte versteht.

Durch nudi ac sordidi 'nackt und schmutzig' wird die Einfachheit dieses barbarischen Volkes zum Ausdruck gebracht, wenn nicht sogar bis ins Primitive gesteigert. Dies verbindet sich mit der Bewunderung für die Größe und Kraft der Physis der Germanen, welche dem Römer bedrohlich erscheinen mochte: in hos artus , in haec corpora quae miramur. Die Einfachheit, die der Römer einerseits zwar belächelt, trifft andererseits auf bedrohlich Wirkendes, von der Natur Gegebenes und auf Tugenden, die den Germanen innewohnen. Die germanischen Frauen stillen ihre Kinder an der eigenen Brust, sua quemque mater uberibus alit. Die Sperrstellung von sua mater rahmt das Kind quemque ein. Die Verwendung von uberibus alere anstelle von mammas dare ist eine poetische Ausdrucksweise, „das Wort (uber, -eris) bezeichnet jedoch gewöhnlich das tierische Euter, während beim Menschen mammae gebraucht wird“. Der Gebrauch dieser Ausdrucksweise dient sicherlich der äußeren Gestaltung des Textes, aber zusätzlich betont sie auch die Primitivität und erwirkt die Assoziation mit der Wildheit der sozusagen unbezähmbaren Germanen, welche, wie Tiere, von der eigenen Mutter gestillt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung des Seminars ein, die Kapitel 8 und 20 der Germania unter inhaltlichen, interpretativen und teilweise stilistischen Gesichtspunkten zu beleuchten.

2 Hauptteil: Dieser Abschnitt umfasst die detaillierte Übersetzung, Gliederung sowie die tiefgehende Analyse und Interpretation der beiden untersuchten Kapitel.

3 Textkritik: Hier wird ein spezifisches textkritisches Problem in Kapitel 20 erörtert, das trotz fehlender inhaltlicher Relevanz zur philologischen Genauigkeit diskutiert wird.

4 Abschließende Überlegungen: Diese Zusammenfassung bewertet die Intention des Autors und unterstützt die Sittenspiegeltheorie im Kontext von Tacitus' Kritik an römischen Sitten.

5 Stilmittel Kapitel 20: Eine tabellarische Übersicht der in Kapitel 20 verwendeten rhetorischen Stilmittel und ihre Funktion im Text.

Schlüsselwörter

Tacitus, Germania, Germanen, Rolle der Frau, Antike Ethnographie, Sittenspiegeltheorie, Erbrecht, Kontrast, Rom, Rhetorik, Stilmittel, Geschlechterrollen, Seherinnen, Sozialstruktur, Moralvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer inhaltlichen und interpretativen Untersuchung der Kapitel 8 und 20 der "Germania" des antiken Autors Tacitus.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum steht die Rolle der Frau bei den Germanen, sowohl im öffentlichen Leben (Kapitel 8) als auch im privaten Bereich (Kapitel 20), sowie allgemeine Fragen der Erziehung und des Erbrechts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Haltung von Tacitus gegenüber den Germanen zu analysieren und zu ergründen, welche Intention der Autor beim Verfassen der Schrift verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die inhaltliche Analyse und Interpretation unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur sowie eine stilistische Untersuchung des 20. Kapitels.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Übersetzungen, Gliederungsvorschläge sowie detaillierte Analysen der beiden Kapitel, ergänzt durch textkritische Überlegungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Tacitus, Germanen, Sittenspiegeltheorie, Frauenrolle, antike Ethnographie und der Vergleich von Sitten.

Warum spielt der Kontrast zu Rom eine so große Rolle?

Tacitus nutzt die Beschreibung germanischer Zustände, um seinen römischen Zeitgenossen ihre eigenen, aus seiner Sicht verkommenden Sitten vorzuhalten.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der germanischen Frau?

Die Arbeit untersucht die Darstellung der Frau als kultische Instanz und Seherin und beleuchtet dabei, ob dies eine reale Beobachtung oder eine idealisierte Kontrastdarstellung zu römischen Frauen ist.

Welche Bedeutung kommt dem Textkritik-Kapitel zu?

Das Kapitel 3 adressiert ein spezifisches philologisches Problem bezüglich der Verwendung von Präpositionen, um die wissenschaftliche Sorgfalt der Arbeit zu unterstreichen.

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Details

Title
Tacitus: Kapitel VIII und XX: Zwischen Geringschätzung und Idealisierung der Germanen - Untersuchungen zum Anliegen des Autors
College
University of Paderborn  (Klassische Philologie)
Course
De Origine et Situ Germanorum - P. Cornelii Taciti
Grade
2,7
Author
Cornelia Bischoff (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V68946
ISBN (eBook)
9783638612258
Language
German
Tags
Tacitus Kapitel VIII Zwischen Geringschätzung Idealisierung Germanen Untersuchungen Anliegen Autors Origine Situ Germanorum Cornelii Taciti
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Bischoff (Author), 2006, Tacitus: Kapitel VIII und XX: Zwischen Geringschätzung und Idealisierung der Germanen - Untersuchungen zum Anliegen des Autors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68946
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