Die Ursachen für die Entwicklung der Gesellschaft zur modernen Dienstleistungsgesellschaft


Hausarbeit, 2005
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

I Einleitung

II Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

III Die industrielle Produktion von Dienstleistungen

IV Fazit

V Bibliographie

I Einleitung

Die Industrialisierung mit ihren weitreichenden sozialen und ökonomischen Folgen hat, wie wahrscheinlich kein anderer Prozess, die Arbeits- und Lebensgewohnheiten der Menschen in der westlichen Welt verändert. Durch die Ansiedlung großer Industriebetriebe, deren Profit vor allem auf der schonungslosen Ausbeutung der Arbeiter basierte, wurden die Menschen in großen Massen vom Land in die aufstrebenden Städte gezogen, die ihnen zwar Arbeit und ein größeres Maß an persönlicher Freiheit boten, jedoch auch eklatant schlechtere individuelle Lebensbedingungen. Die schwere Arbeit in den Produktionsbetrieben verhalf dabei den Unternehmern und den Städten, in denen die Betriebe standen, zu schnellem Reichtum, verschliss dabei aber die Arbeiter in ungeheuren Zahlen. Es stand jedoch zu jederzeit eine ausreichende Reservearmee an arbeitsfähigen Menschen zur Verfügung; schließlich benötigten die Fabriken zum Großteil nur ungelernte Arbeiter ohne besondere Qualifikationen. Die Massenhafte Warenproduktion verändert dabei, gepaart mit stetiger technischer Innovation zunehmend das Antlitz und den Lebensstandard in Westeuropa. Es werden zunehmend komplexere Produktionsverfahren entwickelt, die die Menge der benötigten zunehmend teurer werdenden Arbeiter reduzieren. In einem stetigen Prozess steigt dabei das Bildungsniveau der Menschen und der Grad der Technisierung im Produktionsprozess. Der Bedarf an Arbeitsplätzen in der Produktion geht in gleichem Maße zurück wie der Bedarf an Gütern, die mit simplen und arbeitsaufwendigen (im Sinne von menschlicher Arbeit) Produktionsmethoden hergestellt werden können. Dienstleistungen werden in einer Gesellschaft, die von einer aufstrebenden Arbeiterschicht geprägt ist, zunehmend Bedeutungsvoller. Insbesondere die Arbeitsteilung und der wenig autarke städtische Lebensstil, der es den Menschen nicht länger in gleichem Maße erlaubt sich selbst zu versorgen, führen dazu das immer mehr Dienstleistungsangebote in Anspruch genommen werden. Durch die zunehmende Komplexität der Technologie wird dieser Prozess ebenfalls verstärkt. Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien stellt ein weiterer Faktor in der Verschiebung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Dienstleistungssektor dar.

II Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, und der massenhaften Industrialisierung der westlichen Welt, nimmt die Bedeutung des Dienstleistungsbereich, gemessen an dem Anteil am Bruttosozialprodukt, sowie der Anzahl der Beschäftigten, kontinuierlich zu[1]. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Arbeitsteilung, die maßgeblicher Bestandteil der Industrialisierung ist, den Bedarf an Koordination, Spezifikation und Vermittlung enorm hat wachsen lassen[2]. Die Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft ist dabei zugleich gekoppelt an zunehmende Rationalisierungen im primären und sekundären Sektor, die zugleich enorme Produktionssteigerungen zur Folge haben[3]. Auch die Ausdifferenzierung von Managementfunktionen erforderten eine Ausdehnung von Planungs-, Prognose- und Organisationsfunktionen, die wiederum eine Zunahme von Büro und Verwaltungstätigkeiten zur Folge hatten.[4] Darüber hinaus bedürfen die zunehmend hochgradig technisierten Produktionsprozesse in den entwickelteren Gesellschaften immer mehr Experten, die über ein technisches Wissen verfügen, dass ihnen nur ein professionelles Bildungssystem vermitteln kann[5]. Laut Bell kommt es zudem zu enormem Wachstum in den Dienstleistungsberufen durch die Zunahme des Bedarfes an Arbeitskräften im gemeinnützigen Bereich[6]. Schließlich werden zunehmende Versorgungsleistungen des Staates und Qualifizierungsmaßnahmen in dem Maße nötig, wie die Gesellschaft an Komplexität gewinnt, und arbeitsteilige aufwendige Produktionsprozesse dieses nötig machen.

Die Transformation von einer Produktiv orientierten Gesellschaft zu einer Gesellschaft, die ein Großteil ihres Wertes über Dienstleistungen schöpft, läuft dabei konstant, jedoch nicht exponentiell ab.

Zum Teil wird die Transformation von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft auch nur auf dem Papier vollzogen. So lagen z.B. einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft zum Potential für die Schaffung von Arbeitsplätzen im tertiären Sektor, die auf eine „Dienstleistungslücke“ zwischen den USA und Deutschland verwies, hohe statistische Differenzen in den Anteilen der Arbeitnehmer in den verschiedenen Sektoren zugrunde[7]. Eine Befragung von Arbeitnehmer zu der Art deren Tätigkeit wiese jedoch erheblich höhere Anteile der Arbeitnehmer im tertiären Sektor auf, was dadurch zu erklären war, daß in den USA zu diesem Zeitpunkt in vielen Betrieben weit mehr Teilbereiche ausgelagert worden waren und diese Arbeitnehmer, die z.B. vorher aufgrund ihrer Beschäftigung in einem Industriebetrieb, dem sekundären Sektor zugewiesen wurden, nunmehr zum Dienstleistungssektor gezählt wurden. Diesen Prozess bezeichnet man auch als „up-grading“ der Berufsstruktur, und ist zudem nur auf wenige Berufsgruppen beschränkt[8]. Dabei birgt eine solche Veränderung die Gefahr „[…]Strukturveränderungen zu interpretieren, die gar nicht stattgefunden haben“[9].

All diese Veränderungen in der Sozial- und Beschäftigungsstruktur moderner Gesellschaften sind von C. Clark in den 30er Jahren in der Drei Sektoren Theorie zusammengefasst worden[10]. Clark unterteilte dabei die Wirtschaft erstmals in die drei Sektoren, nämlich die Landwirtschaft, die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe. Clark beschrieb zudem, dass es zu Verschiebungen zwischen den Sektoren komme und dieses eine Folge fortschreitender Industrialisierung sei. Dabei bestehe eine Kausalrelation zwischen der Verlagerung der Produktion in die Industriebetriebe und dem massenhaften abwandern von Arbeitern aus dem Land in die Städte, wo gleichzeitig durch das gewachsene Einkommen und durch die Einschränkungen der Stadt die Nachfrage nach Dienstleistungen steige[11].

[...]


[1] Gross, S. 12

[2] Rock et al., S. 28

[3] Goldberg, S. 8

[4] Goldberg, S. 1

[5] Goldberg, S. 1

[6] Goldberg, S. 1

[7] Oberbeck, S. 138

[8] Goldberg, S. 6

[9] Goldberg, S. 6

[10] Goldberg, S. 14

[11] Goldberg, S. 15

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Ursachen für die Entwicklung der Gesellschaft zur modernen Dienstleistungsgesellschaft
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Sozialstruktur und soziale Ungleichheit
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V68983
ISBN (eBook)
9783638595162
ISBN (Buch)
9783638768658
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Entwicklung, Gesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Sozialstruktur, Ungleichheit
Arbeit zitieren
Timm Gehrmann (Autor), 2005, Die Ursachen für die Entwicklung der Gesellschaft zur modernen Dienstleistungsgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68983

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