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Der gewaltsame Tod der Maria Stuart

Title: Der gewaltsame Tod der Maria Stuart

Examination Thesis , 2006 , 111 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Barbara Glück (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Am 8. Februar 1587 wurde Maria Stuart, die Königin der Schotten, im großen Saal des englischen Schlosses Fotheringhay wegen Hochverrats hingerichtet. In dem kurzen Prozess, der ihrer Verurteilung vorausging, hatte man sie angeklagt, sich mit ausländischen Mächten verbündet zu haben, um Königin Elisabeth zu ermorden, und ihren eigenen Anspruch auf den englischen Thron, den sie zeitlebens immer wieder geltend gemacht habe, durchzusetzen. Maria Stuart war im Mai 1586 freiwillig nach England gekommen, in der Hoffnung von Elisabeth Unterstützung gegen ihre schottischen Untertanen zu erhalten, die sich gegen sie erhoben, sie vorübergehend gefangengenommen und zur Abdankung gezwungen hatten. Statt ihr die versprochene Hilfe bei der Rückkehr auf ihren Thron zu gewähren, hatte Elisabeth Maria widerrechtlich in Haft genommen. Neunzehn Jahre waren so vergangen, während denen Marias Hoffnung, freigelassen und in Schottland wiedereingesetzt zu werden, immer wieder enttäuscht worden war.
Das komplizierte und vom psychologischen Standpunkt aus mitunter auch undurchsichtige Verhältnis zwischen Elisabeth und Maria, das schließlich mit dem Tod der einen Königin auf Befehl der anderen endete, wirft zahlreiche Fragen auf : Welche Risiken war Maria mit ihrer Reise nach England eingegangen, und inwiefern stellte Maria für Elisabeth im Leben wie im Tod ein Problem dar ? Warum hielt Elisabeth Maria neunzehn Jahre lang gefangen und ließ sie dann schließlich doch hinrichten, während sie sie zuvor stets gegenüber ihren Lords in Schutz genommen hatte ? Und warum zögerte Elisabeth so lange, bis sie eine endgültige Entscheidung über das Schicksal ihrer Cousine traf ? Um diese Fragen zu beantworten, muss man zunächst den Umständen der Reise Marias nach England nachgehen, die mit ihrer Inhaftierung endete. Zudem muss man sich ein Bild von den zahlreichen Verschwörungen machen, an denen Maria während ihrer langen Gefangenschaft beteiligt war, und ihre eigenen Motive von denen ihrer Verbündeten sowie derer, für die sie zwar das Symbol und der Fokus ihrer Hoffnungen war, deren Ziele sie selbst jedoch ablehnte, unterscheiden. Am Ende steht die Frage, weshalb Elisabeth schließlich ihr Einverständnis zu der in ihren Implikationen so problematischen öffentlichen Hinrichtung gab. Die Rolle, welche Elisabeth in dem Prozess spielte, muss dabei ebenso beleuchtet werden wie die ihrer engsten politischen Mitarbeiter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Weg nach England

1.1 Die Ermordung Darnleys

1.2 Die erzwungene Abdankung

1.3 Die fatale Entscheidung

2. Auf der Anklagebank

2.1 Ein zweifelhafter Untersuchungsausschuss

2.2 Die Kassettenbriefe

3. Die katholische Rivalin

3.1 Das Problem der englischen Thronfolge

3.2 Norfolk und die Rebellion im Norden

3.3 Maria Stuart, die englischen Katholiken und der Papst

4. Weichenstellungen

4.1 Das Ridolfi-Komplott

4.2 Der europäische Horizont

4.3 Die schottische Frage

4.4 Das Verhältnis James VI. zu Maria und Elisabeth

4.5 "The daughter of debate"

5. Das gewaltsame Ende der Maria Stuart

5.1 Die tödliche Falle

5.2 Der Prozess

5.3 Diplomatische Initiativen in letzter Minute

5.4 Die aufgeschobene Entscheidung

5.5 Der letzte Akt

Nachspiel : "Die Bühne der Welt"

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Umstände, die zum gewaltsamen Tod der schottischen Königin Maria Stuart führten, und analysiert insbesondere das komplexe und spannungsreiche Verhältnis zu ihrer englischen Cousine Elisabeth I. Dabei wird hinterfragt, welche politischen und persönlichen Motive Elisabeth dazu bewegten, Maria jahrelang in Haft zu halten, bevor sie schließlich der Hinrichtung zustimmte.

  • Die politische Vorgeschichte und die Beweggründe für Marias Flucht nach England.
  • Die Rolle der Kassettenbriefe und des "Schauprozesses" zur Legitimation von Marias Gefangenschaft.
  • Die Bedeutung von Religion und Thronfolgeansprüchen als Gefahrenpotential für Elisabeths Herrschaft.
  • Die Analyse der verschiedenen Komplotte, insbesondere der Ridolfi- und Babington-Verschwörungen.
  • Das ambivalente Verhältnis zwischen Maria Stuart und ihrem Sohn Jakob VI.

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Ermordung Darnleys

Beinahe neunzehn Jahre verbrachte Maria Stuart in englischer Gefangenschaft, fast die Hälfte ihres Lebens. Die verbreitete These, die Bedeutung dieser Jahre liege vor allem in den vielen konspirativen Bestrebungen Marias, Elisabeth mit Hilfe ausländischer Mächte und der Katholiken in England zu entthronen, wirft zwei Fragen auf: Unbestritten ist, dass die Verschwörungen gegen Elisabeth Marias Sache schadeten und letztlich ihren Tod auf dem Schafott in Fotheringhay Castle herbeiführten. Die erste Frage lautet jedoch : Wie gefährlich waren diese Intrigen für Elisabeth wirklich ? Holmes macht fünf Hauptlinien der Politik Marias während ihrer Haft aus: Erstens ihre Verhandlungen mit Elisabeth mit dem Ziel, ihre Freiheit wiederzuerlangen; zweitens ihre Bemühungen, eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen zu erreichen - dazu zählen ihre Bitten, häufiger ausreiten und die Bäder in Buxton zur Linderung ihrer verschiedenen körperlichen Gebrechen besuchen zu dürfen; drittens die Verwaltung ihrer Witwengüter in Frankreich; viertens die Beeinflussung schottischer Politik und fünftens schließlich die Verschwörungen mit dem Ziel ihrer Befreiung und auch der Entthronung Elisabeths.

Holmes kommt zu dem Schluss: "What a study of Mary`s correspondence and papers reveals is the preponderance of her Scottish interests, and then her close contacts with France; there is not much concern with English affairs, except in so far as they may effect her release".

Die zweite Frage lautet, ob Marias Haft in England nicht sogar für Elisabeth zwei ihrer größten Probleme löste - die schottische Frage und das Problem der Thronfolge. Sir Ralph Sadler fasste dies 1570 vor dem Geheimen Staatsrat in die Worte: "As for the Queen of Scots, she is in your hands, Your Majesty may so use her as she shall not be able to hurt you; and to that end surely God hath delivered into your hands, trusting that Your Majesty will not neglect the benefit by God offered unto you in this delivery of such an enemy into your hands".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Weg nach England: Dieses Kapitel analysiert die Ereignisse in Schottland, die zum Sturz Marias führten, insbesondere die Ermordung ihres Ehemanns Darnley und die darauffolgenden politischen Umwälzungen.

2. Auf der Anklagebank: Hier wird die Untersuchung Marias nach ihrer Flucht nach England und die Rolle der Kassettenbriefe im politischen Prozess gegen sie behandelt.

3. Die katholische Rivalin: Dieses Kapitel erörtert die thronfolgerechtlichen und konfessionellen Aspekte, die Maria zur ständigen Gefahr für Elisabeth machten.

4. Weichenstellungen: Die Analyse konzentriert sich auf die Auswirkungen von Verschwörungen wie dem Ridolfi-Komplott sowie die wechselvolle außenpolitische Dynamik zwischen England, Schottland und Frankreich.

5. Das gewaltsame Ende der Maria Stuart: Abschließend werden der finale Prozess, die diplomatischen Versuche zur Lebensrettung und die unmittelbare Durchführung der Hinrichtung detailliert beschrieben.

Schlüsselwörter

Maria Stuart, Elisabeth I., Schottland, England, Thronfolge, Darnley, Kassettenbriefe, Ridolfi-Komplott, Babington-Verschwörung, Jakob VI., Reformation, Hochverrat, Konfession, Politische Haft, Hinrichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die letzten Lebensjahre der schottischen Königin Maria Stuart, insbesondere ihre neunzehnjährige Gefangenschaft in England und die politischen Umstände, die schließlich zu ihrer Hinrichtung im Jahr 1587 führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Thronfolgeproblem zwischen Maria und Elisabeth, der Einfluss religiöser Konflikte auf die Politik sowie die Auswirkungen verschiedener Verschwörungen auf das Schicksal der gefangenen Königin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum Elisabeth I. ihre Cousine Maria Stuart trotz deren ständiger Verwicklung in politische Intrigen jahrelang in Schutz nahm und was letztlich den Ausschlag für das vollzogene Todesurteil gab.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-kritischen Quellenarbeit. Es werden offizielle Staatsdokumente, zeitgenössische Briefwechsel und die aktuelle Forschungsliteratur analysiert, um die Motive der Akteure zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und thematische Untersuchung: von der Vorgeschichte und Flucht Marias über ihre Prozessführung durch englische Kommissionen bis hin zur finalen "tödlichen Falle", die Walsingham ihr stellte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Maria Stuart, Elisabeth I., Thronfolge, Hochverrat, Kassettenbriefe und politische Haft definiert.

War die Hinrichtung Maria Stuarts aus rechtlicher Sicht haltbar?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Hinrichtung juristisch hochgradig zweifelhaft war. Die englische Regierung musste eigens den "Act for the Surety of the Queen`s Royal Person" erlassen, um eine legale Handhabe gegen eine souveräne Herrscherin zu finden, die den englischen Gesetzen eigentlich nicht unterstand.

Wie war das Verhältnis zwischen Maria Stuart und ihrem Sohn Jakob VI.?

Maria lebte in dem Irrglauben, ihr Sohn sei ihr emotional verbunden geblieben. Tatsächlich jedoch wurde Jakob von Beratern wie Buchanan gegen seine Mutter beeinflusst, und als König hatte er ein politisches Interesse an einer distanzierten Haltung, da die Existenz seiner Mutter ihn als Herrscher theoretisch in die Rolle eines Usurpators drängte.

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Details

Title
Der gewaltsame Tod der Maria Stuart
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar )
Grade
1,0
Author
Barbara Glück (Author)
Publication Year
2006
Pages
111
Catalog Number
V68949
ISBN (eBook)
9783638600781
ISBN (Book)
9783638725330
Language
German
Tags
Maria Stuart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Glück (Author), 2006, Der gewaltsame Tod der Maria Stuart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68949
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