’A robba bella se fa avvede’ (Le belle cose devono essere mostrate)
Nach Rom und Mailand ist Neapel die drittgrößte Stadt Italiens und die Hauptstadt der Region Kampanien. Mit der süditalienischen Stadt verbindet man vor allem Pizza, die Mafiaorganisation Camorra und (’O sole mio) Musik.
Obwohl die Musik auch eine kleine und nicht ungewichtige Rolle in meiner Arbeit spielen wird, beabsichtige ich, mich hauptsächlich mit dem neapolitanischen Dialekt in der italienischen Literatur auseinander zu setzen. Er zählt zu den bekanntesten und lebendigsten Mundarten des Landes, was er vor allem den mannigfaltigen Musikkompositionen und dem Auftreten in Filmen zu verdanken hat.
Beginnen werde ich mit einer kurzen Erläuterung zu der Geschichte Neapels, welche, als eine Art Basis, für ein besseres Verständnis der Sprach- beziehungsweise Mundartentwicklung fungieren soll, denn in der neapolitanischen Sprache sind bis heute Spuren von allen Geschichtsperioden zu finden.
Danach sollen prägnant die wichtigsten Kennzeichen des Dialektes vorgestellt werden, die abschließend noch einmal, anhand verschiedener Textbeispiele neapolitanischer Autoren, deutlich gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtseinordnung
3. Der neapolitanische Dialekt - Sprecher und Autoren
4. Dialektale Kennzeichen
4. 1. Morphologie
4. 2. Phonologie: Vokalismus und Konsonantismus
5. Untersuchung einiger dialektaler Texte
6. Schlussbemerkung
7. Anhang
8. Bibliografieangabe
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den neapolitanischen Dialekt, seine historische Entwicklung sowie seine zentralen morphologischen und phonologischen Merkmale. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse literarischer Textbeispiele, um die Anwendung dieser Merkmale in der Praxis und die Varietäten innerhalb des Dialekts zu verdeutlichen.
- Historische Einordnung von Neapel und der Sprachgenese
- Strukturelle Analyse der neapolitanischen Morphologie
- Phonologische Besonderheiten, insbesondere Metaphonie und Assimilation
- Untersuchung literarischer Texte, darunter religiöse und poetische Werke
- Vergleichende Analyse zwischen neapolitanischem Dialekt und italienischer Standardsprache
Auszug aus dem Buch
4. 2. Phonologie: Vokalismus und Konsonantismus
Im Napoletano tritt, was typisch für die Mittel- und Süditalienischen Dialekte ist, die Metaphonie auf, die auch der Umlaut des neapolitanischen Typs genannt wird. Die Verwandlung eines Vokals in einen helleren entsteht unter dem Einfluss von nachfolgendem, oder ursprünglich auslautendem [i] und [u]. Das geschlossene [ẹ] wird dabei zu einem [i] und das geschlossene [ọ] zu einem [u] gehoben. Der Plural von mẹse lautet also dementsprechend misə und nicht mesi (Hebung durch auslautendes [i]). Der Neapolitaner sagt für ‚Welt’ nicht mondo, sondern munno. „Unter den gleichen Voraussetzungen entwickeln sich aus den betonten [offenen] Vokalen ę (< ĕ) und o (< ŏ) [...]“ die Diphthonge [ie] und [uo].
Beispielsweise lautet die zweite Person Singular von pensare nicht pensi, wie im Standarditalienischen, sondern pienze. Der Diphthong [au], der sich im Italienischen in ein offenes [o] verwandelt hat, bleibt im Neapolitanischen erhalten oder verändert sich zu [ao]. Die Historische Perfektform cantò des Standarditalienischen, die von dem lateinischen cantaut abstammt, lautet im neapolitanischen Dialekt cantao.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung Neapels und seines Dialekts vor und erläutert die Zielsetzung, den Dialekt anhand linguistischer Merkmale in der Literatur zu untersuchen.
2. Geschichtseinordnung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bewegte Geschichte Neapels von der Gründung bis zur Staatsgründung Italiens, um den historischen Kontext für die Sprachentwicklung zu schaffen.
3. Der neapolitanische Dialekt - Sprecher und Autoren: Hier werden die Ursprünge, die Verbreitung und die literarische sowie musikalische Tradition des Neapolitanischen erläutert.
4. Dialektale Kennzeichen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die morphologischen Besonderheiten, wie Artikel und Pronomina, sowie die phonologischen Regeln, einschließlich der Metaphonie und Konsonantenassimilation.
5. Untersuchung einiger dialektaler Texte: Anhand ausgewählter Texte, darunter ein Gebet und ein Gedicht von Gabriele D’Annunzio, wird die praktische Anwendung der zuvor definierten sprachlichen Regeln aufgezeigt.
6. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass der Dialekt lebendigen Regeln folgt, die trotz linguistischer Schemata Variationen und Abweichungen aufweisen.
7. Anhang: Der Anhang enthält tabellarische Darstellungen der Verbalflexionen des Hilfsverbs „essere“.
8. Bibliografieangabe: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Webseiten auf.
Schlüsselwörter
Neapolitanisch, Napoletano, Dialektologie, Morphologie, Phonologie, Metaphonie, Assimilation, Italienische Dialekte, Kampanien, Sprachwissenschaft, Literaturanalyse, Gabriele D’Annunzio, Sprachgeschichte, Vokalismus, Konsonantismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den linguistischen Eigenschaften des neapolitanischen Dialekts und analysiert dessen Struktur sowie literarische Anwendung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den morphologischen Eigenheiten sowie den phonologischen Phänomenen wie der Metaphonie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Kennzeichen des neapolitanischen Dialekts zu identifizieren und an konkreten Textbeispielen deren Vorkommen und Variationen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine deskriptive linguistische Analyse angewandt, die den Dialekt mit der italienischen Standardsprache vergleicht und in den historischen Kontext einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Grammatik und Lautlehre sowie eine empirische Untersuchung anhand von Literaturbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Neapolitanisch, Dialektologie, Metaphonie, Morphologie und Phonologie.
Warum variieren die dialektalen Kennzeichen in den analysierten Texten?
Die Variationen entstehen durch die verschiedenen kleinräumigen Dialektvarietäten und die Tatsache, dass sich Sprache lebendig entwickelt und nicht immer starren Schemata folgt.
Welche Rolle spielt die Metaphonie im Neapolitanischen?
Sie ist ein entscheidendes phonologisches Merkmal, bei dem Vokale unter dem Einfluss auslautender Laute gehoben werden, was typisch für süditalienische Dialekte ist.
Was zeigt das Beispiel des Gedichts von Gabriele D’Annunzio?
Es verdeutlicht, wie Autoren spielerisch oder ironisch mit dialektalen Merkmalen umgehen, wobei sie teilweise von grammatikalischen Normen abweichen.
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- Susann Rabe (Author), 2005, Neapolitanisch-Napoletano-Nnapulitano, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68956