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Nationbuilding als weltpolitisches Ordnungsinstrument und seine Anwendung im Irak - Kann das Projekt einer irakischen Nation gelingen?

Title: Nationbuilding als weltpolitisches Ordnungsinstrument und seine Anwendung im Irak - Kann das Projekt einer irakischen Nation gelingen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Helmut Wagner (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde das auch heute noch weitgehend gültige nationalstaatliche Ordnungsmodell als herrschende Organisationsform internationaler Politik etabliert. Die territoriale Integrität eines Staates gebot dabei lange Zeit das Prinzip der Nicht-Intervention der internationalen Staatengemeinschaft in interne Angelegenheiten nationalstaatlicher Akteure. Dieses Prinzip hat sich jedoch mit dem Ende des Ost-West Konflikts und im Zuge der Globalisierung gewandelt. In der zusammengerückten Welt eines » global village « muss ein Staat erst seiner Verantwortung gegenüber der internationalen Gemeinschaft gerecht werden, um sich sein Recht auf Souveränität zu verdienen. Wird er es nach Ansicht der dominierenden Akteure nicht, dann droht der militärische Eingriff - wie im Falle des Irak.
Doch wie soll es danach weitergehen? Eine schlüssige Konzeption von Nationbuilding gilt als unabdingbar, um Staaten nach Bürgerkriegen oder militärischen Interventionen wieder zu stabilisieren und an die internationale Gemeinschaft heranzuführen. Auch im Irak wird die Herstellung eines funktionsfähigen Nationalstaats als die dringlichste Aufgabe erachtet, um ein friedliches Zusammenleben der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und die Ausdehnung der Gewalt zu einem regionalen Flächenbrand zu verhindern. Die verhängnisvolle Strategie der Terroristen im Irak, das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen, scheint zunehmend aufzugehen. Es stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wie das Projekt Nationbuilding im Irak überhaupt noch gelingen kann?
Für eine umfassende Klärung dieser Frage bedarf es einer fundierten Analyse, die eine Reihe von weiteren Fragestellungen beinhaltet: Ist das Konzept vom Nationalstaat als eine westliche Erfindung überhaupt auf den Irak, einem heterogenen Land aus einem ganz anderen Kulturkreis, übertragbar? Wenn ja, wie sieht eine erfolgversprechende Konzeption aus? Welche Motive und Interessen lagen den USA als primärem Akteur zugrunde, und sind diese in eine kohärente Strategie des Wiederaufbaus der irakischen Nation gemündet? Ist die Administration Bush in ihrer Vorgehensweise ihrer Verantwortung, sowohl auf weltpolitischer Ebene als auch gegenüber der irakischen Bevölkerung, gerecht geworden? Und wie steht es heute um die irakische Nation aus - gibt es sie, worin besteht sie und was sind ihre Perspektiven?

Kommentar Dozent: » Die Arbeit ist wirklich sehr gut geworden. Ich darf Ihnen also nur ganz herzlich gratulieren! «

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A NATIONBUILDING ALS WELTPOLITISCHES ORDNUNGSINSTRUMENT

B NATIONBUILDING DURCH EXTERNE AKTEURE UND SEINE ANWENDUNG IM IRAK

I. EINE KONZEPTION VON NATIONBUILDING

II. NATIONBUILDING IM IRAK

1. INTERNE AUSGANGSBEDINGUNGEN IM IRAK

2. DIE STRATEGIE DER USA ALS EXTERNEM AKTEUR

3. BESTANDSAUFNAHME: WAS IST DIE IRAKISCHE NATION?

C KANN DAS NATIONBUILDING IM IRAK (NOCH) GELINGEN?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen das Konzept des „Nationbuilding“ durch externe Akteure erfolgreich angewendet werden kann, und analysiert kritisch das konkrete Projekt des Nationbuilding im Irak nach der US-geführten Invasion von 2003.

  • Theoretische Konzeption von Nationbuilding und Erfolgsbedingungen.
  • Analyse der historischen und sozialen Ausgangsbedingungen im Irak.
  • Kritische Untersuchung der US-Strategie und ihrer Auswirkungen.
  • Bedeutung von nationaler Identität (Flagge, Verfassung) für den Integrationsprozess.
  • Bewertung der Erfolgsaussichten für eine stabile irakische Nation.

Auszug aus dem Buch

II. NATIONBUILDING IM IRAK

»Es gibt noch […] kein irakisches Volk, sondern unvorstellbare Massen von Menschen, ohne jede patriotische Idee, sondern voller religiöser Traditionen und Absurditäten, durch kein gemeinsames Band verbunden, die auf das Böse hören, zur Anarchie neigen und immer bereit sind, gegen jede beliebige Regierung aufzustehen.« Nichts könnte die Ausgangslage im Irak besser dokumentieren als dieser von König Faisal I. bekannte Ausspruch, der aus einem vertraulichen Memorandum des Jahres 1933 bekannt ist. Dieses Zitat über die prinzipielle Unregierbarkeit des Landes könnte in etwas abgeänderter Formulierung genauso gut aus der heutigen Zeit stammen und verdeutlicht damit wie tief Zerrissenheit und Gewalt in der irakischen Gesellschaft verankert sind. Der Irak wurde in Absprache von den ehemaligen Kolonialmächten USA und Großbritannien aus der Konkursmasse des Osmanischen Reiches geschaffen, ist also kein klassischer Nationalstaat. Der künstlichen Gründung am Reißbrett folgten mehrere Versuche, innerhalb der Grenzen einen funktionsfähigen Staat herzustellen. Dies ging einher mit zwei großen Projekten von Nationbuilding, die jedoch beide durch ihren falschen Ansatz auf lange Sicht scheitern mussten. Beide Projekte hinterließen dabei fatale Folgen für die weitere Entwicklung des Irak.

Zwischen 1914 und 1932 schuf die Regierung von Großbritannien den modernen (National-) Staat Irak. Sie setzte dabei auf die imperiale Strategie von divide and rule und kontrollierte den Irak durch ein System der Differenzierung entlang religiöser und ethnischer Zugehörigkeiten sowie Patronage einzelner kooperierender Eliten. Dieser top-down Ansatz von Nationbuilding war mit der Hoffnung verbunden, soziale Ordnung und nationale Einheit am schnellsten und am kostengünstigsten über die Instrumentalisierung der lokalen Eliten schaffen zu können. Dieser elitäre Ansatz zeugt aber von einem nur begrenzten Verständnis der Mechanismen der irakischen Gesellschaft. Er führte letztlich dazu, dass die staatlichen Strukturen in den Augen der Bevölkerung nur wenig Legitimität hatten und somit auf einem sehr schwachen sozialem Fundament gebaut wurden. Tiefes Misstrauen und grundlegende Apathie kennzeichnen das Verhältnis der irakischen Bürger zum Staat.

Zusammenfassung der Kapitel

A NATIONBUILDING ALS WELTPOLITISCHES ORDNUNGSINSTRUMENT: Einführung in das Konzept des Nationbuilding vor dem Hintergrund des sich wandelnden Souveränitätsverständnisses und der Notwendigkeit zur Staatsstabilisierung.

B NATIONBUILDING DURCH EXTERNE AKTEURE UND SEINE ANWENDUNG IM IRAK: Detaillierte Untersuchung der konzeptionellen Anforderungen an externes Nationbuilding sowie deren spezifische Anwendung, Herausforderungen und Fehler im Irak-Kontext.

C KANN DAS NATIONBUILDING IM IRAK (NOCH) GELINGEN?: Fazitartige Analyse, die trotz der schwierigen Lage die Voraussetzungen für einen möglichen Erfolg des Projekts Nationbuilding im Irak diskutiert.

Schlüsselwörter

Nationbuilding, Irak, USA, Außenpolitik, Staat, Identität, Bürgerkrieg, Sicherheit, Ethnizität, Verfassung, Demokratisierung, Souveränität, Stabilität, Eliten, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Nationbuilding als politischem Instrument internationaler Akteure und dessen Anwendung auf den spezifischen Fall des Irak nach 2003.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Nationbuilding, die Analyse der US-Strategie im Irak, die Rolle ethnischer und religiöser Identitäten sowie die Bedeutung von Staatsaufbau (Statebuilding) für die Stabilität.

Welche zentrale Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen das Projekt einer irakischen Nation gelingen kann, insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen Ausgangslage und externer Einmischung.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie zeitgenössischen Berichten, um politische Konzepte kritisch auf den konkreten Fall des Irak zu übertragen und zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeption des Nationbuilding und eine umfassende Analyse der internen irakischen Bedingungen sowie der fehlerhaften Strategie der US-Besatzung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Nationbuilding, Souveränität, Ethnizität, Demokratisierung, Post-Konflikt-Stabilisierung und die Rolle externer Akteure sind die prägenden Begriffe.

Warum ist die Analyse der irakischen Flagge und Verfassung für das Thema relevant?

Diese Symbole und Dokumente dienen als Fallbeispiele für die „abgehobene“ und elitäre Herangehensweise des Nationbuilding, da sie oft nicht die Identität der Bevölkerung widerspiegeln, sondern westliche Vorstellungen aufzwingen.

Welche Rolle spielt die „Glaubwürdigkeit“ für ein erfolgreiches Nationbuilding?

Der Autor argumentiert, dass Glaubwürdigkeit sowohl der internen Eliten als auch der externen Akteure das entscheidende Kriterium für die Akzeptanz des nationalen Projekts durch die Bevölkerung ist.

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Details

Title
Nationbuilding als weltpolitisches Ordnungsinstrument und seine Anwendung im Irak - Kann das Projekt einer irakischen Nation gelingen?
College
LMU Munich  (Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients)
Course
Hauptseminar: Der unbekannte Irak
Grade
1,0
Author
Helmut Wagner (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V69073
ISBN (eBook)
9783638612555
ISBN (Book)
9783638721769
Language
German
Tags
Nationbuilding Ordnungsinstrument Anwendung Irak Kann Projekt Nation Hauptseminar Irak
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Wagner (Author), 2006, Nationbuilding als weltpolitisches Ordnungsinstrument und seine Anwendung im Irak - Kann das Projekt einer irakischen Nation gelingen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69073
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