In den vorangegangenen Stunden haben sich die Schüler und Schülerinnen fächerübergreifend mit dem Thema Sonne beschäftigt. Das Alltagswissen der Schül. wurde durch naturwissenschaftliche Informationen ergänzt und sie erfuhren von der Sonnensymbolik der Steinzeitmenschen. Mittlerweile sind sie durch das Weltall geflogen, haben durch Fantasiereisen ihr inneres „Kino im Kopf“ aktiviert, haben ihre Flüge mündlich und schriftlich mitgeteilt, haben zu unterschiedlich thematisch passenden Rahmenwörtern assoziiert und haben ihre Vorstellungen handlungs-orientiert im Ausdrucksmalen und Ausdrucksspielen dargestellt. Das Thema Weltall ist eine organische Fortsetzung der bisherigen Arbeit und entstanden aus dem Interesse der Schül. Außerdem bietet es eine breite Dimension zum Schreiben, da jeder Schül. eine Schreibidee finden kann. Konfrontiert mit dem Unterrichtsinhalt „Abenteuer im Weltall“ suchten die Schül. zunächst Überschriften. Mit einem Partner spielten sie nach den Regeln des Ausdruckspiels kleine Szenen ohne Worte. In dieser Phase erleben die Schül. im kooperativen Gesprächsaustausch und im Zusammenwirken mit ihren Mitschülern ihre eigene lebendige sichtbare Fantasie. Die Auswahl der Rollen befand sich auf einem sehr hohen kreativen Niveau. Die beobachtbare Handlung bei allen war jedoch ausschließlich kämpfen und wurde in der Verarbeitungsphase durch die Schül.aussagen bestätigt. Zu einer differenzierteren Reflexion kamen wir durch den Impuls: Was stand in deinem Weltraum-Drehbuch? und Was kann noch alles in deinem Weltraum-Drehbuch stehen? Nun konnten wir weitere Wörter zur Wortfamilie kämpfen sammeln: besiegen, zerstören, einfrieren…und weitere interessante Handlungen für ein zukünftiges Spiel benennen. Unser Vorratsschrank von Wortmaterial wurde erweitert und mehr Sprachkompetenz zu diesem Thema erschlossen. In der heutigen Stunde wird das Abenteuer Spiel und Sprache nun weitergeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung und Begründung des Themas
2. Überlegungen zur Sache
2.1. Freies Schreiben – Offene Schreibanlässe
2.2. Jeux Dramatiques
3. Didaktische Analyse
4. Methodisch-didaktische Überlegungen
5. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
6. Literatur
7. Verlaufsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, durch die Verknüpfung von offenen Schreibanlässen und der Methode der Jeux Dramatiques einen kreativen Schreibprozess zu initiieren, der die Fantasie der Schüler aktiviert und Schreibblockaden durch einen spielerischen Zugang überwindet.
- Förderung der individuellen Schreibmotivation
- Einsatz von Jeux Dramatiques als Impulsgeber für Texte
- Überwindung von Lernblockaden durch Ausdrucksspiel
- Handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung im Deutschunterricht
- Sensibilisierung für die eigene Ausdrucksfähigkeit
Auszug aus dem Buch
2.3. Jeux Dramatiques
Der französische Pädagoge Leon Chancerel entwickelte die Jeux Dramatiques. Jeu bedeutet für ihn zum einen lustbetonte Bewegungsfreude, zum anderen freiwillige Unterordnung unter die Spielregeln. Dramatique, bewusst abgegrenzt von „theatrale“ drückt für ihn aus, dass nicht das Auftreten vor Publikum angestrebt wird, sondern die eigene Freude und persönliche Entwicklung im Vordergrund stehen (vgl. Frei, 1990,7).„Mit der Methode der Jeux Dramatiques kann durch Bewegung und Gebärde“ inneres Erleben spielerisch ausgedrückt werden (Arbeitsgemeinschaft für Jeux Dramatiques, 1984,5).Die Jeux Dramatiques bieten einen Alternative zum normalen Theaterspiel und unterscheiden sich von diesem in wesentlichen Punkten:
Keine Festlegung von Dramaturgie, Bühnenaufbau, Verkleidung von außen
alle können mitspielen; Rollen werden durch Thema/Text angeboten; es können neue Rollen dazu erfunden werden; Doppel- und Mehrfachbesetzungen sind möglich; keine Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenrollen
(meist) nonverbales Agieren der Spieler durch Bewegung, Mimik, Gestik, stimmliche Laute und Geräusche, häufig begleitet von einem vorgelesenen Text; kein Auswendiglernen von Texten
Betonung liegt auf Prozess, nicht auf Ergebnis
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung und Begründung des Themas: Das Thema Weltall dient als motivierender Rahmen für den Schreibunterricht, der an vorherige naturwissenschaftliche und kreative Unterrichtsphasen anknüpft.
2. Überlegungen zur Sache: Dieses Kapitel erläutert das Konzept offener Schreibanlässe sowie die Grundlagen der Methode der Jeux Dramatiques als kreative Ausdrucksform.
3. Didaktische Analyse: Die Analyse begründet den Einsatz freier Schreibformen zur Förderung einer neuen Schreibkultur an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
4. Methodisch-didaktische Überlegungen: Hier wird der geplante Unterrichtsverlauf detailliert auf Basis des Reglements der Jeux Dramatiques begründet.
5. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten: Zusammenstellung der pädagogischen Ziele, wie die Stärkung der Fantasie und die Förderung der Schreibfreude.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachquellen zur Unterrichtsplanung und Didaktik.
7. Verlaufsskizze: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs und der geplanten Interaktionen zwischen Lehrkraft und Schülern.
Schlüsselwörter
Jeux Dramatiques, Offene Schreibanlässe, Schreibdidaktik, Fantasie, Ausdrucksspiel, Grundschule, Förderschwerpunkt Lernen, Handlungsorientierung, Kreatives Schreiben, Unterrichtsplanung, Schreibmotivation, Weltall-Thema, Prozessorientierung, Sprachförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Verknüpfung von kreativem Ausdrucksspiel und freiem Schreiben im Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Schreibdidaktik, die Methode der Jeux Dramatiques sowie Konzepte zur Steigerung der Schreibmotivation bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, den Schülern durch spielerisches Erleben einen angstfreien Zugang zum Schreiben zu ermöglichen und ihre eigene Ausdruckskraft zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Gestaltung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Methode der Jeux Dramatiques nach Leon Chancerel sowie Ansätze einer erlebnisorientierten Anregungsdidaktik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einordnung offener Schreibanlässe, der didaktischen Analyse und der konkreten methodischen Umsetzung in einer Unterrichtssequenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jeux Dramatiques, offene Schreibanlässe, Handlungsorientierung, Kreativität und individuelle Förderung.
Warum wird das Thema „Abenteuer im Weltall“ verwendet?
Das Thema dient als motivierender Aufhänger, der bei den Schülern bereits Interesse weckt und vielfältige Anknüpfungspunkte für eigene Geschichten bietet.
Wie trägt das Spiel „ohne Worte“ zur Schreibkompetenz bei?
Das nonverbale Spiel dient als „Initialzündung“, um bei den Schülern Vorstellungen und Emotionen zu wecken, die anschließend in Textform festgehalten werden.
- Quote paper
- Sigrid Kuhnle (Author), 2002, Freies Schreiben - Offener Schreibanlass zum Thema 'Abenteuer im Weltall' durch die Methode der Jeux Dramatiques, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68991