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Die historische Herausbildung des Dokumentarfilms in der Zeit der Avantgarde

Title: Die historische Herausbildung des Dokumentarfilms in der Zeit der Avantgarde

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Thöne (Author)

Communications - Movies and Television
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Seit Beginn des Kinos (1895, Brüder Lumiere) beginnt auch die dokumentarische Tradition. In dieser Arbeit möchte ich, ausgehend von der dokumentarischen Tradition, hin zu der Entstehung des Dokumentarfilms arbeiten. Wann entstand seine Begrifflichkeit und in welche Zeit seine ersten Werke? Wie ist ein Dokumentarfilm definiert und charakterisiert? In diesem Diskurs sollen vor und Theorien von Roger Odin und Bill Nichols verfolgt werden. Inwieweit erfahren die theoretischen Grundlagen ihre Anwendung in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Welche Einflüsse zeigt die Avantgarde auf? Hierfür sollen Positionen und Projekte von Regisseuren und Dokumentarfilmverfechtern wie Robert Flaherty und vor allem Dziga Vertov sowie John Grierson näher betrachtet werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Der Dokumentarfilm: Definition, Authentizität, Genrefrage und seine Elemente

2.1 Definition

2.2 Trennung von dokumentarisch als Adjektiv und Dokumentarfilm als Subjekt

2.3 Die Frage nach der Authentizität und dem Wirklichkeitsanspruch

2.4 Der Dokumentarfilm – ein eigenes Genre?

2.5 Das dokumentarische Ensemble nach Roger Odin

2.5.1 Dokumentarische Lektüre

2.6 Die vier Elemente des Dokumentarfilms nach Bill Nichols

3 Die Herausbildung des Dokumentarfilmes bis zu dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

3.1 Das frühe 20. Jahrhundert und die Zeit der Avantgarde

3.1.1 Die Situation nach dem Ersten Weltkrieg

3.1.2 Die Zeit der Entstehung der Avantgarde

3.1.3 Robert Flaherty

3.1.4 Die russische Filmlandschaft

3.1.5 Das Kinoglaz und Dziga Vertov

3.2 John Grierson

3.2.1 Das Aufkommen des Begriffes des Dokumentarischen

3.2.2 Grierson versus Vertov

3.3 Der Ton und der Dokumentarfilm

3.4 Die Zeit zu Beginn des Zweiten Weltkrieges

4 Ruttmann “Berlin – Sinfonie einer Großstadt”

4.1 Walter Ruttmann

4.2 Berlin- Sinfonie einer Großstadt

4.3 Kamerahandlung im dokumentarsichen Film

4.4 Bewegung als strukturierendes Prinzip

4.5 Einstellungsgröße und Schnitttechnik

4.6 Grierson versus Ruttmann

5 Fazit: Der Dokumentarfilm gestern und heute

5.1 Der Dokumentarfilm der Avantgarde

5.2 Dogma 95

5.3 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Herausbildung des Dokumentarfilms unter besonderer Berücksichtigung der Avantgarde-Zeit und vergleicht dabei verschiedene theoretische Ansätze zur Definition und filmischen Umsetzung, um deren zukünftige Relevanz und den Wahrheitsanspruch des Genres zu erörtern.

  • Theoretische Grundlagen des Dokumentarfilms nach Roger Odin und Bill Nichols.
  • Die Rolle einflussreicher Filmemacher wie Robert Flaherty, Dziga Vertov und John Grierson.
  • Die Ästhetik und filmische Gestaltung von Walter Ruttmanns „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“.
  • Die historische Entwicklung des Dokumentarfilms zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.
  • Vergleich moderner Ansätze, wie das Dogma 95, mit der Avantgarde-Tradition.

Auszug aus dem Buch

3.1.5 Das Kinoglaz und Dziga Vertov

"Bis auf den heutigen Tag haben wir die Kamera vergewaltigt und sie gezwungen, die Arbeit unseres Auges zu kopieren. [...] Von heute an werden wir die Kamera befreien und werden sie in entgegengesetzter Richtung, weit entfernt vom Kopieren, arbeiten lassen. Alle Schwächen des menschlichen Auges an den Tag bringen! Wir treten ein für Kinoglas, das im Chaos der Bewegungen die Resultate für die eigene Bewegung aufspürt, wir treten ein für Kinoglas mit seiner Dimension von Zeit und Raum [...] Befreit von zeitlichen und räumlichen Eingrenzungen, stelle ich beliebige Punkte des Universums gegenüber, unabhängig davon, wo ich sie aufgenommen habe. Dies ist mein Weg zur Schaffung einer neuen Wahrnehmung der Welt." (Vertov 1923)

Dziga Vertov war Konstruktivist und von der russischen und europäischen Revolution seinerzeit beeinflusst. Im Gegensatz zu dem späteren cinema direct, geht es ihm um die Hingabe des Auges an die technischen Möglichkeiten der Kamera mit dem Ziel „im Leben selbst eine Antwort auf ein gestelltes Thema zu finden (Vertov in Hohenberger 1998)“. In den Jahren nach 1923 wurde erstmals eine Theorie dokumentarischer Filmpraxis durch Dziga Vertovs Manifest Kinoki (Kinoglaz) formuliert (Vertov in Hohenberger 1998). Das Kinoglaz ist die dokumentarische filmische Entschlüsselung der sichtbaren und der dem menschlichen Auge unsichtbaren Welt. Sie ist eine Methode zur wissenschaftlich experimentellen Untersuchung der sichtbaren Welt. Das dokumentarsiche Filmmaterial wird planmäßig sortiert. Seine Art Filme zu produzieren, ist ein relationales konstruktivistisches Schreiben mit Fakten. Die Montage kommt seiner Ansicht nach bereits bei der Aufnahme in den Film.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur historischen Entstehung und Definition des Dokumentarfilms vor und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.

2 Der Dokumentarfilm: Definition, Authentizität, Genrefrage und seine Elemente: Dieses Kapitel widmet sich theoretischen Definitionen des Dokumentarfilms, insbesondere den Ansätzen von Roger Odin und Bill Nichols sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Authentizität.

3 Die Herausbildung des Dokumentarfilmes bis zu dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Hier wird die historische Entwicklung des Genres untersucht, wobei der Einfluss der Avantgarde, von Flaherty, Vertov und Grierson sowie die Einführung des Tons beleuchtet werden.

4 Ruttmann “Berlin – Sinfonie einer Großstadt”: Eine detaillierte Analyse von Walter Ruttmanns Film unter Berücksichtigung der Kamerahandlung, Schnitttechnik und der ästhetischen Prinzipien der Avantgarde.

5 Fazit: Der Dokumentarfilm gestern und heute: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und schlägt eine Brücke von der Avantgarde-Zeit zum heutigen Dokumentarfilm, inklusive eines Exkurses zur Dogma 95-Bewegung.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Avantgarde, Authentizität, Wirklichkeitsanspruch, Roger Odin, Bill Nichols, Dziga Vertov, John Grierson, Walter Ruttmann, Berlin – Sinfonie einer Großstadt, Kinoglaz, Dogma 95, Filmanalyse, Filmmontage, Filmgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Herausbildung des Dokumentarfilms und untersucht dessen Definition, theoretische Konzepte sowie die ästhetischen Entwicklungen in der Zeit der Avantgarde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definitionsfindung des Dokumentarfilms, die Debatte um Authentizität und Wirklichkeitsanspruch, der Einfluss der frühen Avantgarde und die Bedeutung der Montage.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, die Entstehung der Begrifflichkeit des Dokumentarfilms zu verfolgen, theoretische Grundlagen zu beleuchten und deren praktische Anwendung in der Zeit zwischen den Weltkriegen zu analysieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche und diskursanalytische Methode angewandt, die auf theoretischen Modellen (insbesondere Odin, Nichols) und einer exemplarischen Filmanalyse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Genres, der historischen Entwicklung durch einflussreiche Regisseure wie Flaherty, Vertov und Grierson sowie einer vertieften Analyse von Ruttmanns „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dokumentarfilm, Avantgarde, Authentizität, Montage und Filmtheorie charakterisiert.

Warum unterscheidet Dziga Vertov zwischen dem „Kinoglaz“ und dem herkömmlichen Spielfilm?

Vertov lehnte den Spielfilm als ideologisch an bürgerliche Theatertraditionen gefesselt ab und sah im „Kinoglaz“ eine Methode zur objektiven, faktografischen Erschließung der Wirklichkeit durch Montage.

Wie steht John Grierson zu der Arbeit von Walter Ruttmann?

Grierson erkannte zwar die filmischen Aspekte an, kritisierte jedoch Ruttmanns Fokus auf rein formale Montage und Bewegung, da ihm eine tiefere soziale Aussage oder ein moralischer Gehalt fehlte.

Welcher Zusammenhang besteht laut Autorin zwischen Dogma 95 und der Avantgarde?

Beide Strömungen suchen nach einem authentischen Potential in der filmischen Sprache, lehnen konventionelle Hollywood-Strukturen ab und setzen auf eine „quasi-dokumentarische“ Darstellung des Hier und Jetzt.

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Details

Title
Die historische Herausbildung des Dokumentarfilms in der Zeit der Avantgarde
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Avantgarde und Film
Grade
2,0
Author
Franziska Thöne (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V69138
ISBN (eBook)
9783638618991
Language
German
Tags
Herausbildung Dokumentarfilms Zeit Avantgarde Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Thöne (Author), 2005, Die historische Herausbildung des Dokumentarfilms in der Zeit der Avantgarde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69138
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