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Das Rezipientenbild bei Anders und Enzensberger - Ein Vergleich zur Bewertung des Zuschauers und Menschen in der Zeit der Neuen Medien nach Günther Anders und Hans M. Enzensberger

Title: Das Rezipientenbild bei Anders und Enzensberger - Ein Vergleich zur Bewertung des Zuschauers und Menschen in der Zeit der Neuen Medien nach Günther Anders und Hans M. Enzensberger

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Franziska Thöne (Author)

Communications - Movies and Television
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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts vollzog der Rezipient eine Veränderung in seiner Medienzuwendung und seinem Medienverständnis. Das Aufkommen der Neuen Medien hat das Publikumsverhalten der Zuschauer nachdrücklich gewandelt und gesellschaftlich geprägt. Die Rolle, welche dabei dem Rezipienten zukommt, hat sich in dieser Zeit grundlegend verändert. Günther Anders und Hans Magnus Enzensberger haben sich beide neben anderen Arbeiten den Medientheorien zugewandt. Beide setzten sich mit der Wirkung der Neuen Medien auf den Menschen und seine Sozialisierung auseinander. Ziel dieser Arbeit ist es, das Rezipientenbild und sein Wandel bei beiden Autoren herauszuarbeiten und produktiv gegenüber zu stellen. Zunächst werde ich mich mit der Schrift ‚Die Antiquiertheit des Menschen I’ von Günther Anders auseinander setzten, um seine Ansicht über Technik und Scham darzustellen. Ich werde über den hörigen und unfreien Rezipienten und seinem Wandel mit der Einführung der Neuen Medien erörtern. Der Sprachverlust und die Bedürfnisherausbildung werden im Unterkapitel 2.3 und 2.4 beleuchtet. Im Abschnitt 2.5 werde ich mich mit dem Rückzug des Rezipienten in sein eigenes Heim beschäftigen und anschließend in 2.6 die Konsequenzen der Anders`schen Theorie zusammenfassen. Im Kapitel drei werde ich den Aufsatz von Hans Magnus Enzensbergers „Das Nullmedium oder Warum alle Klagen über das Fernsehen gegenstandlos sind“ aus ‚Mittelmaß und Wahn’ untersuchen, um das Publikumsbild aus seiner Sicht zu erläutern. Hierbei wird postmodernes Gedankengut einfließen und der Prozess der Entstehung des Nullmediums verfolgt. Mit Manipulation und Wirklichkeit wird sich Abschnitt 3.2 befassen. Anschließend werde ich in einem Vergleich in Kapitel 4 die wichtigsten Punkte gegenüberstellen um folgend mit einem kurzen Fazit zu schließen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Aufbau der Arbeit

2. Günther Anders und sein Rezipientenbild

2.1. Prometheische Scham

2.2. Der unfreie und hörige Rezipient

2.3. Der Sprachverlust des Rezipienten

2.4. Die vorgegebene Bedürfniswelt

2.5. Der Rezipient als individueller und solistischer Konsument

2.6. Zusammenfassung und Konsequenzen

3. Hans Magnus Enzensberger und sein Rezipientenbild

3.1. Postmodernes Gedankengut und die Nullstellung

3.2. Manipulation und Wirklichkeit

3.3. Medien als sozialisierte Produktionsmittel

4. Zusammenfassender Vergleich

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht und vergleicht das Rezipientenbild und dessen Wandel in den Medientheorien von Günther Anders und Hans Magnus Enzensberger, um die Auswirkungen der Neuen Medien auf die menschliche Sozialisierung und Publikumsrolle zu analysieren.

  • Anthropologische Kritik der Medienwirkung nach Günther Anders
  • Die Entstehung des "Nullmediums" bei Hans Magnus Enzensberger
  • Vergleich der Rollenverständnisse: Konsument versus produktiver Teilnehmer
  • Der Einfluss von Technik und Medien auf Kommunikation und Wirklichkeitswahrnehmung
  • Transformation des Rezipienten zum solistischen "Heimarbeiter"

Auszug aus dem Buch

2.2. Der unfreie und hörige Rezipient

Charakterisierend für die zweite industrielle Revolution ist die menschliche Instrumentalisierung. Als Produzent und hauptsächlich als Konsument ist der Mensch reduziert auf seinen funktionalen Status (Lohmann 1996, S. 231). Die Maschine macht den Rezipienten nahezu überflüssig und unfrei. Sie übernehmen für ihn die Vermittlungsfähigkeiten bei der Beschaffung und Bearbeitung von gewünschten Objekten und Informationen (Lohmann 1996, S. 232).

Die Mondlandung, erste ins Bild gebrachte Nachrichten und die ‚ins Haus gelieferte Welt’ – sollte den Menschen weiterbringen, informieren und zu neuen Wissen verhelfen. Anders sieht in den Neuen Medien für den Rezipienten diesbezüglich einen Schritt zurück. Die Menge der übertragenen Bilder wandeln sich zum Nachteil. Er umschreibt diesen Prozess mit dem Begriff der Bilderflut. Ähnlich beschrieben es Horkheimer und Adorno in der Dialektik der Aufklärung: Etwas Gutes schlägt bei Übergewichtung ins Gegenteil (Horkheimer 1969).

Die Technik beginnt nicht mehr dem Wesen der Menschen zu entsprechen. Der Rezipient kann sich nicht mehr weiterentwickeln. In der ‚Antiquiertheit des Menschen II’ erörtert Anders, die Technik sei zum Subjekt der Geschichte geworden (Anders 1980). Der Mensch ist nur noch mitgeschichtlich, überholt, ‘antiquiert’. „Der Gegenwärtige und auch der Zukünftige sind gekennzeichnet durch die Diskrepanz zwischen der noch immer wachsender Kapazität der Technik und dem Unvermögen der Phantasie, sich die katastrophalen Folgen der Technik vorzustellen“ (Anders 1980). Diese Ausgeliefertheit des Zuschauers könnte aufgrund des Verlustes des Zweckbegriffes entstanden sein. Wozu mache ich das alles? Die Funktion der Technik als Organersatz, -verstärkung, -entlastung und -überbietung wird in die Funktionalisierung des Menschen umgewandelt. „Die Überlegenheit der Dinge wird anerkannt, und die Menschen werden in die Produktionswelt integriert als Elemente, die nicht nur als Gerät neben Geräten, sondern [..] als Gerät für Geräte fungieren“ (Anders 1992).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die medientheoretische Fragestellung sowie Darlegung des Aufbaus der Arbeit.

2. Günther Anders und sein Rezipientenbild: Analyse der anthropologischen Medienkritik von Anders, insbesondere der Entfremdung und passiven Konsumentenrolle.

3. Hans Magnus Enzensberger und sein Rezipientenbild: Untersuchung von Enzensbergers Thesen zum Nullmedium und der emanzipatorischen Nutzung von Medien.

4. Zusammenfassender Vergleich: Gegenüberstellung der theoretischen Ansätze beider Autoren hinsichtlich der Rolle des Zuschauers.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der medieninduzierten gesellschaftlichen Veränderungen über mehrere Jahrzehnte.

Schlüsselwörter

Rezipientenbild, Günther Anders, Hans Magnus Enzensberger, Neue Medien, Medienkritik, Nullmedium, Konsument, Technikphilosophie, Phänomenologie, Massenmedien, Isolation, Sozialisierung, Kommunikation, Antiquiertheit des Menschen, Medienwirkung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Medientheorien von Günther Anders und Hans Magnus Enzensberger und vergleicht, wie diese Autoren die Rolle des Menschen als Rezipient in der Zeit der Neuen Medien bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der technischen Medien auf das Individuum, der Prozess der sozialen Entfremdung, das Konsumverhalten sowie das Verhältnis zwischen Technik, Wirklichkeit und Manipulation.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, das durch die Autoren vermittelte Rezipientenbild herauszuarbeiten und die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren medienkritischen Ansätzen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, basierend auf einer phänomenologischen und medientheoretischen Auswertung der Primärtexte von Anders und Enzensberger.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der "Antiquiertheit des Menschen" bei Anders und den Thesen zum "Nullmedium" bei Enzensberger, gefolgt von einer vergleichenden Synthese.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die "prometheische Scham", das Konzept des "Nullmediums", der "unfreie Rezipient" und der Wandel der Medien von Konsum- zu Produktionsmitteln.

Was versteht Günther Anders unter dem "unfreien Rezipienten"?

Anders beschreibt einen Menschen, der durch die Übermacht der Technik zum passiven Konsumenten und "Heimarbeiter" degradiert wird, dessen Bedürfnisse durch die Konsumwelt vorgegeben werden.

Wie bewertet Enzensberger das Fernsehen im Vergleich zu Anders?

Während Anders pessimistisch auf die Passivierung des Zuschauers blickt, erkennt Enzensberger in den Medien theoretisch ein emanzipatorisches Potenzial, sofern sie als sozialisierte Produktionsmittel durch die Massen genutzt werden.

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Details

Title
Das Rezipientenbild bei Anders und Enzensberger - Ein Vergleich zur Bewertung des Zuschauers und Menschen in der Zeit der Neuen Medien nach Günther Anders und Hans M. Enzensberger
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,7
Author
Franziska Thöne (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V69141
ISBN (eBook)
9783638619028
Language
German
Tags
Rezipientenbild Anders Enzensberger Vergleich Bewertung Zuschauers Menschen Zeit Neuen Medien Günther Anders Hans Enzensberger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Thöne (Author), 2005, Das Rezipientenbild bei Anders und Enzensberger - Ein Vergleich zur Bewertung des Zuschauers und Menschen in der Zeit der Neuen Medien nach Günther Anders und Hans M. Enzensberger , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69141
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