Wirtschaftlichkeitsanalysen von Informations- und Kommunikationssystemen - Grenzen und Möglichkeiten alternativer Verfahren


Diplomarbeit, 2006

77 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Wirtschaftlichkeit von Informations- und Kommunikationssystemen
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Wirtschaftlichkeit als Zielerreichungsgrad

3 Wesen und Inhalt von Informations- und Kommunikations-systemen

4 Kosten und Nutzen bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse von IKS
4.1 Einmalige und laufende Kosten des Lebenszyklus
4.2 Strategische Wettbewerbsvorteile als wichtigste Nutzenkategorie

5 Darstellung und Bewertung ausgewählter Verfahren
5.1 Bewertungs- und Klassifizierungskriterien
5.2 Quantitative, monetäre Verfahren
5.2.1 Statische Verfahren unter sicheren Erwartungen
5.2.2 Dynamische Verfahren unter sicheren Erwartungen
5.2.3 TCO als kostenorientiertes Verfahren der Prozesskostenrechnung
5.2.4 Weitere quantitative Ansätze im Überblick
5.2.5 Ausgewählte Verfahren zur Reduzierung der Unsicherheit
5.3 Qualitative, nicht monetäre Verfahren
5.3.1 Rangfolge durch Punktevergabe in der Nutzwertanalyse
5.3.2 Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen in der Argumentebilanz
5.3.3 Strategieorientierter Ansatz von McFarlan/McKenney
5.3.4 Wettbewerbsorientierter Ansatz von Nolan/Norton
5.3.5 Weitere qualitative Ansätze im Überblick
5.4 Ganzheitliche Verfahren
5.4.1 Umfassende Betrachtung von Nutzeffekten und Kosten
5.4.2 Monetarisierung der Tätigkeitsstruktur im Hedonic-Wage-Model
5.4.3 Transformation von Wettbewerbsvorteilen in monetäre Größen
5.4.4 Vier-Ebenen-Modell als Rahmenkonzept
5.4.5 IT-BSC als übergreifendes Koordinationsinstrument
5.4.6 Weitere ganzheitliche Verfahren im Überblick
5.4.7 Kombination von Einzelverfahren im Multiperspektiven-Ansatz

6 Zusammenfassung der Ergebnisse

7 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang
A1 Beispiel einer Argumentebilanz
A2 Wettbewerbsvorteile als Nutzenkategorien im M-Commerce
A3 Darstellung verschiedener Ebenenansätze
A4 Nutzeffektkette eines CAD-Systems

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bewertungsprobleme beim Einsatz von IKS

Abbildung 2: Bedeutung und Bewertbarkeit von Nutzenkategorien

Abbildung 3: Mögliche Ausprägungen der Bewertungskriterien

Abbildung 4: Kostenarten des Total Cost of Ownership

Abbildung 5: Matrix zur Einordnung von IKS nach McFarlan/McKenney

Abbildung 6: Umsetzbarkeit von Wettbewerbsvorteilen in monetäre Größen

Abbildung 7: Vier-Ebenen-Modell nach Picot/Reichwald

Abbildung 8: Beispiel für eine IT-Balanced Scorecard

Abbildung 9: Module des Multiperspektiven-Ansatzes

Abbildung 10: Darstellung der ausgewählten Verfahren im Überblick – Teil 1

Abbildung 10: Darstellung der ausgewählten Verfahren im Überblick – Teil 2

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Wirtschaftlichkeit von Informations- und Kommunikationssystemen

Die Krise der New Economy, das Abklingen des E-Hypes und die schwache Entwicklung der IT-Budgets weltweit haben zu einem verstärkten Kostendruck sowie Kostenbewusstsein im IT-Bereich der Unternehmen geführt.[1] Zudem zwingen ein steigender Wettbewerbsdruck, sinkende Margen und die wirtschaftliche Stagnation viele Unternehmen dazu, ihre Investitionen in Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) gründlich zu überprüfen.[2] Folglich gewinnen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen in diesem Sektor an Bedeutung.[3] Der Erfolg vieler Unternehmen ist an den kostengünstigen Nutzungs- und Durchdringungsgrad ihrer IKS gebunden.[4]

Investitionen in IKS sind kostenintensiv, irreversibel und haben langfristige sowie unternehmensweite Auswirkungen.[5] Dies sind gute Gründe, IT-Investitionen auf

deren Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Oftmals werden Investitionsentscheidungen auf Grund von Daumenregeln oder Bauchentscheidungen getroffen.[6] Dies widerspricht jedoch der betriebswirtschaftlichen Grundauffassung, dass eine Investition nur dann durchzuführen ist, wenn durch diese ein positiver ökonomischer Effekt erwartet werden kann. Das Aufzeigen von Grenzen und Möglichkeiten alternativer Verfahren zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit von IKS ist Thema der vorliegenden Arbeit.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, zu überprüfen, ob und in welchem Umfang die vorhandenen Verfahren zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit von IKS in der Lage sind, oft

kostenintensive IKS auf deren Eignung hin zu bewerten. Diese Analyseverfahren sollten es ermöglichen, verschiedene Investitionen und deren finanzielle Auswirkungen auf ein Unternehmen untereinander vergleichbar zu machen und eine Vorteilhaftigkeit aufzeigen.[7] Dabei sind alle Kosten und Nutzen bzw. Wirkungen, die aus der Implementierung des IKS entstehen, vollständig zu erfassen.[8] Um die Verfahren auf deren Einsatzfähigkeit beurteilen zu können, wird ein Kriterienkatalog erstellt, der die Grenzen und Möglichkeiten der einzelnen Verfahren aufzeigt. Auf Grund der

existierenden Fülle und Komplexität von Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsanalyse wird eine Auswahl getroffen. Bei der Selektion der Verfahren gilt die Bedeutung in der Literatur als Orientierung. Zudem wird der aktuelle Forschungsstand integriert, wobei anzumerken ist, dass es nur wenig aktuelle Ansätze gibt und der überwiegende Teil der Verfahren bereits vor rund zwanzig Jahren entwickelt wurde. Des Weiteren wird auf eine Diversität der Analyseverfahren geachtet, um Unterschiede aufzeigen zu können.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit ist in sieben Kapitel gegliedert und beginnt nachfolgend mit der Abgrenzung unterschiedlicher Standpunkte zur Wirtschaftlichkeit und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Kapitel drei zeigt verschiedene Auffassungen zu IKS auf und weist auf die Bedeutung dieser Systeme hin. Im vierten Kapitel werden die

Bestandteile der Wirtschaftlichkeit von IKS, gesondert nach Kosten- und Nutzenaspekten, dargestellt, da diese die Grundlage für eine Wirtschaftlichkeitsanalyse bilden. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Darstellung und Bewertung der ausgewählten Verfahren in Kapitel fünf. Als Basis für die Beurteilung wird ein Kriterienkatalog erstellt, der die Grenzen und Möglichkeiten der Verfahren aufzeigt. Zur besseren Übersicht werden diese Verfahren in drei Kategorien unterteilt. Zuerst werden quantitative Verfahren, die sich auf monetäre Größen beschränken, vorgestellt und bewertet. Weiterhin werden qualitative, nicht monetäre Methoden betrachtet. Die Darstellung und Bewertung ganzheitlicher Verfahren schließt dieses Kapitel ab. Eine zusammenfassende Bewertung der ausgewählten Verfahren, die anhand des Kriterienkatalogs durchgeführt wird, ist Gegenstand des sechsten Kapitels. In der Schlussbetrachtung wird ein Resümee gezogen und die dargestellten Verfahren

abschließend bewertet.

2 Wirtschaftlichkeit als Zielerreichungsgrad

Das Streben nach Wirtschaftlichkeit ist Bestandteil jeden wirtschaftlichen Handelns, wobei sich der Begriff der Wirtschaftlichkeit in seiner herkömmlichen Interpretation auf quantifizierbare Größen begrenzt.[9] In der Literatur ist eine große Bandbreite von Definitionen des Wirtschaftlichkeitsbegriffs vorhanden. Unter diesem wird im Allgemeinen die Gegenüberstellung finanzieller Größen verstanden, wobei eine aussagefähige Verhältniszahl des Erfolgs das Ziel sein soll.[10] „Die Wirtschaftlichkeit

einer Handlungsalternative ist dann gegeben, wenn der Quotient aus Leistung und Kosten mindestens 1 oder die Differenz größer 0 ist.“[11] Nagel bezeichnet den Begriff der Wirtschaftlichkeit als optimales Verhältnis von bestimmten Mitteln und zugehörigem Ergebnis, wobei Wirtschaftlichkeit als Ausdruck eines gewissen „Rationalitätsgrades“ zu verstehen ist.[12] Aus diesem Grund wird das Wirtschaftlichkeitsprinzip auch Rationalprinzip oder ökonomisches Prinzip genannt. Woll hingegen sieht die Wirtschaftlichkeit als eine Relation, die das Verhältnis von Ertrag bzw. Leistung und Aufwand bzw. Kosten ausdrückt, ohne dabei eine Aussage darüber zu treffen, ob eine Optimalität oder das ökonomische Prinzip verwirklicht ist.[13] Dies bedeutet, dass erst durch die Gegenüberstellung von Soll-Wirtschaftlichkeit und Ist-Wirtschaftlichkeit oder die Überführung in eine Preis- oder Mengenkomponente, die Aussagekraft der Wirtschaftlichkeit beurteilt werden kann. Nach Horváth ist eine Wirtschaftlichkeit erst dann erreicht, wenn der Gesamtprozess optimiert und die

Optimierungskriterien hierbei zielbezogen und problemindividuell festgelegt sind.[14] Demzufolge muss die Bedeutung der Wirtschaftlichkeit an die Situation angepasst werden.

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ist ein Kalkül zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit und hat die Erfassung und den Vergleich der Kosten und Erträge einer Investition zur Aufgabe.[15] Hierbei sollen alle Faktoren, die die wirtschaftliche Zweckdienlichkeit des erwarteten oder vergangenen Betriebsgeschehens beeinflussen, aufgedeckt und für eine Bewertung aufbereitet werden.[16] Wirtschaftlichkeitsanalysen sind zu den

bedeutungsvollsten Instrumenten der Unternehmensführung zu zählen.[17] Sie können als Planungs-, Entscheidungs- und Kontrollinstrumente eingesetzt werden.[18] Die Bedeutungen der Begriffe Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Wirtschaftlichkeitsanalyse werden in dieser Arbeit synonym verwendet. Wirtschaftlichkeitsrechnungen grenzen sich hiergegen ab, indem sie sich auf die Feststellung der wertmäßigen Wirtschaftlichkeit beschränken[19] und nicht, wie Wirtschaftlichkeitsanalysen, sowohl monetäre als auch nicht quantifizierbare Aspekte berücksichtigen.[20] Der allgemeine Begriff der Wirtschaftlichkeit ist bei IKS nur bedingt geeignet, denn Leistungen dieser Systeme sind nicht ausschließlich monetär, d. h. quantitativ, sondern häufig nur qualitativ zu bewerten, was vielfach nur unter Subjektivität vorgenommen werden kann.[21] Viele etablierte Wirtschaftlichkeitsnachweise sind zu eng konzipiert und konzentrieren sich auf betriebswirtschaftliche Kostenanteile.[22] Vor rund einem halben Jahrhundert beschränkte sich der Begriff der Wirtschaftlichkeit bei dem Einsatz computergestützter IKS auf Kosteneinsparungen, Produktivitätsverbesserungen sowie Rationalisierungseffekte, während der Begriff heute viel weiter gefasst ist und die Erlangung und Realisierung strategischer Wettbewerbsvorteile mit einschließt.[23] Diese Wettbewerbsvorteile können dort erreicht werden, wo sich ein Unternehmen langfristig deutlich gegenüber seiner Konkurrenz absetzen kann.[24] In der Literatur wird darauf aufmerksam gemacht, dass es erforderlich ist, den herkömmlichen Wirtschaftlichkeitsbegriff zu den Zwecken der Bewertung von IKS aus Sicht der Entscheidungen als „Ausmaß der Zielerreichung“ zu interpretieren.[25] Dies bedeutet, dass die Alternative gewählt werden soll, welche die quantitativen und qualitativen Ziele eines IKS am besten erfüllt.[26] Eine Lösung soll demnach als wirtschaftlich gelten, wenn die Kosten der Entwicklung, Einführung und des laufenden Betriebs, sowie auch der später erforderlichen Änderungen unter dem erwarteten Nutzen liegen.[27]

Abschließend wird festgestellt, dass in dieser Arbeit unter Wirtschaftlichkeit in Bezug auf IKS das Verhältnis aller Kosten und Nutzen verstanden wird, die durch den Einsatz dieser Systeme hervorgerufen werden, sei es quantitativer oder qualitativer Art.

3 Wesen und Inhalt von Informations- und Kommunikations-systemen

Unter dem Wort Information verstehen Stahlknecht und Hasenkamp zweckdienliches bzw. zielorientiertes Wissen, das den Empfänger zu einer Aktion bewegt.[28] Kommunikation wird gemäß Duden als die Verständigung untereinander verstanden.[29] „Ein System besteht aus einer Menge an Elementen und deren Beziehungen untereinander.“[30] Nach Biethahn umfasst ein IKS eine Menge an Informationen, die der Informationslieferant dem Empfänger anbietet sowie die Beziehung unter den beteiligten Personen und den Informationen.[31] Nach Link, Gerth und Voßbeck umfassen Informationssysteme generelle Regelungen der Aufgabenverteilung und -erfüllung im

Bereich der Informationsbereitstellung.[32] Des Weiteren definieren sie die Informationsquellen, Erhebungsmethoden, den Erhebungsrhythmus, die Informations-peicherung, die Informationsverarbeitung und übermitteln Informationen. An anderer Stelle wird ein IKS als ein Mensch-Aufgabe-Technik-System bezeichnet, das Information und Kommunikation produzieren soll.[33]

Nach Antweiler existiert in der Informatikliteratur und in relevanten betriebswirtschaftlichen Veröffentlichungen eine Fülle von Begriffen, die die Sachverhalte von Informationssystemen einerseits und die von Kommunikationssystemen andererseits kennzeichnen, wobei oftmals Unterstützungstechniken von Information und Kommunikation bevorzugt werden.[34] Eine weitere Definition von Alpar u. a. besagt, dass ein Informationssystem ein künstliches, konkretes System ist, das aus maschinellen Elementen besteht und seine Nutzer mit Informationen versorgt.[35] Ein Kommunikationssystem hingegen stellt ihrer Meinung nach ein, aus maschinellen und natürlichen Elementen bestehendes und der Kommunikation dienendes, künstliches, konkretes System dar.

Die primäre Ausrichtung, d. h. die Ziel- und Zwecksetzung des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologie, hat sich geändert, indem sich diese nicht mehr lediglich auf Rationalisierungen operativer Abläufe und die Informationsversorgung des Managements konzentrierte, sondern zum Träger der Wettbewerbsstrategie wurde.[36] Integrierte IKS haben zum Ziel, den betrieblichen Leistungsprozess zu beschleunigen und dabei die Gesamtwirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern.[37] Nach Picot, Reichwald und Wignand integrieren IKS personelle Komponenten wie Qualifikation oder Motivation, organisatorische Komponenten wie die

Aufbau- und Ablauforganisation sowie technische Komponenten wie Hard- und Software.[38] Während früher in der Wirtschaftsinformatik hauptsächlich von Informationssystemen gesprochen wurde, wird heute auf Grund der weitgehend zusammengewachsenen Informations- und Kommunikationstechnologie überwiegend von IKS gesprochen.[39] Aus Insellösungen wurden integrierte Systeme, die nach außen uneingeschränkt kommunikativ und offen sind.[40]

Abschließend wird festgehalten, dass die einem Unternehmen zur Verfügung stehenden IKS zumeist nicht isoliert nebeneinander existieren. In einem Systemverbund können hierdurch zu den vormals vorrangigen Zielen einzelner Aufgabenbereiche die entstandenen Potentiale zur Erzielung von strategischen Wettbewerbsvorteilen genutzt werden. Nutzenpotentiale von IKS ermöglichen oftmals erst das Erreichen von Wettbewerbsvorteilen.[41] Dieses umfassende Verständnis von einem IKS ist Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit.

4 Kosten und Nutzen bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse von IKS

4.1 Einmalige und laufende Kosten des Lebenszyklus

Bei IV-Investitionen sind durchgängig alle entscheidungsrelevanten Kosten zu

berücksichtigen, was bedeutet, dass nach dem Opportunitätsprinzip auch die Fixkosten mit einzubeziehen sind.[42] Es ist darauf zu achten, dass subjektive Einflüsse jeglicher Art vermieden[43] und bereits getätigte Ausgaben nicht integriert werden.[44] Nach Potthof werden Einflussfaktoren in die vier Kategorien Hardware-, Software-,

Personal- und sonstige Kosten unterschieden, durch die eine Wahl für ein bestimmtes IKS beeinflusst wird.[45] Dies stellt jedoch nur ein allgemeines Schema dar und ist

individuell an die Unternehmenssituation anzupassen. Hardwarekosten lassen sich dabei am einfachsten ermitteln.[46] Die anfallenden Kosten können in einmalige und laufende gegliedert werden, wobei letztere z. B. Folgekosten für Wartungen[47] oder Betriebskosten, wie die für Schulungen oder Lizenzerneuerungen, sind.[48] Die

tatsächliche Abgrenzung der Kosten ist einzelfall- bzw. projektabhängig,[49] wobei im Rahmen der Kostenbetrachtung zwingend darauf zu achten ist, dass alle Projektphasen, d. h. die Kosten des gesamten Projekt-Lebenszyklus lückenlos integriert werden.[50] So kann z. B. die Entscheidung für ein IKS mit hohen Anschaffungskosten im Nachhinein vorteilhaft sein, wenn während der Lebenszeit weniger laufende Kosten anfallen oder die gewählte Alternative eine höhere Lebensdauer aufweist.[51] Ein zu kurzfristig ausgerichtetes Wirtschaftlichkeitsdenken genügt zudem nicht den

Ansprüchen einer dauerhaften Wettbewerbsfähigkeit.[52]

Mit heutigen IV-Investitionen werden oft Erwartungen in Bezug auf höhere Qualität oder auf Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten verbunden, während im Zeitalter der Massendatenverarbeitungssysteme direkt realisierbare Kostensenkungspotentiale im Mittelpunkt des Interesses standen.[53]

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass das Kostensenkungspotential, beispielsweise im Bereich der Systembereitstellung, im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsanalyse, nicht die Nutzen-, sondern ausdrücklich die Kostenseite des Softwareeinsatzes anbelangt.[54] Gleichwohl kann in diesem Fall von einem Nutzenpotential gesprochen werden, da sich eine mögliche Kostenreduzierung grundsätzlich positiv auf das betrachtete Unternehmen auswirkt und als Nutzen zu werten ist.

4.2 Strategische Wettbewerbsvorteile als wichtigste Nutzenkategorie

Investitionen im Bereich der Informationsverarbeitung werden mit dem Ziel der Nutzenstiftung getätigt.[55] Die Bewertung von Investitionen in IKS ist jedoch auf Grund fehlender eindeutiger Kriterien zur Quantifizierung des Nutzens schwierig.[56] Die

folgende Abbildung 1 zeigt die wesentlichen Bewertungsprobleme, auf die in der Literatur hingewiesen wird.[57]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bewertungsprobleme beim Einsatz von IKS

Quelle: In Anlehnung an Reichwald/Höfer/Weichselbaumer (1993), S. 16

Nagel weist darauf hin, dass es durch dieses Quantifizierungsproblem keinen einheitlichen Nutzenbegriff gibt.[58] Stahlknecht und Hasenkamp differenzieren den Nutzen in quantifizierbaren (direkten) und nicht quantifizierbaren (indirekten) Nutzen.[59] Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sich quantifizierbarer Nutzen nicht immer monetär bewerten lässt und nicht quantifizierbarer Nutzen auch als „qualitative“ Effekte oder „intangible“ Effekte bezeichnet werden.[60] Nagel schlägt die Trennung nach monetär quantifizierbarem und nicht quantifizierbarem Nutzen vor,[61] die in der vorliegenden Arbeit Anwendung findet. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit besteht, beispielsweise im E-Business, die Herausforderung bei der Quantifizierbarkeit auf der Einzahlungsseite.[62] Dieser Engpasssektor sollte daher am Anfang

jeder Wirtschaftlichkeitsplanung stehen. Zudem tritt ein Nutzen meist erst im Laufe der Anwendung auf oder vielleicht sogar erst danach.[63] Der hierbei später auftretende Nutzen kann kaum einer konkreten Investition zugeordnet werden.

Die in der Literatur oftmals anzutreffende Dreiteilung des Nutzens in die Kategorien Kostenersparnis, Produktivitätsverbesserung und strategische Wettbewerbsvorteile wird auch im Folgenden, im Rahmen des Kriterienkatalogs, verwendet.[64] Die durch den Aufbau und Einsatz von IKS begründeten und verstärkten Wettbewerbsvorteile sind als Zwischengrößen der ökonomischen Bewertung zu kennzeichnen, die sich letztendlich positiv auf die Rentabilität auswirken.[65] Das Schaffen und Erhalten strategischer und längerfristiger Wettbewerbsvorteile ist ein Charakteristikum für erfolgreiche Systeme.[66]

Wie die Abbildung 2 verdeutlicht, wurden die zuvor genannten drei Nutzenkategorien neu geordnet, sodass an erster Stelle die strategischen Wettbewerbsvorteile und dahinter die Produktivitätsverbesserungen und die Kostenersparnisse stehen.[67] Diese Neuordnung erfolgte bereits in den 80er Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bedeutung und Bewertbarkeit von Nutzenkategorien

Quelle: In Anlehnung an Nagel (1990), S. 27 ff.

Kostenersparnisse haben substitutiven, Produktivitätsverbesserungen komplementären und Wettbewerbsvorteile strategischen Charakter.[68] Diese drei Kategorien

können um Qualitätsverbesserungen und Flexibilitätssteigerungen ergänzt werden und stellen somit die fünf wesentlichen Wirkungsarten dar, auf Nutzeffekte zurückzuführen sind.[69] Unter betrieblichen Nutzeffekten werden dabei solche Vorteile verstanden, die ein Unternehmen durch den Einsatz der IKS direkt und indirekt erzielt.

„Je größer die strategische Bedeutung eines Projektes ist, desto höher ist sein –

strategischer – Nutzen für das Unternehmen zu veranschlagen.“[70] Zudem wird der Einsatz und die Entwicklung von IKS in Unternehmen als „strategische Waffe“ im Wettbewerb betrachtet und verwendet, wobei durch IKS ein verteidigbarer Wettbewerbsvorteil vor Konkurrenten erzielt werden soll.[71]

Investitionen in IKS können nur in seltenen Fällen isoliert beurteilt werden.[72] Ist

diese isolierte Betrachtung nicht möglich, werden integrationsabhängige Nutzeffekte vernachlässigt, die oft den eigentlichen Systemvorteil darstellen. Auf Grund einer räumlichen Verteilung und zeitlichen Verzögerung der Kosten- und Leistungseffekte sind diese nur schwer zu ermitteln, was bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit von IKS beachtet werden muss.[73]

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass einige empirische Untersuchungen gezeigt haben, dass häufig die mit dem Einsatz von IT beabsichtigte Produktivitätssteigerung nicht eintritt.[74] Dies wird in der Literatur vielfach unter dem Begriff

Produktivitätsparadoxon[75] betrachtet, jedoch im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht näher behandelt.

5 Darstellung und Bewertung ausgewählter Verfahren

5.1 Bewertungs- und Klassifizierungskriterien

Wie bereits zuvor angeführt, wird für die Darstellung der Verfahren eine Auswahl getroffen. Um diese Verfahren auf deren Eignung zu überprüfen, wird ein

Bewertungskatalog mit elf Kriterien erstellt. Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt und es wird darauf eingegangen, warum diese Kriterien zur Überprüfung

gewählt wurden.

1. Das Kriterium Verfahrenstyp stellt zugleich die Kategorisierung der Verfahren dar, indem diese in quantitative, qualitative und ganzheitliche Verfahren unterteilt werden. In der Literatur existiert keine einheitliche Systematisierung der Wirtschaftlichkeitsanalysen von IKS.[76] Wie bereits erwähnt, weisen einige Autoren in ihren Ausführungen auf die Unterscheidung nach quantitativen, d. h. monetär-quantifizierbaren und qualitativen, nicht-monetären Wirkungen hin.[77]

- Unter der Kategorie quantitative Verfahren werden ausgewählte Verfahren in dem Unterkapitel 5.2 vorgestellt, die sich auf quantifizierbare, monetär
messbare Größen beziehen.[78] In diesem Abschnitt werden auch Verfahren angesprochen, die speziell den Faktor Unsicherheit bei der Wirtschaftlichkeitsermittlung berücksichtigen. Diese Verfahren können jedoch auch teilweise bei den qualitativen oder ganzheitlichen Verfahren angewendet
werden. Die Sensitivitätsanalyse kann z. B. bei der Nutzwertanalyse herausfinden, wie empfindlich die vorgeschlagene Entscheidung auf veränderte Gewichtungsfaktoren reagiert.[79] Indem die Sensitivitätsanalyse, wie auch die anderen Verfahren zur Berücksichtigung der Unsicherheit, bereits die Ergebnisse der quantitativen Verfahren hinterfragen kann,[80] werden diese Verfahren in diesem Abschnitt behandelt und bei den qualitativen oder ganzheitlichen Verfahren nicht mehr explizit erläutert.
- Die qualitativen Verfahren versuchen den Nutzen von IKS, da dieser nicht oder nur sehr schwer zu quantifizieren und noch schwieriger in monetäre Größen zu transformieren ist, auf Basis subjektiver Einschätzungen aufzuzeigen. Scheer bezeichnet Faktoren als qualitativ, wenn sie nicht monetär, d. h. in Geldeinheiten, gemessen werden können oder sollen.[81] Die qualitativen Verfahren werden in Unterkapitel 5.3 thematisiert.
- In die Kategorie ganzheitliche Verfahren werden zum einen diejenigen eingeordnet, die zunächst nur qualitativ ermittelbare Größen, wie etwa eine
höhere Kundenzufriedenheit, in monetäre Größen übertragen. Zum anderen werden im Abschnitt 5.3 Verfahren behandelt, die sowohl quantitative als auch qualitative Effekte weitestgehend gleichbehandelt aufgreifen und oft
eine Kombination aus verschiedenen Verfahren darstellen. Auf den ersten Blick scheinen einige der in diesem Abschnitt behandelten Verfahren zu den „rein“ qualitativen Methoden zu gehören, können jedoch auf Grund ihrer
Intention, der monetären Transformation, als ganzheitliche Verfahren zur
Erfassung quantitativer und qualitativer Kriterien verstanden werden. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Literatur verschiedene Gruppierungen der Verfahren aufweist, so dass, je nach Betrachtung und
Definition, die Verfahren auch zu einer anderen Kategorie gezählt werden können. Die Nutzwertanalyse kann sowohl quantitative als auch qualitative Daten berücksichtigen,[82] was eine Einordnung in alle drei Kategorien
zulassen würde. Punktwerte sollen allerdings erst dann an die Stelle von
monetären Größen eingesetzt werden, wenn monetäre Wirkungen nicht mehr ökonomisch berechenbar oder abzuschätzen sind.[83] Dies bedeutet, dass die Nutzwertanalyse ihren Schwerpunkt auf die Bewertung qualitativer Aspekte legt[84] und in die Kategorie der qualitativen Verfahren eingeordnet wird.
Es ist festzuhalten, dass bei der Kategorisierung der alternativen Verfahren die Grundintention des jeweiligen Verfahrens ausschlaggebend war.

2. Das Objekt der Untersuchung bzw. die Integrationswirkung soll Aufschluss darüber geben, ob die Wirkungen eines IKS isoliert, prozessbezogen oder unternehmensweit betrachtet werden. Bei diesem Kriterium ist es wichtig, dass alle Nutzeffekte berücksichtigt werden und die Unternehmensstrategie verfolgt wird.
3. Der Zeitrahmen gibt an, ob zeitliche Dimensionen von Wirkungen integriert
werden, d. h. der gesamte Zeitablauf der Investition beachtet wird und das Verfahren als dynamisch eingestuft werden kann.[85]
4. Mit dem Kriterium der Zielsetzung wird ersichtlich, ob nur ein einzelnes oder wie erforderlich, mehrere Ziele verfolgt werden.
5. Die Nutzenkategorien Kostenersparnis, Produktivitätsverbesserung und strate-gische Wettbewerbsvorteile weisen auf, welche Intention der Einsatz neuer IKS hat. Strategische Wettbewerbsvorteile haben die größte Bedeutung.[86]
6. Mit der Spezifikation wird gezeigt, ob das Verfahren speziell für IKS entwickelt wurde und daher auf Besonderheiten eingehen kann.
7. Der Ermittlungs- und Bewertungsaufwand wird betrachtet, da es für die Durchführung eines Verfahrens oftmals entscheidend ist, wie praktikabel oder komplex dieses ist.
8. Die Form der Ergebnisdarstellung kann Aufschluss über Transparenz und Nachvollziehbarkeit geben. Dieses Kriterium trägt zur Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Ergebnisse bei und wird daher ebenfalls überprüft.
9. Die Wertigkeit gibt an, ob die Wirtschaftlichkeitsanalyse auf einer objektiven und nachvollziehbaren oder subjektiven Basis fußt. Für eine fundierte Wirtschaftlichkeitsaussage, müssen möglichst viele objektive Daten vorliegen.
10. Die Vorteilhaftigkeit einer Alternative gibt an, ob diese durchgeführt werden
sollte. Die absolute Vorteilhaftigkeit einer Investition ist dann gegeben, wenn die Investition dem Unterlassen vorzuziehen ist.[87] Die relative Vorteilhaftigkeit einer Investition ergibt sich, wenn ein Investitionsobjekt aus einer Menge einander ausschließender Alternativen die beste darstellt.
11. Das Kriterium der Praxisrelevanz offenbart, ob das Verfahren auch in der Praxis häufig verwendet wird oder ob es sich lediglich um ein theoretisches Modell handelt, das zwar einen guten Ansatz darstellt, jedoch nicht umsetzbar ist.

Abbildung 3 zeigt eine Übersicht der Kriterien mit ihren möglichen Ausprägungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Mögliche Ausprägungen der Bewertungskriterien

In den folgenden Unterkapiteln werden die ausgewählten Verfahren ausführlich

anhand dieses Bewertungskatalogs untersucht und dargestellt. Aus Gründen der Komplexität werden einige Verfahren in den drei Kategorien in einem Überblick

gezeigt. Davon unabhängig werden alle ausgewählten Verfahren mit ihren Ausprägungen zusammenfassend im sechsten Kapitel dargestellt.

5.2 Quantitative, monetäre Verfahren

5.2.1 Statische Verfahren unter sicheren Erwartungen

Zu den statischen Verfahren unter sicheren Erwartungen zählen die Kostenvergleichsrechnung, die Gewinnvergleichsrechnung, die Rentabilitätsvergleichsrechnung und die Amortisationsrechnung.[88] Im Folgenden werden diese statischen

Verfahren einzeln kurz vorgestellt und anschließend gemeinsam bewertet.

Mit der Kostenvergleichsrechnung werden die Kosten von zwei oder mehreren

Investitionsalternativen einander gegenübergestellt, um so die kostenmäßig beste

Alternative zu erhalten.[89] Hierbei sind alle Kosten, die durch ein Objekt verursacht werden, einzubeziehen.[90] Die Erlösseite wird bei dieser Rechnung völlig vernachlässigt.[91]

Bei der Gewinnvergleichsrechnung werden außer den Kosten auch die Erlöse

berücksichtigt, wobei die Zielgröße der durchschnittliche Gewinn ist, der sich als Differenz aus Erlösen und Kosten ergibt.[92] Die Grundausrichtung ist hierbei die Gewinnmaximierung.[93]

Bei der Rentabilitätsvergleichsrechnung wird der zeitliche Durchschnittsgewinn

einer Investition bzw. die durchschnittliche Kosteneinsparung zum durchschnittlich gebundenen Kapital ins Verhältnis gesetzt, wobei das Ergebnis die zeitliche Durchschnittsverzinsung, d. h. die Rentabilität, darstellt.[94]

Die Amortisationsrechnung wird auch Rückzahlungsmethode oder Pay-Back-Methode genannt.[95] Bei dieser Methode wird zunächst die Zeitspanne ermittelt, die zwischen dem Investitionszeitpunkt und dem Rückfluss der investierten Summe liegt, wobei diese Spanne in der Regel in Jahren gemessen wird. Der einmalige

Investitionsbetrag wird bei dieser Methode durch die ermittelte Anzahl der Jahre

dividiert, um den jährlichen Nutzen zu erhalten. Alternativ wird auf Grund des jährlichen, durchschnittlichen Wiedergewinnungsbetrages bzw. der Rückflüsse oder

Einzahlungsüberschüsse, die Amortisationsdauer ermittelt.[96] Diese Amortisationsrechnung kann, wie hier beschrieben, statisch sein, jedoch auch zu den dynamischen Verfahren zählen, wenn sie die Zahlungszeitpunkte berücksichtigt.[97]

Die Grenzen und Möglichkeiten statischer Verfahren werden auf Grund ihrer

weitestgehenden Gleichartigkeit im Folgenden zusammenfassend behandelt. Auf

Unterschiede innerhalb der statischen Verfahren wird, wegen der marginalen Relevanz und der Komplexität, nicht näher eingegangen. Die statischen Verfahren konzentrieren sich auf die Errechnung einer quantitativen, zahlenmäßig eindeutigen Kennziffer[98] und drücken die Vorteilhaftigkeit eines Investitionsvorhabens anhand monetärer Größen aus.[99] Hierbei kommen Kosten und Leistungen bzw. Aufwände und Erträge als Rechnungselemente zum Ansatz.[100] Der Verzicht auf die Berücksichtigung qualitativer Aspekte stellt einen Schwachpunkt dar.[101] Die Verfahren beruhen auf einer isolierten Betrachtungsweise und können so nur der sukzessiven Planabstimmung dienen.[102] Hierbei wird eine isolierte Zurechenbarkeit der Zahlungen auf ein einzelnes Investitionsobjekt unterstellt.[103] Ein entscheidender Nachteil ist darin begründet, dass die statischen Verfahren nicht den zeitlichen Anfall von Ein- und Auszahlungen berücksichtigen, sondern Durchschnittsgrößen für die Bewertung

einer Investition heranziehen.[104] Als Bezugszeitpunkt wird meist ein Jahr, was als klassische Abrechnungsperiode gilt, gewählt und nicht der tatsächliche Planungszeitraum.[105] Als eindimensionale Verfahren beschränken sie sich auf jeweils eine

monetäre Zielgröße, vernachlässigen die Beziehungen zu anderen Unternehmensbereichen und sind demzufolge nicht geeignet, sowohl Kosten als auch Nutzen einer Investition richtig einzuschätzen.[106] Da diese Verfahren der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre zuzuordnen sind , können sie Besonderheiten bei Investitionen im Bereich der IKS nicht berücksichtigen.[107] Vorteilhaft ist bei den statischen Verfahren anzuführen, dass sie eine einfache Handhabung vorweisen, leicht verständliche Kennzahlen liefern und sich der Aufwand für die Beschaffung der Informationen

gering hält. Auf Grund finanzmathematischer Rechnungen können die Ergebnisse als objektiv eingestuft werden. Dies grenzt sie positiv von den später näher betrachteten qualitativen Verfahren ab. Dies wird jedoch wieder relativiert, indem die Anwendung von Durchschnittswerten bei den statischen Verfahren die Ergebnisse verfälschen kann.[108] Die Vorteilhaftigkeit der einzelnen statischen Verfahren wird im Folgenden dargestellt. Mit der Kostenvergleichsrechnung kann nur die relative Vorteilhaftigkeit sinnvoll ermittelt werden. Die Gewinnvergleichsrechnung sowie die Rentabilitätsrechnung können sowohl die absolute als auch die relative Vorteilhaftigkeit beurteilen.[109] Bei der Amortisationsrechnung ist es nicht sinnvoll, die absolute oder relative Vorteilhaftigkeit allein anhand der Amortisationszeit zu beurteilen, da die Wirkungen, die nach Ende dieser Zeit auftreten, außer Acht bleiben. Statische Verfahren werden in der Praxis angewendet,[110] wobei die Voraussetzung erfüllt sein muss, dass die Kapitalströme bekannt sind.[111] Diese sind jedoch nur selten direkt gegeben oder nur unter sehr großem Aufwand und unter Unsicherheit zu ermitteln. Klassische Verfahren zur Bewertung von Sachinvestitionen werden oft auf IT-Projekte übertragen, ohne deren Anwendbarkeit zu überprüfen.[112] Bei automatisierter Datenverarbeitung sind es primär qualitative Zielsetzungen auf der Ertrags- bzw. Leistungsseite, die sich einer monetären Bewertung weitgehend entziehen.[113] Die Kosten-, Gewinn- und Rentabilitätsvergleichsrechnung sind nur dann anwendbar, wenn der Kapitaleinsatz und der Planungszeitraum der Alternativen bzw. die Nutzungsdauer der Investitionen identisch sind, was auch für die Erlöse bei der Kostenvergleichsrechnung gelten muss.[114] Trotz ihrer Nachteile finden diese Verfahren eine breite Akzeptanz, was auf die Einfachheit, Klarheit sowie Verfügbarkeit der erforderlichen Daten zurückzuführen ist.[115]

[...]


[1] Vgl. Müller/Hess (2006), S. 108; Buresch (2000), S. 137

[2] Vgl. Zarnekow/Scheeg/Brenner (2004), S. 181

[3] Vgl. Müller/Lang/Hess (2003), S. 58

[4] Vgl. Krcmar/Son (2004), S. 165

[5] Vgl. Hirschmeier (2005), S. 3

[6] Vgl. hier und im Folgenden Pietsch (2003), S. 11 f.

[7] Vgl. Dobschütz/Schmidt (1994), S. 164

[8] Vgl. Auer (2004), S. 124

[9] Vgl. hier und im Folgenden Antweiler (1995), S. 56

[10] Vgl. Pietsch (2003), S. 15

[11] Zangl (1985), S. 98 f.

[12] Vgl. hier und im Folgenden Nagel (1990), S. 18

[13] Vgl. hier und im Folgenden Woll (2000), S. 789

[14] Vgl. Horváth (1988), S. 3

[15] Vgl. Müller/Lang/Hess (2003), S. 59

[16] Vgl. Dworatschek/Donike (1972), S. 27

[17] Vgl. Zangemeister (1993), S. 1

[18] Vgl. Wolfram (1991), S. 1064

[19] Vgl. Schulz/Wiegland (1994), S. 591

[20] Vgl. Horváth (1988), S. 3

[21] Vgl. Kargl (1999), S. 85

[22] Vgl. Rall (1991), S. 12

[23] Vgl. Nagel (1990), S. 15

[24] Vgl. Sonnenschein/Schön/Nölken (1999), S. 185

[25] Vgl. Bottler/Horváth/Kargl (1972), S. 15

[26] Vgl. Kargl (1999), S. 85

[27] Vgl. Heinrich/Roithmayr (1995), S. 563

[28] Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp (2003), S. 4

[29] Vgl. Duden (2001), S. 520

[30] Biethahn (1997), S. 389

[31] Vgl. Biethahn (1997), S. 389

[32] Vgl. hier und im Folgenden Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 19 f.

[33] Vgl. Heinrich/Lehner/Roithmayr (1990), S. 6

[34] Vgl. Antweiler (1995), S. 11

[35] Vgl. hier und im Folgenden Alpar u. a. (2005), S. 28 f.

[36] Vgl. Bullinger/Koll (1992), S. 50

[37] Vgl. Busch (1985), S. 35

[38] Vgl. Picot/Reichwald/Wignand (2001), S. 204

[39] Vgl. Alpar u. a. (2005), S. 29

[40] Vgl. Witte (1984), S. 28

[41] Vgl. Kargl (1998), S. 3

[42] Vgl. Potthof (1998b), S. 7

[43] Vgl. Arens (2004), S. 239 ­

[44] Vgl. Dörner (2003), S. 26

[45] Vgl. hier und im Folgenden Potthof (1998b), S. 7

[46] Vgl. Scheer (1978b), S. 346

[47] Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp (2005), S. 249; Antweiler (1995), S. 73

[48] Vgl. Samtleben/Stadlbauer/Hess (2006), S. 91

[49] Vgl. Potthof (1998b), S. 7

[50] Vgl. Link (2003a), S. 43

[51] Vgl. Dobschütz (2000), S. 448

[52] Vgl. Zangl (1988), S. 14

[53] Vgl. Stickel (2001), S. 63

[54] Vgl. hier und im Folgenden Schröder (2001), S. 135

[55] Vgl. Arens (2004), S. 239

[56] Vgl. Stickel (2001), S. 63; Nagel (1990), S. 24

[57] Vgl. Picot/Reichwald/Wignand (2001) S. 199 f.; Reichwald (1987), S. 23 ff.

[58] Vgl. Nagel (1990), S. 24

[59] Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp (2005), S. 251

[60] Vgl. Anselstetter (1986), S. 3

[61] Vgl. Nagel (1990), S. 24

[62] Vgl. hier und im Folgenden Link (2003a), S. 46

[63] Vgl. hier und im Folgenden Ott (1993), S. 524

[64] Vgl. Wolf/Krcmar (2005), S. 339; Nagel (1990), S. 27; Mertens u. a. (1982), S. 138

[65] Vgl. Link/Schmidt (2002), S. 133

[66] Vgl. Schumann/Hohe (1988), S. 517

[67] Vgl. hier und im Folgenden Nagel (1990), S. 27

[68] Vgl. Dobschütz (2000), S. 433

[69] Vgl. hier und im Folgenden Schumann (2001), S. 332 f.

[70] Dobschütz (2000), S. 445

[71] Vgl. Stickel (2001), S. 76; Hartwig (1987), S. 12; Mertens (1985), S. 85; Adler (1985), S. 3

[72] Vgl. hier und im Folgenden Stickel (2001), S. 63

[73] Vgl. Pietsch (2003), S. 12

[74] Vgl. hier und im Folgenden Potthof (1998a), S. 54 ff.

[75] Vgl. z. B. Weitzendorf (1998), S. 18; Gründler (1997); Stickel (1997), S. 65

[76] Siehe hierzu z. B. Antweiler (1995), S. 114; Priemer (1995), S. 62; Nagel (1990), S. 41

[77] Vgl. Kargl (2000), S. 41 ff.; Schumann (1993), S. 168

[78] Vgl. Linß (1995), S. 34

[79] Vgl. Mertens/Knolmayer (1998), S. 41

[80] Vgl. Schumann (1993), S. 171

[81] Vgl. Scheer (1978a), S. 310

[82] Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 123 f.

[83] Vgl. Link (2003b), S. 60

[84] Vgl. Wehrmann/Zimmermann (2005), S. 248

[85] Vgl. Bottler/Horváth/Kargl (1972), S. 33

[86] Vgl. Nagel (1989), S. 50

[87] Vgl. hier und im Folgenden Biethahn/Mucksch/Ruf (2004), S. 362; Götze/Bloech (2004), S. 49

[88] Vgl. Rühle (1999), S. 211; Kredel (1988), S. 122

[89] Vgl. Blohm/Lüder (1991), S. 156

[90] Vgl. Götze/Bloech (2004), S. 51; Blohm/Lüder (1991), S. 156

[91] Vgl. Kruschwitz (2005), S. 35

[92] Vgl. Götze/Bloech (2004), S. 58

[93] Vgl. Weber (2004), S. 438

[94] Vgl. Kargl (1999), S. 89; Blohm/Lüder (1991), S. 164

[95] Vgl. hier und im Folgenden Nagel (1990), S. 63

[96] Vgl. Götze/Bloech (2004), S. 63; Kargl (1999), S. 89

[97] Vgl. Jacob/Klein/Nick (1994), S. 47 f.

[98] Vgl. Koreimann (1987), S. 11

[99] Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 123; Rühle (1999), S. 208

[100] Vgl. Däumler (1994), S. 26

[101] Vgl. Schumann (1993), S. 171

[102] Vgl. Stickel (2001), S. 77

[103] Vgl. Heinhold (1989), S. 74

[104] Vgl. Reichwald/Höfer/Weichselbaumer (1996), S. 72; Blohm/Lüder (1991), S. 49

[105] Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 136

[106] Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp (2005), S. 251; Götze/Bloech (2004), S. 56

[107] Vgl. hier und im Folgenden Nagel (1990), S. 65

[108] Vgl. hier und im Folgenden Rüdinger (2005), S. 57

[109] Vgl. Götze/Bloech (2004), S. 58 ff.

[110] Vgl. Bernroider/Koch (2000), S. 334

[111] Vgl. hier und im Folgenden Kredel (1988), S. 123

[112] Vgl. Dobschütz (2000), S. 436

[113] Vgl. hier und im Folgenden Höcker (1984), S. 118 f.

[114] Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 136

[115] Vgl. Niemeier (1988), S. 21

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftlichkeitsanalysen von Informations- und Kommunikationssystemen - Grenzen und Möglichkeiten alternativer Verfahren
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
77
Katalognummer
V69071
ISBN (eBook)
9783638595292
Dateigröße
884 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftlichkeitsanalysen, Informations-, Kommunikationssystemen, Grenzen, Möglichkeiten, Verfahren
Arbeit zitieren
Christian Marth (Autor), 2006, Wirtschaftlichkeitsanalysen von Informations- und Kommunikationssystemen - Grenzen und Möglichkeiten alternativer Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69071

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